Affiliate-Betrug: Tricksereien im Schmuddelweb

CorbisPorno- und Warez-Seiten sind die unseriösen Finsterecken des Web. Ihr Geld machen sie unter anderem mit ertrickster Werbung und damit, Leistungen vorzutäuschen, die sie nicht erbringen. Im Extremfall beklauen sie sich einfach gegenseitig - und die Zeche zahlen seriöse Unternehmen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...825196,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Porno- und Warez-Seiten sind die unseriösen Finsterecken des Web. Ihr Geld machen sie unter anderem mit ertrickster Werbung und damit, Leistungen vorzutäuschen, die sie nicht erbringen. Im Extremfall beklauen sie sich einfach gegenseitig - und die Zeche zahlen seriöse Unternehmen.

    Affiliate-Betrug: Tricksereien im Schmuddelweb - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt

    Wenn es nichts kostet, bist du die Ware
    (Deine Aufmerksamkeit oder im schlimmeren Fall deine Resourcen wenn man die einen Trojaner untergejubelt hat)

    Und das gilt nicht nur im Schmuddelweb, oder was glaubt ihr wie sich Google, Facebook oder GMX finanzieren?
  2. #2

    Goldgräberstimmung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Porno- und Warez-Seiten sind die unseriösen Finsterecken des Web.
    Sicher, aber die Internet-Industrie ist ja noch jung. Auch als vor über 100 Jahren die ersten Filme aufgeführt wurden, ging es häufig um Schmuddelware. Warten wir die nächsten 50 Jahre einfach entspannt ab.

    In der Zwischenzeit werden sich einige besonders Findige auf halblegalen Wegen sicherlich ein hübsches Leben aufgebaut haben. Warum denn auch nicht? Wo gibt es denn noch eine Goldgräberstimmung, außer im Internet?
  3. #3

    Warum wird Geld an Dritte bezahlt?

    Warum Werbegelder an (unseriöse) Dritte fließen, die sozusagen nur Cookie-Schleudern betreiben, habe ich noch nicht verstanden. Es gibt doch gar keine vertragliche Verbindungen zwischen diesen und den Affiliate-Marketing-Agenturen bzw. ihren Auftraggebern.

    Wenn ich einer Prospekverteilagentur Flyer klaue, sie nicht verteile und dann später zu der Verteilagentur gehe um Zustellgeld zu kassieren, lacht die mich doch aus. Sie lacht mich sogar aus, wenn ich die Flyer wirklich verteilt habe.

    Und wer hindert die Auftraggeber an Kontrollen? Einfach selber durchs Web surfen zu lassen und danach zu schauen, welche geklauten Cookies man sich einfängt und diese dann nicht mehr zu bezahlen?
  4. #4

    Zitat von andersgefragt Beitrag anzeigen
    Warum Werbegelder an (unseriöse) Dritte fließen, die sozusagen nur Cookie-Schleudern betreiben, habe ich noch nicht verstanden. Es gibt doch gar keine vertragliche Verbindungen zwischen diesen und den Affiliate-Marketing-Agenturen bzw. ihren Auftraggebern.

    Wenn ich einer Prospekverteilagentur Flyer klaue, sie nicht verteile und dann später zu der Verteilagentur gehe um Zustellgeld zu kassieren, lacht die mich doch aus. Sie lacht mich sogar aus, wenn ich die Flyer wirklich verteilt habe.

    Und wer hindert die Auftraggeber an Kontrollen? Einfach selber durchs Web surfen zu lassen und danach zu schauen, welche geklauten Cookies man sich einfängt und diese dann nicht mehr zu bezahlen?
    Also haben Sie tatsächlich nichts verstanden..

    Selbstverständlich gibt es die vertraglichen (Ver)Bindungen über diverse Ecken.
    Ohne diese könnte ja auch kein Geld fliessen.
  5. #5

    Affiliate?

    Wusste gar nicht das es noch jemanden gibt der auf diesen alten Esel setzt!

    Jedermann der auf ein einigermaßen seriösen Geschäftsmodell setzt tut gut daran um die ganze Brache einen Riesenbogen zu schlagen....

    Wenn ich mir nur allein die Grafik anschauen und sehe, wie viele schon im "seriösen" Fall bei einem "Klick und Kauf" die Hand aufhalten.... Woher soll das Geld denn nur kommen?

    Dazu kommen weiter Aspekte:
    1. Kein Mensch klickt heute noch auf Banner.
    2. Dank SocialCommerce und Co. ist "sinnvolle" Werbung heuten für niemanden mehr ein Problem.

    Zusammenfassung: Affiliate ist per se Trickserei...
  6. #6

    ....

    Cookies sofort nach der Session automatisch löschen lassen vom Browser und schon wird ein Großteil der Informationen wertlos..
    Außerdem extensive Nutzung von Script und PopUp Blockern!
    Diese illegale 'Marktforschung' via Cookies muss teuer und wertlos werden! Dann hört es auch auf!
  7. #7

    nicht nur im Schmuddelweb

    Die beschriebene Betrugsmasche gibt es keinesfalls nur im "Schmuddelweb". Ich arbeite in einem Unternehmen aus der Tourismusbranche, und im Herbst 2009 stellten wir durch Zufall fest, dass beim Aufruf der Website unseres größten Wettbewerbers ein Affiliate-Cookie von unserer eigenen Website gespeichert wird. Nanu? Außerdem wurden drei Affiliate-Cookies von anderen Unternehmen der Branche geladen. Das alles geschah über in versteckten Frames geladenen Inhalten, so wie im Artikel geschildert. Wenn Besucher der Website dieses Konkurrenten später bei uns oder einem der drei anderen Unternehmen eine Reise gebucht hatten, flossen also Provisionszahlungen. Natürlich nicht direkt an den Konkurrenten (das hätte man ja schnell bemerkt), sondern über den Umweg eines Partnernetzwerks, dass das Geld dann an den Betrüger weiter geleitet hat (bzw. an Verwandte von ihm).
    Unsere zivile Klage auf Unterlassung und Schadenersatz hatte Erfolg, aber die Betrugsanzeige bei der Polizei wurde mehr als zwei Jahre verschleppt und schließlich wurde das Verfahren vor einigen Monaten eingestellt. Begründung: Es sei zu aufwändig festzustellen, ob der Konkurrent tatsächlich verantwortlich war für die in den versteckten Frames geladenen Inhalte. Es hätte ja auch jemand seinen Rechner gehackt haben können oder so. Jedenfalls müsste man dafür ja seinen Rechner beschlagnahmen und untersuchen, und das sei ja dann doch unverhältnismäßig.
    Großartig. Der Betrug dürfte sich für den Täter reichlich gelohnt haben, denn von den vier geschädigten Firmen waren wir die einzige, die geklagt hatte. Die anderen drei wollten weiter mit dem Unternehmen zusammen arbeiten (es handelte sich um drei Reiseveranstalter und bei dem "trickreichen" Unternehmen um ein erfolgreiches Reiseportal) und nahmen daher den Verlust zähneknirschend in Kauf.
  8. #8

    Nachricht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Porno- und Warez-Seiten sind die unseriösen Finsterecken des Web. Ihr Geld machen sie unter anderem mit ertrickster Werbung und damit, Leistungen vorzutäuschen, die sie nicht erbringen. Im Extremfall beklauen sie sich einfach gegenseitig - und die Zeche zahlen seriöse Unternehmen.

    Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Fragen Sie ihren Innenminister oder BKA-Vorsitzenden und fordern sie die Vorratsdatenspeicherung JETZT.
  9. #9

    Es kann hier wohl kaum von einem "guten Modell" gesprochen werden, wenn die Idee verhältnismäßig leicht ausgenutzt werden kann.

    Mal abgesehen davon dürften andere Faktoren den Werbenetzwerken im Internet noch schwerer zu schaffen machen - allen voran das technische Wettrüsten gegen Werbeblocker. Mittels AdBlock & Co. kann heutzutage jeder binnen Minuten seinen Browser erweitern und damit mindestens 90% der lästigen Werbeeinblendungen blockieren.

    Die klassischen Werbeformen der Webseiten sind deswegen schon in den Brunnen, oder besser gesagt in einen "Teufelskreis" gefallen. Auf der einen Seite sinken seit Jahren die Vergütungen für Einblendungen und tatsächliche Klicks, auf der anderen Seite blockieren immer mehr Nutzer Werbung. Oftmals wird dann einfach mit "noch mehr Werbung" gegengesteuert, was aber langfristig nur zu Unmut führen kann, so dass am Ende niemand mehr ohne Werbeblocker im Internet unterwegs ist.

    So gesehen halte ich es hinsichtlich dieser Perspektive für unerheblich, ob und wie sich die Werbenden gegenseitig austricksen - dabei handelt es sich doch nur um die letzten Zuckungen eines zusammenbrechenden Systems.