Holocaust-Museum in Washington: Polen verlangt Auschwitz-Baracke 30 zurück

United States Holocaust MemorialDas Holocaust Memorial Museum in Washington zählt zu den bewegendsten Gedenkstätten der Welt. Doch die einzigartige Dauerausstellung ist in Gefahr: Eine echte Auschwitz-Baracke und viele andere Exponate sind nur befristete Leihgaben - die der polnische Staat nun zurückfordert.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...822236,00.html
  1. #1

    Gesetzesänderung?

    Der Rückgabe von polnischen Exponaten, die an ausländische Museen verliehen wurden, liegt möglicherweise ein Gesetz des Sejm zugrunde, welches sinngemäß besagt, dass Leihgaben, die älter als 50 Jahre sind nurmehr maximal 5 Jahre im Ausland verbleiben dürfen.
    Schmerzlich musste dies das binationale Kraszewski-Museum (Stadtmuseum Dresden - Kraszewski Museum Ausstellung) in Dresden Ende 2011 erfahren.
    Ob das durch SPON-Recherche hätte ermittelt werden können?
  2. #2

    Die Welt ist so einfach

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Holocaust Memorial Museum in Washington zählt zu den bewegendsten Gedenkstätten der Welt. Doch die einzigartige Dauerausstellung ist in Gefahr: Eine echte Auschwitz-Baracke und viele andere Exponate sind nur befristete Leihgaben - die der polnische Staat nun zurückfordert.

    Holocaust-Museum in Washington: Polen*verlangt Auschwitz-Baracke 30 zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Man nimmt mal was an und wundert sich dann, wenn das andere, hier Polen, nicht so sehen. Verträge laufen nun mal aus, damit sollte man sich also zeitig auseinandersetzen und nicht mit Dingen die man annimmt argumentieren. Ebenso sollte unter Experten das eine oder andere Gesetz der leihenden Länder bekannt sein, z.B. auch das polnische das solche Dinge regelt.
  3. #3

    Michael Berenbaum "versteht nicht, was die Polen treibt"

    Michael Berenbaum "versteht nicht, was die Polen treibt".
    Ehm... Herr Berenbaum, vielleicht die Tatsache, dass die Polen die Exponate nur ausgeliehen haben und nun sie auch ganz einfach zurück haben wollen?
  4. #4

    no titel

    Zitat von ka117 Beitrag anzeigen
    Michael Berenbaum "versteht nicht, was die Polen treibt".
    Ehm... Herr Berenbaum, vielleicht die Tatsache, dass die Polen die Exponate nur ausgeliehen haben und nun sie auch ganz einfach zurück haben wollen?
    Ich habe im Jahr 1999 die gelegenheit einer Montage mit mehreren Freizeittagen in Posen benutzt um mir diverse Holocaust Museen in Polen anzusehen selbstverständlich gehörte auch Auschwitz und das Aussenlager dazu. Beide Museen sind mit Exponaten reich gesegnet wenn man mir diese Ausdrucksweise verzeihen möge, es war ein wahrhaft beklemmendes gefühl diese stätten zu Besichtigen aber da nicht jedem diese Möglichkeit offen steht empfinde ich es als großen fehler einer Austellung wie in den USA die Exponate zu entziehen und ihr somit einen großen teil der Authentizität zu rauben. Ich denke im Intresse der Mahnung und erinnerung wäre es besser die Exponate in den USA zu belassen ich befürchte allerdings das es wiedereinmal nur ums Liebe geld geht und die forderung der rückgabe ein finanzielles druckmittel ist.
  5. #5

    Authenzität im Disneyland

    Ist doch schon komisch, oder? Jetzt soll man sich auch noch rechtfertigen müssen, dass man eine Leihgabe wieder haben möchte. Aber so ist es nun mal mit Uncle Sam: Es weiß nun einmal, was am besten ist - vor allem für sich. Da wird Polen flugs abgestempelt zu einem Entwicklungsland in Sachen Geschichte, dass sich nicht angemessen um seine zeitgeschichtlichen Zeugnisse kümmern könne. Engstirnige Kuratoren haben nur sich und "ihre" Ausstellung im Sinn, die - natürlich- nur dort ihre authentische Wirkung entfalten könne.

    Aber vielleicht verstehen wir als Europäer auf geschichtsträchtigem Boden das einfach nicht, weil für uns Geschichte einen örtlichen Bezug braucht. Im weiten Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das wohl anders...
  6. #6

    Authentizität ???

    Zitat von netri Beitrag anzeigen
    ... großen fehler einer Austellung wie in den USA die Exponate zu entziehen und ihr somit einen großen teil der Authentizität zu rauben. Ich denke im Intresse der Mahnung und erinnerung wäre es besser die Exponate in den USA zu belassen ich ...
    Eine Holocaust-Gedenkstätte mit originalen Exponaten aus Auschwitz kann man in Amerika wohl kaum als authentisch bezeichnen.
    Originale gehören meiner Meinung nach an ihren ursprünglichen Platz. Sollen die Amerikaner doch Kopien herstellen, solange sie die Originale noch dort haben und den Polen ihr rechtmässiges Eigentum zurück geben.
  7. #7

    Eine absurde Idee!

    Zitat von ka117 Beitrag anzeigen
    Michael Berenbaum "versteht nicht, was die Polen treibt".
    Ehm... Herr Berenbaum, vielleicht die Tatsache, dass die Polen die Exponate nur ausgeliehen haben und nun sie auch ganz einfach zurück haben wollen?
    Das ist doch kein gewöhnliches Ausstellungsstück und man kann es nicht einfach hin und her transportieren. Für die Überlebenden der Shoah und ihre Familien in den USA hat das Museum in Washington eine enorme Bedeutung. Der Leihvertrag muss erneuert werden. Eine Dauerleihgabe wäre die richtige Lösung.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Holocaust Memorial Museum in Washington zählt zu den bewegendsten Gedenkstätten der Welt. Doch die einzigartige Dauerausstellung ist in Gefahr: Eine echte Auschwitz-Baracke und viele andere Exponate sind nur befristete Leihgaben - die der polnische Staat nun zurückfordert.

    Holocaust-Museum in Washington: Polen*verlangt Auschwitz-Baracke 30 zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Auf der einen Seite ist ganz klar: Was man nur geliehen (bzw. gemietet, ich denke kaum, daß die "Leihgabe" unentgeltlich erfolgte) hat, muß man nach Ablauf der vertraglich bestimmten Zeit zurückgeben. Insofern ist es unsinnig, hier von "gutem Glauben" zu sprechen, daß der Vertrag verlängert werde. Eine solche Verlängerung war entweder nur als Option vorgesehen, die die Polen ausüben können (oder auch nicht, Stichwort "Option"), oder es bedarf zur Verlängerung einer neuen vertraglichen Einigung durch übereinstimmende Willenserklärungen (Stichwort "Vertrag"), wozu es von Seiten der Polen nun aber wohl keine Zustimmung gibt.

    Andererseits: Vielleicht sind diese Exponate in Washington besser aufgehoben. Erstens, weil in Polen viele Ausstellungsstücke noch an den Schauplätzen der Verbrechen vorhanden sind, das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika aber durch diese kaum erreicht werden kann, sondern eher durch Ausstellungen in Amerika.

    Zweitens aber auch um der Erhaltung der Exponate willen. Allein die Rückführung bedeutet das Risiko von Beschädigung und Verlust. Zudem sind die Polen wohl noch immer ziemlich "schlampig" im Umgang mit derart historisch wertvollen Überbleibseln.

    Bitte nicht falsch verstehen! Ich liebe Polen, das Land, die Leute, die Sprache. Aber ich war vor über 10 Jahren in Majdanek und fand es schon damals seltsam, wie unprofessionell die Polen mit den Relikten umgehen. Nun lese ich hier, daß ein Teil der Überreste des Lagers (von dem schon damals nicht mehr viel stand) einfach verbrannt sei...

    Übrigens: Die Schuhe haben auch bei mir den tiefsten und bleibendsten Eindruck hinterlassen.
  9. #9

    Genau

    Zitat von ginlai Beitrag anzeigen
    Eine Holocaust-Gedenkstätte mit originalen Exponaten aus Auschwitz kann man in Amerika wohl kaum als authentisch bezeichnen.
    Originale gehören meiner Meinung nach an ihren ursprünglichen Platz. Sollen die Amerikaner doch Kopien herstellen, solange sie die Originale noch dort haben und den Polen ihr rechtmässiges Eigentum zurück geben.
    Und darum wird Deutschland die Nofretete und alles, was im Pergamon-Museum sich befindet, zurückgeben.