Neonazi-Strategie: Braune Bio-Kameradschaft

DPAÖko ist alternativ und links? Nicht nur. Auch Rechtsextreme haben das Thema entdeckt. Sie verkaufen Bio-Gemüse, machen Wahlkampf mit Umweltthemen und vertreiben sogar eine Zeitschrift mit netten Gartentipps - inklusive rechter Ideologie und rassistischer Hetze.

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  1. #20

    Zitat von bode777 Beitrag anzeigen
    Das ist mir nicht ganz klar?
    Hinter jedem Umweltschützer und Tierrechtler könnte in Zukunft auch ein Nazi stecken?

    Ich dachte immer, es geht um Inhalte. Umweltschutz und Tierschutz sind und bleiben jedenfalls sehr wichtige Inhalte, jetzt und in Zukunft.
    Was der Autor damit sagen will, müsste er natürlich selber beantworten, aber man kann es ja erstmal als Info auffassen und sich dann eigene Gedanken machen.

    Rechtsradikale nutzen das Thema Umweltschutz um ihre Ideologie zu verbreiten.
    In einem anderen Beitrag hatte jemand gefragt, ob als nächstes käme, dass die NPD Marx verbreiten würde...
    Wobei sich mir nicht erschließt, was daran neu sein sollte, aber ok...

    Schlussfolgerung: Hinter jedem Umweltschützer könnte ein Nazi stecken? Ja, sicher. Es könnte auch ein Ökofaschist, ein Müsliterrorist oder ein ganz normaler Mensch dahinter stecken.
    Banale Konsequenz: Das Etikett sagt wenig aus und auf den Inhalt kommt es an.
  2. #21

    Zitat von fludd Beitrag anzeigen
    Statt sich zu ereifern, dass die Nazis sich Themen zuwenden, die von allgemeinem Interesse sind, könnte man sich doch freuen, dass diese "vom rechten Weg abgekommene Minderheit" sich ungefährlichen und dem Gemeinwohl dienlichen Themen zuwendet.

    Warum alles schlechtreden? Nazis sind auch Menschen.
    Letzteres hat ja auch niemand bestritten. Aber es ist fast naiv, anzunehmen, dass sich Nazis mit solchen Themen beschäftigen weil sie sich - außer rassistisch, faschistisch und antisemitisch zu sein - halt auch noch (ganz Mensch, eben!) mit "normalen" Themen des Alltags beschäftigen wollen.

    Dieses "Öko"-Thema wird von ihnen zu einem integralen Bestandteil ihrer Ideologie uminterpretiert, und wird somit auch nicht in einer "dem Gemeinwohl dienlichen" Weise behandelt, sondern stets mit rassistischen, antisemitischen u.ä. Bezügen aufgeladen. Kein Nazi interessiert sich doch wirklich ernsthaft für Tierschutz - warum denn auch, wo ihnen doch schon die Lebensbedingungen und das Schicksal von MENSCHEN "nicht-deutscher" Herkunft (bestenfalls) piepegal ist!
    Diese Themen werden lediglich aufgegriffen, um damit rassistische Stimmung machen zu können - frei nach dem Motto: Schaut her, wie brutal und skrupellos der böse Jude und der entmenschte Moslem doch die armen, wehrlosen Tiere quälen!

    Dass Tiere auch in nicht-jüdischen oder -muslimischen Schlachthäusern vielfach übelst gequält werden, ist ihnen dagegen kein einziges Wort des Protests oder der Empörung wert. Woran man schon sieht, dass ihr ganzes "Öko"-Getue lediglich strategisches Mittel zum Zweck ist, um ihre rassistischen Vorurteile unter dem Deckmantel eines gesellschaftlich anerkannten Diskurses unters Volk zu bringen.

    Deshalb muss man gewiss nicht gleich in Hysterie verfallen, aber "Freude" darüber (wie von Ihnen vorgeschlagen) ist nun wahrlich erst recht nicht angesagt...
  3. #22

    2 punkte

    1.
    bei 82 Millionen Bewohnern gibt es für jede denkbare politische Verknüpfung irgendwelche Belege wenn man danach sucht.
    Ich gehe davon aus, daß es bei den Leitmedien bestimmte "Wiedervorlageprozesse" gibt, die andauerrnd ohne Anlass das Thema "Aus Deutschland droht Nazi-Ungemach" auf die Titelseite bringen müssen, egal wie weit hergeholt das jeweils ist.

    2.
    Umweltschutz im klassischen Sinn ist ein bürgerliches Anliegen. Menschen sorgen sich völlig zu Recht um die Lebensqualität in Bezug auf unmittelbar erkennbare Umweltschäden.
    Bürger haben bei dem Thema unmittelbar Berührung mit politischen Entscheidungen und könenn diese sowohl im Guten als auch im Schlechten direkt ohne Expertenanalyse sehen oder prüfen.

    Das ärgert diejenigen Lobbyisten, die lieber ihre eigene Suppe kochen wollen und vor das Bürgerurteil einen Wust von intransparenten Interpretationen der allgegenwärtigen Experten stellen möchten.
    Die Tendenz, den Umweltschutz in die ultrarechte Ecke zu stellen, wird auch von diesem Impuls getrieben.
    Klimaschutz ist viel smarter für Lobbyisten. Kein Mensch kann da Zusammenhänge beweisen, sehen oder wiederlegen.
  4. #23

    O je

    Zitat von bennemtse Beitrag anzeigen
    ....
    Ich will das Schächten nicht gutheißen, aber man sollte doch nicht wirklich davon ausgehen, dass das Fleisch bei den Discounterpreisen in Deutschland in irgendeiner Weise tierfreundlich produziert wird. ...
    Man kann es auch übertreiben.

    Der Tierschutz und die Fragen rund um Massentierhaltung sind gewiss kein Bereich, in dem sich den Deutschen eine im internationalen Vergleich besonders herzlose Haltung unterschieben lässt.
    Solche Konstrukte sind offensichtliche Erfindungen.
    Natürlich gibt es ein Wegsehen vor Misständen, das gibt es aber weltweit.
  5. #24

    Zitat von Endlager Beitrag anzeigen
    Hierzulande dürfen sich die Tiere auch zuerst beruhigen, bevor sie betäubt und dann getötet werden, so dass es innerhalb von Bruchteilen von Sekunden tot ist, und gar nichts davon mitbekommt.
    Schön wär´s! In erschreckend vielen Fällen stimmt das aber nachweislich so nicht, und die Tiere leiden genau so wie beim Schächten. Siehe z.B.:

    Tierschutz in Deutschland: So qualvoll stirbt Schlachtvieh - Politik | STERN.DE
    Jeder Versuch, die fließbandmäßig organisierte Tier-Tötungsmaschinerie einer "Kultur" gegen die einer anderen "Kultur" auszuspielen und als etwas angeblich edleres oder moralisch besseres erscheinen zu lassen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Weil eben die GANZE Fleischindustrie letztlich, wenn man mal genau hinschaut (was nur wenige machen) eine riesengroße, gigantische Barbarei ist. Da jetzt nur speziell einzelne Gruppen (Juden, Moslems) herauszugreifen, und nicht die grundsätzlich IMMER blutig-brutale Fleischproduktion als GANZES zu kritisieren, verrät schon die eigentlich dahinter stehende Motivation.

    Man könnte auch mit Goethe sagen: Man bemerkt die Absicht - und ist verstimmt...
  6. #25

    Korrektur

    Der Herr aus Salzburg heisst Günther Schwab. Entschuldigung!
  7. #26

    im Zweifel soll der Konsument entscheiden

    Zitat von Wildes Herz Beitrag anzeigen
    Jeder Versuch, die fließbandmäßig organisierte Tier-Tötungsmaschinerie einer "Kultur" gegen die einer anderen "Kultur" auszuspielen und als etwas angeblich edleres oder moralisch besseres erscheinen zu lassen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.
    Ich halte es für sinnvoll, den Markt entscheiden zu lassen. Jeder soll Fleisch von nicht geschächteten Tieren essen, wenn er es will. Das bedeutet, die Schlachtmethode muss angegeben sein. Das ist eine pragmatische Lösung gerade wenn nicht klar ist, welche Art mehr Leiden verursacht.
  8. #27

    Re

    Zitat von peter_1974 Beitrag anzeigen
    Banale Konsequenz: Das Etikett sagt wenig aus und auf den Inhalt kommt es an.
    Nazis mögen bekanntlich auch Wagner-Opern, und wenn es nach dem Autor ginge, dann würde man die Wagner-Festspiele wahrscheinlich als Nazi-Festspiele verbieten. Das sind doch alles Nazis, die da hingehen, oder? Inklusive der Bundeskanzlerin. Alles verdächtig.
  9. #28

    echtes Anliegen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Öko ist alternativ und links? Nicht nur. Auch Rechtsextreme haben das Thema entdeckt. Sie verkaufen Bio-Gemüse, machen Wahlkampf mit Umweltthemen und vertreiben sogar eine Zeitschrift mit netten Gartentipps - inklusive rechter Ideologie und rassistischer Hetze.

    Neonazi-Strategie: Braune Bio-Kameradschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    wenn man schon nach Konstanten zwischen den "alten" und den "neuen" Nazis und Konsorten sucht: der Natur- und Tierschutz ist eine. Der Blick in die ideologische Entwicklungsgeschichte der NS-Bewegung zeigt, daß sich dort vor 100 Jahren neben diversen nationalistischen so illustre Gruppierungen wie Freikörperkultur, natürliche Ernährung bis hin zu Vegetarismus, Wanderbewegung oder neugermanisch-heidnische Naturreligionen etc. finden, die übrigens sämtlich nicht spezifisch 'deutsch' waren sondern in der ganzen westlichen Welt verbreitet. "Naturverbundenheit" war im Dritten Reich ein wichtiger Aspekt der organisierten Freizeitgestaltung. Ich halte es für faktisch sinnlos und rein linksideologisch begründet, den Neonazis zu unterstellen, es handle sich nur um einen Trick, eine Masche, um Wähler zu ködern. Bei vielen dürfte das echtes Anliegen sein, im völligen Einklang mit den sonstigen Vorstellungen.

    Die Häme, übrigens, die aus dem Satz "Auch gegen Religionen hetzt die vermeintliche Ökozeitschrift: Betäubungsloses Schächten von Tieren sei ein barbarischer Brauch der Juden und Muslime" spricht, ist verfehlt - unser bundesdeutsches Tierschutzgesetz samt generellem Schächtungsverbot stammt aus dem Dritten Reich und hat genau diesen Hintergrund. Das hätte der Autor dieses Artikels beläufig auch einmal recherchieren können. Oder glaubt er etwa, das hätten die GRÜNEN eingeführt?
  10. #29

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Öko ist alternativ und links? Nicht nur. Auch Rechtsextreme haben das Thema entdeckt. Sie verkaufen Bio-Gemüse, machen Wahlkampf mit Umweltthemen und vertreiben sogar eine Zeitschrift mit netten Gartentipps - inklusive rechter Ideologie und rassistischer Hetze.

    Neonazi-Strategie: Braune Bio-Kameradschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    wenn man schon nach Konstanten zwischen den "alten" und den "neuen" Nazis und Konsorten sucht: der Natur- und Tierschutz ist eine. Der Blick in die ideologische Entwicklungsgeschichte der NS-Bewegung zeigt, daß sich dort vor 100 Jahren neben diversen nationalistischen so illustre Gruppierungen wie Freikörperkultur, natürliche Ernährung bis hin zu Vegetarismus, Wanderbewegung oder neugermanisch-heidnische Naturreligionen etc. finden, die übrigens sämtlich nicht spezifisch 'deutsch' waren sondern in der ganzen westlichen Welt verbreitet. "Naturverbundenheit" war im Dritten Reich ein wichtiger Aspekt der organisierten Freizeitgestaltung. Ich halte es für faktisch sinnlos und rein linksideologisch begründet, den Neonazis zu unterstellen, es handle sich nur um einen Trick, eine Masche, um Wähler zu ködern. Bei vielen dürfte das echtes Anliegen sein, im völligen Einklang mit den sonstigen Vorstellungen.

    Die Häme, übrigens, die aus dem Satz "Auch gegen Religionen hetzt die vermeintliche Ökozeitschrift: Betäubungsloses Schächten von Tieren sei ein barbarischer Brauch der Juden und Muslime" spricht, ist verfehlt - unser bundesdeutsches Tierschutzgesetz samt generellem Schächtungsverbot stammt aus dem Dritten Reich und hat genau diesen Hintergrund. Das hätte der Autor dieses Artikels beläufig auch einmal recherchieren können. Oder glaubt er etwa, das hätten die GRÜNEN eingeführt?