Austausch-Log Russland: Tanjas komplizierte Liebschaft

Tanja Hausdorf Es ist eine Liebe, die häufig weh tut: Tanja Hausdorf hat sich zwar in Russland verknallt, über den alltägliche Rassismus ihrer Austausch-Freunde kann sie aber meist nur den Kopf schütteln. Wenn sie deshalb mit ihrer Gastmutter in Streit gerät, entspannt sie unterm verschneiten Tannenbaum.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...821589,00.html
  1. #10

    Zitat von marypastor Beitrag anzeigen
    Man hoert immer weider von deutschen Scbhulern und Studenten in Russland. Wie geht das eigentlich ? Ohne Russisch funktioniert das doch wohl kaum. Haben die alle vor der Abfahrt schnell mal eben Russisch gelernt ?
    Nein, das lernt man dann im Land. Meine Frau war als Schülerin ein Jahr in Japan, meine Schwester in Venezuela. Beide ohne Vorkenntnisse, haben dann aber relativ schnell Japanisch bzw. Spanisch gelernt (letzteres ging natürlich schneller).
  2. #11

    Zitat von Jens Schuetz Beitrag anzeigen
    Wir haben hier auf den Spielplaetzen Schwarze Amis, Weisse Amis, Inder, Deutsche, Russen, Moslems. In den USA haben es alle der Gruppen genauso schwer/ leicht, es kann sich also keiner mit boesem Rassismus als Grund rausreden.
    Was ich ueber Jahre beobachtet habe ist das viele russische Kinder regelrecht boesartig sind.
    Deutsche Kinder sind stark, friedfertig und heulen nicht wenn sie mal fallen oder Sand in die Augen bekommen, spielen aber nicht mit anderen.
    Inder trauen sich nichts zu und sind immer dick eingepackt und heulen oft, tun aber keiner Fliege etwas und bleiben unter sich.
    Schwarze sind weniger geschickt, weinen kaum, scheeren sich aber nicht um andere. Wenn du nicht aus ihrem Weg gehst, hast du Pech. Aber es ist nicht so das sie dich gezielt angreifen.
    Weisse Amis, sind immer nett und wollen mit allen spielen, aber etwas wehleidig und vorsichtig.
    Moslems beharken sich gegenseitig, bleiben aber unter sich. Sportlich sind sie auch nicht so gut.
    Russen pruegeln sich untereinander, schubsen andere Kinder von Kletterstangen und bewerfen sogar alte Menschen mit Dreck. Deren Eltern schenken denen keine Beachtung. Kommt mal eine Beschwerde sind sie genervt und zwingen den Spielplatztyrann sich zu entschuldigen, wobei dem Kind aber klar gemacht wird das die nur pro forma ist.

    Das hat natuerlich nichts mit "Rassen" zu tun. Einzig und allein der Erziehungsstil der Eltern ist dafuer verantwortlich und die Basis dafuer liegt in deren Kultur, weshalb es in ethnischen Gruppen auch beobachtbare Trends geben kann.

    ....das ist in der Tat so. Eine "Vorliebe" zum Schickanieren wird in Russland einem anerzogen. Das traurige ist, daß meistens sozial schwache als Opfer dabei ausgesucht werden, - Schwule, Behinderte, Ausländer, Andersdenkende etc. Das ist der entscheinde Unterschied zu Westeuropa, wo "starke" Personen wie Politiker (Beispiel Bundespräsident) zum Hetzen ausgesucht werden. Auf der anderen Seite lernen Kinder in Russland früh, sich durchzusetzen, ohne Rücksicht auf die anderen. Eine psychisch labile bzw. einsame Person hat in Russland wenig Chancen, unversehrt zu überleben. Abstieg in die Drogenszene, Alkoholismus etc. sind dann die Folge.

    Der Rassismus der Russen ist in meinen Augen aber relativ. Fragen Sie mal einen weissen Südafrikaner, was er über seine schwarze Mitbürger denkt...oder einen Texaner über die (illegalen) Einwanderer aus Mexiko...oder einen Dänen über Araber...

    Eine offene Artikulation der Tatsachen ist in Russland normal. In meinen Augen ist das die "politisch inkorrekteste" Nation. Was aber nicht unbedingt negativ ist. Hier werden einige "Inhalte" nur getuschelt und ängstlich unter guten Freunden ausgetauscht, da offen und laut disskutiert. Dass dabei oft auch idiotische und einfache falsche Ansichten zutage treten, ist ja normal.
  3. #12

    Zitat von BarisP Beitrag anzeigen
    ....das ist in der Tat so. Eine "Vorliebe" zum Schickanieren wird in Russland einem anerzogen. Das traurige ist, daß meistens sozial schwache als Opfer dabei ausgesucht werden, - Schwule, Behinderte, Ausländer, Andersdenkende etc. Das ist der entscheinde Unterschied zu Westeuropa, wo "starke" Personen wie Politiker (Beispiel Bundespräsident) zum Hetzen ausgesucht werden. Auf der anderen Seite lernen Kinder in Russland früh, sich durchzusetzen, ohne Rücksicht auf die anderen. Eine psychisch labile bzw. einsame Person hat in Russland wenig Chancen, unversehrt zu überleben. Abstieg in die Drogenszene, Alkoholismus etc. sind dann die Folge.

    Der Rassismus der Russen ist in meinen Augen aber relativ. Fragen Sie mal einen weissen Südafrikaner, was er über seine schwarze Mitbürger denkt...oder einen Texaner über die (illegalen) Einwanderer aus Mexiko...oder einen Dänen über Araber...

    Eine offene Artikulation der Tatsachen ist in Russland normal. In meinen Augen ist das die "politisch inkorrekteste" Nation. Was aber nicht unbedingt negativ ist. Hier werden einige "Inhalte" nur getuschelt und ängstlich unter guten Freunden ausgetauscht, da offen und laut disskutiert. Dass dabei oft auch idiotische und einfache falsche Ansichten zutage treten, ist ja normal.
    Nur leider verfestigt sich der Rassismus in Russland dadurch. Es gibt dort keine Bewegungen die Toleranz fordern. Auch der Staat will und kann nichts gegen den offenen Rassismus unetrnehmen.
    Hingegen gibt in Europa zumindest von verschiedenen Seiten Bemühungen Aufklärung zu betreiben was Toleranz und Rassismus betrifft.
  4. #13

    Melbourner Kinder und russische Trostlosigkeit

    Zitat von Jens Schuetz Beitrag anzeigen
    Wir haben hier auf den Spielplaetzen Schwarze Amis, Weisse Amis, Inder, Deutsche, Russen, Moslems.
    "Weiße Amis" habe ich zwar downunder in Melbourne weniger, "Weiße" schon, wobei man hier von Caucasian spricht.

    Und hier spielt jeder mit jedem, So auch mein chinesischstämmiger Stiefsohn (der sich absolut nicht als Chinese versteht, er ist Aussie!), dessen bester Freund z.B. griechische Vorfahren hat.

    Es ist ab und an wirklich gut, solche Berichte zu lesen - dann weiß man, wie gut es uns hier geht.

    Meine Rußland- und Ukraine-Erfahrung: die traurigsten Länder, die ich je bereist habe. Nicht wegen Armut, davon gab es z.B. in Usbekistan, mit gleicher Geschichte über die letzten mehr denn hundert Jahre, mehr, sondern wegen der trostlosen Ergebenheit in Schicksal und Alkohol.
  5. #14

    wer zuspaet kommt

    2 Millionen Kazakhchen sind im zweiten Weltkrieg gestorben, an der Front die in Russland lag und nicht in ihrem Gebiet; 70 Voelker der Sovietunion haben in Stalingrad gekaempft....................

    fahre regelmaessig nach Russland und erlebe den Rassismus gegen die Suedlaender, und bemerke dann eben nebenbei welche Opfer diese Voelker fuer Russland gebracht haben...wird gerne dort vergessen

    in Russland koenne viele gar nicht verstehen wie China sie wirtschaftlich rechts ueberholt haben, das ist fuer ihr Weltbild einfach nicht akzeptabel
  6. #15

    Zitat von petros Beitrag anzeigen
    Meine Rußland- und Ukraine-Erfahrung: die traurigsten Länder, die ich je bereist habe. Nicht wegen Armut, davon gab es z.B. in Usbekistan, mit gleicher Geschichte über die letzten mehr denn hundert Jahre, mehr, sondern wegen der trostlosen Ergebenheit in Schicksal und Alkohol.
    Und dies ist in Usbekistan nicht der Fall?
    Dann waren Sie nie wirklich dort.

    Es gibt auch ein anderes Rußland - außerhalb der Trostlosigkeit, Schicksalergebenheit und den Alkoholproblemen. Ich will jetzt mal nicht über Moskau oder Petersburg reden; ich fand z.B. die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft, den Erfindungsreichtum trotz spartanischer Mittel in der Provinz schon beeindruckend.
    Witzig auch der nagelneue, teure Kaffeevollautomat in der Bruchbude (Schnellstraßenrestaurant) an der M5 zig Kilometer hinter Rjazan.
    Und dass Russen nix über ihr Vaterland kommen lassen, ganz im Gegenteil zu den vielen gut situierten, aber ständig rummosernden Deutschen, hat doch auch was.
  7. #16

    Tanjas komplizierte Liebschaft

    I'm a Hispanic American who lives in Russia for the last 4 years. Have read this article through Google-translator. (Sorry, can’t speak German).
    Must say that I'm shocked by the lowest possible level of the publication I've read. It uses all the possible anti-Russian clichés that one may find in Western media. These clichés are so primitive that I think the author apparently doesn't respect his readers’ IQ.
    I can say that I've never met any sign of racism in Moscow where I live, despite the fact that I personally look like possible Azeri or Turkmen (or Chechen) woman. I've never heard from anybody of my colleagues or friends over here anything of racist content. Certainly, there's some misunderstanding and even tension between various nationalities, especially between Russians of European origin and people from Asian part of the ex-USSR. But this can't be even distantly compared to the real racial hatred typical for my country - USA, - or to France where I could see namely a war of Arabic French against French French people.
    The mentioned in the article low salaries in Russia may be considered to be true. So what? So far Russia has a pretty good GDP, but certainly insufficient GDP per capita. It's merely a matter of time to boost the latter. Some people are leaving the country for some foreign lands? Yes, they do. So what? Europeans are immigrating to the US for the same purpose - they want a higher level of wealth. Many East Europeans (Poles, Czechs, Hungarians) are leaving for western Europe.
    For how long the Spiegel and Washington Post are gonna demonize Russia? Leave it alone. It lives according to its traditions and desires. Please believe me - people over here study at schools, universities, they work, they fall in love, they marry, they bring up kids, they travel all around the globe... So it goes over here like it goes elsewhere in the world.
    I really can't read such a baloney as this article. It stinks!
  8. #17

    Lost in translation

    Dear eva2012,

    Please be aware that this is not really an article by Spiegel. It is a journey blog of a young German exchange student who is spending a year in a Russian host family. I myself spent years in Russia and I did not find this report by any means offensive. A lot of language nuances get lost in translation, especially when using online translators.

    Do not misunderstand me. I love Russia. But you have to admit that (compared to other countries) a lot of things are different. Especially when one spends time outside of Moscow. Moscow is and always was a special case. Moscow is a megalopolis for Russian economic and political elite which for more than a decade successfully managed to drive the poor population out. But Tanja is spending her year in Klin, which has only 81,900 citizens. People in small towns tend to be more resigned to their fate and more likely to be close-minded. Then again, I think that the issue with racism was a misunderstanding on Tanja´s part and happened on the basis of cultural differences.