Studienstarter im Stress: Und wir dachten, Studenten hätten ständig frei

Ellen Fiscus Uni ist wie Urlaub? Studenten können es locker angehen lassen? Irrtum, sagen die UniSPIEGEL-Erstsemester-Tester: In den Semesterferien sind freie Tage rar. Larissa wird wieder zum Einzelkind, Marc kehrt an seine Schule zurück und Fabienne beginnt, ihren Ehrgeiz zu bereuen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...821091,00.html
  1. #1

    Ich muss mich immer wieder wundern...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Uni ist wie Urlaub? Studenten können es locker angehen lassen? Irrtum, sagen die UniSPIEGEL-Erstsemester-Tester: In den Semesterferien sind freie Tage rar. <i>Larissa</i> wird wieder zum Einzelkind, <i>Marc</i> kehrt an seine Schule zurück und <i>Fabienne</i> beginnt, ihren Ehrgeiz zu bereuen.

    Studienstarter im Stress: Und wir dachten, Studenten hätten ständig*frei - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    ...wie naiv die zukünftigen Leistungsträger und Fachkräfte doch sind. Nach dem Abi durch die Welt touren? Wer bezahlt die Reise? Wer bezahlt die verlorenen Lebensjahre für die Rentenkasse?

    Und warum um Gottes Willen informiert man sich nicht vorher über das Studium um sich dann auf eventuellen Stress vorzubereiten bzw. zu überlegen ob eine ganz normale Berufsausbildung nach dem Abitur nicht vielleicht doch sinnvoller wäre?

    Nunja, wenn ich mich bei Kollegen in anderen Unternehmen (IT-Branche) so umhöre sucht man wieder bevorzugt nach Quereinsteigern oder Leuten, die Ahnung von der Materie haben und sich schonmal die Hände - sprichwörtlich - schmutzig gemacht haben. Hier hat man erkannt dass es absolut unsinnig ist einem sog. "Senior Software Developer" die Entwicklung von Arbeitsmitteln für die Logistik und Lagerhaltung zu übertragen, wenn dieser LKWs nur als rollendes Hindernis auf Autobahnen wahrnehmen und noch nie ein Hochregallager von innen gesehen hat.

    Die natürliche Selektion dürfte also in Zukunft bei den Geisteswissenschaften deutlich rabiater ausfallen. Aber es konnte in den letzten fünf Jahren natürlich niemand ahnen, dass das passieren wird. ;)

    Es kann aber auch an den SPON-Artikeln liegen, dass ich immer wieder in dem Glauben versinke, dass der Ernst des Lebens bei den meisten heute erst nach dem Eintritt in das Berufsleben stattfindet. Berufsleben heisst für mich in diesem Zusammenhang übrigens "eigenverantwortlich Arbeiten" und nicht "drei Trainee-Programme und fünf Praktika abbummeln".
  2. #2

    Warum schreibt der Spiegel nichtmal über die Studenten die wirklich was leisten? Man liest hier ständig nur über irgendwelche Lappen, die in den mülligsten Geisteswissenschaften eingeschrieben sind. Der Spiegel sollte mal lieber an die technischen Universitäten schauen, da wird Leistung gefordert, da gibts keine "wissenschaftlichen" Arbeiten im Umfang von 20Seiten und trotzdem sind die Leute nicht ständig am jammern...
  3. #3

    .

    Zitat von kangobi Beitrag anzeigen
    Warum schreibt der Spiegel nichtmal über die Studenten die wirklich was leisten? Man liest hier ständig nur über irgendwelche Lappen, die in den mülligsten Geisteswissenschaften eingeschrieben sind. Der Spiegel sollte mal lieber an die technischen Universitäten schauen, da wird Leistung gefordert, da gibts keine "wissenschaftlichen" Arbeiten im Umfang von 20Seiten und trotzdem sind die Leute nicht ständig am jammern...
    *Thumbs up*!!
    Ich studiere auch nicht in denn "mülligsten Geisteswissenschaften" (sehe das auch so, wollte es nur nicht selber schreiben^^), sondern bin an der Natfak.
    Labern kann jeder und das merkt man auch, wenn man mal mit einem Geisteswissenschaftler über seine achsoschwere Klausur spricht. Oder wenn die mal in einem Technischen/Naturwissenschaftlichen Nebenfach versagen.
    Gibts natürlich auch andersrum, also ich würde wirklich nicht sagen, das der oder der Teil generell leichter ist, aber tendenziell ist es wohl schon so.
    Da gibts halt mal Durchfallqouten von 85%, da kann man nun nichts machen ;)
  4. #4

    Zeit

    Es hängt vom Studienfach ab, wie locker man es angehen lassen kann. Aber egal wie viel freie Tage man hat: Heutzutage ist man immer wieder schockiert, wie schnell die Zeit vorüber ist.
  5. #5

    Arbeit gibts immer!!

    Als Ersti habe ich auch weniger gemacht als heute, aber mit der Zeit arbeitet man sich in die Materie ein und gewönnt sich an den Stress, an die ansteigende Arbeitsbelastung, was wirklich immer mehr wird. Denn neben den Vorlesungen kommen später Praktika, Studienarbeiten, Hiwi-Stellen an der Fakultät, Exkursionen, zusätzliche Lehrveranstaltungen und Mitarbeit in der Fachschaft hinzu. Dabei bleiben die frühren Interessen bestehen, wie Sport oder Musik zum Beispiel. Zusammenfassend muss man die Zeit sich besser einteilen und hat eigentlich immer was zu tun.
    Unterschiede zwischen technischen ung geistigen Fächern bzgl. des Anspruchs in der Materie würde ich nicht machen. Formal ist aber die Differenzierung durchaus vertrettbar. Mediziner haben vom Stundenplan mehr zu machen als Sowis, obwohl es auch ausnahmen gibt, ist die tedenz nachvollzierbar, jedenfalls der subjektive Eindruck. "Wer macht denn schon mehr als er muss" beschreibt hier wahrscheinlich die allgemeine Meinung.
  6. #6

    Zitat von beegentoo Beitrag anzeigen
    ...wie naiv die zukünftigen Leistungsträger und Fachkräfte doch sind. Nach dem Abi durch die Welt touren? Wer bezahlt die Reise? Wer bezahlt die verlorenen Lebensjahre für die Rentenkasse?
    Genau dieser Zeitgeist ist es, der verhindert, dass wir nicht mehr Goethes, Schillers haben.

    Reisen? Kulturell fortbilden? Gar über den Tellerrand schauen? Alles unwichtig!

    Was zählt ist: In kurzer Zeit viel Humankapital anhäufen, in Form von abgelegten Prüfungen, Praktika, um schnell mit spätetens 25 in die Sozialversicherungen einzuzahlen und nebenher für das Wachstum des Unternehmens Zeit investieren.
    Zur Vollendung fehlt dann mit 50 das sozialverträgliche Frühableben nach Herzinfarkt.
  7. #7

    Zitat von klowasser Beitrag anzeigen
    Genau dieser Zeitgeist ist es, der verhindert, dass wir nicht mehr Goethes, Schillers haben.

    Reisen? Kulturell fortbilden? Gar über den Tellerrand schauen? Alles unwichtig!

    Was zählt ist: In kurzer Zeit viel Humankapital anhäufen, in Form von abgelegten Prüfungen, Praktika, um schnell mit spätetens 25 in die Sozialversicherungen einzuzahlen und nebenher für das Wachstum des Unternehmens Zeit investieren.
    Zur Vollendung fehlt dann mit 50 das sozialverträgliche Frühableben nach Herzinfarkt.
    Ihr Idealismus in allen Ehren, aber von Luft und Liebe lässt sich kein Leben finanzieren.

    Selbstverständlich ist kulturelle Bildung wichtig, sie kommt in der heutigen Zeit tatsächlich zu kurz. Allerdings fehlt ein gewisses Mass. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz meiner Mitabiturienten studiert heute noch (nach über 10 Jahren) und ein Ende ist heute noch nicht in Sicht.

    Und Ihre abfällige Bemerkung über "Sozialkassen" und "Humankapital" zeigt indirekt, wessen Geistes Kind Sie sind. Man könnte zwischen den Zeilen fast herauslesen, dass ein ewiges Studium der Geisteswissenschaften ein legitimes Mittel zur Weiterentwicklung der Gesellschaft seien. Wie auch immer, diese Illusion sei Ihnen gegönnt.
  8. #8

    Also...

    ... ich studiere BWL an ner FH und kann mich nicht beschweren was das Arbeitspensum angeht. Klar, vor den Klausuren wirds mal etwas anstrengender, aber wirklich schwer ist das Studium sicher nicht.

    Hab auch einige Freunde die andere "Geisteswisschenschaften" studieren, und die haben auch an der Uni n eher lockeres leben. Irritierenderweise will das aber auch keiner von denen zugeben...

    Ich weiß ungefähr zu schätzen was ich an meinem BWL- Studium hab. Durfte in der Fachoberschule und der Berufsschule mal in technische Mechanik schnuppern (war noch ganz ok) und auch in Digitaltechnik und Programmieren... klar war das im Vergleich zu den Inhalten in einem Studium wohl eher Kinderkram, aber das Taktflankenzustandsgesteuerte RS- FlipFlop hat mir schon respekt und dankbarkeit gelehrt :D


    Ich glaube halt, dass es immernoch modern ist "gestresst" zu sein...
  9. #9

    ....

    Zitat von beegentoo Beitrag anzeigen
    ...wie naiv die zukünftigen Leistungsträger und Fachkräfte doch sind. Nach dem Abi durch die Welt touren? Wer bezahlt die Reise? Wer bezahlt die verlorenen Lebensjahre für .....
    mit 20 macht man sich noch keine Gedanken über die Rente. Das kann man auch niemandem verübeln. Man möchte doch als junger Mensch sein leben genießen und wenn man die Möglichkeit dazu hat, dann sollte man sie nutzen. Andernfalls wird man es später bereuen und miesmacher Beiträge im Spon Forum posten!