So wählen Unis Studenten aus: Ein Test wird kommen

DDPSind Abi und Bachelor so wenig wert? Mit Eignungstests müssen BWL-Bachelor und Medizinstudenten ihre Chance auf einen Studienplatz erhöhen. Die Zusatzprüfungen sind oft entscheidend und ähneln Intelligenztests, für die man kaum richtig lernen kann.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...822713,00.html
  1. #40

    ach, China!

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Ich empfehle dem chinesischen Modell zu folgen:
    Ja, ja die Chinesen...

    Einer der ersten Links den unter dem wiki-Artikel schreibt dies:

    "China's national university entrance examination system has long been hailed as an effective mechanism to ensure equal education opportunities for all students.

    But a recent admissions scandal has exposed many flaws as well as laying bare its vulnerability to power abuse and corruption."
    (China Daily)

    Klingt dann ja doch nicht so doll...
  2. #41

    Aussagekraft von Korrelationen

    Zitat von Zitrone! Beitrag anzeigen
    Sie müssen auch nicht alles glauben, was von OECD-, PISA- und Bertelsmann-Studien-Interpreten so behauptet wird.

    Weil sie sich besser zu benehmen wissen? Ordentlicher sind? Weniger rumpöbeln? Sich besser ausdrücken können?

    Manchmal ist die Bevorzugung aber auch nur eine scheinbare, bzw. nur eine Korrelation, z.B. mit der Anzahl der Bücher im Elternhaus.
    Das ist ein wichtiger Aspekt.

    Es werden in dieser Diskussion Zusammenhänge konstruiert, die zwar prägnant aber vollkommen sinnentleert sind. Man kann aber auch den Anteil von Vollwertkost an der Ernährung, die Anzahl von Mc Donalds Besuchen oder von mir aus den Anteil klassischer Musik bei den Hörgewohnheiten nehmen. Da findet man überall Korrelationen.

    Allerdings befürchte ich, dass kein "Bildungsferner" zum akademischen Überflieger wird, indem man das Einkommen der Eltern erhöht, seine Ernährung umstellt, Mc Donalds Besuche reglementiert oder 100 Bücher ins Haus schleppt.

    Natürlich ist der Bildungsabschluß mit dem Bildungsgrad der Eltern korreliert. Und leider wird man die Chance von "Bildungsverlierern" auch nicht erhöhen, wenn man seinen Eltern nachträglich ein Diplom schenkt.

    Und bitte nicht jetzt mit Argumenten "ich kenn aber einen, der von der Hauptschule, bla bla..". So einen kenne ich auch sehr, sehr gut, leider kann man mit einem Beispiel allenfalls ein Dogma widerlegen, beweisen kann man im normalen Leben damit nichts.

    Fragt man sich aber, wem die "Opferdiskussion" der gezielten Benachteiligung mancher gesellschaftlicher Gruppen dient, dann treten folgende Aspekte für mich in den Mittelpunkt:

    1) Individuelle Entschuldigung von Leistungsschwachen ("Ich hätt’ ja gern, aber ich durfte nicht").

    2) ABM für professionelle Sozialarbeiter (Arbeiter im Sinne von bezahlter Arbeit). Die Förderungsmöglichkeiten für einen einzigen vermeintlich "Benachteiligten" sind schier grenzenlos. Unter dem Deckmäntelchen der "guten Tat" kann man auch sein eigenes Auskommen schön rechtfertigen, und zwar ohne eine lästige Nutzendiskussion.

    Und hier entsteht ein beachtenswertes Phänomen: Der wirksamste Einflussfaktor zur persönlichen Bildung ist Wille und Fleiß (Intelligenz alleine hilft nicht), und genau dieser Aspekt tritt bei all diesen Diskussionen in den Hintergrund. Message: Nicht Du bist verantwortlich, sondern deine Eltern, die Lehrer oder von mir aus auch das System. Da ist ja auch etwas drann, aber nichts, was man zumindest in unserer Gesellschaft nicht mit persönlichem Einsatz ausgleichen kann.

    Wenn meine Kinder mir eine schlechte schulische Leistung vorschnell als "Schuld des Lehrers" verkaufen, lenke ich die Diskussion in Richtung der eigenen Verantwortung. Das kann man sehr konstruktiv gestalten, es geht doch allein um die Frage, was man selber ändern könnte (obwohl oder gerade weil der Lehrer ein "Arsch" ist).

    Manche Eltern, die ich erlebe, machen das anders herum. Wenn die Kinder in so einer Situation nicht von selbst darauf kommen, wird ihnen suggeriert, dass ein andere Schuld ist.

    Das ist menschlich zwar schön empathisch, führt aber letztendlich zu der Einsicht: Ich kann nichts dafür, alle anderen sind schuld. Da sich bei einer solchen Überzeugung dann auch der letzte Wille und Fleiß verflüchtigt, liegt zumindest für mich auf der Hand.

    Dr. Jennings
  3. #42

    Zitat von Phoenix2006 Beitrag anzeigen
    Ich habe mal ein paar wissenschaftliche Fragen (Soziologie, Pyschologie)

    Wie testen Sie Studienanwärter die unter Prüfungsangst leiden?
    Wie testen Sie nicht erkannte Hochbegabte, die unser Bildungssystem
    zu Bildungsverlierern gemacht, weil mann sie nicht erkannt hat oder nicht erkennen wollte?
    Halten Ihre Testaufgaben einer Valdierung statt?
    Wie kommen Sie darauf? Hätten unerkannte Hochbegabte - ich gehe mal davon aus, dass sie Underachiever meinen - mit einem Aufnahmetest, der sich an IQ-Tests anlehnt, nicht eher eine Chance, einen Studienplatz zu bekommen als über die Abiturnote?
    Wie sollen Hochbegabte denn erkannt werden, wenn nicht durch einen IQ-Test? Klar, bei den Aufnahmetests soll es sich nicht um IQ-Tests im eigentlichen Sinne handeln, aber daran angelehnt sein. Wenn man dort sehr gut abschneidet (Validität und Reliabilität vorausgesetzt), wäre das ja immerhin ein Anreiz, einen richtigen IQ-Test zu machen.

    Die Frage, ob der Test valide ist, ist natürlich berechtigt.
  4. #43

    Selektive Wahrnehmung

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Das ist nicht lache!
    Akademikerkinder sind meist die Schlimmsten überhaupt. Jedenfalls habe ich das so erlebt. Von Benehmen keine Spur. Meistens ticken doch gerade diese Kinder völlig aus, weil sie zuhause nicht Kind sein dürfen sondern sich immer so verhalten müssen, wie Mami und Papi das erwarten.

    Wie bereits erwähnt, die soziale Inkompetenz habe ich eher bei Mitschülern "aus gutem Hause" erlebt.
    Das "erleben" kann viele Gründe haben, einer davon ist die persönliche Erwartungshaltung und die menschliche Neigung, Einzelfälle, die ein persönliches Vorurteil bestätigen zu überhöhen.

    Eins dürfte aber den meisten Menschen klar sein: Ein wichtiger Aspekt beim Aufbau sozialer Kompetenz ist die Überwindung eigener Vorurteile (zumindest mal der negativen).

    Dr. Jennings
  5. #44

    Kevin Kröpke

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sind Abi und Bachelor so wenig wert? Mit Eignungstests müssen BWL-Bachelor und Medizinstudenten ihre Chance auf einen Studienplatz erhöhen. Die Zusatzprüfungen sind oft entscheidend und ähneln Intelligenztests, für die man kaum richtig lernen kann.

    So wählen Unis Studenten aus: Ein Test wird kommen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Claudia und Ursula sorgen für Gerechtigkeit - YouTube

    Kevin :-)
  6. #45

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Das ist nicht lache!
    Akademikerkinder sind meist die Schlimmsten überhaupt. Jedenfalls habe ich das so erlebt. Von Benehmen keine Spur. Meistens ticken doch gerade diese Kinder völlig aus, weil sie zuhause nicht Kind sein dürfen sondern sich immer so verhalten müssen, wie Mami und Papi das erwarten.

    Wie bereits erwähnt, die soziale Inkompetenz habe ich eher bei Mitschülern "aus gutem Hause" erlebt.
    Na, ich weiß ja nicht, welche Akademiker(-kinder) Sie so kennen, mit meinen Erfahrungen deckt sich das jedenfalls nicht. Von sozialer Kompetenz habe ich im Übrigen nicht gesprochen, es geht rein um Äußerlichkeiten, die manchen Kindern einen Vorteil verschaffen, einfach weil sie den Lehrern angenehmer sind.

    Insofern gibt es diese Bevorzugung wohl, ich behaupte aber, dass das in vielen Fällen unbewußt geschieht. Und der in vielen Kommentaren behauptete hohe Anteil ist Quatsch, weil die im vorigen Post genannten Aspekte schlicht ignoriert werden.
  7. #46

    schmelite

    Zitat von Zitrone! Beitrag anzeigen
    Na, ich weiß ja nicht, welche Akademiker(-kinder) Sie so kennen, mit meinen Erfahrungen deckt sich das jedenfalls nicht. Von sozialer Kompetenz habe ich im Übrigen nicht gesprochen, es geht rein um Äußerlichkeiten, die manchen Kindern einen Vorteil verschaffen, einfach weil sie den Lehrern angenehmer sind.

    Insofern gibt es diese Bevorzugung wohl, ich behaupte aber, dass das in vielen Fällen unbewußt geschieht. Und der in vielen Kommentaren behauptete hohe Anteil ist Quatsch, weil die im vorigen Post genannten Aspekte schlicht ignoriert werden.
    Ich habe an meiner Schule da wohl die Extreme kennengelernt.
    Dennoch ist es mir nicht begreiflich, wieso hyperaktive Akademikerkinder walten können wie sie wollen und ruhige Arbeiterkinder benachteiligt werden. Welche dieser beiden Gruppen ist wohl angenehmer?

    Es wird einfach zu sehr darauf geachtet aus welchem Elternhaus man kommt. Papi ist Arzt und Mami Anwältin? Hier ist die gute Note!
    Bei uns soll es auch vorgekomen sein, dass bei einem eher geistig beschränkten Akademikerkind der Weg zum Abi mit der Finanzierung einer neuen Aulagarnitur geebnet wurde.

    Ich, als Arbeiterkind, musste mich immer behaupten. Ich habe viele ungerechte Dinge erlebt. Deswegen reagier ich bei dem Thema auch sehr sensibel.
    Dennoch, ich bin sehr stolz dass ich es heute weit geschafft habe. Und zwar nicht, weil Papi ein paar Tausend Euro an die Schule überwiesen hat...
  8. #47

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Ich habe an meiner Schule da wohl die Extreme kennengelernt.
    Dennoch ist es mir nicht begreiflich, wieso hyperaktive Akademikerkinder walten können wie sie wollen und ruhige Arbeiterkinder benachteiligt werden. Welche dieser beiden Gruppen ist wohl angenehmer?

    Es wird einfach zu sehr darauf geachtet aus welchem Elternhaus man kommt. Papi ist Arzt und Mami Anwältin? Hier ist die gute Note!
    Bei uns soll es auch vorgekomen sein, dass bei einem eher geistig beschränkten Akademikerkind der Weg zum Abi mit der Finanzierung einer neuen Aulagarnitur geebnet wurde.

    Ich, als Arbeiterkind, musste mich immer behaupten. Ich habe viele ungerechte Dinge erlebt. Deswegen reagier ich bei dem Thema auch sehr sensibel.
    Dennoch, ich bin sehr stolz dass ich es heute weit geschafft habe. Und zwar nicht, weil Papi ein paar Tausend Euro an die Schule überwiesen hat...
    Vielleicht verwechseln Sie da auch was. Akademikertum und Geldadel sind nämlich nicht deckungsgleich. Weiß nicht, wie das bei Ärzten und Juristen ist, im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich gibt's trotz Studium und sogar Doktor nicht unbedingt die ganz dicke Knete.

    Manchmal muss man liebgewordene Vorurteile doch aufgeben - ist mir auch schon so gegangen ;)
  9. #48

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Ich habe an meiner Schule da wohl die Extreme kennengelernt.
    Dennoch ist es mir nicht begreiflich, wieso hyperaktive Akademikerkinder walten können wie sie wollen und ruhige Arbeiterkinder benachteiligt werden. Welche dieser beiden Gruppen ist wohl angenehmer?

    Es wird einfach zu sehr darauf geachtet aus welchem Elternhaus man kommt. Papi ist Arzt und Mami Anwältin? Hier ist die gute Note!
    Bei uns soll es auch vorgekomen sein, dass bei einem eher geistig beschränkten Akademikerkind der Weg zum Abi mit der Finanzierung einer neuen Aulagarnitur geebnet wurde.

    Ich, als Arbeiterkind, musste mich immer behaupten. Ich habe viele ungerechte Dinge erlebt. Deswegen reagier ich bei dem Thema auch sehr sensibel.
    Dennoch, ich bin sehr stolz dass ich es heute weit geschafft habe. Und zwar nicht, weil Papi ein paar Tausend Euro an die Schule überwiesen hat...
    Also es ist wirklich nicht gesund die Scheinwelt der Medien zur eigenen Realität zu erklären, ich empfehle wärmstens ein Besuch beim Psychiater.

    Diese Ferndiagnose ist nicht mal ein Vorurteil, ich weiß es einfach. So ein Arbeiterkind wird garantiert nicht mit Kindern, deren Eltern es sich leisten können eine Aula zu sanieren, auf die gleiche Schule gehen. Im ernst, du wirst nicht mal in ihrer nähe wohnen noch jemals in deinen Leben welche zu Gesicht bekommen.

    Also nicht jeder der gepflegt aussieht und normal kommunizieren kann ist reich.
  10. #49

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sind Abi und Bachelor so wenig wert? Mit Eignungstests müssen BWL-Bachelor und Medizinstudenten ihre Chance auf einen Studienplatz erhöhen. Die Zusatzprüfungen sind oft entscheidend und ähneln Intelligenztests, für die man kaum richtig lernen kann.

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    Na hoffentlich endet das nicht so wie an einigen Unis in Österreich wo weibliche Bewerber aufgrund ihres Geschlechtes einen Bonus erhalten weil sie sonst zu sehr den Männlichen hinterherhinken.