Modefach Islamwissenschaften: Darum studieren wir Allah

Michael Rohschürmann Afghanistan erkunden, Hassprediger erforschen, die Welt verbessern: Das frühere Nischenfach Islamwissenschaften liegt voll im Trend - auch wegen Terroranschlägen wie in Toulouse. Vier junge Menschen erzählen, warum sie den Studiengang gewählt haben und womit sie sich dabei beschäftigen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...798962,00.html
  1. #1

    Studium lohnt sich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Afghanistan erkunden, Hassprediger erforschen, die Welt verbessern: Das frühere Nischenfach Islamwissenschaften liegt voll im Trend - auch wegen Terroranschlägen wie in Toulouse. Vier junge Menschen erzählen, warum sie den Studiengang gewählt haben und womit sie sich dabei beschäftigen.

    Modefach Islamwissenschaften: Darum studieren wir Allah - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Es ist allerhöchste Zeit, dass sich auch in Deutschland Studenten den Islamwissenschaften widmen. Fundierte Kenntnis wird hier dringend gebraucht, damit die Pseudo-Religionslehrer und -Wissenschaftler, die in unser Land kommen, durch First-Class-Islamkenner ersetzt werden können. Eine fundierte Kenntnis des Islam käme vielen Bereichen zugute, vor allem auch der korrekten Aufklärung der Bevölkerung und den Medien in Deutschland, die oft "hahnebüchend" über den Islam berichten und Zusammenhänge mangels Kenntnis völlig falsch bewerten. Das Studium der Islamwissenschaften bietet den jungen Deutschen später auch einen idealen Zugang zu den islamischen Gesellschaftssystemen, vor allem auch dann, wenn sie in diesen Ländern arbeiten wollen. Hier bietet sich für jene Migranten, die oft auch die arabische Sprache beherrschen, ein breites Einsatzgebiet. Das sollte gerade bei den Migranten-Jugendlichen in Deutschland gefördert werden.
  2. #2

    ...

    Zitat von werauchimmer Beitrag anzeigen
    Was mich brennend interessieren würde: Wenn man mit dem Studium fertig ist, was kann oder weiß man dann, was man vorher nicht wusste?
    was ich mich beim Lesen ihres "Beitrages" gefragt habe:

    stellen sie nur das Studium der Islamwissenschaften oder grundsätzlich das Studieren in Frage? Oder sind sie einfach nur, naja lassen wir das...
    Wenn man mal die Gegenfrage stellt: was kann oder weiß man denn, was man vorher nicht wusste, wenn man BWL, Medizin, Biologie, usw studiert?
    Da ich weder Anatomie im Kindergarten, noch Finanzierung in der Grundschule oder den Koran in der Oberstufe durchgenommen habe (achja Arabisch gehört leider auch nicht zu meiner Allgemein(grund)ausbildung) denke ich, dass ein Studium zur Spezialisierung sehr sinnvoll sein kann.
    Sie sollten also bedenken, dass nicht alle Menschen so allwissend sind wie sie ;)

    Es gäbe natürlich auch die Möglichkeit, dass sie der Auffassung sind , dass Muslime, die von irgendwoher wo es warm ist stammen, seltsame Ansichten haben und sich immer in die Luft sprengen eh nicht zu verstehen sind. In diesem Fall könnte ich ihnen ein Gespräch mit einem Islamwissenschaftler empfehlen, der ihnen das alles nochmal genau erklärt.
  3. #3

    Arabisch ist das Studienziel?

    Zitat von mrex Beitrag anzeigen
    was ich mich beim Lesen ihres "Beitrages" gefragt habe:

    stellen sie nur das Studium der Islamwissenschaften oder grundsätzlich das Studieren in Frage? Oder sind sie einfach nur, naja lassen wir das...
    Wenn man mal die Gegenfrage stellt: was kann oder weiß man denn, was man vorher nicht wusste, wenn man BWL, Medizin, Biologie, usw studiert?
    Da ich weder Anatomie im Kindergarten, noch Finanzierung in der Grundschule oder den Koran in der Oberstufe durchgenommen habe (achja Arabisch gehört leider auch nicht zu meiner Allgemein(grund)ausbildung) denke ich, dass ein Studium zur Spezialisierung sehr sinnvoll sein kann.
    Sie sollten also bedenken, dass nicht alle Menschen so allwissend sind wie sie ;)

    Es gäbe natürlich auch die Möglichkeit, dass sie der Auffassung sind , dass Muslime, die von irgendwoher wo es warm ist stammen, seltsame Ansichten haben und sich immer in die Luft sprengen eh nicht zu verstehen sind. In diesem Fall könnte ich ihnen ein Gespräch mit einem Islamwissenschaftler empfehlen, der ihnen das alles nochmal genau erklärt.
    Auch Sie setzen ja das Wort "Beitrag" in ironisierende Anführungszeichen. Aber meine Frage beantworten Sie nicht.
    Wenn ich BWL studiere, kann ich hinterher zumindest Buchhaltung, Medizin hilft mir beim Krankheiten heilen und Biologie ist entstanden aus den praktischen Fragen der Landwirtschaft.
    Dass Arabisch wie jede Fremdsprache nützlich ist habe ich nicht in Frage gestellt (warum tun Sie denn so, als hätte ich das?).
    Nur eben "Islamwissenschaften" - die ja eben kein Fremdsprachenstudium sind, sondern ein solches wohl voraussetzen, sind mir wirklich und ohne Arg unverständlich, sowohl was Inhalt als auch Ziele betrifft.
    Kann man das hier nicht fragen, ohne zensiert zu werden?
  4. #4

    Zitat von werauchimmer Beitrag anzeigen
    Auch Sie setzen ja das Wort "Beitrag" in ironisierende Anführungszeichen. Aber meine Frage beantworten Sie nicht.
    Wenn ich BWL studiere, kann ich hinterher zumindest Buchhaltung, Medizin hilft mir beim Krankheiten heilen und Biologie ist entstanden aus den praktischen Fragen der Landwirtschaft.
    Dass Arabisch wie jede Fremdsprache nützlich ist habe ich nicht in Frage gestellt (warum tun Sie denn so, als hätte ich das?).
    Nur eben "Islamwissenschaften" - die ja eben kein Fremdsprachenstudium sind, sondern ein solches wohl voraussetzen, sind mir wirklich und ohne Arg unverständlich, sowohl was Inhalt als auch Ziele betrifft.
    Kann man das hier nicht fragen, ohne zensiert zu werden?
    Es reicht nicht aus, Wikipedia-Artikel zu lesen oder irgendwelche meiste einseitigen Websites zu besuchen, um den Islam als Religion und Kultur zu verstehen. Neben Sprachkenntnissen und einer Analyse des Koran kommen da regionale und konfessionelle Unterschiede, verschiedenen weitere kulturelle Traditionen und eine umfassende historische Bildung hinzu (und sicher noch anderes). Das können dann Islamwissenschaftler (zumindest geplant).
  5. #5

    Zitat von werauchimmer Beitrag anzeigen
    Auch Sie setzen ja das Wort "Beitrag" in ironisierende Anführungszeichen. Aber meine Frage beantworten Sie nicht.
    Wenn ich BWL studiere, kann ich hinterher zumindest Buchhaltung, Medizin hilft mir beim Krankheiten heilen und Biologie ist entstanden aus den praktischen Fragen der Landwirtschaft.
    Dass Arabisch wie jede Fremdsprache nützlich ist habe ich nicht in Frage gestellt (warum tun Sie denn so, als hätte ich das?).
    Nur eben "Islamwissenschaften" - die ja eben kein Fremdsprachenstudium sind, sondern ein solches wohl voraussetzen, sind mir wirklich und ohne Arg unverständlich, sowohl was Inhalt als auch Ziele betrifft.
    Kann man das hier nicht fragen, ohne zensiert zu werden?
    Ihre Grundannahme, Arabisch werde vorausgesetzt - zugegeben, der Eindruck konnte beim Lesen des Artikels enstehen - ist falsch. Sie bekommen Arabisch in Bachelorstudium in sechs Semestern oder, wie das in zumindest in Köln möglich ist, in zwei Semestern beigebracht. Zusätzlich müssen Sie in Köln noch eine "zweite" Sprache nehmen, zur Auswahl stehen dort momentan Persisch und Indonesisch. "Zweite" in Anführungszeichen, weil man diese Sprachen auch als Hauptsprache wählen und also sechs Semester studieren kann und dafür Arabisch nur zwei Semester lang.
    Wie Sie vielleicht bereits merken, kommt dem Spracherwerb viel Platz zu. Ansonsten lernt der Studierende, wie die Entwicklung der Araber und Muslime waren (und sind), bei der Zeit vor Mohammed ansetzend. Dabei wird beispielsweise im Fach "Sprachen und Kulturen der islamischen Welt" ein Kulturraum abgedeckt, der sich von Nordafrika über die Levante und die arabische Halbinsel, Zentralasien (bspw. Iran, Pakistan) bis hin zu islamischen Ländern im ferneren Asien (bspw. Indonesien). Das Studium versteht sich sicher als Grundlagenstudium, das den Studierenden befähigen soll, sich differenziert mit Muslimen und ihrer Welt - hahaha, das klingt - auseinanderzusetzen. So weiß man besser als der gemeine Bürger, wie er die Entwicklungen in Iran zu verstehen hat oder beispielsweise auch, dass Journalisten oft nur unzureichend informiert sind oder dem Bürger, weil er zu stark vereinfachen will, Fehlinformationen zu lesen gibt.
    Einsatzbereiche gibt es für einen Islamwissenschaftler, der übrigens nicht islamische Theologie lernt, genügend, man muss nur findig sein. So kann er beratend in der Politik tätig sein und die Integration in Deutschland und Europa lebender Muslime vorantreiben oder auch für Austausch zwischen den Menschen sorgen, indem man ihnen Ängste und falsche Vorurteile nehmen kann. Glauben Sie mir, das wollen sie jemanden überlassen, der weiß, wovon er spricht. Und natürlich gibt es auch Islamwissenschaftler, die in die Terrorabwehr gehen - weil auch Klischees bedient werden wollen ;) Grundsätzlich würde ich mir aber an Ihrer Stelle einmal die Frage stellen, wie Ihr Verhältnis zu den Geisteswissenschaften ist. Meinen Sie ernsthaft, es ginge der Gesellschaft besser, wenn diese nicht mehr gelehrt und studiert würden?
  6. #6

    aaa

    Zitat von werauchimmer Beitrag anzeigen
    ...
    Nur eben "Islamwissenschaften" - die ja eben kein Fremdsprachenstudium sind, sondern ein solches wohl voraussetzen, sind mir wirklich und ohne Arg unverständlich, sowohl was Inhalt als auch Ziele betrifft.
    ...
    Fragen Sie das auch wenn irgendwer Theologie studiert? Oder Indologie? oder irgend etwas anderes was nicht Mainstream ist? Islamwissenchaft beschäftigt sich nicht nur mit der Religion Islam. Da gehört auch Kultur, Politik, Literatur, ... dazu. Islamwissenschaft beschäftigt sich AFAIK allgemein mit dem islamischen Welt.

    Und was man damit werden kann? Wie die meisten Geisteswissenschaften qualifiziert das Studium der Islamwissenschaften nicht unbedingt zu einem bestimmten Beruf. Muss es erstmal auch nicht denn Wissenschaft heisst Wissenschaft weil sie Wissen schaft. Das andere nennt man Ausbildung. Sie können aber später in Forschung und Lehre gehen. Sie können allgemein in der Bildung arbeiten. Sie können etwas im Bereich Kulturarbeit und Tourismus, Ausländerbetreuung, Journalismus, Diplomatischer Dienst, ... anstreben.

    Das alles hätten Sie sich aber auch selbst anlesen können. Google liefert auch hier genügend Seiten um sich zu informieren. ;-)
  7. #7

    Zitat von hierro Beitrag anzeigen
    Es ist allerhöchste Zeit, dass sich auch in Deutschland Studenten den Islamwissenschaften widmen. Fundierte Kenntnis wird hier dringend gebraucht, damit die Pseudo-Religionslehrer und -Wissenschaftler, die in unser Land kommen, durch First-Class-Islamkenner ersetzt werden können. Eine fundierte Kenntnis des Islam käme vielen Bereichen zugute, vor allem auch der korrekten Aufklärung der Bevölkerung und den Medien in Deutschland, die oft "hahnebüchend" über den Islam berichten und Zusammenhänge mangels Kenntnis völlig falsch bewerten. Das Studium der Islamwissenschaften bietet den jungen Deutschen später auch einen idealen Zugang zu den islamischen Gesellschaftssystemen, vor allem auch dann, wenn sie in diesen Ländern arbeiten wollen. Hier bietet sich für jene Migranten, die oft auch die arabische Sprache beherrschen, ein breites Einsatzgebiet. Das sollte gerade bei den Migranten-Jugendlichen in Deutschland gefördert werden.
    Dummes Zeug.

    Was der Islam ist wird nicht in Hinterstübchen von einigen Elfenbeinturmbewohnern definiert, sondern von der breiten, oftmals ungebildeten Bevölkerung. Die "lebt" nämlich ihren Glauben oder das was die einzelnen Personen, Familien und regional zersplitterten Subkulturen als eben solche Tradition und Kultur verstehen.
    Wer eine andere Einstellung vertritt wäre bestens aufgehoben gewesen bei den Intrigenschmieder und Scholastikern des katholischen Klerus vor der Reformationszeit, als keiner die Bibel lesen konnte, nichtmals der Dorfpfarrer konnte ordentlich Latein. Als es die Medien - d.h. den Buchdruck, die deutsche Übersetzung und die ganzen Propagandablättchen gab hat sich der "Elitenglauben" wie es ihnen vorschwebt radikal gewandelt.

    Es ist daher primäre Aufgabe alle Schnittmengen auf diverse Grundkomponenten runter zu brechen um den Begriff fassbar zu machen. Detailwissen ist genau im Gegenteil - Kontraproduktiv.

    Z.Bsp. ist der Islam wie auch die anderen Religionen eine Heilslehre, die von Seelenheil spricht und diverse Gebote beinhaltet denen man Folge leisten sollte.
    Problem ist nur: Es gibt keine Seele und damit ist auch eine Heilslehre letztlich bedeutungslos. Man muss dies unter diesem Gesichtspunkt betrachten und unter nix anderem.
  8. #8

    Zitat von AuchNurEinNick Beitrag anzeigen
    Fragen Sie das auch wenn irgendwer Theologie studiert? Oder Indologie?
    Muss es erstmal auch nicht denn Wissenschaft heisst Wissenschaft weil sie Wissen schaft. Das andere nennt man Ausbildung. Sie können aber später in Forschung und Lehre gehen.
    Theologie ist keine Wissenschaft, auch wenn das vom Propagandaapparat ständig wiederholt wird.

    Religionswissenschaft ist eine Wissenschaft, wenn auch von diversen Fakultäten okkupiert. Korrekt wäre es sich mit Psychologie, Neurowissenschaft und Politikwissenschaft zu beschäftigen um Religionen zu analysieren. Die Schablonen die man dort gelehrt bekommen sind hinreichend um alle sogenannten Heilslehren zu erfassen und die psychologischen und politischen Grundlagen zu benennen.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Afghanistan erkunden, Hassprediger erforschen, die Welt verbessern: Das frühere Nischenfach Islamwissenschaften liegt voll im Trend - auch wegen Terroranschlägen wie in Toulouse. Vier junge Menschen erzählen, warum sie den Studiengang gewählt haben und womit sie sich dabei beschäftigen.

    Modefach Islamwissenschaften: Darum studieren wir Allah - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Ein grundsätzlich guter Artikel.

    Allerdings gibt es keine "Islamwissenschaft", den der Islam ist wie das Christentum das exakte Gegenteil von Wissenschaft, nämlich institutionalisierter Aberglauben. Ok, die Erforschung des Selben könnte man evtl. als Wissenschaft bezeichnen.

    Guter Ansatz im übrigen, den Menschen aus dem orientalischen Kulturkreis den Unterschied von Religion und Ihrer Kultur erklären zu wollen. Man sollte gleich die Erziehung zu selbständigem Denken beimischen. Vielleicht ändert sich dann dort etwas in nächsten 200 Jahren.