Gasleck in der Nordsee: Sprudelnde Gefahr aus der Tiefe

Jago-Team, GEOMARTotal kämpft gegen das Gasleck im "Elgin"-Feld. Was passieren kann, wenn der Konzern den Blowout nicht stoppt, zeigt eine andere Quelle in der Nordsee: Dort blubbert seit 20 Jahren Methan an die Oberfläche, weil eine Bohrung scheiterte. Bis heute gibt es kein Mittel dagegen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...824799,00.html
  1. #20

    Zitat von ir² Beitrag anzeigen
    Und woher kommt dann das "Erdgas" auf dem Saturnmond Titan? Welche "Urwälder" sind denn da vergraben worden?
    Kohlenwasserstoffe sind Teil des Erdmantels und stehen in praktisch unbegrenzter Menge zur Verfügung. Man nur danach bohren.
    Erstens sind da keine Urwälder vergraben worden - Methan entsteht aus Kohlen und Wasserstoff-Atomen - ist also theoretisch unter geeigneten Bedingungen auch über nicht pflanzliche Prozesse erzeugbar!

    Allerdings hat es diese glücklicherweise auf der Erde nie gegeben , da Methan bei −161,7 °C siedet, und damit wäre es auf der Erde in der Atmosphäre gelandet - und es hätte dann wohl nie Pflanzliches/Tierisches/oder Menschliches Leben gegeben - Unsere Art von Leben stirbt in einer Methanumgebung einfach!

    Es gibt unten im Meer an ganz wenigen Stellen sog. Schwarze Schlote, wo überreste an Methan austritt - allerdings sind die dortigen Lebenwesen eben auf Methan angewiesen - und sterben in Sauerstoff Umgebung!

    Und ansonsten sind Kohlenwasserstoffe recht Instabile Verbindungen - raten sie mal warum sie so leicht einzuäschern sind. Unsere Planetenoberfläche besteht aus Silikaten - Basalt - gut 98% .. und glücklicherweise eben nicht aus Kohlenwasserstoffen - weil sie sonst heiße Füße hätten , und mit Sicherheit ebenfalls nicht leben würden!

    Vergessen sie einfach das Märchen von "wir haben alles in unbegrenzter Menge" .. wir haben verdammt wenig letztlich - und wenn die Menschheit es nicht innerhalb der nächsten 50 Jahre schafft ihr gesamtes Wirtschaftsystem umzustellen, und ihre Energie nicht mehr auf "Geld scheißen" sondern auf die Konstruktion von Raumschiffen die Erze und Energie bringen umzustellen, dann sieht es bald sehr sehr düster hier aus!
  2. #21

    Zitat von kfp Beitrag anzeigen
    Wenn sie Angst vor der Explosion haben, was sollen dann Verzögerungstaktiken bringen? Wollen die ihre Angst besiegen, indem sie so lange rumtrödeln, bis es Bumm macht und sie ein herrliches Feuerwerk ansehen können?!?!

    Oder hat da etwa ein SPON-Schreiberling die Redewendung "auf Zeit spielen" nicht ganz kapiert?
    Sicherlich hat man Angst, weil keiner genau weiß was dann passieren wird! Kann sein das es nur einen riesigen Blitz gibt auf dem Meer, kann aber auch sein das es einen Flammenrückschlag bis ins Bohrlochgibt, und was dann passiert kann so ziemlich alles sein was wir uns vorstellen können!

    In den Shelfs vor Skandinavien liegen weitere riesige Manganfelder, und noch riesigere Unterirdische Abhänge , deren "Tiefe" die höhe der Alpen übertrifft! Wenn diese Instabil werden - dann kann durchaus ein Seebeben entstehen , das einen Tsunami auslöst der England und grosse Teile der umgebenden Küsten einfach wegwischt von diesem Planeten - vor 8000 Jahren wurde durch so einen Tsunami die Landbrücke zwischen Kontinent und England einfach vernichtet!

    Unter diesen Risiken ist keiner davon begeistert das dort etwas "explodieren" könnte .. Europas Küsten könnten plötzlich ganz anders danach aussehen - und das Binnenland ebenfalls wieder etwas menschenleerer!
  3. #22

    Zitat von natprod Beitrag anzeigen
    Was reden Sie denn da fuer einen Schwachsinn? Unbegrenzt? Natuerlich ist die Menge begrenzt. Unser Planet ist auch begrenzt. Was auch immer Sie von den "Oekofreaks" halten ist im Grunde egal. Eines sollte Ihnen allerdings klar sein, und zwar dass uns das Oel und Gas bald ausgeht. Das bestreitet heute nicht einmal mehr die Oellobby. Und dann wird es ganz finster aussehen. Denn alles von Medikamenten, ueber Plastik und Textilien, moderne Werkstoffe, Computer bis hin zum Treibstoff ist aus Oel hergestellt. Unsere komplette Weltwirtschaft gibt es nur wegen Oel und Gas. So und dann denken sie das mal weg. Und wenn Sie mir das nicht glauben, weil das menschliche Gehirn die Angewohnheit hat die fast schon unvorstellbaren Gefahren einfach auszublenden, gehen Sie mal tanken.
    Die bekannten Lagerstätten reichen noch mindestens 200 Jahre, dann könnten wir noch Methanhydrat nutzen, das gibt sicher auch nochmal 200 Jahre, bis dahin sollten wir dann mit der Fusion klargekommen sein. Unbegrenzt ist nicht mal das Universum, aber die Energievorräte sind schon ziemlich groß.
  4. #23

    Alkane unter sich

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Allerdings hat es diese glücklicherweise auf der Erde nie gegeben , da Methan bei −161,7 °C siedet, und damit wäre es auf der Erde in der Atmosphäre gelandet -
    Und das Methanhydrat im Meer? -162°C hat's da nirgends.

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    - Unsere Art von Leben stirbt in einer Methanumgebung einfach!
    Nö. Methan an sich ist nicht giftig! Wenn Du 20% Sauerstoff untermischt, kann man atmen. Nur rauchen darf man dann nicht.

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Es gibt unten im Meer an ganz wenigen Stellen sog. Schwarze Schlote, wo überreste an Methan austritt -
    Nö. Methan kommt an kalten Sickerstellen (cold seeps) aus dem Meeresboden. An schwarzen Schloten oder Rauchern tritt es nicht aus.

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Und ansonsten sind Kohlenwasserstoffe recht Instabile Verbindungen - raten sie mal warum sie so leicht einzuäschern sind.
    Kerzen bestehen aus Paraffin (Kohlenwasserstoffe) und stehen jahrelang friedlich auf Wohnzimmertischen. Und der Asphaltsee in Kalifornien hat sich auch noch nicht spontan entzündet.
  5. #24

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Sicherlich hat man Angst, weil keiner genau weiß was dann passieren wird! Kann sein das es nur einen riesigen Blitz gibt auf dem Meer, kann aber auch sein das es einen Flammenrückschlag bis ins Bohrlochgibt, und was dann passiert kann so ziemlich alles sein was wir uns vorstellen können!
    Ihnen ist aber schon klar, dass auch bei einem Flammenrückschlag schon noch Sauerstoff als Reaktionspartner vorhanden sein muss? Ist in dem Lager kein Sauerstoff - und das ist unwahrscheinlich - geht die Flamme ganz einfach wieder aus.

    Das ist das gleiche, warum ein Benzintank nicht einfach explodieren kann und es daher idR völlig ungefährlich ist, sich einem brennenden Auto zu nähern.
  6. #25

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Sicherlich hat man Angst, weil keiner genau weiß was dann passieren wird! Kann sein das es nur einen riesigen Blitz gibt auf dem Meer, kann aber auch sein das es einen Flammenrückschlag bis ins Bohrlochgibt, und was dann passiert kann so ziemlich alles sein was wir uns vorstellen können!

    In den Shelfs vor Skandinavien liegen weitere riesige Manganfelder, und noch riesigere Unterirdische Abhänge , deren "Tiefe" die höhe der Alpen übertrifft! Wenn diese Instabil werden - dann kann durchaus ein Seebeben entstehen , das einen Tsunami auslöst der England und grosse Teile der umgebenden Küsten einfach wegwischt von diesem Planeten - vor 8000 Jahren wurde durch so einen Tsunami die Landbrücke zwischen Kontinent und England einfach vernichtet!

    Unter diesen Risiken ist keiner davon begeistert das dort etwas "explodieren" könnte .. Europas Küsten könnten plötzlich ganz anders danach aussehen - und das Binnenland ebenfalls wieder etwas menschenleerer!
    Genau!

    Oder das Methan brennt auf einmal unterirdisch wie die Kohle in China und bringt die ganze Nordsee zum kochen!
    Oder das frisst sich bis zu den Alpen und lässt den Eiger umkippen..
    ..wenn nicht einen neuen Ozean in Mitteleuropa entstehen.
  7. #26

    Nicht ganz

    Zitat von Ben Major Beitrag anzeigen
    Die bekannten Lagerstätten reichen noch mindestens 200 Jahre, dann könnten wir noch Methanhydrat nutzen, das gibt sicher auch nochmal 200 Jahre, bis dahin sollten wir dann mit der Fusion klargekommen sein. Unbegrenzt ist nicht mal das Universum, aber die Energievorräte sind schon ziemlich groß.
    Nicht ganz richtig. Wir haben bisher eine Billionen Barrel gefoerdert, die Gesamtmenge ist auf ca. 2 Billionen geschaetzt. Wenn man nun bedenkt, das die bereits gefoerderte Menge in 150 Jahren verbraucht worden ist, und man sich den Verbrauch in dieser Zeit anschaut dann kommen hochrechnungen auf weitere ca. 40 Jahre (Verbrauchstand 2008). Da der Verbrauch allerdings durch aufstrebene Industrie und Schwellenlaender staendig steigt ist diese Hochrechnung hoechstwahrscheinlich nicht ganz korrekt, oder zumindest nur schwer abzuschaetzen. Dies wurde uebrigens 2008 bereits vom ehemaligen Chef von Saudi Aramco angesprochen.

    Ich bin eigentlich nicht gegen die Nutzung von Erdoel und Erdgas, jedoch denke ich das wir mit wesentlich mehr Druck an anderen Loesungen des Energieproblems arbeiten sollten. Wenn ich Ihnen heute eine Alternative fuer Oel und Gas anbieten koennte die keine Nachteile haette, wuerden sie dann trotzdem noch Oel benutzen?

    Auch wenn Ihre Prognose zutreffen sollte, glaube ich kaum dass wir noch weitere 200 Jahre Oel benutzen koennen ohne uns selbst zu vergiften. Stichwort Wasser sollte da als Gedankenanregung reichen. Denn unser Suesswaservorrat ist bereits so beeintraechtigt, dass es kaum noch moeglich ist sauberes Trinkwasser zu bekommen. Man sieht das bereits an den USA, die mittlerweile grosse Mengen Wasser aus Kanada abpumpen muessen.
  8. #27

    frutti di mare

    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Genau!

    Oder das Methan brennt auf einmal unterirdisch wie die Kohle in China und bringt die ganze Nordsee zum kochen!.
    Dann füllen wir halt die Nordsee auf Einmachgläser und essen alle nur noch Fischsuppe.
  9. #28

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Unter diesen Risiken ist keiner davon begeistert das dort etwas "explodieren" könnte .. Europas Küsten könnten plötzlich ganz anders danach aussehen - und das Binnenland ebenfalls wieder etwas menschenleerer!
    Klingt insgesamt nach dem wohl effizientesten Beitrag zur Lösung des Energieproblems.
  10. #29

    Man kann eben keinem Mineralölkonzern vertrauen auch, wenn ExxonMobil super tolle Werbung macht für Gasbohrungen in Deutschland.Das ist genauso scheiß gefährlich, wie der französische Konzern Total unsere Nordsee verschmutzt hat.