Reihenuntersuchung: Brustkrebs-Screening führt zu vielen unnötigen Therapien

dapdWas bringt das Brustkrebs-Screening für Frauen? Mediziner hegen seit langem den Verdacht, dass die Mammografien insgesamt mehr schaden als nutzen. Eine neue Studie verstärkt die Zweifel: Die Reihenuntersuchungen führen demnach zu zahlreichen unnötigen und schmerzvollen Krebstherapien.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...825417,00.html
  1. #1

    Klare Sache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Um einen Brustkrebs-Todesfall zu verhindern, müssten 2500 Frauen zehn Jahre lang am Screening teilnehmen, berechnete die Gruppe aus norwegischen, schwedischen und US-amerikanischen Forschern. Zwischen 2470 und 2474 der Frauen würden beim Screening nie die Diagnose Brustkrebs erhalten. 30 bis 36 bekämen eine Tumordiagnose, wobei der Brustkrebs bei sechs bis zehn Frauen überdiagnostiziert würde, so dass die Betroffenen ein unnötige Therapie erhielten.
    Reihenuntersuchung: Brustkrebs-Screening*führt zu vielen unnötigen Therapien - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Also ist es vernünftig, sich einem Screening zu unterziehen, wenn einem das Leben mindestens sechs bis zehnmal lieber ist als die Freiheit von den Nachteilen einer unnötigen Therapie. Wenn ich einer Frau wäre wüsste ich wahrscheinlich, wie ich mich entscheide - mir wäre das Leben mehr als zehnmal so viel Wert. Aber ich könnte schon auch diejenige verstehen, die es anders sieht.
  2. #2

    Immer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was bringt das Brustkrebs-Screening für Frauen? Mediziner hegen seit langem den Verdacht, dass die Mammografien insgesamt mehr schaden als nutzen. Eine neue Studie verstärkt die Zweifel: Die Reihenuntersuchungen führen demnach zu zahlreichen unnötigen und schmerzvollen Krebstherapien.

    Reihenuntersuchung: Brustkrebs-Screening*führt zu vielen unnötigen Therapien - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    wenn eine Therapie zu teuer wird, kommt es plötzlich zu Gutachten, die deren Nutzen in Zweifel ziehen. Merkwürdig!
  3. #3

    Manchmal...

    Zitat von forumgehts? Beitrag anzeigen
    wenn eine Therapie zu teuer wird, kommt es plötzlich zu Gutachten, die deren Nutzen in Zweifel ziehen. Merkwürdig!
    ... ist eben auch der Nutzen von teuren Gesundheitsleistungen zweifelhaft.

    Der Artikel beschreibt das doch sehr schön. Als Frau in der Altersgruppe sollte man sich eben überlegen, ob man am Screening teilnehmen möchte und damit zwar sein Risiko an Brustkrebs zu sterben senkt und dafür das Risiko eingeht mit erheblichen Nebenwirkungen behandelt werden, obwohl es nicht notwendig ist.
  4. #4

    Wer will denn vorhersagen ob ein Tumor langsam wächst oder nicht ?

    Wenn bei mir ein Tumor in einem sehr frühen Stadium entdeckt würde, würde ich ihn mit allen Konsequenzen loswerden wollen und wäre dankbar für die Möglichkeiten der Früherkennung.
    Ohne Frage ist sowas eine enorme psychische Belastung. Aber jedenfalls besser als den Tumor zu spät zu entdecken.
  5. #5

    unnötige Therapien

    werden so oder so gemacht bei Brustkrebs,da Standardtherapien vorgesehen sind und selten individuelle Therapien.
    Anhand von einer Mammografie kann man nicht erkennen, um welche Art von Brustkrebs es sich handelt.
    Völlig schwachsinnig, daß es harmlosen Brustkrebs gibt, der nie auffallen würde.

    Die Chemotherapie ist sehr teuer und es wurden schon gefälschte Substanzen von Apothekern gemischt die sie aus dem Ausland bezogen haben. Leider hat man darüber nie wieder etwas gehört, was mit diesen Kriminellen passiert ist und den Frauen die diese gefakten Substanzen bekommen haben.
    Ebenfalls teuer sind die Antihormontherapien, da verdient sich die Pharmaindustrie ebenfals eine goldene Nase.
    Es wird viel zu wenig bei der Tumorbestimmung im Vorfeld getan, welche Chemo individuell auf den Tumor einwirkt.
    Es gibt Frauen denen eine Chemo nichts bringt, was abgeklärt werden müßte.
    Aber wie überall schlägt die Routine zu und mit der Angst der Frauen kann man gute gescvhäfte machen.
  6. #6

    Zitat von killerbiene Beitrag anzeigen
    werden so oder so gemacht bei Brustkrebs,da Standardtherapien vorgesehen sind und selten individuelle Therapien.
    Anhand von einer Mammografie kann man nicht erkennen, um welche Art von Brustkrebs es sich handelt.
    Völlig schwachsinnig, daß es harmlosen Brustkrebs gibt, der .....
    Ich arbeite in diesem Bereich und ich höre von den Ärzten hinter vorgehaltener Hand oft Folgendes "Ich würde gern in manchen Fällen auf Chemotherapie verzichten, weil das Risiko einer Metastase nicht so hoch ist, aber wenn sie dann doch auftreten sollte, dann bin ich juristisch dran." Wenn Sie einen Rückfall hätten, könnten Sie "Schadenersatz" in hohen Summen fordern. Und wenn Sie es nicht tun, tun es bestimmt Ihre Erben.

    Es gibt eine andere Studie zum Screening, die besagt, dass es Übertherapien gibt, aber dass es ebenauch Frauen gibt, die Dank des Screenings nicht an Brustkrebs sterben. Und vor allem, dass unter den gescreenten Frauen der Anteil höher ist, bei denen noch auf die Chemotherapie verzichtet werden kann. Im großen und Ganzen werden Sie beim Screening weniger wahrscheinlich eine Chemo brauchen, aber in Ihrem individuellen Fall kann es auch genau umgekehrt sein.
  7. #7

    in diesem Fall falsch

    Zitat von forumgehts? Beitrag anzeigen
    wenn eine Therapie zu teuer wird, kommt es plötzlich zu Gutachten, die deren Nutzen in Zweifel ziehen. Merkwürdig!
    Das screening wurde vor ein paar Jahren mit einem riesigen Marketingaufgebot in Deutschland populär gemacht. Die neuen Studien bestätigen nur das, was damals schon bekannt war, die Zahlen haben sich sogar noch ein wenig verschlechtert (im Hinblick auf: bringt das screening etwas).
    Die Mammographie ist als screnning für Brustkrebs nicht geeignet. Die Folgen müssen die Frauen tragen. Es hat in diesem Fall leider nichts damit zu tun, dass die Kosten auf einmal so hoch sind und deshalb versucht wird über die Medien den Nutzen in Frage zu stellen. Die Anzahl der Falschdiagnosen ist einfach zu hoch im Hinblick auf die körperlichen und psychischen Folgen.
  8. #8

    jede 3 Diagnose = Falschdiagnose

    Zitat von ellereller Beitrag anzeigen
    Also ist es vernünftig, sich einem Screening zu unterziehen, wenn einem das Leben mindestens sechs bis zehnmal lieber ist als die Freiheit von den Nachteilen einer unnötigen Therapie. Wenn ich einer Frau wäre wüsste ich wahrscheinlich, wie ich mich entscheide - mir wäre das Leben mehr als zehnmal so viel Wert. Aber ich könnte schon auch diejenige verstehen, die es anders sieht.
    Wenn von 30-36 Tumordiagnosen 6-10 falsch sind, dann ist im Extremfall fast jede dritte Diagnose falsch. Das Risiko an Brustkrebs zu versterben ändert sich aber nur um 1 Promille wenn ich am scrennig teilnehme. Das Screening abzulehnen bedeutet ja nicht die Vorsorgeuntersuchung abzulehnen. Wenn ich meine Vorsorgetermine einhalte, auf das screening aber verzichte erhöht sich mein Risiko um 1 Promille, Wenn ich am screening teilnehme habe ich eine 30% Chance auf eine Fehldiagnose mit allen Kosequenzen. Diese Entscheidung ist nicht leicht. Ich empfehle in meinem Umfeld immer eine Vorsorge bei einem guten Arzt/guter Ärztin und auf das screening zu verzichten. Übrigens, bin vom Fach.
  9. #9

    Zitat von klauloch Beitrag anzeigen
    Wenn von 30-36 Tumordiagnosen 6-10 falsch sind, dann ist im Extremfall fast jede dritte Diagnose falsch.
    Die Diagnosen sind ja im engeren Sinne nicht falsch. Damit ist ja nur gemeint, dass in diesen fällen der Tumor sehr langsam wachsen würde und im günstigsten Fall nie Probleme macht.

    Aber wer soll das denn im Voraus bestimmen ob der Tumor langsam oder sehr langsam wachsen wird ? Wenn man sich dann irrt und der Tumor doch schneller wächst und/oder metastasiert ist das für die betreffende Frau eine Katastrophe.