Debatte über Solidarpakt: Die Ideologie der Starken

Privat geht vor Staat: Das ist die angebliche Erfolgsformel, die uns seit Jahren eingetrichtert werden soll. Jetzt sind die öffentlichen Kassen leer, und der Westen zankt sich mit dem Osten ums letzte Geld. Die Reichen schert es nicht - sie können sich einen armen Staat leisten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822972,00.html
  1. #1

    Tja,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Privat geht vor Staat: Das ist die angebliche Erfolgsformel, die uns seit Jahren eingetrichtert werden soll. Jetzt sind die öffentlichen Kassen leer, und der Westen zankt sich mit dem Osten ums letzte Geld. Die Reichen schert es nicht - sie können sich einen armen Staat leisten.

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    Herr Augstein, der sog. "Horizontale Verteilungskampf" um die letzten Krümel, die beim Prassen auf dem neoliberalen Hochtisch (noch) herunterfallen, hat schon begonnen. Tendenz: Zuspitzung -vor allem nach BTW 2013.
  2. #2

    die Reichen

    wo Sie so gerne über die Reichen herziehen: wie reich sind Sie denn Herr Augstein? Wieviel Steuern zahlen Sie? Und weil die ja so niedrig sind: was geben Sie freiwillig dazu für soziale Projekte? oder ist Ihr soziales Engagement damit abgegolten, dass Sie linke Parolen unters Volk bringen und damit reich werden?!
  3. #3

    Die Idelogie der Schnorrer

    Falsch, andersherum: der Staat hat sich daran gewöhnt immer mehr Geld für sozialen Firlefanz auszugeben und dauernd (mit kleinen Ausnahmen) die Steuern zu erhöhen. Die Kommunen müssen eben langsam lernen mit dem Geld auszukommen das sie haben. Das verlangt man von den Privaten Starken genauso. In den letzen 40 Jahren hat sich dank der sozialdemokratischen Parteien immer mehr ein Konsens durchgesetzt dass man nur viel von Oben nach Unten verteilen muss dann wird die Welt besser. Das Gegenteil ist eingetreten: die Unten haben sich nur daran gewöhnt das sie ausgehalten werden und wenn mal etwas weniger von Oben nach Unten umverteilt wird gibt's Entzugserscheinungen. Ich habe noch nie erlebt dass auch nur ein Cent/Pfenning von Unten nach Oben verteilt wurde.
  4. #4

    traurig aber wahr

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es bleibt die Öffentlichkeit auf der Strecke. Man bringt den Leuten seit dreißig Jahren bei, dass das der richtige Weg ist.

    Und sie glauben es.

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    ...auf den Punkt gebracht. Ob Gauck seinen Rousseau gelesen hat, wenn er von "Freiheit" spricht? Ein Ende der beschriebenen Ideologie oder gar ein Umdenken ist jedenfalls noch nicht absehbar. Dazu ist die Katastrophe offensichtlich noch nicht groß genug. Aber die Geschichte hat gezeigt, dass das Pendel irgendwann auch wieder in die andere Richtung schwingen wird.
  5. #5

    Staatsquote Schweiz 35% - wir 47%

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Privat geht vor Staat: Das ist die angebliche Erfolgsformel, die uns seit Jahren eingetrichtert werden soll. Jetzt sind die öffentlichen Kassen leer, und der Westen zankt sich mit dem Osten ums letzte Geld. Die Reichen schert es nicht - sie können sich einen armen Staat leisten.
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    Ach, Herr Augstein. Die Staatsquote in Deutschland ist doch seit den 50er Jahren stets gestiegen und beträgt aktuell ca. 47 %, in den ach so neoliberalen USA auch immerhin 43 %.
    In der Schweiz, deren Bürger einen höheren Lebensstandard haben beträgt die Staatsquote nur ca. 35 %.
    Bei Verschwendern wie Frau Kraft in NRW sind übrigens die Kassen immer leer - Misswirtschaft lässt sich nicht mit Geld heilen
  6. #6

    Die Lösung?

    Wenn jemand pleite ist, liegt es also nur daran, dass er weniger Geld bekommt?

    Kann man natürlich so sehen.
    Dass aber die Tatsache, dass vielleicht einfach zu viel Geld ausgegeben wird/wurde und das auch noch für oft unsinnige Dinge, darf natürlich nicht gedacht werden.

    Wie schön einfach die Welt doch ist, wenn man ne linke Denke hat!
  7. #7

    Häh?

    Zitat von Frans-Daniel Beitrag anzeigen
    Falsch, andersherum: der Staat hat sich daran gewöhnt immer mehr Geld für sozialen Firlefanz auszugeben und dauernd (mit kleinen Ausnahmen) die Steuern zu erhöhen. Die Kommunen müssen eben langsam lernen mit dem Geld auszukommen das sie haben. Das verlangt man von den Privaten Starken genauso. In den letzen 40 Jahren hat sich dank der sozialdemokratischen Parteien immer mehr ein Konsens durchgesetzt dass man nur viel von Oben nach Unten verteilen muss dann wird die Welt besser. Das Gegenteil ist eingetreten: die Unten haben sich nur daran gewöhnt das sie ausgehalten werden und wenn mal etwas weniger von Oben nach Unten umverteilt wird gibt's Entzugserscheinungen. Ich habe noch nie erlebt dass auch nur ein Cent/Pfenning von Unten nach Oben verteilt wurde.
    Sie haben aber in den letzten 20 Jahren nicht gut aufgepasst. Schauen Sie sih bitte mal an, was in dieser Zeit für Steuergeschenke an Unternehmen, Wohlhabende und Reiche erfolgt ist. Würde man diese rückgängig machen, dann hätte man allein in 2011 50 MRD. mehr Steuereinnahmen gehabt. Zur gleichen Zeit wurden aber H4 durchgepeitscht, Sozialleistungen gekürzt und ein Niedriglohnsektor ausgebaut, der europaweit seinesgleichen sucht - nur um die leistungslosen Einkommen der Finanzelite zu bezahlen zu können. Was Sie da schreiben ist total falsch, sorry!
    Schade, dass Sie auf die Propaganda der Neoliberalen herinfallen. Was diese mit ihrer Doktrin angerichtet haben, können Sie gerade an der Eurokrise studieren.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Privat geht vor Staat: Das ist die angebliche Erfolgsformel, die uns seit Jahren eingetrichtert werden soll. Jetzt sind die öffentlichen Kassen leer, und der Westen zankt sich mit dem Osten ums letzte Geld. Die Reichen schert es nicht - sie können sich einen armen Staat leisten.

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    Nach Steuererhöhung zu rufen ist einfach, man darf aber eine Tatsache nicht vergessen:
    Der Staat hat nicht weniger Steuern in den letzten Jahren einganommen, sondern jedes Jahr einen neuen Einnahmerekord aufgestellt.
    Deshalb muss man dann auch ruhig mal die Ausgabenseite kritisch beleuchten (siehe Hamburger Elbphilharmonie, Landesarchivs am Duisburger Innenhafen, Ehrensold für 5 ehemalig Bundespräsidenten, angesammelte Pensionsansprüche in Milliardenhöhe und und und).
    Wie bei der Debatte um die Energiewende liegt das allergrösste Potential zunächst im Sparen.
  9. #9

    Zitat von Frans-Daniel Beitrag anzeigen
    Falsch, andersherum: der Staat hat sich daran gewöhnt immer mehr Geld für sozialen Firlefanz auszugeben und dauernd (mit kleinen Ausnahmen) die Steuern zu erhöhen. Die Kommunen müssen eben langsam lernen mit dem Geld auszukommen das sie haben. Das.....
    Sie haben ein sehr behütetes Leben in ihrer Utopia-Kuppel, muss ich schon sagen.
    In Deutschland hingegen ist in den letzten 40 Jahren vielmehr der Spitzensteuersatz immer geringer geworden und dafür wurden die Sozialleistungen bis hin zu HartzIV runtergekürzt, wo es dann nicht mehr interessiert, wie viel Arbeit der neu-Hartzer vorher geabreitet hat (in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat).
    Zusätzlich die Änderungen für Lohndumping, Deregulierung des Finanzsektors, etc.

    Natürlich wird nie ein Politiker Geld direkt an die Millionäre geben, aber da kann man Gesetze machen, mit denen sich oben das Geld von unten holt...