Billig-Mode - sollten Kunden Discounter boykottieren?

Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
  1. #210

    Zitat von Satiro Beitrag anzeigen
    ...
    Von einer jungen Dame, welche ab und zu in einem solchen Geschäft( Schicki- Micki - Laden ) jobte, erfuhr ich mal das die dort die einkaufspreise bei 40% vom SWchaufensterpreis lagen. Aber das ist schon etwas länger her.
    Bei Schicki-Micki-Ketten mit modischem Tinneff-Angebot ("Saison-Ramsch") und angelernten, kaugummikauenden und simsenden "Verkäuferinnen" ist das an sich nicht gerechtfertigt. Aber die meist weibliche und junge Kundschaft stürmt diese Läden mit ihrem popbedudeltem Ambiente und zahlts offensichtlich gerne.

    Anders ist es bei echten Fachgeschäften, die ein breites und tiefes Sortiment (auch speziellere Artikel und ein breites Größenspektrum jederzeit vorrätig) haben und dies mit guter, qualifizierter Beratung durch Fachkräfte verkaufen. Hier rechtfertigt die höhere Waren- und Beratungsqualität auch einen Aufschlag von z.B. 60%. Leider sterben diese Geschäfte aus, weil ihre Leistung vom Markt kaum honoriert wird. Im Extremfall holt man sich dort die Beratung und kauft dann aber das Produkt beim Billigheimer.
  2. #211

    Wer kann...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Wenn man sich eine Jeans für 75+ Euro leisten kann, ein Hemd für 50+ ein paar Socken für 6+ und eine Unterhose für 15+ Euro, kein Problem. Dann hat man dazu auch noch die Gewissheit, die Werbebranche kräftig unterstützt zu haben, und die großen Modenamen in New York, Paris, London und Mailand.

    Dass diese Produkte dann nicht auch aus den Billiglohnländern kommen ist noch lange nicht gesagt, oder dass die Arbeiter, die diese teuren Fabrikate herstellen, mehr verdienen.
  3. #212

    Zitat von Katzenfreund Beitrag anzeigen
    Und ich bin auch nicht der Retter dieser Welt. Nebenbei bemerkt sind diese Menschen ganz froh einen Job zu haben. Und wenn keiner mehr diese Waren kauft, haben sie keinen mehr.
    Sie müssen diese Welt nicht retten, wenn Ihnen nicht danach ist.

    Aber die Arbeits- und Lebensbedingungen unzähliger Menschen in die Sch..... mit unserem gedankenlosen Konsum zu reiten, ein solches Recht gab und gibt es nicht und wird es auch nie geben. Daran kann auch die von Ihnen im letzten Satz verwendete weit verbreitete Lebenslüge nichts dran ändern.

    Einen Untergehenden nicht zu retten ist zwar nicht unbedingt heldenhaft, aber wer taugt schon dazu?

    Wenn wir aber den besagten Opfern (wenn auch ungewollt, aber in Kenntnis des Übels)noch fahrlässig einen Schubs geben bzw. die Luft aus dem Rettungsring lassen, dann ist das unter aller Sau.

    Das geht uns alle, mich eingeschlossen, an.

    Gruss Kleinlok
  4. #213

    Aber die Arbeits- und Lebensbedingungen unzähliger Menschen in die Sch..... mit unserem gedankenlosen Konsum zu reiten, ein solches Recht gab und gibt es nicht und wird es auch nie geben. Daran kann auch die von Ihnen im letzten Satz verwendete weit verbreitete Lebenslüge nichts dran ändern.


    Das geht uns alle, mich eingeschlossen, an.

    Gruss Kleinlok[/QUOTE]
    Also mir ist klar daß die Arbeitsverhältnisse in vielen Ländern katastrophahl sind.Dies abzustellen ist Aufgabe der Regierungen,der Verbraucher hat dazu fast keine Chance.Das als gedankenlosen Konsum abzutun ist unrealistisch,oder können sie für sich garantieren ob ihr Computer oder Fernseher nicht mit Kinderarbeit zusammengeklöppelt wurde?
    Und der Satz mit der Lebenslüge würde mich doch mal intresieren:welchen Arbeitsplatz hätten diese Menschen denn dann tatsächlich ?
  5. #214

    Also mir ist klar daß die Arbeitsverhältnisse in vielen Ländern katastrophahl sind.Dies abzustellen ist Aufgabe der Regierungen,der Verbraucher hat dazu fast keine Chance.
    Beim Lottospielen hat man auch fast keine Chance, und trotzdem nehmen Millionen dran teil.....

    Das als gedankenlosen Konsum abzutun ist unrealistisch,oder können sie für sich garantieren ob ihr Computer oder Fernseher nicht mit Kinderarbeit zusammengeklöppelt wurde?
    Es gibt immerhin zahlreiche Produkte, wo man sicher sein kann. Oder wo man weiß, sie sind in Europa hergestellt, wo es auch in den armen Regionen einigermassen zivilisiert zugeht. Oder sie sind von einer "fair trade" - Organisation... deren Marktanteil steigt stetig, und mittlerweile haben sogar Supermärkte das im Regal.

    Das sind zwar auch alles keine sehr großen Veränderungen, aber das Erstarken von etwas besser verdienenden Produzierenden in bestimmten Ländern kann dann u.U. wieder deren Interessenvertretung stärken... innerhalb von Jahren kann da durchaus sich mal was ändern. Wer hätte mal gedacht, daß "Starbucks" eines Tages von kolumbianischen Kaffeeproduzenten gekauft werden könnte...
  6. #215

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Wenn man es sich leisten kann auf jeden Fall.
    Abgesehen davon, daß die Billigklamotten oft von ziemlich schlechter Qualität sind.
    Andererseits sollte man sich nicht zu dem Umkehrschluß verleiten lassen, daß hochpreisige Designerkleidung immer unter anderen Bedingungen hergestellt wird. Man soll schon entdeckt haben, wie Kinder in Asien T-Shirts für teure Labels genäht haben. Wahrscheinlich wird man deshalb in Edelboutiquen angekuckt, als hätte man eine Schraube locker, wenn man nach den Produktionsbedingungen des coolen Teils fragt, das man gerade anprobiert.
    Aber es gibt auch durchaus Alternativen zum grob gestrickten "Rentierpulli" aus dem Dritte-Welt-Laden, z. B. ein Versandhaus, das nicht nur Öko- sondern auch Sozialstandards garantiert und zwar in klassisch-elegantem Design zu vernünftigen Preisen.
    Zum Protzen taugt die Marke allerdings nicht, das Label ist nicht in Großbuchstaben vorne aufgedruckt, ist eher was für Understatement.
  7. #216

    ...aber so ist das, wenn Geiz geil sein soll.

    Zitat von haumti Beitrag anzeigen
    Also mir ist klar daß die Arbeitsverhältnisse in vielen Ländern katastrophahl sind.Dies abzustellen ist Aufgabe der Regierungen,der Verbraucher hat dazu fast keine Chance.
    Das ist schlichtweg falsch.

    Es gibt fair gehandelte Produkte, z.B. ist das relativ einfach beim Kaffee zu handhaben. Achten Sie auf die Verkaussiegel , z.B. "fair trade" oder noch besser, kaufen Sie Kaffee, Tee oder weitere Genussmitel bei der GEPA, das ist eine kirchliche initierte Vertriebsfirma, welche ihre fair gehandelten Produkte in vilen Supermärkten abietet.

    Zitat von haumti Beitrag anzeigen
    Das als gedankenlosen Konsum abzutun ist unrealistisch,oder können sie für sich garantieren ob ihr Computer oder Fernseher nicht mit Kinderarbeit zusammengeklöppelt wurde?
    Sie machen es sich wieder einfach:

    [B]Sinnvoller Konsum soll quasi unmöglich sein[/B:

    Der Verbraucher soll resignieren dürfen und die Verantwortung soll wieder die mindestens genauso sozial unfähige Politik beweisen.

    Natürlich ist es schwer, bei den meisten Produkten die Produktions-, Handels-, und Transportbedingungen schlüssig nachvollziehen. Aber man könnte schon mal ab und zu den Verkäufer fragen, ob er wüsste, wie die Produktionsbedingungen wären. Darauf wird der Ihnen natürlich leider mesit nischts sagen können/dürfen.
    So eine Frage kostet aber erst mal nur etwas Mut und kann evtl. bei uns selber ein klein wenig das Bewusstsein verändern.

    Das ist nämlich dringenst notwendig. Sie selbst sagen zumindest in der Folgebeschreibung:

    Zitat von haumti Beitrag anzeigen
    Also mir ist klar daß die Arbeitsverhältnisse in vielen Ländern katastrophahl sind.
    Wahrscheinlich ist das den meisten klar, nur leider nicht so, dass das irgendeine sinnvolle Konsequenz zeigen würde.

    Immer wieder werden die alten Lakaien des Kapitals gewählt, die die deutsche Entwicklungshilfe qualitativ und quantitativ gründlich in die Sch.... geritten haben.

    Lakaien, die unfähig Wirtschaftslobbiinteressen vertreten, die aber mit den grundlégenden Interessen der Menschen der 3. Welt herzlich wenig zu tun haben. An der Börse geht man zur Not über Leichen, die aus Sicht der Brooker aber wenihgstens am anderen Ende der Welt umfallen.

    So ist das bei uns:

    Leider sollen die Probleme uns meistens nicht bewusst werden, Geiz soll geil sein, auch beim Nachdenken.
  8. #217

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Ist diese Frage eine Drohung? Wenn die Kunden das nicht machen - sich nicht "edel" verhalten - dann sorgt die EU dafür das es verboten wird wie die Glühbirne?

    Wann lernt man den Menschen (endlich) zu begreifen? Man sollte nicht den Sozialisten in die Hände spielen. ALOA
  9. #218

    Billig-Mode -sollten Kunden Discounter boykottieren?

    Zitat von Satiro Beitrag anzeigen
    Können Sie oder sonst jemand von denen welche sich hier an der Diskussion beteiligen bitte mal aein paar Beispiele geben:
    Herstellerpreis -Großhandelspreis -Ladenpreis
    für Schuhe aus .....
    Genaue Preise für die Herstellung in Indien ,China etc., kann ich leider nicht nennen, aber vor einiger Zeit war von einem Stundenlohn von 2 Euro pro Tag die Rede.
    Allerdings, wenn ich hier in den Kaufhäusern, den Edel-Katalogen zum Winterende oder Herbstanfang die Herabsetzungen nehme ( bis zu einem Schnäppchenpreis von 20%) , denke ich , 60% Verdienst war früher und wenn man dann die Miete, Lohnkosten, Steuer etc. abrechnet, muß auch so kalkuliert werden. Meine Freunde und ich kaufen grundsätzlich als Schuhmode nur italienische, deutsche und österreichische Ware. Das Preis - Leistungsverhältnis stimmt! Ferner haen die Deutschen und Österreicher halbe Größen und tolle Paßform. Man kann ja mal bei Gabor in Österreich anfragen! Außerdem, so viel Plünnen kann man nicht gebrauchen und so kaufe ich nur teurer und dafür besser und seltener, stütze aber unseren heimischen Markt.
    Das gilt überdies für viele Artikel und da insbesondere für guten deutschen Honig.
  10. #219

    Zitat von aloa5 Beitrag anzeigen
    Ist diese Frage eine Drohung? Wenn die Kunden das nicht machen - sich nicht "edel" verhalten - dann sorgt die EU dafür das es verboten wird wie die Glühbirne?

    Wann lernt man den Menschen (endlich) zu begreifen? Man sollte nicht den Sozialisten in die Hände spielen. ALOA
    Es geht hier nicht darum sich "edel" zu verhalten sondern schlichtweg Fairness und Gerchtigkeit zu ihrem Vollzug zu verhelfen. Das, aber auch wirklich das gilt es zu begreifen.
    Das ist keine Pflichtübung für Gutmenschen und alle, die das werden wollen, sondern für allle. Ich möchte Sie mal sehen, wenn sich jemand Ihnen unfair und assozial gegenüber verhält.

    Fazit: Wir alle, sprich auch die armen Menshcen aus volkswirtschaftlich betrachtet armen Ländern, haben ein Recht auf Gerechtigkeit und Fairness.
    Das schliesst die Pflicht dazu mit ein, das jede(r) einzelne diese Fairness und Gerechtigkeit gegenüber jedem anderen beweist. Das hat natürlih viel mit Eigenverantwortung zu tun, besonders dann, wenn man sich (verständlich) nicht jeden Scheiss von der EU vorschreiben lassen will.