Kassenrollenwurf eines Fans: DFB schwächt Strafe gegen St. Pauli ab

dapdDer Kassenrollenwurf eines Fans im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kostet den FC St. Pauli doch nur 50.000 Euro Strafe. Ursprünglich sollten bei einem Heimspiel Fans ausgesperrt werden - was für den Verein ein größerer Verlust gewesen wäre. Trotzdem ist der Club unzufrieden mit dem Urteil.

http://www.spiegel.de/sport/fussball...824602,00.html
  1. #1

    Gretchenfrage

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Kassenrollenwurf eines Fans im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kostet den FC St. Pauli doch nur 50.000 Euro Strafe. Ursprünglich sollten bei einem Heimspiel Fans ausgesperrt werden - was für den Verein ein größerer Verlust gewesen wäre. Trotzdem ist der Club unzufrieden mit dem Urteil.

    Kassenrollenwurf eines Fans: DFB schwächt Strafe gegen St. Pauli ab - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    Die Gretchenfrage ist doch: Kann ein Verein für Handlungen von Personen verantwortlich gemacht werden, die nicht bei ihm angestellt oder von ihm beauftragt oder sonst irgendwie seinen Weisungen unterlegen sind, sondern als Privatpersonen Veranstaltungen (hier: Fußballspiele) besuchen, die eine andere juristische Person veranstaltet (DFB/DFL), und sich dort als "Fans" dieses Vereins ausgeben!? Auf welcher Grundlage!?
    Wenn ein Angestellter bei seiner Arbeit einen Schaden anrichtet, haftet ggfs. sein Arbeitgeber, Eltern haften für ihre Kinder. Aber "Fans" sind weder Angestellte noch Kinder von Vereinen. Sie haben i.d.R. überhaupt keine juristisch belastbare Beziehung zu diesem außer der einseitigen Erklärung (z.B. durch Tragen von Fanuntensilien), "Fan" zu sein. Und dafür soll ein Verein dann haften!?
    Man stelle sich vor, jemand zieht ein "Spiegel"-Fan-T-Shirt an und randaliert damit rum. Wird dann der "Spiegel" dafür haftbar gemacht? Warum nicht!?
  2. #2

    Zitat von Emmi Beitrag anzeigen
    ...Eltern haften für ihre Kinder....
    Im allgemeinen nämlich nicht.
    Sie haften nur bei Verletzung der Aufsichtspflicht...
    Ich halte dieses Haftungs- und Verurteilungsverfahren durch ein DFB-Gericht (oder UEFA, FIFA...) für äußerst fragwürdig.

    Ich denke auch, dass die Klasueln in den Erklärunge die die Verbände und Vereine abgeben, in denen auf den Rechtsweg verzichtet wird, zumindest in dieser Klausel nichtig sind.
    Da in einem Rechtsstaat seltenst gültig auf den ordentlichen Rechtsweg verzichtet werden kann. (z.B. müssen die Versicherer bis zu gewissen Grenzen sich dem Ombudsmann unterwerfen)
    Eigentlich müsste gegen diese Praxis mal vor dem EuGH geklagt werden. Ich denke das könnte ein neues Bosman-Urteil werden.
  3. #3

    Zitat von larry_lustig Beitrag anzeigen
    Eigentlich müsste gegen diese Praxis mal vor dem EuGH geklagt werden. Ich denke das könnte ein neues Bosman-Urteil werden.
    Wenn Spieler oder Vereine anfangen ihre Streitigkeiten vor öffentlichen Gerichten auszutragen, kann man Meisterschaften komplett vergessen, da gerichtliche Entscheidungen mit all ihren Einsprüchen sich über Jahre hinziehen.
    Das ist einer der Gründe warum man sich dem Sportgericht unterwirft und dessen Urteile akzeptiert.
    Jede Sperre, jede Gelbe Karte und jedes Foul könnte dann auch auf Basis des ordentlichen Rechts verhandelt werden.

    Zieht also ein Verein vor ein ordentliches Gericht ist der Landesverband verpflichtet gegen den Verein vorzugehen , schon deshalb weil die Mitgliedschaft in der UEFA oder dem DFB solche Verhandlungen untersagt.

    Wir hatten doch gerade den Fall in der Schweiz, der fast dazu geführt hätte das Basel für das CL Spiel gegen Bayern gesperrt gewesen wäre, weil ein anderer Schweizer Verein wegen Punktabzügen vor ein ordentliches Gericht wollte.

    P.S. Bosmann hat nie wieder einen Profi-Vertrag erhalten.