Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?

Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
  1. #1

    Ungerechtigkeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
    Ja, es machen nur 50% eines Jahrgangs heute ihr Abitur oder ihr Fachabitur. Ungerechterweise bekommen die nicht einmal den gleichen Notendurchschnitt.

    Die restlichen 50% trifft es noch schlimmer, sie verlassen die Sekundarstufe I zu 40% mit der Fachoberschulreife, zu 30% mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10, zu 15% mit dem Hauptschulabschluss und zu 15% ohne Abschluss.

    Die Gruppe der Schüler, die die Sekundarstufe I ohne Hauptschulabschluss verlässt, besteht überwiegend aus Schülern die älter als 18 Jahre sind und die nicht bereit sind auf freiwilliger Basis länger in der Schule zu bleiben und auch am Unterricht teilzunehmen.

    Bei soviel Ungerechtigkeit kommen mir glatt die Tränen.
  2. #2

    Gerechtigkeit allerorten

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen

    Bei soviel Ungerechtigkeit kommen mir glatt die Tränen.
    Genau! Ich finde, dass ein Aspekt in immer viel zu kurz kommt.Die Noten am Ende der vierten Klasse sind zwar erstmal wichtig, um die weiterführende Schule zu bestimmen. Doch heißt das nicht, dass damit Lebenswege zementiert werden. Zehntausende von Schülern verlassen jedes Jahr die Realschule mit einem Realschulabschluss (Fachoberschulreife), nur um dann anschließend sich für weitere zwei Jahre in das System der Beruflichen Bildung zu begeben. Sie gehen dann in eine Höhere Berufsfachschule (z.B. die Höhere Handelsschule) und machen dort die Fachhochschulreife. Sie dürfen dann - nach einem Praktikum oder einer Ausbildung - an einer FH studieren. Aber nicht genug damit: fast genauso viele junge Leute gehen nach dem Realschulabschluss auf eines der vielen Beruflichen Gymnasien, z.B. das Wirtschaftsgymnasium oder ein Technisches Gymnasium. Sie machen dort ihr ganz normales Abitur, verbunden mit tiefgehenden beruflichen Kenntnissen, womit sie am Ende sogar einen Startvorteil gegenüber den "normalen" Abiturienten in ihrer beruflichen Disziplin erwerben. Welcher Abiturient kann sich schon rühmen, einen Leistungskurs "BWL mit Rechnungswesen" absolviert zu haben! Sie können danach - genau wie jeder Abiturient eines allgemeinbildenden Gymnasiums - jede beliebige Fachrichtung studieren!! Unzählige junge Menschen - ca 1/3 aller Abiturienten - erwerben also ihre Hochschulreife gerade NICHT auf dem "normalen" Gymnasium, sondern auf den Beruflichen Gymnasien. Dies bedeutet aber: keinesfalls ist die Realschule eine "Sackgasse" auf dem Weg in "höhere Sphären" - im Gegenteil, der Realschulabschluss ist eine Eintrittskarte in die Welt der Sekundarstufe II der Beruflichen Bildung! Unser Bildungssystem ist dermaßen durchlässig, dass jeder (halbwegs) talentierte Schüler auch seinen (Fach)-Abi-Abschluss schaffen kann - so er es denn will. Junge Leute, die nach der Realschule erst eine Ausildung machen möchten, um etwas "Anständiges" zu lernen, steht nach der Ausbildung aber ebenfalls das Berufskolleg offen. Sie können dort zuerst die FH-Reife, dann im 2. Jahr das Abitur erwerben - das Ganze nennt sich "Fachoberschule" und ist ein weiterer beliebter Weg zum "Vollabi".
    Übrigens stehen diese Wege grundsätzlich auch leistungsstarken Hauptschülern offen, die den Realschulabschluss an der Hauptschule erwerben.

    Das Märchen von derUngerechtigkeit hält der Wirklichkeit also überhaupt nicht stand! Man kann auch ohne "klassisches" Abitur studieren, um anschließend z.B. Studienrat zu werden, oder auch Ingenieur, Anwalt, Arzt, Mathematiker, Manager.... Hier wäre viel mehr Aufklärung nötig, welch unglaublich vielgestaltigen Wege unser Bildungssystem offen hält. UNGERECHT ist dies nun aber gar nicht!
    Das Abitur auf dem Gymnasium ist nur ein EIN Weg zum Studium! Toschlusspanik schon in Klasse 3, mit dem die armen Kleinen schon teilweise unerträglich von ihren "bildungssüchtigen", aber leider uninformierten Eltern unter Druck gesetzt werden, um bloß das Gymnasium zu schaffen, ist unangebracht. Es gibt so gut wie keine "Sackgassen" in unserem differenzierten Bildungssystem, welches ich deswegen auch für eines der besten weltweit halte. Wir müssen uns damit nicht verstecken.

    BTW: nicht jeder junge Mensch hat das Zeug zum Abi - individuelle Förderung hin oder her. Aber wer dies ausspricht, ist des Teufels....
  3. #3

    Undurchlässigkeit

    Zitat von anrheiner111 Beitrag anzeigen
    Genau! Ich finde, dass ein Aspekt in immer viel zu kurz kommt.Die Noten am Ende der vierten Klasse sind zwar erstmal wichtig, um die weiterführende Schule zu bestimmen. Doch heißt das nicht, dass damit Lebenswege zementiert werden. Zehntausende von Schülern verlassen jedes Jahr die Realschule mit einem Realschulabschluss (Fachoberschulreife), nur um dann anschließend sich für weitere zwei Jahre in das System der Beruflichen Bildung zu begeben. Sie gehen dann in eine Höhere Berufsfachschule (z.B. die Höhere Handelsschule) und machen dort die Fachhochschulreife. Sie dürfen dann - nach einem Praktikum oder einer Ausbildung - an einer FH studieren. Aber nicht genug damit: ....
    Das Abitur auf dem Gymnasium ist nur ein EIN Weg zum Studium! Toschlusspanik schon in Klasse 3, mit dem die armen Kleinen schon teilweise unerträglich von ihren "bildungssüchtigen", aber leider uninformierten Eltern unter Druck gesetzt werden, um bloß das Gymnasium zu schaffen, ist unangebracht. Es gibt so gut wie keine "Sackgassen" in unserem differenzierten Bildungssystem, welches ich deswegen auch für eines der besten weltweit halte. Wir müssen uns damit nicht verstecken.

    BTW: nicht jeder junge Mensch hat das Zeug zum Abi - individuelle Förderung hin oder her. Aber wer dies ausspricht, ist des Teufels....
    Und selbst der Hauptschüler, der nach der 10 Klasse die Schule abschließt und anschließend eine Lehre absolviert, bekommt die Fachoberschulreife zuerkannt, wenn sein Lehrabschluss (zumindest in NRW) besser oder gleich "befriedigend" ist.

    Wer also eine Drei als Notendurchschnitt oder besser am Ende der lehre schafft, kann anschließend auf die höhere Berufsfachschule und dort sein Fachabitur erwerben und im Anschluss studieren.
  4. #4

    Thema verfehlt!

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Wer (...) schafft, kann (...).
    Nehmen Sie doch endlich das Thema zur Kenntnis. Es ist nicht mehr die Frage, ob unser Schulsystem gerecht ist sondern "wie ungerecht" es ist. Die Frage nach dem "ob" ist schon lange nicht mehr angesagt - der Mohnsekte und ihren Handlangern sei Dank.
  5. #5

    ERziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
    Welches Schulsystem? Meinen Sie dieses Vielvölker-Bundesländer durcheinander? Aber am bedauernswertesten sind die Schüler in den sozialistischen Bundesländern und die haben natürlich auch die höchste Kriminalität. Da teilen sich die letzten Plätze Berlin ,Bremen ,Hamburg,Niedersachsen, Hessen und NRW.
    Schön wäre es, wenn in Deutschland (wir wollen Europa sein, sind abernciht einmal Deutschland) eine bayrische Kindergärtnerin (die Bayern sind hervorragend ausgebildet) auch in einem unterentwickelten Brandenburg - ohne zusätzliche Prüfungen - als Kidnergärtnerin arbeiten dürfte. Aber , mitnichten! Der aufrechte Kommunist und linke Sozialist , will in seinem Mief allein bleiben, damit niemand sieht, wie korrupt udn unterirdisch die brandenburger Kinder unterrichtet werden. Oder wie soll das werten?
  6. #6

    Falscher Weg

    Das heutige Schulsystem ist in meinen Augen überhaupt nicht ungerecht. Es ist dermaßen durchlässig, dass Eltern, die sich ein paar Gedanken um ihre Kinder machen, fast jedes Kind (abgesehen vielleicht von unbelehrbaren Tieffliegern) auf eine Hochschule bringen können. Es erscheint mir aber als pure Dummheit, wenn man das Schulsystem erst dann als gerecht bezeichnet, wenn alle Kinder auf die Uni gehen.

    Ich sehe ein anderes schweres Problem auf uns zukommen: Zu meiner Zeit, also vor rund 45 Jahren, haben etwa 5% eines Jahrgangs Abitur gemacht und die Hochschule besucht. Dabei blieben jede Menge intelligente Kinder an den Hauptschulen und Realschulen zurück, die sich vielleicht nicht für lateinische Grammatik, Integralrechnung oder Goethe-Interpretationen interessierten. Diese schlauen Kinder haben dann eine Lehre gemacht, einen Meister, sich selbstständig gemacht und sind heute das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ich war mit solchen Kindern in der Klasse: Einer führt heute ein großes Autohaus, ein anderer ein großes Anstreicherunternehmen; die lachen finanziell jeden Akademiker aus.

    Diese schlauen, praktisch veranlagten Kinder in den Hauptschulen gibt es heute nicht mehr. Die müssen ja heute an die Uni, studieren Germanistik oder EmM (Etwas mit Medien), und werden wohl zeitlebens kaum auf einen grünen Zweig kommen. Wenn uns aber die schlauen Praktiker ausgehen, die in der Lage sind, ein Installateurunternehmen mit Angestellten oder eine Bäckerei mit Filialen zu führen, dann ist unser Wohlstand am Ende. Mit immer mehr Journalisten, Germanisten, Ägyptologen, Historikern und Anwälten können wir nicht bestehen.
  7. #7

    Zitat von maikalex Beitrag anzeigen
    Das heutige Schulsystem ist in meinen Augen überhaupt nicht ungerecht. Es ist dermaßen durchlässig, dass Eltern, die sich ein paar Gedanken um ihre Kinder machen, fast jedes Kind (abgesehen vielleicht von unbelehrbaren Tieffliegern) auf eine Hochschule bringen können.
    Hier eine neue untersuchung, die der These vom ungerechten Schulsystem widerspricht.
    Schulsystem: Ideologie beiseite! | Gesellschaft | ZEIT ONLINE
  8. #8

    Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Ja, es machen nur 50% eines Jahrgangs heute ihr Abitur oder ihr Fachabitur. Ungerechterweise bekommen die nicht einmal den gleichen Notendurchschnitt.

    Die restlichen 50% trifft es noch schlimmer, sie verlassen die Sekundarstufe I zu 40% mit der Fachoberschulreife, zu 30% mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10, zu 15% mit ....
    Ihre Prozentzahlen stimmen nicht, jedenfalls nicht für Berlin. ich denke mal 65 % ohne Schulabschluss , 15% mit mehr oder weniger gutem Abitur - je nach Schule - und 30 % lustlose Schüler teilen sich den Rest.

    Als meine Mutter mit mir 1955 von Ostberlin nach Westberlin zog und ich hier in die jSchule ging, dachte ich, ich bin im falschen Film - schon damals . Völlig undisziplinierte Schüler, die mehr oder weniger dumm in der Birne , ihre "Schmöker" lasen. Der Unterricht war stinklangweilig, die Mädchen redeten fröhlich im Unterricht und die Jungen waren frech zum Lehrer.

    Man sollte kochen lernen aus Tüte und ähnlichem , zu der Zeit konnte ich schon kochen - frisch - durch meine Mutter. Nähen sollte ich lernen, aber ,abgesehen davon das mich nähen überhaupt nicht interessierte ,erhielt meine Mutter als Flüchtling 5.-DM im Monat Taschengeld , und davon konnte sie mir natürlich keinen Schürzenstoff kaufen plus Garn und Nadeln - ich wollte auch nicht unbedingt Dienstmädchen werden. Und Schürzen zu tragen hatte ich nie nötig.
    Im DRK-Heim, klaute der Leiter, was so an Ölflachen und Esseneimern zu klauen war und dazu habe ich den Strolch auch noch überrascht , als er mit einer 14jhr. rumfummelte. Wir spenden regelmäßig aber nie mehr an große Organisationen.
    Zurück zu der Schule! Als meine Töchter eingeschult wurden, war die Grudnschule am Kurfürstendamm hervorragend, aber als wir umzogen waren über 50 % von nicht deutsch sprechenden Schülern in der Klasse. Die sind heute noch da - in Neukölln, Kreuzberg, Wilmersdorf den Bezirken mit wunderschönen Wohngegenden und noch intakten Hausgemeinschaften sind beständig kaputt gemacht worden.
    Meine Töchter schrieben 1sen. Ich, ganz stolze Mutter zog wieder nach Steglitz und dort in der Grundschule hagelte es 5er und 6er, die Zensuren in Neukölln waren im wahrsten Sinne " getürkt".
    Bisher ist das in den Schulen nur schlimmer geworden - wir haben 3 Lehrerinnen in der Familie!
    Solange die Grünen und die linken der SPD dran sind und der angeblich Kreative, wird sich am Schulsystem nichts ändern und insbesondere die dumm gelassenen kleinen Ausländer der Unterschicht und die dumm gelassenen kleinen deutschen Kinder der Unterschicht, deren Eltern lieber fernsehen oder Allah anbeten
    ,werden darunter zu leiden haben. Das "Gutmenschenprinzip ist gescheitert- wie die Weimarer Republik.
    Die Schulen West-Berlins waren schon immer ungenügend und heute natürlich erst recht. Es gibt keinen Musikunterricht, keinen Sport, keine Biologie und Chemie, kaputte Häuser und Klassen , aber eine "Bibliothek" soll auf den wunderbaren Flughafen Tempelhof als Denkmal für den schlechtesten Bürgermeister, den Berlin je hatte.
  9. #9

    Die

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
    Korrelation stimmt nicht. Ein sogenannter "falscher Freund".
    Inzwischen hat sich der Bodensatz der islamischen Bildungsverweigerer
    verfestigt. Die haben aufgrund ihrer familiären Umwelt keine Chance,
    ihre Begabung oder Nichtbegabung zu zeigen.
    Von den Alteingesessenen schafft jeder 2. das allg. oder Fachabi.
    Ohne Rücksicht auf die Herkunft.

    Übrigens ist auch das Märchen, dass Kinderreichtum ein Armutsrisiko sei, auch auf solche Effekte zurückzuführen. In Wahrheit ist Armut und Bildungsverweigerung ein Kinderkriegrisiko. Die Durchschnittsdeutsche hat 1,3 Kinder, die Türkin 3,5. Die braucht sie auch, weil der ganze Clan von Transferzahlungen lebt.