Unruhen in Mali: Tuareg-Rebellen nehmen Timbuktu ein

AFPMit einem Staatsstreich wollte das Militär in Mali eigentlich den Kampf gegen den Tuareg-Aufstand vorantreiben. Doch die Rebellen fühlten sich dadurch erst recht ermutigt. Am Sonntag eroberten sie nun auch die letzte Stadt im Norden des Landes: das historische Timbuktu.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...825125,00.html
  1. #1

    Touareg...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit einem Staatsstreich wollte das Militär in Mali eigentlich den Kampf gegen den Tuareg-Aufstand vorantreiben. Doch die Rebellen fühlten sich dadurch erst recht ermutigt. Am Sonntag eroberten sie nun auch die letzte Stadt im Norden des Landes: das historische Timbuktu.

    Unruhen in Mali: Tuareg-Rebellen nehmen Timbuktu ein - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Die Touareg sind ein großes Volk ohne eigenem Staat. Interessant wie intelligent sie die Unruhen und politischen Wirren nach dem Putsch in Mali nutzen um ihr eigenes Territorium auszuweiten. Als Nomaden haben sie ein sehr "eigenes" Verhältnis zu Grenzen. Wie wird nun die internationale Gemeinschaft reagieren...?
    Wenn man den Südsudanesen(Sammelbegriff von mehreren Stämmen) einen eigenen Staat gönnt, kann man ihn den Touareg und ihren Verbündeten kaum verwehren. Wir sind mal wieder an einem Wendepunkt und an einer Entscheidung angelangt. Unversehrtheit der Grenzen vs Selbstbestimmungsrecht eines Volkes. Aber was sind schon Grenzen für ein Nomadenvolk...?
    Was die Lage in der Region weiter prekär macht. Die Wüste breitet sich aus und drängt damit Nomaden, die an Wassermangel leiden, nach Süden und zum Fluss. Das führt zu Konflikten mit der dunkleren Bevölkerung weiter südlich...
    Und nun? Was wird Mali und die internationale Gemeinschaft tun?

    Schian Gruaß aus Südtirol...

    PS: Interessant, die Bewegung unterhält eine eigene Seite...
    Mouvement National de Liberation de l'Azawad
  2. #2

    Schade für das schöne Land

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit einem Staatsstreich wollte das Militär in Mali eigentlich den Kampf gegen den Tuareg-Aufstand vorantreiben. Doch die Rebellen fühlten sich dadurch erst recht ermutigt. Am Sonntag eroberten sie nun auch die letzte Stadt im Norden des Landes: das historische Timbuktu.

    Unruhen in Mali: Tuareg-Rebellen nehmen Timbuktu ein - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Mali hat neben Timbuktu noch einiges zu bieten; aber jetzt nach Putsch und erneutem Tuareg-Ärger wird es den (Individual)Tourismus leider wieder um Jahre zurückwerfen...
  3. #3

    Bevölkerungsmehrheit

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Die Touareg sind ein großes Volk ohne eigenem Staat. Interessant wie intelligent sie die Unruhen und politischen Wirren nach dem Putsch in Mali nutzen um ihr eigenes Territorium auszuweiten. Als Nomaden haben sie ein sehr "eigenes" Verhältnis zu Grenzen. Wie.....
    Stellen die Tuareg denn irgendwo die Bevölkerungsmehrheit oder nimmt sich hier eine traditionell kriegerische Minderheit einfach sein vermeintliches Recht?
  4. #4

    Vorbild für Nordeuropa?

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Die Touareg sind ein großes Volk ohne eigenem Staat...
    Da gibt es auch ein nomadisch lebendes Volk ohne Staat: die Lappen, political correct "Samen" auf dem Territorium Norwegen/Schweden/Finnland/(Russland?)

    Naja und im Grenzgebiet Türkei/Irak/Iran/Syrien ja auch eins, das immer wieder von sich reden macht...

    Gibt viel zu tun für "Berater" mit einschlägige Interessenschwerpunkt!
  5. #5

    Touareg...

    Zitat von F.X.Fischer Beitrag anzeigen
    Stellen die Tuareg denn irgendwo die Bevölkerungsmehrheit oder nimmt sich hier eine traditionell kriegerische Minderheit einfach sein vermeintliches Recht?
    Haben Sie eine verlässliche Statistik aus Mali...?
    Nomadenvölker haben es auch an sich daß sie sich gerne der Statistik entziehen. Mit Schätzungen kommt man der Sache schon näher...
    Zitat von hubertl Beitrag anzeigen
    Da gibt es auch ein nomadisch lebendes Volk ohne Staat: die Lappen, political correct "Samen" auf dem Territorium Norwegen/Schweden/Finnland/(Russland?)

    Naja und im Grenzgebiet Türkei/Irak/Iran/Syrien ja auch eins, das immer wieder von sich reden macht...

    Gibt viel zu tun für "Berater" mit einschlägige Interessenschwerpunkt!
    Sehen Sie, ich habe mich an anderer Stelle gegen einen vorschnellen Staat Südsudan ausgesprochen. Die Ereignisse dort scheinen mir eher recht zu geben. Man kann nicht jedem einzelnen Volk oder jeder ethnischen Minderheit einen eigenen Staat zusprechen. Meines Wissens gibt es in Europa jenseits von hundert Völkern in anderen Staaten bzw. ethnische Minderheiten. In Europa haben wir unter anderem auch deshalb Frieden, weil man in Mitteleuropa die Unverletzlichkeit der Grenzen sanktioniert hat. Andernorts gilt das nicht, speziell in Staaten, die keine von uns als 'Staatlichkeit' empfundene Art kennen. Mali scheint ein solcher Ort zu sein. Die Touareg werden nie einen 'Staat' in unserem Sinne bilden. Das können sie als Nomaden auch nicht...
    Afrika ist halt anders, Asien auch...

    Schian Grauß...
  6. #6

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Die Touareg sind ein großes Volk ohne eigenem Staat. Interessant wie intelligent sie die Unruhen und politischen Wirren nach dem Putsch in Mali nutzen um ihr eigenes Territorium auszuweiten. Als Nomaden haben sie ein sehr "eigenes" Verhältnis zu Grenzen. Wie wird nun die internationale Gemeinschaft reagieren...?
    Wenn man den Südsudanesen(Sammelbegriff von mehreren Stämmen) einen eigenen Staat gönnt, kann man ihn den Touareg und ihren Verbündeten kaum verwehren. Wir sind mal wieder an einem Wendepunkt und an einer Entscheidung angelangt. Unversehrtheit der Grenzen vs Selbstbestimmungsrecht eines Volkes. Aber was sind schon Grenzen für ein Nomadenvolk...?
    Was die Lage in der Region weiter prekär macht. Die Wüste breitet sich aus und drängt damit Nomaden, die an Wassermangel leiden, nach Süden und zum Fluss. Das führt zu Konflikten mit der dunkleren Bevölkerung weiter südlich...
    Und nun? Was wird Mali und die internationale Gemeinschaft tun?

    Schian Gruaß aus Südtirol...

    PS: Interessant, die Bewegung unterhält eine eigene Seite...
    Mouvement National de Liberation de l'Azawad
  7. #7

    Also ich glaub sie sind nicht richtig informiert über Mali. Die Touareg sind verteilt in sehr vielen Ländern Westafrikas und ein Teil von ihnen lebt in Mali das 20 Ethnien hat. Mali hat die Existenz dieser immer akzepziert und sie zu ihrem Land akzeptiert. Die Anzahl der in Mali lebenden Touaregs beträgt nicht mehr mehr als 800.000 und sie sind die minoritärste Ethnie in Nordmali. Wie können diese Leute also ein Teil eines Landes einfordern, den sie mit 20 weiteren und größeren Ethnien teilen?! Das Problem an der ganzen Rebellion war undist die malische Regierung geführt von Amadou Toumani Toure,der diese ganze Situation veranlasst hat, deshalb auch der5 Militärsputsch. Selbst wenn man den Touareg in Mali einen Staat zu geben ist lächerlich, da sie wie gesagt nicht mehr als 800.000 leute sind. Genauso gut kann man sagen, dass jede Ethnie in Mali ein Land einfordern kann
  8. #8

    Touareg...

    Zitat von lili92 Beitrag anzeigen
    Also ich glaub sie sind nicht richtig informiert über Mali. Die Touareg sind verteilt in sehr vielen Ländern Westafrikas und ein Teil von ihnen lebt in Mali das 20 Ethnien hat. Mali hat die Existenz dieser immer akzepziert und sie zu ihrem Land akzeptiert. Die Anzahl der in Mali lebenden Touaregs beträgt nicht mehr mehr als 800.000 und sie sind die minoritärste Ethnie in Nordmali. Wie können diese Leute also ein Teil eines Landes einfordern, den sie mit 20 weiteren und größeren Ethnien teilen?! Das Problem an der ganzen Rebellion war undist die malische Regierung geführt von Amadou Toumani Toure,der diese ganze Situation veranlasst hat, deshalb auch der5 Militärsputsch. Selbst wenn man den Touareg in Mali einen Staat zu geben ist lächerlich, da sie wie gesagt nicht mehr als 800.000 leute sind. Genauso gut kann man sagen, dass jede Ethnie in Mali ein Land einfordern kann
    Sie rennen bei mir offene Türen ein. :)
    An anderer Stelle habe ich mich gegen diese Zerstückelung&Kleinstaaterei ausgesprochen. Man sieht auch wie schlecht die Lage derzeit im Südsudan ist. Die Kämpfe dort gehen weiter. Aber wir sollten uns nicht anmaßen zu entscheiden wie afrikanische Stämme ihre Grenzstreitigkeiten regeln. In der Praxis geschieht das natürlich nicht, aus politischen wie wirtschaftlichen Interessen. Das Problem liegt woanders. Unser Begriff von Staat ist Afrikanern fremd. Man kann nicht in wenigen Jahren vom 'Stamm' zum 'Staat' kommen. Der afrikanische Staat hat nicht wie bei uns eine gesicherte gesellschaftliche Basis. Ich bin gegen diesen Staat wie ich auch sonst meist gegen neue Staaten bin. Die lösen meist nicht die alten Probleme, schaffen keine gesellschaftliche Basis und verändern auch nicht das Klima in der Sahelzone...

    An Gruaß...