Gema gegen Rapidshare: Filehoster kündigt Revision vor dem BGH an

Die Gema hat gewonnen: Rapidshare werden konkret eingeklagte Urheberrechtsverletzungen untersagt. Bleibt die Frage - haften Filehoster generell für bei ihnen untergestellte Inhalte? Die Antwort sucht Rapidshare nun vor dem Bundesgerichtshof. Das Urteil dort wird weitreichende Folgen haben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...823998,00.html
  1. #10

    Störerhaftung

    Zitat von Mani2 Beitrag anzeigen
    Danke für Ihren Beitrag, das Gleiche hab ich mir beim lesen des Artikels auch gedacht, insbesondere bei Punkt 4 und 4???/5. Dieses Urteil zeigt leider einmal mehr ,dass unsere Judikative und Legislative noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind.
    Störerhaftung der Post für Drohbriefe und Briefbomben
    Störerhaftung der Telekom für illegale Geschäfte am Telefon

    Ach klingt komische? Warum gelten eigentlich für die absolut gleichen Dinge online andere Regeln als offline?

    Störerhaftung der Politiker als Dienstherren für alle Verfehlungen aller Beamter?
    Dat wär doch mal was
  2. #11

    Verkehrte Welt

    Wie kommt denn ein Richter, der noch bei klarem Verstand ist, zu der Äußerung, Rapidshare verdiene nicht den Schutz der Rechtsordnung? Einen solchen Richter hätte ich sofort für befangen erklärt. Aber diese kleine Äußerung zeigt einmal mehr, dass es bei alledem überhaupt nicht mehr um die Anwendung von Recht und Gesetz geht, sondern ausschließlich darum, mit fadenscheinigen rechtlichen Konstrukten krampfhaft die wirtschaftlichen Interessen einer altersstarrsinnigen Contentindustrie zu zementieren. Justizia hat die Waage aus der Hand gelegt und greift wie ein Altenpfleger der Rechteindustrie unter die Arme, um ihr das letzte Geleit in die Bedeutungslosigkeit zu geben.

    Im Zuge dieser Bemühungen werden dann auch - ohne mit der Wimper zu zucken - 70-jährige Rentnerinnen, die überhaupt keinen Computer haben, wegen Filesharings verurteilt. Oder Eltern haften auf einmal unbeschränkt für ihre (eigentlich noch schuldunfähigen) Kinder, weil die den Rechner statt für die Hausaufgaben in einem unbeobachteten Moment klammheimlich für illegale Downloads genutzt haben. Eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen wird systematisch kriminalisiert, nur weil sie - mit heutigen technischen Mitteln - genau das tut, was wir selbst - mit damaligen technischen Mitteln - als Kinder auf dem Schulhof gemacht haben. Als wenn unsere Kinder etwas dafür könnten, dass die Verbreitung von Inhalten dank Internet und Flatrates heutzutage so einfach und selbstverständlich ist wie nie zuvor.

    Diese ganze Pseudorechtsprechung rund um das Thema Störerhaftung ist inzwischen dermaßen aus dem Ruder gelaufen, dass es mir richtiggehend Schmerzen verursacht. Jeder, der im Internet unterwegs ist, läuft inzwischen Gefahr, irgendwann irgendwo bei irgendeiner Gelegenheit wegen Urheberrechtsverletzungen abgemahnt zu werden. Ein kleiner unbedachter Klick auf eine unbekannte Seite reicht theoretisch schon aus, und schon habe ich mir unwissentlich ein urheberrechtlich geschütztes Bild heruntergeladen. Keiner ist mehr sicher. Zukunftsweisende technische Errungenschaften wie freie Hot Spots in Großstädten, privates Cloud Computing etc. werden im Keim erstickt. Das Internetverhalten wird in bester Big Brother Manier mehr und mehr überwacht. Und das alles nur, weil es der Contentindustrie nicht gelingt, ihre Probleme auf althergebrachte Art und Weise, nämlich mit den Mitteln der Marktwirtschaft, in den Griff zu bekommen.
  3. #12

    Klasse Beitrag!

    Zitat von mitchomitch Beitrag anzeigen
    Wie kommt denn ein Richter, der noch bei klarem Verstand ist, zu der Äußerung, Rapidshare verdiene nicht den Schutz der Rechtsordnung? Einen solchen Richter hätte ich sofort für befangen erklärt. Aber diese kleine Äußerung zeigt einmal mehr, dass es bei alledem überhaupt nicht mehr um die Anwendung von Recht und Gesetz geht, sondern ausschließlich darum, mit fadenscheinigen......
    Sie sollten Richter werden!
  4. #13

    Zitat von ADie Beitrag anzeigen
    ...Das impliziert, man könne ausschließlich über den Hashwert einer Datei filtern - was natürlich Unsinn ist. Man könnte beispielsweise auch jeden Upload genauer inspizieren, der von einem User durchgeführt wird, der bereits einmal durch eine ungerechtfertigte Publizierung durchgeführt aufgefallen ist. ...
    Und was soll dies bringen? Ich sage nur passwort geschütztes RAR-Achiv.
    Da kamn mman nicht sehen was drinn ist, solange man nicht das Passwort hat. Und es gibt genügend Möglichkeiten beides zu veröffentlichen, ohne das der Hoster bzw. Rechteinhaber es finden.
    Mal davon ab, das die großen Raubkopierprofis eh nicht tot zu krriegen sind. Die werden höchstens so professinell, daß die Medien für den Laien (ich spreche hier nicht von den, für den Konsumenten kostenlosen Kopien aus dem Netz, sondern die vom "Thai"-/"Polen"-/whatever-Markt) nicht mehr vom Original unterscheidbar sind.
    (Ist dann nur noch am Preis zu erkennen das es sich um eine illegale Kopie handelt, freuen sich die Kopierer nur noch über höhere Marge.)
    RS kann bestimmt nicht ein bruteforce Angriff gegen alle hochgeladen Dateien zugemutet werden.
  5. #14

    Wenn jemand Drogen in einem Schliessfach deponiert, wird dann der Schliessfachbetreiber wegen Drogenbesitz verklagt?