Rechthaberei im Netz: Das Leben ist ein Witz, liebe Leute

Wozu brauchen wir Humor? Um uns nicht selbst ins Bein zu beißen. Um zu erkennen, dass wir nicht immer im Recht sind. Und um diese Welt zu ertragen. Eine sehr humorvolle Antwort an meine Kritiker im SPIEGEL-ONLINE-Forum.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...824065,00.html
  1. #1

    Sechs Milliarden

    Gut, ich werde mal beissen: Die Weltbevölkerung beträgt nicht 6, sondern 7 Milliarden. Wie die das zählen, ist mir eh ein Rätsel, wenn man nicht einmal die Bevölkerung von so einem engmaschig verwalteten Land wie Deutschland ordentlich auf die Reihe bekommt, aber allgemein hin (und wiki-mässig: Weltbevölkerung) sind 7 akzeptiert.

    qed
  2. #2

    Einspruch …

    Liebe Frau Dr. Sibylle … zunächst einmal muss ich Sie korrigieren. Es sind inzwischen 7 Milliarden Besserwisser auf diesem Planten und ich bilde mir ein ich stehe an zehnter Stelle vor dem Kom(m)a, also sehr bedeutsam, wie Sie auch und der Rest wird bekanntlich mit Nullen aufgefüllt, allein um Recht zu haben. Erinnert ein wenig an den Sonnenkönig, der lang darüber sinnierte, dass es ohne die Eins vor den Nullen wohl keine berechenbare Größe ergäbe. Bedauerlicherweise fühlen sich immer mehr Menschen als Einser, da kommen dann Nullen kaum noch zur Geltung.

    Zur Optimierung der eigenen Bedeutungslosigkeit offeriere ich Ihnen dieses hier: Die Mär von der Vierten Gewalt, die fünfte Macht(s) … und stellen fix noch fest, dass der Lebens-Furz schneller verweht ist als wir riechen können. Um dennoch die eigene Bedeutsamkeit zu erhalten, sollten wir uns stets vor den SPIEGEL stellen und nur uns selbst betrachten, dass lenkt weniger ab und stützt die eigene Allmächtigkeit … wenigstens in den eigenen vier Wänden, unter Ausblendung der milliardenhaften Bedeutungslosigkeit die uns umgibt.

    So, genug geschwurbelt,
    war schön sie mal wieder gelesen zu haben … *g*
  3. #3

    die Dreisstigkeit hat sich verändert!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wozu brauchen wir Humor? Um uns nicht selbst ins Bein zu beißen. Um zu erkennen, dass wir nicht immer im Recht sind. Und um diese Welt zu ertragen. Eine sehr humorvolle Antwort an meine Kritiker im SPIEGEL-ONLINE-Forum.

    Rechthaberei im Netz: Das Leben ist ein Witz, liebe Leute - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    es ist nicht nur ein Problem der heutigen Zeit, schon vor mehr als 2000 Jahren waren die Anfänge das Problems offensichtlich:

    Wenn Väter ihre Kinder gewähren lassen
    und sich vor Ihnen geradezu fürchten;
    wenn Söhne ohne Erfahrung handeln wollen wie die Väter,
    sich nichts sagen lassen, um selbständig zu erscheinen;
    wenn Lehrer, statt ihre Schüler mit sicherer Hand
    auf den richtigen Weg zu führen,
    sich vor ihnen fürchten
    und staunen, dass ihre Schüler sie verachten;
    wenn sich die Unerfahrenen
    den älteren Erfahreneren gleichstellen
    und in Wort und Tat gegen sie auftreten,
    die Alten sich aber unter die Jungen setzen
    und versuchen, sich ihnen gefällig zu machen,
    indem sie Ungereimtheiten übersehen oder gar daran teilnehmen,
    damit sie nicht als vergreist oder autoritätsgierig erscheinen;
    wenn auf diese Weise verführte Jugend aufsässig wird,
    sofern man ihr auch nur den mindesten Zwang auferlegen will,
    weil niemand sie lehrte, die Gesetze zu achten,
    ohne die keine Gemeinschaft leben kann,
    - dann ist Vorsicht geboten,
    denn es droht der Weg in die Tyrannei.
    Platon (griechischer Philosoph), 374 vor Christus

    und Heute?

    "Heute schreien die Dreissten am meissten" denn der Respekt um das Wissen von Weisheit hat sich in ihrer Welt zu Demenz, Debilität und Alterstarrsinn gewandelt.

    Wer sagt uns denn nicht das der Rückzug in vergessliche Alterszustände nicht die Gnade eines friedlichen Lebens beinhaltet? Jedes Wesen welches einen nur halbwegs anständigen Charakter sein eigen nennt, kann sich vor den heutigen "eher teuflisch zu nennenden" "zivilisatorischen" Zuständen nur noch angewidert abwenden und da hilft dann auch kein Humor mehr!
  4. #4

    Witzischkeit kennt Grenzen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wozu brauchen wir Humor? Um uns nicht selbst ins Bein zu beißen. Um zu erkennen, dass wir nicht immer im Recht sind. Und um diese Welt zu ertragen. Eine sehr humorvolle Antwort an meine Kritiker im SPIEGEL-ONLINE-Forum.

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    Tja, Frau Sibylle (hoffentlich korrekt geschrieben)

    Leider verstößt Ihr jüngstes Pamphlet gegen eines der wichtigsten ungeschriebenen Gesetze des Humors, nämlich:
    Man sollte sich zwar einerseits nach Kräften plagen im Umgang mit den Mitmenschen Vergnügliches zu produzieren, aber man sollte dabei anderseits niemals im Selbstlob die eigene Witzischkeit wie sauer Bier anpreisen.
    Aber wenn es Ihnen ein Trost ist: der Kollege Eckart von Hirschhausen (hoffentlich korrekt geschrieben) referiert auch gerne mal eine halbe Stunde über die Heilwirkung seines Humors, bevor er selbigen unter Beweis stellt. :-)
  5. #5

    Humor

    Der entsteht dadurch, dass man sich selber und die Welt um sich mit Distanz betrachtet und hat zur Folge, dass man sich nicht ins Bein beißt.
    Ja, Frau Bär, da haben Sie auch wieder recht. Aber Distanz reicht nicht, es muss auch eine Diaphragmastimulation hinzukommen. Die vermisse ich.
  6. #6

    Die Verwechselung von i und y...

    ...ist auch der ARD schon bei Lübjen passiert, liebe Frau Siehbülle. Und wer in die Netzküche steht, muss wohl auch Verdauungsrückstandsstürme aushalten können.
    Ach wie schön war doch die Zeit, als es auf Printartikel nur zensie...äh redigierte/gekürzte/ausgewählte Leserbriefantworten gab. Da musste man den Unterschied zwischen Koch und Kellner wenigstens nicht in gesonderten Artikeln betonen.
  7. #7

    Och...

    kurze Recherche in Netz der unbegrenzten Möglichkeiten ergab folgendes:
    sibyllinisch: Bedeutung:geheimnisvoll,
    dunkel, mehrdeutig, rätselhaft,

    Fehlerhafte Schreibweisen:
    ssibyllinissch, sibylliniskh, zibyllinizch, sibyllinishc, siibylliiniisch, sibyllinischh, sibylinisch, sibyllllinisch, sibyyllinisch, sibylliniscch, sibbyllinisch, sibyllinnisch, sibyllimisch, sibylliinsch, sibyllniisch, ibyllinisch, sibyllinisc .....

    Da müssen Sie sich doch überhaupt nicht beklagen...

    Und für ein Schmunzeln meinerseits hat Ihre Kolumne, wie öfters, problemlos gereicht. Damit haben Sie Ihren Wortobulus doch zurecht verdient.
    Das Gefühl hätte ich auch gern öfters.

    mfg
  8. #8

    Also ganz im Ernst, liebe Frau Berg,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wozu brauchen wir Humor? Um uns nicht selbst ins Bein zu beißen. Um zu erkennen, dass wir nicht immer im Recht sind. Und um diese Welt zu ertragen. Eine sehr humorvolle Antwort an meine Kritiker im SPIEGEL-ONLINE-Forum.

    Rechthaberei im Netz: Das Leben ist ein Witz, liebe Leute - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    ich glaube, Ihr Problem besteht darin, dass Sie auf Deutsch schreiben. In Deutschland ist es leider Vorschrift, Recht zu haben. Das gilt genauso für Autofahrer wie für Professoren, für Chefs wie für Internetforen. Aber es besteht durchaus Hoffnung: Immer mehr Leute lernen Sprachen wie Englisch, in denen es äußerst unfein ist, Recht zu haben, wo jeder Behauptungssatz mit "it would seem" beginnt und wo noch der berühmteste Mykologe der Gastgeberin sagen würde, er könne keinen Pfifferling vom Champignon unterscheiden, wenn das Essen serviert wird.
  9. #9

    sie warfen mir Zynismus, Sarkasmus und Ironie vor
    Zumindest bei meiner Person betrachte ich solcherartiges immer als Prädikat.