Piraten-Hype: Wo Patrick Döring recht hat

Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824540,00.html
  1. #150

    Zitat von valerie99666 Beitrag anzeigen
    Die Piraten können mit der Tea-Party-Bewegung nicht verglichen werden. Die Piraten mögen stolz ihre Unkenntnis demonstrieren. Die Tea-Party-Leute dagegen demonstrieren stolz ihre Kenntnis von der US-Verfassung
    Die Piraten mögen postmodern, also irgendwie wie für alles sein, sobald es nur umsonst ist. Die Tea-Party will genau das Gegenteil: individuelle Verantwortung gemäss der US-Verfassung, statt staatlich ermöglichter und von Steuerzahlern subventionierter Schmarotzerei. (Kennen Piraten überhaupt unsere Verfassung?) Die Tea-Partier verachten auch nicht generell alle Politiker, sie wollen nur nicht von denen regiert werden, die gegen die US-Verfassung verstossen und sorgen dafür, dass andere Politiker gewählt werden. Und an die Weisheit des Kollektivs glauben Tea-Party-Leute überhaupt nicht. Fleischhauer hat m.E. keine Kenntnis von der Tea-Party. Wie glaubhaft sind dann seine Aussagen zu den Piraten?
    Und Sie demonstrieren stolz Ihre Unkenntnis die Piraten betreffend.
    Dabei wäre es so einfach sich zu informieren.
    Das einzige was Piraten und die Tea-Party verbindet, ist dass man durch Ausklammern strittiger Positionen elegant verschiedene Protestströmungen vereinigen kann.
    Da geht es aber mit den Unterschieden schon wieder los, denn die Piraten schaffen es Menschen aus allen politischen Lagern und Nichtwähler zu begeistern, die Tea-Party besteht nur aus Ultrarechten, Ultrareligiösen Rechten, Rechtslibertären und Neokons.
    Wäre also eher mit einer hypothetischen Volksfront aus NPD, PBC, CM und Freiheitlichen zu vergleichen.
  2. #151

    blöde fangfrage ^^

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Werden Sie die Piratenpartei wählen ?
    Falls ja, dann werde ich mir das doch nochmal überlegen. :-)
    wann und wo, wäre die gegenfrage.
    lokal:wahrscheinlich werde ich dazu keine chance haben, mein wahlkreis ist zu klein und unwichtig. mal schauen, ob die überhaupt auf dem wahlzettel auftauchen. hier ist mir der persönliche bezug wichtig ... und da ist mir leider noch kein pirat über den weg gelaufen.
    bundestag: das kann ich heute wirklich nicht beantworten. denn für mich kommt es darauf an, ob es eine reguläre wahl nach ablauf der 4Jahre wird, oder eine taktische wahl, wenn frau m. doch irgendwann zurücktritt (was ich ehrlisch gesacht ... bezweifle)
    dazu kommt noch ... für die nächste BT wahl brauchen wir erstmal ein gültiges wahlrecht. vielleicht schaffen es die alten parteien dieses ja so zu stricken, daß die piraten nicht mitmachen dürfen (^^ verschwörung!)

    aber @lle kritiker der piraten:
    stellt euch nur mal für einen klitzekleinen augenblick vor, wirklich nur ma so ein momentchen ....:
    die piraten kommen in alle parlamente (bis nach brüssel) ... und schaffen es wirklich, eine lösung für die rechte-debatte zu finden ...
    für kostenfreien nahverkehr in städten .... transparenz in entscheidungsprozesse ....

    wirklich nur ma so ein mickriges sekündchen die eigene fantasie darauf ausrichten.
    wär das nicht schön?

    und noch ein nachtrag: meine these in in posting #117 hat nach kürzester zeit wieder futter bekommen:
    http://forum.spiegel.de/f22/mit-selb...der-57622.html
  3. #152

    Das Erscheinen ...

    ... der GRÜNEN seinerzeit hat die SPD 16 lange Kohl-Jahre vom Regieren abgehalten.

    Auch die Piraten schwächen den linken Wählerflügel, klar, und das könnte die SPD tatsächlich für viele Jahre vom Regieren abhalten. Insoweit ist Fleischhauers Prognose begründet und anschlussfähig.

    Nur: in der Politik gilt keineswegs der Grundsatz der Physik: gleiche Ursachen - gleiche Wirkungen. Weil Ereignisse und Erscheinungen in der Politik und in der Gesellschaft nicht der Physik gehorchen, sondern den Gesetzen der Evolutio, und die ist NICHT prognostizierbar.
  4. #153

    ?

    Zitat von snigger Beitrag anzeigen
    denken Sie bitte mal darüber nach:
    Meine Schulbesuch in der DDR war kostenlos -
    ihr Schulbesuch war in der BRD umsonst.

    Was Sie (wie viele andere) nicht erkennen, ist die Tatsache, daß unsere Gesellschaft vor einer großen Zeitenwende steht.

    Begonnen hat das alles mit der Unzufriedenheit/Unzulänglichkeit und Faulheit von Menschen beim rechnen. Also suchten man sich ein Hilfsmittel und "erfanden" d
    was um gottes willen war denn das??? mann, leute wie sie bringen mich wirklich immer wieder dazu zu bereuen, daß wir den osten aufgenommen und ihm unseren wohlstand geopfert haben. es ist wahrlich nicht so, daß ich als überzeugter wessi mich nach euch grauen duckmäusen gesehnt hätte, aber dann immer noch dieses geheule anhören zu müssen, das nervt obendrein dann echt zu arg. un nu isses so, wir könnens nicht mehr ändern.
  5. #154

    Ewiggestrige

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Triumph des Gruppenzwangs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Soso, nach der "Tyrannei der Massen" nun also der "Triumph des Gruppenzwangs". Putzig, wie der Herr Kolumnist sich einreiht in die Riege der Ewiggestrigen, die entsetzt sind angesichts des politischen Engagements der vermeintlich Unbedarften.

    Gruppenzwang und Unbedarftheit in den etablierten Parteien mal beiseite gelassen: Der angebliche Demokratieexperte Fleischhauer übersieht, dass es in jedem Fall eine Bereicherung der demokratischen Kultur bedeutet, wenn (zu Recht) enttäuschte Bürger dieses Landes sich wieder am demokratischen Prozess beteiligen.
  6. #155

    Die Logik des Unlogischen

    Zitat von adebalasser Beitrag anzeigen
    Ob da gerade Herr Döring irgendwie recht hat? Naja.

    Ansonsten aber ist dies einer der wenigen Artikel von Herrn Fleischhauer, dem ich inhaltlich anschließen kann.

    Aber die Verneinung der "Piraten"-Denke : "Freiheit ist Abwesenheit materieller Nöte" möchte ich doch entgegenhalten, dass der Umkehrschluss: "Freiheit setzt materielle Not [einiger] voraus, bzw. ist nur bei sozialer Ungleichheit machbar" äußerst problematisch ist.
    Sie sollten an Ihrer Logik arbeiten, denn der Umkehrschluß lautet:
    "UnFreiheit ist (die) Anwesenheit materieller Nöte"

    Hier hätten Sie meine uneingeschränkte Zustimmung:
    "Freiheit" ist bei den Piraten bisher nicht definiert, das ist tatsächlich ein Manko.

    Unter der Voraussetzung, daß Menschen keine Götter sind, gilt logisch:
    Freiheit als ein Zustand zwischen Menschen.
    Hieraus leiten sich die Möglichkeiten des Individuums ab, die zu einer inneren Haltung zu den anderen Menschen führt.
  7. #156

    Logik und Juristen, was denn das

    Zitat von twellb Beitrag anzeigen
    Der Kolumnist kommt scheinbar zu bewährten Tugenden zurück und exekutiert fröhliche Qualitätssicherung - gut so.

    Die ungerichtete Schwarmintelligenz der Piraten ist zu recht ein unheimliches Phänomen, verrät es doch nicht nur etwas zur Partei, sondern auch über deren Wähler - wie weit sind diese in ihrer wutschnaubenden Empörung denn noch zu treiben?

    Das BVerfGer hat in einem frühen Urteil gesagt, wesentlich für den Parteibegriff sei der Wille der Organisation zur Macht. Ist der erkennbar? Wir sehen Vorsitzende, die bei kleinsten Problemen das Steuerrad oder Mousewheel verlassen und eigentlich Entscheidungsunwillige, die das Votum ihrer Wähler im Diffusen lassen.

    Eine neue Energiepolitik muss durchgesetzt werden, Integration realisiert, das Spielcasino muss ausgemistet werden - mit denen?

    Wer einmal gesehen hat, wie Heringe einen Schwarm Stinte jagen, hält nicht viel von Schwarmintelligenz - die Jäger werden satt.
    Ja, ein Gesetz gegen Dummheit erhöht schlagartig die Intelligenz.

    Vielleicht liegt das Problem aber bei den Systemgläubigen, die anderen erst die Macht geben, die ganzen Böcke zu schiessen.

    Menschen die nach Macht streben können NIEMALS starke Menschen sein. Aber Juristen sind ja auch nicht unbedingt der Logik mächtig ...
  8. #157

    WoW,

    Zitat von topcheckertopchecker Beitrag anzeigen
    Fühle mich wie so oft durch dieses Forum bestätigt: Quatschkram, Piratenfans!

    Ich lese: Unbewiesene Behauptungen ("dann verdienen die Künstler viel mehr"), groben Unfug ("Systemparteien, mit den Medien als Werkzeug") und behandlungswürdige Paranoia ("wollen uns das letzte bisschen Freiheit nehmen, die totale Kontrolle!") - und das von Facebookern. Lustig.

    Gut sind: Große, milliardenschwere Internetkonzerne. Doof sind: Künstler aus Kreuzberg, deren Platten noch nie 50.000er Auflagen gesehen haben.

    Die "Mafia" bietet nur Schrott an, aber davon will ich ganz viel - umsonst - haben, denn sonst werde ich sehr böse und das "System" wird das bereuen.

    Kinder, Ihr seid ... kindisch. Aber Ihr seid eben auch Kinder, deshalb: Nachsicht! Das legt sich. Und bevor jetzt Altersbekenntnisse kommen: Man kann auch mit 50 noch ein Kind sein, und das ist hier mal nicht als Kompliment gemeint.
    soviel kindliche naivität auf einem Haufen ist schon reichlich kindisch.
    Aber so ist das mit den Systemgläubigen und ihren Illusionen von der Wirklichkeit. Das dualistische Denken in Gut und Böse, Gewinn und Verlust, Schuld und Unschuld, Recht und Unrecht findet sich in
    .
    a) im Wissen ?
    oder
    b) im Glauben ?
    .
    Als wären die Behauptungen der Ökonomen auch nur ansatzweise mit Realität versehen, so zum GegenCheck:

    Je tiefer der Glaube der Dummen, umso höher die Macht der Blöden
    Franz Arwee
  9. #158

    Wo Döring wirklich recht hätte.

    "Tyrannei der Massen" wäre, wenn 18% die FDP wählen!

    Wer als Parteifunktionär einer demokratischen angeblich freiheitlich liberalen Partei solche erkennbaren Probleme hat, Wahlergebnisse zu akzeptieren fährt bestimmt nicht nur von Autos Außenspiegel kaputt ,-)

    Aber im Augenblick haben wir es ja eher mit der Tyrannei einer Splitterpartei zu tun…
  10. #159

    Bildung ist nicht gleich Wissen

    Zitat von salamicus Beitrag anzeigen
    Ja, vor einer "überinformierten" aber gleichzeitig ungebildeten Ochlokratie graust es mich auch. Die Frankfurter Schule erkannte ziemlich schnell, dass die Arbeiterklasse *nicht* das historische Subjekt einer Veränderung zum Besseren ist. Wenn wir eine Übertragung wagen wollen: die Masse der sogenannten mündigen Netzbürger ist, weil global vernetzt, ist noch viel gefährlicher und gleichzeitig kaum kontrollierbar. Gewisse minimale Standards (von Lernschwachen im Netz meistens: "Standarts" genannt...) wie Schul- und Lehrbücher werden ja als "Mainstream" desavouiert. Natürlich bietet das Netz Bildungsmöglichkeiten für jeden, keine Frage, aber das bot schon die Verbreitung des gedruckten Wortes...
    Die Herrschaft des Pöbels ist ein Bezug auf den Eigennutz. Bildung bedeutet nicht, daß Wissen entsteht. Bildung innerhalb eines Systems ist gekennzeichnet von dualistischem Denken, das durchgesetzt wird mit der Methode "Belohnung (Gut) und Bestrafung (Böse)".

    Die Menschen lernen lediglich wie sie eine Belohnung erhalten bzw. einer Strafe zu entgehen. Dressur der haarlosen Affen ist wohl ein gepflegter Ausdruck dieser Dekadenz der Intelligenz. Ochlokraten in Reinform.

    Eine "gepflegte" Ausdrucksweise ist nicht zwingend die Folge eines hohen abstrakten Denkvermögens. Jedes Wissen ist Information, aber nicht jede Information ist auch Wissen.