S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz

Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...823842,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Mal nur so eine theoretische Frage:
    Ist es wirklich gut, wenn "das Volk" immer "mitredet"?
    Zerfällt die Politik dann nicht in ein Sammelsurium an Partikularinteressen? Das Volk, das sind dann immer die gerade Betroffenen, die in einer Frage Druck machen. Wer interessiert sich schon für Besteuerung von Hotels - außer eben die Inhaber?
    Die machen dann für diese Entscheidung Stimmung.
    Am Ende ist es nicht mehr der "Wille des Volkes" der zählt, sondern wer genug Zeit hat, die Politik zu beeinflussen.

    Ich möchte nicht 24/7 auf alles aufpassen müssen. Ich möchte alle 4 Jahre eine Richtungsentscheidung mit treffen, Medien haben, die die Politiker überwachen, und ansonsten meine Ruhe.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.
    Ja, da müssen jetzt einige Menschen ihr Denken neu strukturieren. Eigentlich nicht neu. Die Sache nennt sich Demokratie und schafft mit Glück auch die verwachsenen Strukturen komplett ab. Man darf gespannt sein. Sicher ist zum Glück die Tatsache, dass sich die FDP mit ihrer verunglückten Interpretation der Liberalität nun selbst abgeschafft hat.
  3. #3

    -

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.
    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Ja, "das Volk" ist ein komisch Ding. Es ist schön, das es durch das Internet eine Plattform gibt, auf der man sich als Stimmvieh auch neben dem armseligen Kreuzchen alle paar Jahre demokratisch ausdrücken kann. Der Jammer ist, "mitreden" wollen vor allem die Teile des Volkes, die etwas zum Meckern haben, ob nun aus wahrem Grund oder weil sie einfach nur renitent sind. Notorische Querulanten und Egoisten sind in Internetforen leider überrepräsentiert und sie verzerren einfach das Bild, auch wenn es weiß Gott genug zu lamentieren gibt in unserer immer mehr zur Filzokratie werdenden Demokratie.

    M.E. ist der wahre Grund der steigenden Unzufriedenheit vieler, oft unabhängig vom gerade zu "bemeckernden" Thema, die Frustration und Hilflosigkeit über immer weiter um sich greifende soziale Ungerechtigkeit, gegen die die Politik absolut nichts unternimmt als Beruhigungspillen zu verteilen, die sich als immer wirkungsloser erweisen.
  4. #4

    Volk

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

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    Es ist schon erstaunlich, dass sich die Politik "daran gewöhnen" muss, dass das Volk mitreden will, obwohl uns die Politik dauernd erzählt, was für ein vorbildliches, freiheitlich-demokratisches Gebilde Deutschland doch sei.
    Dazu passen ja auch gut die ganzen Bestrebungen in Bezug auf Vorratsdatenspeicherung und Internet-Zensur/Sperren.

    Es zeigt sich ganz klar, dass eine echte Beteiligung des Volkes im Sinne einer wirklichen Demokratie nie gewünscht war und es auch nicht ist, ja das alles sogar als Bedrohung des politischen Etablissements gesehen wird.
    Unsere "Volksverteter" sehen sich selbst eher als Erzieher und Vormunde des Volkes.

    Es wird Zeit, dass sich das ändert und die Politik wieder in den Dienst des Volkes tritt.
  5. #5

    Demokratie 4.0

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

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    Genauso ist es - die Zeiten des Blankoschecks, den die Regierten den Regierenden alle 4 Jahre ausstellen, neigen sich ihrem Ende zu!

    Das Internet ist das verbindende Element, das den Bürgern die Möglichkeit gibt, sich in Echtzeit einzubringen, und den Politikern, in Echtzeit über ihre Vorhaben und Entscheidungen zu informieren.

    Aus Spanien kommt eine Idee zu einem Mischkonzept aus repräsentativer und direkter Demokratie, genannt "Democracia 4.0". Dreh- und Angelpunkt ist die direkte Mitwirkung der Bürger über das Internet und die proportationale Verringerung des Stimmgewichts der Abgeordneten.

    Informationen zu diesem Konzept finden sich hier:
    Demokratie 4.0 – Was ist das? | Demokratie 4.0
    und hier:
    Demokratie 4.0 – Rechtliche Grundlagen | Demokratie 4.0

    Vielleicht unrealistisch oder Zukunftsmusik - aber irgendwo muss man ja mal anfangen, sich über die Weiterentwicklung der Demokratie Gedanken zu machen...
  6. #6

    Ruhe?

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Mal nur so eine theoretische Frage:
    Ist es wirklich gut, wenn "das Volk" immer "mitredet"?
    Zerfällt die Politik dann nicht in ein Sammelsurium an Partikularinteressen? Das Volk, das sind dann immer die gerade Betroffenen, die in einer Frage Druck machen. Wer interessiert sich schon für Besteuerung von Hotels - außer eben die Inhaber?
    Die machen dann für diese Entscheidung Stimmung.
    Am Ende ist es nicht mehr der "Wille des Volkes" der zählt, sondern wer genug Zeit hat, die Politik zu beeinflussen.

    Ich möchte nicht 24/7 auf alles aufpassen müssen. Ich möchte alle 4 Jahre eine Richtungsentscheidung mit treffen, Medien haben, die die Politiker überwachen, und ansonsten meine Ruhe.
    So funktioniert das aber nicht. Wenn die Menschen Politik und Wirtschaft einfach machen lassen, passiert genau das, was wir jetzt erleben: Entmündigung und Ausbeutung, die als "zu unserem Besten" verkauft wird.
    Auch die Medien machen da teilweise mit.

    Wir als Volk müssen die Initiative zurückgewinnen.
  7. #7

    Damals

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

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    Einen ähnlich lautenden Beitrag in einem Forum habe ich bereits 1998 gepostet.Ich war nur schon etwas weiter und habe die Entmachtung der herrschenden Klasse durch die Bürger im Internet vorhergesehen. Das Werkzeug, was man den Massen hier in die Hand gegeben hat, hat einen entscheidenden Vorteil, es lässt sich nicht abschalten ohne das eben die bisher Mächtigen sich damit selbst erledigen, weil eine Abschaltung des Internets mittlerweile zu einem Zusammenbruch der Weltwirtschaft führen würde.
  8. #8

    Ob's euch passt oder nicht ...

    Ob's euch passt oder nicht, kommt zweifellos auch bald die Zeit, in der die große Mehrheit der Bevölkerung es nicht mehr nötig hat, sich von SPON, Spiegel, Stern, Zeit, und sämtlichen Tageszeitungen erzählen zu lassen, was unsereins wissen darf und was wir dazu gefälligst zu denken haben.
    Denn zunehmend mehr Leute, die ins Netz herumklicken, sind auch mehr als nur des Deutschen mächtig und daher in der Lage sich selbsttätig ihre Informationen auf fremdsprachigen Internetseiten zu besorgen. Weshalb sie zunehmend rasch mitbekommen, was dem deutschen Volk tagein tagaus so alles an wichtigen Informationen vorenthalten, bzw. was die in der Presse bei nahezu allen bedeutenden Infos anhand der politisch erwünschten "Sprachregelungen" einem an Interpretationen vorzugaukeln versucht wird.
    Denn eines ist klar: es sind weißgott nicht nur die Politiker, die das Volk betrügen und belügen. Sei es durch Unwahrheit, sei es durch sgn. Sprachregelungen. Die übergroße Mehrheit der öffentlichen Medien tragen tagtäglich ihren Anteil dazu bei.
    Auch für diese Medien wird sehr bald der Satz gültig sein: "Ihr werdet euch noch wünschen wir wären politikverdrossen".
  9. #9

    Le Bon ist ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    .. politisch zwar etwas unappetitlich, war aber nicht blöd.
    Ich gestehe den "Massen" in den neuen Medien gerne zu, durch Ihre Präsenz auf ein Problem hinzuweisen, aber die Detailverhandlungen müssen wohl immer noch von realen "Vertretern des Volkes" bzw. Mitarbeitern der Verwaltung übernommen werden.
    Online-Kontrolle und permanentes Feedback scheinen mir hier eher hinderlich.
    Das Auftragsmandat des Abgeordneten ("Du wirst so im Bundestag abstimmen, wie deine Wählerschaft es Dir vorschreibt) hat bei den Grünen schon nicht funktioniert und selbst die "Fraktionsdisziplin" wird gelegentlich durchbrochen. Das Individuum hat seinen eigenen Kopf. Spontaneität entfällt.
    Politische Fragen nur mit Schwarmintelligenz anzugehen, führt m.E. in in die Irre. Die Lösungen sind, da naturgemäß ein gemittelter Durchschnitt, vielleicht repräsentativ aber nicht intelligent.

    PS: Was passiert eigentlich, wenn zukünftig die gemittelte Durchschnittslösung aus Deutchland auf die, sagen wir, Österreichs trifft?