Billig-Mode - sollten Kunden Discounter boykottieren?

Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
  1. #200

    Zitat von keats Beitrag anzeigen
    Genau
    Trotzdem
    Egal wessen und wo und wie dick ein Portemonnaie ist, jeder Mensch trägt eine Verantwortung und die ist (meiner Meinung) unabhängig von der Geldbörse.
    Sie korreliert evtl. mit der Qualität der Hirndurchblutung und wer da objektivierbare Mängel hat nun gut, zumindest (er-)trägt der Rest in der Regel die Verantwortung für sein Tun, falls er nicht einen "Blackout" vorschiebt, wie schon mal ein christl. Innenminister (meines Wissens damals wg. Meineid).

    Leider scheint es aber doch eher umgekehrt mit der Verantwortung zu sein, nicht weniger Kapital sondern je mehr Kapital ich habe desto Verantwortungsloser scheinen manche zu glauben sich verhalten zu dürfen.

    Wenn wir nicht jedem Menschen auch Verantwortung zugestehen (und Aufbürden) für seine Handlungen wo wollen wir dann anfangen?
    Wer weiss, wem also bewusst ist, das bestimmte Waren durch, (also gut eben) "Lohn"-Sklavenarbeit entstanden ist, kann doch so etwas beim besten willen nicht durch seinen Kauf unterstützen.

    Natürlich ist auch der Staat schon allein wegen der Bestimmungen gegen Dumpingpreise gefordert,
    ABER
    AUCH
    der Bürger ist gefordert.
    Man kann nicht immer warten bis, oder ob der Staat etwas tut.
    Da macht man es sich dann doch zu einfach !

    Ja es ist sicher ein Dilemma wenn Menschen die sehr wenig Geld haben (u.a. wg. Lohnsklavenarbeit, die es natürlich auch in Deutschland gibt) Verantwortungsvoll handelnd solche Sklavenarbeit meiden sollen.
    Früher gab es mal den Begriff "Fringsen" (richtig geschrieben ?), also das "dumpen" von Dumpingpreisprodukten, mache sagen auch ganz einfach mitnehmen oder klauen !
    Vermutlich gibt es bessere kreativere Möglichkeiten, denn klauen geht letztlich am Problem vorbei und hilft damit nicht wirklich.

    Egal jeder trägt mit Verantwortung, ob viel ob wenig und sicher nicht für alles und jedes, aber wir sind, in maßen, alle mit dafür Verantwortlich, wie es hier aussieht.


    Und warum nicht ?
    Warum sollten die Konsumenten sich nicht zusammenschließen ähnlich einer Gewerkschaft ?
    Weil das keinem Staat passen würde ?
    Weil diese Macht sich auf die jetzt noch Mächtigen (Unternehmer & Co.) verheerend auswirken könnte?

    Ja man müßte schon den Hintern heben, aktiv werden und besonders schlimm, sicher auch mit Verantwortung tragen,!

    Nur was ist schöner als (vor allem) selbstbestimmt(e) Verantwortung zu tragen und nicht fremdbestimmte zu ertragen !
    Im Prinzip gebe ich Ihnen ja recht - aber eigentlich IST der Staat ja unser Sprachrohr und SOLLTE in unserem Sinne handeln - von der Verantwortung, die auch die HERSTELLER und VERTREIBER übernehmen sollten, mal abgesehen.
    Es kommt mir irgendwie nicht richtig (und zu simpel) vor, die Verantwortung mal wieder nur beim letzten Glied der Kette abzulegen. Das ist möglicherweise eben auch nicht viel stärker als das Anfangsglied, das sich auch nicht wehrt.
    Ich gestehe ein, dass diese Vision an der (veränderten?) Auffassung des Staates hier (und wohl auch anderswo) über seine ursächlichen Aufgaben krankt - die Interessen der Gemeinschaft aller Bürger zu vertreten.
  2. #201

    Billig-Mode -sollten Kunden Discounter boykottieren?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Leider nicht nur Billigmode, schauen Sie sich viele Schuhe und Kleidung der sogenannten Designer an, diese sind auch in Fernost hergestellt und werden hier völlig überteuert verkauft. Bisher ist mir nur die Firma Deichmann bekannt, dessen Inhaber die Schuhe auch preiswert abgeben und davon in Afrika und Indien vielGutes tun. Die Familie Deichmann unterhält diverse soziale Projekte nebst Ärzten und Schulen u.a. in den Dörfern mit den "Ausgestoßenen" (Leprakranken)
    und sorgt auch für deren Kinder, damit diese eine Schulausbildung erhalten. Aber der ganze Schickimicki-Rest sollte nur gekauft werden, wenn feststeht, dass weder Kinderarbeit noch Lohndumping in der Herstellerfirma herrscht und dafür sollten die Handelskettten und Auftraggeber verantwortlich sein. Unsere Schneiderindustrie wurde kaputt gemacht und es gibt leider kaum noch tolle Schneiderinnen in Deutschland
  3. #202

    Zitat von Katzenfreund Beitrag anzeigen
    Und ich bin auch nicht der Retter dieser Welt. Nebenbei bemerkt sind diese Menschen ganz froh einen Job zu haben. Und wenn keiner mehr diese Waren kauft, haben sie keinen mehr.
    Sie könnten aber zum Beispiel mal Briefe an die Großhändler schicken und sich beschweren oder um Aufklärung bitten. Man kann da schon, zusammen mit anderen, was anstossen. Siehe z.B. das, was nun von Deichmann erwähnt wurde, oder das Siegel für Teppiche, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Vom Endprodukt eines importierten Kleidungsstückes machen die Lohnkosten vielleicht 2% aus! Es wäre also durchaus möglich, den Produzenten dort ein für lokale Verhältnisse fürstliches Gehalt zu bezahlen und wir haben immer noch billige Klamotten. Umgekehrt wäre dann einer in so einem Land stolz auf seine Arbeit, stolz auf sein Produkt, engagiert sich vielleicht sogar besser und wir bekommen etwas Besseres. Vor kurzem kaufte ich ein Paar Schuhe, da war vergessen worden, eine der Zungen anzunähen. Nähere Untersuchung des Schuhs: Made in India. Hm.

    Aber noch eine Nebenbeobachtung zu den Billiglöhnen: Ich war mal in Rumänien und kaufte dort Socken. Und woher kamen sie? Aus China.... also China unterbietet sogar Rumänien....
  4. #203

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ...wo glauben die Leute denn werden die sogenannten Markenwaren produziert....der ganze Kram kommt aus Fernost...es gibt in Deutschland so gut wie keine Textilindusrie mehr (auch in anderen Europäsischen Ländern machen die Werke dicht). Wer glaubt weil er in der Edel Boutique vierhundert Euronen für ne Jeans hinblättert, das diese von fleißigen Händen "MADE IN GERMANY" gefertigt .....
    Dies kann ich nur bestätigen.Dachte früher auch nur die billige Ware wird in Südasien hergestellt.Wurde letzte Woche in Maybritt Illner aufgeklärt.Ca.95% der Ware wird dort produziert.Der Lohnanteil an einer Jeans beträgt lächerliche 1%,der rest ist Material,Vertrieb,Transport und unter anderem Werbung mit einem Anteil von 25%.Das Märchen der Geizige Verbraucher sei dran Schuld ist absolut unhaltbar.Unterbezahlte Näherinnen berichteten von 30$ Lohn im Monat,und das die großen Fabricken die Gesetze machen.Hier sind die wahren Schuldigen die Die Leute versklaven und den Riesenprofit einsacken.Die Regierungen dort sind Unfähig,Korrupt und schauen nur zu.
  5. #204

    Zahlenangaben bitte

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    schauen Sie sich viele Schuhe und Kleidung der sogenannten Designer an, diese sind auch in Fernost hergestellt und werden hier völlig überteuert verkauft.
    Können Sie oder sonst jemand von denen welche sich hier an der Diskussion beteiligen bitte mal aein paar Beispiele geben:
    Herstellerpreis -Großhandelspreis -Ladenpreis
    für Schuhe aus Vietnam oder Südeuropa
    Textilien aus CDhina oder Nordafrika
    speziell zu den Schuhen:
    Wenn man sieht, wieviele Schuhgeschäfte es noch immer in bester Innenstadtlage gibt, muß man denken, dass es sich mal wirklich gelohnt haben muß, Schuhe zu verkaufen.
    Deshalb würden mich die heutige Situation bei Schuhen ganz besonders interessieren.

    Von einer jungen Dame, welche ab und zu in einem solchen Geschäft( Schicki- Micki - Laden ) jobte, erfuhr ich mal das die dort die einkaufspreise bei 40% vom SWchaufensterpreis lagen. Aber das ist schon etwas länger her.
  6. #205

    Zitat von Satiro Beitrag anzeigen
    Können Sie oder sonst jemand von denen welche sich hier an der Diskussion beteiligen bitte mal aein paar Beispiele geben:
    Herstellerpreis -Großhandelspreis -Ladenpreis
    für Schuhe aus.....
    Dann erkundigen Sie sich mal, wieviel Prozent vom Umsatz die Miete ist, die Personalkosten, Energiekosten, Kosten für Steuerberater, Werbekosten, Transportkosten, Abschriften, dann können Sie vielleicht beurteilen, welche Spanne Sie für ausreichend erachten.
  7. #206

    Zitat von schwaborigine Beitrag anzeigen
    Nein, ich meinte Jomos.

    R wie Rieker produziert laut

    http://www.wer-zu-wem.de/firma/Rieker.html
    in Slowakei, Rumänien, Marokko, Tunesien, also
    in relativ armen, aber aufstrebenden Volkswirtschaften.
    Nicht zu vergessen aber auch Entwicklungsabteilung in Deutschland....

    Ich habe mehrere Schuhe, die in Spanien hergestellt wurden... ich erwähne den Nischenproduzenten Sioux mit Fertigung in Deutschland (mein Nachbarort), Frankreich, Italien und Tschechien,

    Schuhmanufaktur Bär aus Bietigheim-Bissingen, die sogar nach Japan exportieren, dann die berüchtigen "Birkenstock".. , die dänische Marke ecco, die meines Wissens viel in Portugal produzieren lässt...

    Also es ist nun wirklich nicht so, daß schon alles aus "Sklavenarbeitsländern" kommt.
    Die von Ihnen genannten Marken gehören aber auch nicht in den Bereich 'Billig-Mode', sondern haben ganz schön stolze Preise.
  8. #207

    Zitat von Askan Beitrag anzeigen
    Dann erkundigen Sie sich mal, wieviel Prozent vom Umsatz die Miete ist, die Personalkosten, Energiekosten, Kosten für Steuerberater, Werbekosten, Transportkosten, Abschriften, dann können Sie vielleicht beurteilen, welche Spanne Sie für ausreichend erachten.
    Ist nicht erforderlich, aber danach hatte ich auch gar nicht gefragt.
  9. #208

    Zitat von schwaborigine Beitrag anzeigen
    Nein, ich meinte Jomos.

    R wie Rieker produziert laut

    http://www.wer-zu-wem.de/firma/Rieker.html
    in Slowakei, Rumänien, Marokko, Tunesien, also
    in relativ armen, aber aufstrebenden Volkswirtschaften.
    Nicht zu vergessen aber auch Entwicklungsabteilung in Deutschland....

    Ich habe mehrere Schuhe, die in Spanien hergestellt wurden... ich erwähne den Nischenproduzenten Sioux mit Fertigung in Deutschland (mein Nachbarort), Frankreich, Italien und Tschechien,

    Schuhmanufaktur Bär aus Bietigheim-Bissingen, die sogar nach Japan exportieren, dann die berüchtigen "Birkenstock".. , die dänische Marke ecco, die meines Wissens viel in Portugal produzieren lässt...

    Also es ist nun wirklich nicht so, daß schon alles aus "Sklavenarbeitsländern" kommt.
    Ich habe inoffizielle Information von einem deutsch-
    vietnamesen erhalten, dass Rieker in Vietnam produzieren
    will. Ihm wurde eine leitende Position angeboten.
  10. #209

    Zitat von Satiro Beitrag anzeigen
    Können Sie oder sonst jemand von denen welche sich hier an der Diskussion beteiligen bitte mal aein paar Beispiele geben:
    Herstellerpreis -Großhandelspreis -Ladenpreis
    für Schuhe aus Vietnam oder Südeuropa
    Textilien aus CDhina oder Nordafrika
    speziell zu den Schuhen:
    Wenn man sieht, wieviele Schuhgeschäfte es noch immer in bester Innenstadtlage gibt, muß man denken, dass es sich mal wirklich gelohnt haben muß, Schuhe zu verkaufen.
    Deshalb würden mich die heutige Situation bei Schuhen ganz besonders interessieren.

    Von einer jungen Dame, welche ab und zu in einem solchen Geschäft( Schicki- Micki - Laden ) jobte, erfuhr ich mal das die dort die einkaufspreise bei 40% vom SWchaufensterpreis lagen. Aber das ist schon etwas länger her.
    Bei Bekleidung sind es weit mehr als 40%. Es koennte an der Lagerhaltung und Umsatzhaeufigkeit liegen. Es gibt z.B. mehr Kleidergroessen als Schuhgroessen.