Gema gegen Rapidshare: Filehoster kündigt Revision vor dem BGH an

Die Gema hat gewonnen: Rapidshare werden konkret eingeklagte Urheberrechtsverletzungen untersagt. Bleibt die Frage - haften Filehoster generell für bei ihnen untergestellte Inhalte? Die Antwort sucht Rapidshare nun vor dem Bundesgerichtshof. Das Urteil dort wird weitreichende Folgen haben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...823998,00.html
  1. #1

    Bei dem Urteil bekommt man Kopfweh - allein schon weil "Auch Forderungen der Gema, den Datenverkehr der Kundschaft inhaltlich mit Filtern überwachen zu müssen, erteilt das OLG Hamburg mit Verweis auf Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes eine Absage." im Gegensatz zu "...und verbietet Rapidshare in der Klageschrift spezifizierte 4815 Musikstücke in Umlauf zu bringen." steht.
  2. #2

    Wolkige Aussichten

    Ich denke, dass die Justiz mit der Bewertung derartigen Konstruktionen wie Rapidshare schlicht überfordert ist. Es gibt unzählige Websites, die in ihren Foren „illegale“und legale Rapidshare-Links fördern. Ein Schelm, wer da vermutet, dass der Seitenbetreiber Zuwendungen von Rapidshare dafür erhält. Das alles geht schon seit vielen Jahren so, und die Pages befinden sich irgendwo im Ausland. Auch Rapidshare wurde früher in Deutschland gehosted, jetzt eben in der Schweiz, wo völlig andere Gesetze bezüglich der „Privatkopie“ gelten.

    Firmen wie Rapidshare verstehen es also, aus (in Deutschland) illegalen Downloads Kapital zu schlagen. Prinzipiell wäre das Filesharing ja kostenlos, gäbe es da nicht diese zwielichtigen Anbieter wie Rapidshare und Mega-Upload. Da wird trickreich versucht, den unbedarften „Downloadern“ ein Abonnement aufzuschwatzen, indem man einfach die Gratis-Downloadrate extrem nervig gestaltet.

    Mit der Idee des kostenlosen Filesharings hat das nichts zu tun. Im Moment sind zahlreiche „echte“ Filesharing-Seiten im Netz zu finden, beispielsweise das inzwischen berühmt-berüchtigte „Pirate Bay“. Dort ist zwar praktisch jede jemals erschienene Blu Ray in passabler Qualität zugänglich, meist jedoch ohne deutsche Sprachspur. Ob das jetzt Zufall oder Absicht ist: So werden die Möchtegern-Piraten auf Seiten wie Rapidshare über windige Frontends wie Kino.to gelotst. Gleichzeitig hat Big Brother das Filehosting als „Cloud“ für sich entdeckt, jetzt werden die „Amateure“ wie der dicke Kim Dotcom eben verdrängt.

    Der typische „Raubkopierer“ wird auch in Zukunft seine Files im Netz finden, die Konzerne werden aber die „kleinen“ Filehoster aus dem Geschäft drängen. Es ist einfach lächerlich anzunehmen, dass ein deutsches Gericht nennenswerten Einfluss auf das Internet hätte. Die Karten werden andernorts gemischt. Ich jedenfalls bleibe gegenüber der „Cloud“ und dem Überwachungsstaat extrem skeptisch, auch ohne Augenklappe.
  3. #3

    Bizarr

    Die Tatsache, dass Rapidshare seine Kunden mit Du anspreche ("Hoste Deine Dateien kostenlos..."), deute darauf hin, dass sich der Dienst nicht an Geschäftskunden wende
    Ist ja goldig. Was ist dann mit englischsprachigen Angeboten, wo es keine Höflichkeitsform gibt? Ich weiß, kleine Randsprache, die im Internet kaum verwendet wird aber trotzdem...
  4. #4

    Hält nur bis zur nächsten Instanz

    Zitat von Kaworu Beitrag anzeigen
    Bei dem Urteil bekommt man Kopfweh - allein schon weil "Auch Forderungen der Gema, den Datenverkehr der Kundschaft inhaltlich mit Filtern überwachen zu müssen, erteilt das OLG Hamburg mit Verweis auf Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes eine Absage." im Gegensatz zu "...und verbietet Rapidshare in der Klageschrift spezifizierte 4815 Musikstücke in Umlauf zu bringen." steht.
    Die hanseatischen Kammern für Internet und Presse sind ja deshalb so beliebt - warum sonst GEMA in HH? -, weil die immer so entschiedene Urteile gegen alle möglichen Störer im Sinne der guten alten Ordnung fällen.

    Allein: Die Urteile halten nie lange, der BGH kippt die meisten wieder. Da freut sich die GEMA mal wieder zu früh.

    Das mit dem Anti-Duzen finde ich dagegen eher lustig. Alles, was über das Hamburger Siezen ("Wie geht es Ihnen, Peter?") hinausgeht, ist im Geschäftsleben schon zu viel. Der anbiederne Duz-Krampf ist mir höchst suspekt. Die penetranten Duzer entpuppen sich nicht selten als die abgefeimtesten Geschäftemacher. Ikea beispielsweise schleimt sich mir da gewaltig auf den Keks. Wenn ich Billys will, suche ich keine Kumpel fürs Leben.
  5. #5

    Na mal schauen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Gema hat gewonnen: Rapidshare werden konkret eingeklagte Urheberrechtsverletzungen untersagt. Bleibt die Frage - haften Filehoster generell für bei ihnen untergestellte Inhalte? Die Antwort sucht Rapidshare nun vor dem Bundesgerichtshof. Das Urteil dort wird weitreichende Folgen haben.

    Gema gegen Rapidshare: Filehoster kündigt Revision vor dem BGH an - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Aus dem Beitrag:

    1. Der Dienstleister muss umgehend reagieren, wenn ihm Rechtsverletzungen angezeigt werden --- Heute zu klesen auf heise online | IT-News, c't, iX, Technology Review, Telepolis Sogar Megaupload hatte Verträge(!) mit Filmfirmen, denen ma bis zu 100.000 Löschungen pro Monat garantierte. Ergo: Kein Problem...

    2. Er muss Filter einsetzen, um den erneuten Upload einer als nicht legal erkannten Datei zu verhindern --- Für Rapidshare kein Problem, für die Raubkopierer auch nicht, in Minuten eine Datei mit neuem Hashwert zu generieren

    3) Verdächtig ist, wenn sein Geschäftsmodell durch "struktuelle Besonderheiten" bereits "tendentiös" Rechtsverletzungen nahelege - zum Beispiel durch Belohnungssysteme für besonders fleißige Kunden --- Macht Rapidshare schon seit Jahren nicht mehr und hat deswegen alle "kommerziellen" Raubkopierer verloren, es bleiben nur noch die "idealistischen"

    4) Werbung: Rapidshare habe damit geworben, dass manche Dateien in sechsstelliger Zahl abgerufen worden seien. Das Gericht sieht das als Indiz für eine illegale Nutzung --- Täusche ich mich, oder macht das YouTube nicht auch?

    4) Die Tatsache, dass Rapidshare seine Kunden mit Du anspreche ("Hoste Deine Dateien kostenlos..."), deute darauf hin, dass sich der Dienst nicht an Geschäftskunden wende --- Wer's nicht glaubt, solle mal auf Apple.de reinschauen. Selbstverständlich wird dort Hinz und Großkunz mit "du" angesprochen. Interessant, dass das Gericht Apple ausschließlich im Privatbereich verortet.

    Summa, summarum: Hier entscheiden Blinde über die Farbe ...
  6. #6

    Du = illegale Aktivität?

    WTF?

    Die Tatsache, dass Rapidshare seine Kunden mit Du anspreche ("Hoste Deine Dateien kostenlos..."), deute darauf hin, dass sich der Dienst nicht an Geschäftskunden wende.
    Und dann?

    Dürfen Privatkunden nun Rapidshare nicht mehr verwenden?
    Darf Rapidshare seine Privatkunden nun nicht mehr bewerben? Handelt nun jeder Privatkunde bei der Verwendung von Rapidshare illegal?
    Ist die Verwendung eines "Du" in der Werbung nun als illegal zu werten, selbst wenn sich die Werbung an Geschäftskunden richtet?

    Fragen über Fragen... :)
  7. #7

    ByeBye Facebook

    Kunden-Duzen
    https://www.facebook.com/note.php?no...51419988630301

    Wann geht die GEMA endlich mal gegen die wirklichen Störer im Netz vor. Mit dem Kunden-Duzen hat sich Facebook ja schonmal verdächtig gemacht, oder ist das nur ein Übersetzungsfehler à la Günther Oettinger?

    Lübkes Erben: „Politicians heavy on the wire“ - Video - Video - FOCUS Online

    Vielleicht hat ja Rapidshare auch einen Paragraphen wie:
    Diese Erklärung wurde auf Englisch (USA) verfasst. Sollte es bei der übersetzten Version dieser Erklärung im Vergleich zur englischsprachigen Version zu Unstimmigkeiten kommen, ist stets die englischsprachige Version ausschlaggebend.

    Wo ist denn hier der I like button?
  8. #8

    Verdummung?

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    Aus dem Beitrag:

    1. Der Dienstleister muss umgehend reagieren, wenn ihm Rechtsverletzungen angezeigt werden
    "Umgehend" ist nicht gleichzusetzen mit "Viel". Ganz offensichtlich geht es insbesondere darum, dass Filehoster auch genügend Infrastruktur (Personal und Systeme) bereitstellen müssen, damit Löschungen sofort nach der Anfrage durchgeführt werden können.

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    2. Er muss Filter einsetzen, um den erneuten Upload einer als nicht legal erkannten Datei zu verhindern --- Für Rapidshare kein Problem, für die Raubkopierer auch nicht, in Minuten eine Datei mit neuem Hashwert zu generieren
    Das impliziert, man könne ausschließlich über den Hashwert einer Datei filtern - was natürlich Unsinn ist. Man könnte beispielsweise auch jeden Upload genauer inspizieren, der von einem User durchgeführt wird, der bereits einmal durch eine ungerechtfertigte Publizierung durchgeführt aufgefallen ist.


    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    3) Verdächtig ist, wenn sein Geschäftsmodell durch "struktuelle Besonderheiten" bereits "tendentiös" Rechtsverletzungen nahelege - zum Beispiel durch Belohnungssysteme für besonders fleißige Kunden --- Macht Rapidshare schon seit Jahren nicht mehr und hat deswegen alle "kommerziellen" Raubkopierer verloren, es bleiben nur noch die "idealistischen"
    So what?


    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    4) Werbung: Rapidshare habe damit geworben, dass manche Dateien in sechsstelliger Zahl abgerufen worden seien. Das Gericht sieht das als Indiz für eine illegale Nutzung --- Täusche ich mich, oder macht das YouTube nicht auch?
    Deswegen ist es ja auch nur ein Indiz und kein Beweis.

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    4) Die Tatsache, dass Rapidshare seine Kunden mit Du anspreche ("Hoste Deine Dateien kostenlos..."), deute darauf hin, dass sich der Dienst nicht an Geschäftskunden wende --- Wer's nicht glaubt, solle mal auf Apple.de reinschauen. Selbstverständlich wird dort Hinz und Großkunz mit "du" angesprochen. Interessant, dass das Gericht Apple ausschließlich im Privatbereich verortet.

    Summa, summarum: Hier entscheiden Blinde über die Farbe ...
    Im Geschäftsbereich hat sich Apple bisher fast ausschließlich an die Kreativen gewendet, unter denen das "Du" traditionell üblich ist. Diesen hippen Style versucht Apple weiterhin durchzuziehen, was meist aber genauso peinlich ist wie die IKEA-Anbiederei.

    Seriöse kommerzielle Geschäftskontakte werden nach wie vor nicht angebahnt, indem man seine Interessenten duzt.

    Summa summarum: Der beantwortete Beitrag wurde von einem juristischen Laien verfasst, der die Worte "Indiz" und "deutet darauf hin" nicht richtig zu interpretieren weiß.
  9. #9

    Hier entscheiden Blinde über die Farbe

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    Aus dem Beitrag:
    4) Werbung: Rapidshare habe damit geworben, dass manche Dateien in sechsstelliger Zahl abgerufen worden seien. Das Gericht sieht das als Indiz für eine illegale Nutzung --- Täusche ich mich, oder macht das YouTube nicht auch?

    4) Die Tatsache, dass Rapidshare seine Kunden mit Du anspreche ("Hoste Deine Dateien kostenlos..."), deute darauf hin, dass sich der Dienst nicht an Geschäftskunden wende --- Wer's nicht glaubt, solle mal auf Apple.de reinschauen. Selbstverständlich wird dort Hinz und Großkunz mit "du" angesprochen. Interessant, dass das Gericht Apple ausschließlich im Privatbereich verortet.

    Summa, summarum: Hier entscheiden Blinde über die Farbe ...
    Danke für Ihren Beitrag, das Gleiche hab ich mir beim lesen des Artikels auch gedacht, insbesondere bei Punkt 4 und 4???/5. Dieses Urteil zeigt leider einmal mehr ,dass unsere Judikative und Legislative noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind.