Warnstreiks im Öffentlichen Dienst: Deutsche Airlines annullieren Hunderte Flüge

DPADie Warnstreiks im öffentlichen Dienst treffen am Dienstag auch die Flugreisenden. Beschäftigte an neun Flughäfen, darunter Frankfurt, Köln, Düsseldorf, München und Stuttgart haben die Arbeit niedergelegt. Bestreikt werden außerdem Bus und Bahn in Süddeutschland, Kliniken und Behörden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...823908,00.html
  1. #60

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Beamte dürfen nicht streiken. Sie würden Deutschland nicht wiedererkennen, wenn Beamte streiken dürften. In den letzten Jahren hat sich da einiges an Frust auf den Arbeitgeber aufgestaut. Die Minusrunden der letzten Jahre sind nur ein Aspekt.

    Bei regelmässig 50-60-Stundenwochen (bezahlt bekommt man als Beamter jeweils nur 40 Stunden davon) ist mein Nettostundenlohn als Beamter nicht wirklich hoch. Da ich im Jahr noch einige tausend Euro zusätzliche Ausgaben habe, um meinen Beruf ordentlich ausüben zu können, verringert sich mein realer Nettostundenlohn auf rund 11-12 Euro.

    Sie haben es mittlerweile bestimmt erraten: Ich bin Lehrer.
    Oh, mein Lieblingsthema!
    Ein guter Freund von mir ist verbeamteter Lehrer und anscheinend machen Sie einiges falsch! Was der sich so alles leisten kann mit 3 Kindern und einer Frau, die nicht arbeiten geht, ist der Hammer. Zu den 14 Wochen Ferien im Jahr kommen noch geschätzte 3-4 wegen Krankheit. Einige andere Annehmlichkeiten sind ja schon genannt worden. Da er zuvor in der freien Wirtschaft gearbeitet hat, kann er vergleichen und schüttelt bei dem Gejammere im Lehrerzimmer regelmäßig den Kopf.

    Sie haben es mittlerweile bestimmt erraten: Ich bin Angestellter in der freien Wirtschaft mit 6 Woche Urlaub und schon wegen der Angst um meinen Arbeitsplatz weniger als 2 Fehltage pro Jahr wegen Krankheit. Mein Nettogehalt ist übrigens auch nicht höher als Ihres, aber ich bin froh, daß ich einen Arbeitsplatz habe - so kommt es eben immer auf das Anspruchsniveau an ...
  2. #61

    Alles selber machen

    Zitat von murks1000 Beitrag anzeigen
    Der ÖD und die Beamten arbeiten ja nur so für sich selbst vor sich hin ... und nicht für die "normale Steuerzahler" .... Angestellte im ÖD und Beamte zahlen im übrigen auch Steuern ...
    Ja, da ist etwas dran! Feuerwehrleute löschen die Brände, weil sie gerne verschwenderisch mit Wasser umgehen, Polizisten mögen gerne mit Blaulicht Auto fahren und den Beschäftigten in den Bürgerämtern macht es unglaublichen Spaß, auf den letzten Drücker Pässe und Ausweise zu verlängern.
    Bei so manchem Beitrag hier beschleicht mich das Gefühl, als würden sich die verehrten Mitbürger ihre Pässe, Führerscheine oder Steuerbescheide selber ausstellen, Brände werden in Nachbarscaftshilfe gelöscht und die Selbstoperation ist auf dem Vormarsch. Na ja, Lehrer sind ja per se faule Säcke und überhaupt, für was brauchen wir Schuln und Universiäten? Bildung verdribt doch den Charakter!
  3. #62

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Blablabla. Die Staatsausgaben steigen gerade für die vielen Bankenrettungspakete in utopischen Höhen.
    ... da machen ein paar Milliarden mehr für den ÖD auch nichts aus, oder wie?
    Nur weil der eine Scheiss durchging, ist das doch keine Rechtfertigung für den nächsten!
  4. #63

    Bürokratieabbau?

    Zitat von kdshp Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ist ja alles OK das auch die im öffentlichen dienst mehr bekommen ABER wo ist der versprochene bürokratieabbau? Hier könnten locker bei 25% bürokratieabbau um die 100.000 stellen im öffentlichen dienst abgebaut werden. DAS ärgert mich wirklich was den öffentlichen dienst angeht!
    Heute verlangt der Oberste Rechnungshof in Bayern deutlich mehr Beamte im Finanz- und Zolldienst. dem Staat gehen ENORME Summen verloren.
  5. #64

    Vergleichen Sie ...

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Beamte dürfen nicht streiken. Sie würden Deutschland nicht wiedererkennen, wenn Beamte streiken dürften. In den letzten Jahren hat sich da einiges an Frust auf den Arbeitgeber aufgestaut. Die Minusrunden der letzten Jahre sind nur ein Aspekt.

    Bei regelmässig 50-60-Stundenwochen (bezahlt bekommt man als Beamter jeweils nur 40 Stunden davon) ist mein Nettostundenlohn als Beamter nicht wirklich hoch. Da ich im Jahr noch einige tausend Euro zusätzliche Ausgaben habe, um meinen Beruf ordentlich ausüben zu können, verringert sich mein realer Nettostundenlohn auf rund 11-12 Euro.

    Sie haben es mittlerweile bestimmt erraten: Ich bin Lehrer.
    ... ihre Arbeit mit der eines Müllmanns - möchten sie dann tauschen?

    An ihrer Stelle wäre ich nicht gefrustet über die Bezahlung!
    An ihrer Stelle wäre ich - und war es damals auch - über die Didaktischen Fesseln, das Curriculum und das generelle Klima von Konditionierungszwängen in Richung anvertraute Schüler und sich selbst gegenüber - das waren die Gründe warum ich nach dem 1. Staatsexamen (phil.) einen anderen Weg wählte - und ich habe es nicht bereut!

    Wenn Sie als Lehrer schon über das Gehalt reflektieren, dann können wir tatsächlich bald einpacken - aber das ist der Geist, der aus dem Buch "Generation Laminat" herausdünstet - die Autorin ist inzwischen ja auch fest an einer staatlichen Einrichtung verortet und verdient - ihrer Meinung nach - doch zu wenig.

    Da wirkt das geheuchelte Mitleid mit den Aufstockern geradezu ekelhaft.

    Ganz ehrlich, wenn ihnen das Gehalt zu mickrig ist - gehen sie einfach in die freie Wirtschaft!
    Nutzen sie ihren Intellekt, um das persönliche materielle Einkommen zu optimieren und hinterfragen Sie dann - wenn sie endlich die 100 Euro / Stunde Schwelle überschritten haben, ob nun Ihr Leben endlich den gewünschten Sinn für Sie hat!

    Jeder hier - egal wie toll ausgebildet er sein mag, der mehr als 2000 Euro netto im Monat bekommt und einen abgesicherten Arbeitsplatz hat, der soll einfach eine Entscheidung treffen - will ich maximale Kohle, oder möchte ich sozialverträglich, solidarisch und sinnvoll meine Arbeitskraft einbringen.

    Das hat nichts mit Sozialismus zu tun, das ist gesunder Menschenverstand - da jede höhere Kaufkraft zu unverträglich viel Konsum und Verbrauch führt, sowie von den arbeitenden Prekariaten erbeutet werden muss!

    Löhne über 2000 Euro pro Kopf sind keine Arbeitsentlohnung, sondern sie sind Raub an den Menschen in der ganzen Welt!

    Dabei projeziere ich noch nicht mal aau die Art der Arbeit - da wohl mehr als die Hälfte der Berufstätigen nicht sinnvoll - sondern bestenfalls sinnleer - schlimmstenfalls zerstörend tätig sind!

    Übrigens - für die 2000 Euro würde es genügen ca. 20 Stunden im Monat zu arbeiten - bei intelligenter Arbeitswelt wahrscheinlich nur 10 Stunden - aber globale sozial-reflektierte Arbeitsweltmodelle sind ja nicht opportun - klar, der Plutokrat sagt - es ist utopisch - seine Jagdgründe wären verloren und er müsste sich assimilieren oder aussterben.
  6. #65

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    Ja, da ist etwas dran! Feuerwehrleute löschen die Brände, weil sie gerne verschwenderisch mit Wasser umgehen, Polizisten mögen gerne mit Blaulicht Auto fahren und den Beschäftigten in den Bürgerämtern macht es unglaublichen Spaß, auf den letzten Drücker Pässe und Ausweise zu verlängern.
    Bei so manchem Beitrag hier beschleicht mich das Gefühl, als würden sich die verehrten Mitbürger ihre Pässe, Führerscheine oder Steuerbescheide selber ausstellen, Brände werden in Nachbarscaftshilfe gelöscht und die Selbstoperation ist auf dem Vormarsch. Na ja, Lehrer sind ja per se faule Säcke und überhaupt, für was brauchen wir Schuln und Universiäten? Bildung verdribt doch den Charakter!
  7. #66

    Genauer hingucken

    Zitat von 081172 Beitrag anzeigen
    Oh, mein Lieblingsthema!
    Ein guter Freund von mir ist verbeamteter Lehrer und anscheinend machen Sie einiges falsch! Was der sich so alles leisten kann mit 3 Kindern und einer Frau, die nicht arbeiten geht, ist der Hammer. Zu den 14 Wochen Ferien im Jahr kommen noch geschätzte 3-4 wegen Krankheit. Einige andere Annehmlichkeiten sind ja schon genannt worden. Da er zuvor in der freien Wirtschaft gearbeitet hat, kann er vergleichen und schüttelt bei dem Gejammere im Lehrerzimmer regelmäßig den Kopf.

    Sie haben es mittlerweile bestimmt erraten: Ich bin Angestellter in der freien Wirtschaft mit 6 Woche Urlaub und schon wegen der Angst um meinen Arbeitsplatz weniger als 2 Fehltage pro Jahr wegen Krankheit. Mein Nettogehalt ist übrigens auch nicht höher als Ihres, aber ich bin froh, daß ich einen Arbeitsplatz habe - so kommt es eben immer auf das Anspruchsniveau an ...
    Meine Güte, dieses unsägliche Draufhauen auf Lehrer zeigt m.E. die geringe Ahnung über den Berufsstand. Ich bin ünrigens kein Lehrer. Wie in jedem Berufsstab gibt es von allen solche und solche. Die Fächerkombination ist bei der Betrachtung wichtig, der Schultyp, die Lage der Schule (gut behütetes Stadtteil oder sozialer Brennpunkt) und einiges mehr.
    Die Kombination Sport, Hauswirtschaft und Kunst wird keinen Lehrer vor große Probleme stellen. Sport: kaum Vor- und Nachbereitung. Ebenso bei Hauswirtschaft. Da ist die Frage: kreativer Unterricht oder Pasta kochen. Kunst kann auch so und so unterrichtet werden. In der Regel sind das Fächer für lau.
    Schwieriger wird es da schon bei Naturwissenschaften, Sprachen, Mathe. Sozialkunde, Geschichte und Deutsch.
    Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer Schule im sozialen Brennpunkt vor einer Klasse 13- bis 14-jähriger und wollen denen Fontane nahe bringen. Sie werden scheitern. Physik? - Brauchen wir nicht, bei uns geht das Licht mit dem Schalter an. Geschichte - oh je! Warum soll ich etwas überdas Mittelalter lehrnen? Kann man doch bei Wikipedia nachgucken. Mathe - mit mir kann man rechnen, brauche ich nicht.
    Wir sollten uns eher an den 90 Prozent der redlichen Lehrerinnen und Lehrer orientieren un nicht an den zehn Prozent, die man ab 14 Uhr auf dem Tennisplatz trifft. Wobei man Mittwochs vorsichtig sein muss: da haben die Arztpraxen zu.
  8. #67

    Auf den Flughäfen

    und auch sonst (städtischer Busverkehr) wird immer mehr outgesourct. Die Arbeitnehmer solcher Fremdfirmen kriegen Hungerlöhne. Beispiele sind Museen in Köln, werden von einer privaten Firma betreut, selbst die Information. Am Flughafen Düsseldorf, kümmert sich eine Fremdfirma um die Betreuung behinderter Fluggäste, an vielen Flughäfen wird die Sicherheitskontrolle von privaten Security Firmen durchgeführt usw. der noch verbliebene ÖD sägt sich mit überhöhten Lohnforderung den Ast ab, auf dem er sitzt.
  9. #68

    Zitat von deccpqcc Beitrag anzeigen
    eine solche missgunst ist bei mir weder vorhanden noch habe ich das zum ausdruck gebracht.

    wenn ich sie aber auf folgendes hinweisen darf:
    auf dem historischen gipfel der staatseinnahmen versuchen sie also krampfhaft punkte zu finden um diese tatsache zu relativieren.

    warum suchen sie denn nicht ebensolche punkte bei den staatsausgaben?
    ich bin sicher die erzieherinnen und die müllmänner würde man dabei nicht als problemfelder entdecken.
    Mit der Missgunst waren nicht speziell Sie gemeint.
    Ich versuche keine Kritikpunkte zu finden, ich versuche, Ihnen das Konzept Inflation näher zu bringen. Wenn die Steuereinnahmen geringer wachsen als die Geldmenge, sinkt die Finanzkraft des Bundes.
    Wenn der Staat das gleiche Level an Leistungen bringen will, muss also sowohl das Steueraufkommen als auch das Ausgabenniveau steigen - im Zweifelfall von Rekordstand zu Rekordstand.
    Selbstverständlich lassen sich sowohl auf der Ausgaben- als auch auf der Einnahmenseite reichlich Optimierungen tätigen, die die Lasten besser verteilen und ineffiziente Posten des Etats kürzen könnte.
    Aber - und da gehen wir konform: Die Angestellten des ÖDs sind von diesen Dingen nicht betroffen.
  10. #69

    Outsourcing

    Zitat von Thaichris Beitrag anzeigen
    und auch sonst (städtischer Busverkehr) wird immer mehr outgesourct. Die Arbeitnehmer solcher Fremdfirmen kriegen Hungerlöhne. Beispiele sind Museen in Köln, werden von einer privaten Firma betreut, selbst die Information. Am Flughafen Düsseldorf, kümmert sich eine Fremdfirma um die Betreuung behinderter Fluggäste, an vielen Flughäfen wird die Sicherheitskontrolle von privaten Security Firmen durchgeführt usw. der noch verbliebene ÖD sägt sich mit überhöhten Lohnforderung den Ast ab, auf dem er sitzt.
    Es steht aber zu befürchten, dass die Leute auch ohne Streiks vom Outsourcing betroffen sein werden. Solllte man deswegen auf Streiks verzichten? Wahrscheinlich ist es auch diese Einstellung, die zu der deutschlandweit geringen Wahlbeteiligung führt. Ich kann ja eh nichts ändern, nutzt alles nix, egal was ich mache......Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Berthold Brecht).