Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre

DPADas Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...823509,00.html
  1. #1

    Geheimniskraemerei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

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    Danke fuer den Refresher. Die Spiegel Affaere fiel in meine Jugendzeit. Und ich hatte damals noch nicht ueberrissen, um was es ging.

    Grundsaetzlich hat eine Regierung kein Recht, dem Buerger irgendetwas zu verheimlichen. Der Buerger ist der Souveraen, nicht die Hanseln da oben.
  2. #2

    Schützenswert

    Das einzige was da dran schützenswert ist, ist vermutlich der Inhalt des Gutachtens dergestalt, dass das Ansehen des Dr. Wunder nicht den Bach runter geht. Es zeigt wie mit einer verbohrten Sicht alles passend gemacht wurde um Strauß Vorstellungen zur Bestrafung des Spiegel nachzukommen.
  3. #3

    peinlich

    Zitat von wolfi55 Beitrag anzeigen
    Das einzige was da dran schützenswert ist, ist vermutlich der Inhalt des Gutachtens dergestalt, dass das Ansehen des Dr. Wunder nicht den Bach runter geht. Es zeigt wie mit einer verbohrten Sicht alles passend gemacht wurde um Strauß Vorstellungen zur Bestrafung des Spiegel nachzukommen.
    ich schließe mich an: es ist den einschlägigen Kreisen - zu Recht - fortgesetzt peinlich, was damals ablief. Hier wird nicht die Republik geschützt, sondern das Fehlverhalten der Regierenden weiterhin verdeckt und vertuscht. Deutschland hatte damals die gleichen Phobien wie unser großer Bündnispartner heute noch. Ich, Jahrgang 1943, kann mich an den ganzen Wirbel und seine Heiligkeit Strauss noch gut erinnern. Aber alles halb so schlimm: wer nicht einverstanden war, konnte ja "NACH DRÜBEN" gehen. Heute ist alles besser geworden. Gelle?
    Nur: Nach Drüben kann man nicht mehr gehen, weil drüben inzwischen hier ist und von den Brüdern und Schwestern aus der ehemaligen Zone gemäß Regierungsbeschluss keine Gefahr mehr ist. Die dürfen heute sogar Briefe im ehemaligen Westen austragenö.
  4. #4

    Man wundert sich...

    ... dass man in der Regierung immer noch nicht weiß, dass man ein einmal im Internet veröffentlichtes Dokument nicht einfach wieder unter Verschluss stellen kann. SPON gibt sogar in dem Artikel eine URL an, wo man den Text in aller Ruhe lesen kann.

    Von wegen "Verschlusssache" ;-)))))

    Wird man jetzt eine zweite Spiegelaffäre veranstalten, weil Spiegel schon wieder "Geheimnisverrat" begangen hat?

    Oder wird man - wie es sich gehört - sich nur in eine dunkle Ecke verkriechen und über den eigenen Unkenntnis der heutigen Welt grübeln? Soviel Ehrlichkeit und Selbstkritik erwarte ich zwar nicht, aber es wäre eine erfrischende neue Art.
  5. #5

    Im Westen nichts Neues,

    dürfte sich die Sowjetunion damals gedacht haben, als sie den Spiegel-Artikel las. Glauben unsere Politiker wirklich, daß die Sowjets vorher keine Ahnung hatten? Sie hatten oft genug bewiesen, daß sie bestens informiert waren. Vermutlich kommt das ganze Gedöns nur durch die Eitelkeit einiger Beamte zustande: Tiefer hängen, die Bürokraten auch!
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

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    Willkommen in Bürokratistan. Es nimmt nicht Wunder, dass die deutsche Ministerialbbürokratie diese Peinlichkeiten unter Verschluss halten will.

    "Während in Staaten wie in den USA und Großbritannien solche Akten nach Ablauf bestimmter Fristen selbstverständlich für die Wissenschaft freigegeben werden – selbst Russland hat in den 90er Jahren die russischen Akten zur Adenauer-Visite veröffentlicht –, blieben in Deutschland die Archive weiter geschlossen. "
    NS-Vergangenheit: SPD und Grüne fordern Aktenfreigabe - Politik - Tagesspiegel

    Das ist doch genauso ein Armutszeugnis für unseren freiheitlichen, demokratischen, weltoffenen Staat!
    Es müssen schnellstens einheitliche, einklagbare Regeln für die Aktenfreigabe erstellt und auch von den Berliner Bürokraten und Poltikern eingehalten werden. Wenn schon Russland hier als Vorbild gelten darf!
  7. #7

    Geheimnisse - was sind das?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

    Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Nach Durchsicht des Gutachtens beschleicht mich ein Verdacht:
    Nämlich der, dass nicht Strauß sich als Ziel sah (wohl auch), und dass sowohl im Spiegel als auch im Gutachten Details zu Plänen und Fakten stehen, die bis heute womöglich im Grundsatz kaum verändert sind.
    Und: Diese Fakten und Details durchaus nur "geheimdienstlich beschaffbare" Qualität haben könnten.

    Lächerlich wäre nur, wenn Strauß immer noch der Grund wäre, wie´s der Artikel suggeriert "Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre"...?!

    Was wäre daran noch absurd, wenn Pläne zur Verteidigung, Pläne oder Erkenntnisse über Zivil- und Katastrophenschutzmaßnahmen- und Fähigkeiten immer noch aktuell wären?

    Das wären Erkenntnisse, die nur nachrichtendienstlich beschaffbar wären - über die sich aber z.B. Terroristen "freuen" würden...nicht wahr?
  8. #8

    wir waren nicht abwehrbereit!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

    Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    was soll daran heute noch geheimhaltenswert sein, wenn die bundeswehr 1962 bedingt abwehrbereit war (oder nicht?). als jemand, der aus eigener anschauung genau weiß, dass die bundeswehr damals dieses land niemals hätte verteidigen können, find ich das ziemlich lächerlich. oder war das jetz auch wieder "geheimnixverrat"?

    hier gehts um gängelei und den schutz von verbrechern, nämlich der strauss-camarilia. die haben damals und heute die gesetze gebäugt.
  9. #9

    Blauäugig

    Zitat von Luscinia007 Beitrag anzeigen
    Willkommen in Bürokratistan. Es nimmt nicht Wunder, dass die deutsche Ministerialbbürokratie diese Peinlichkeiten unter Verschluss halten will.

    "Während in Staaten wie in den USA und Großbritannien solche Akten nach Ablauf bestimmter Fristen selbstverständlich für die Wissenschaft freigegeben werden – selbst Russland hat in den 90er Jahren die russischen Akten zur Adenauer-Visite veröffentlicht –, blieben in Deutschland die Archive weiter geschlossen. ".........
    Na ja, da sind Sie doch ziemlich blauäugig! England hat eine spezielle Lex Hess erlassen, um zu verhindern, dass die Akte Rudolf Hess vor dem Ablauf von 150 Jahren (!!) freigegeben wird - entgegen althergebrachtem britischem Recht. Es wäre wirklich mal aufschlussreich zu erfahren, was Hess wirklich wollte, was England vielleicht nicht wollte usw. usw.

    Nur: WO wollen sie da klagen?

    Schönen Tag noch!