Kultursparpläne: Das Elend mit den Kürzungen

Leo van VelzenIn Holland haben die Politiker der Mitte-Rechts-Regierung ihre rigorosen Kultursparpläne durchgesetzt, in Deutschland schlagen vier Autoren in einem Buch vor, einfach mal die Hälfte aller Theater und Museen zu schließen. Was ist da los? Das Deutsche Theater Berlin veranstaltet eine Diskussion zum Thema.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...822606,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Holland haben die Politiker der Mitte-Rechts-Regierung ihre rigorosen Kultursparpläne durchgesetzt, in Deutschland schlagen vier Autoren in einem Buch vor, einfach mal die Hälfte aller Theater und Museen zu schließen. Was ist da los? Das Deutsche Theater Berlin veranstaltet eine Diskussion zum Thema.

    Kultursparpläne: Das Elend mit den Kürzungen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Vielleicht haben die einfach den SPON gelesen. Ich zitiere mal aus dem Artikel, in dem den maroden Westkommunen ganz locker die Eigenschuld an ihrer Miesere bescheinigt wird.

    Zitat von SPON
    Doch Städte und Gemeinden hätten es angesichts steigender Sozialausgaben auch versäumt, rechtzeitig und konsequent genug an anderer Stelle zu sparen. "Eine Kommune ist auch unter ungünstigen Bedingungen dafür verantwortlich, ihren Haushalt auszugleichen."

    Statt unangenehme Sparmaßnahmen zu treffen, wichen Kämmerer in NRW darauf aus, Finanzlücken mit Kassenkrediten zu stopfen
    Ja, so ist das mit den unangenehmen Sparmaßnahmen und Kultur ist keine Pflichtleistung.
  2. #2

    50% werden nicht reichen!

    Wenn die Häuser voll sind gibt es keinen Grund zu sparen. Das Problem sind die "künstlerisch wertvollen" Inszenierungen - da sind die Häuser leer.
    Also Masse statt Kopftheater.
    Im Übrigen sollte man die Eintrittspreise testweise an die tatsächlichen Preise anpassen - dann wird man sehen was den Kunden die Kultur Wert ist.

    Das Gute wird sich durchsetzen!
  3. #3

    Was NL betrifft

    Allgemein waren die Budgets in NL durchaus ueppig, und es wurde auch viel Bloedsinn gefoerdert. Das hat auch niemand geleugnet. Man hat auch Vorschlaege gemacht, die zu akteptablen Einsparungen in Hoehe von rund 10% des Gesamtbudgets haetten fuehren koennen. Die beschlossenen Einsparungen erreichen nun rund ein Drittel des Totalbudgets (ab 2013) - und das vor allem, weil der Herrn Wilders ja nur seinen schaerfsten Kritikern eins reinwuergen wollte. Feindbild links, nachdem Feindbild Islam nicht ausreichte. nunmehr kam noch das Feindbild Osteuropa dazu. Die Anhanger von Wilders wuerden am liebsten auch bei den Universitaeten das Messer schoen tief ansetzten.

    Wer also in D von Kultursparplaenen faselt, sollte sich mal schoen ueberlegen, welchen Geist er da weitertraegt.
  4. #4

    Die Quote soll's richten?!

    Zitat von frank_le Beitrag anzeigen
    Wenn die Häuser voll sind gibt es keinen Grund zu sparen. Das Problem sind die "künstlerisch wertvollen" Inszenierungen - da sind die Häuser leer.
    Also Masse statt Kopftheater.
    Im Übrigen sollte man die Eintrittspreise testweise an die tatsächlichen Preise anpassen - dann wird man sehen was den Kunden die Kultur Wert ist.

    Das Gute wird sich durchsetzen!
    Das ist jetzt aber nicht Ihr Ernst, oder?!
    Würden wir im Fernsehen nur noch das zu sehen bekommen,
    was sich per Einschaltquote durchsetzt, dann wäre doch endgültig Schluß mit hochwertigen Produktionen.

    Und am Theater gäbe es nur noch SchenkelklopfKomödien und nett arrangierte Singspiele.
    Will man das wirklich?!
    Ein bißchen Theater (und sonstiger künstlerischer Input) für den Kopf tut in banalen Zeiten durchaus Not.
    Auch wenn nicht massenweise Hirn bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen.
    Eine Gesellschaft braucht Kunst und Kultur, gerade um nicht nur auf Kohle und Konsum fixiert zu sein.

    Im Übrigen könnte man allein mit den öffentlichen Geldern, die jährlich sinnlos in den Sand gesetzt werden, locker mehr Laiengruppen fördern, als sich überhaupt zusammentun!
  5. #5

    Kurzspringer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Holland haben die Politiker der Mitte-Rechts-Regierung ihre rigorosen Kultursparpläne durchgesetzt, in Deutschland schlagen vier Autoren in einem Buch vor, einfach mal die Hälfte aller Theater und Museen zu schließen. Was ist da los? Das Deutsche Theater Berlin veranstaltet eine Diskussion zum Thema.

    Kultursparpläne: Das Elend mit den Kürzungen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Bedauerlich, aber wahr: ökonomische Messzahlen dominieren auch jene Bereiche menschlicher Existenz, die jenseits von Verwertungshybris und fiskalischem Kalkül Lebensqualität (mit-) bestimmen, zum Träumen und Experimentieren anregen und im schönen Regelfall nachdenklich stimmen.
    Der Hinweis auf die großartige deutsche Theaterlandschaft ist nicht nur traditionstrunkener Beschwörung des "Landes der Dichter und Denker" geschuldet, sondern stellt ganz banal die Frage: Wo ist unsere Mitte? Was wollen wir eigentlich? Was ist uns wichtig? - Die Aufblähung fast aller Nachrichtensendungen um die Fieberkurvenberichterstattung aus der Frankfurter Börse oder die medial angestoßene Sensibilisierung für das - ich sag es mal so - Wahre, Schöne, Gute?
    In Sachsen greift aktuell das Ökonomisierungsdiktat um sich. Kulturbürokratische Spitzfindigkeiten pflügen eine gewachsene Kulturlandschaft um, ohne auch nur eine halbwegs seriöse Folgenabschätzung vorzunehmen. Siehe oben: Bedauerlich!
  6. #6

    Hervorragende Idee....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Holland haben die Politiker der Mitte-Rechts-Regierung ihre rigorosen Kultursparpläne durchgesetzt, in Deutschland schlagen vier Autoren in einem Buch vor, einfach mal die Hälfte aller Theater und Museen zu schließen. Was ist da los? Das Deutsche Theater Berlin veranstaltet eine Diskussion zum Thema.

    Kultursparpläne: Das Elend mit den Kürzungen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    ..wobei ich 50% für zu wenig halte. Schauspiel und Opern in denen vor halb-leeren Rängen gespielt wird um abgehalfterteten Darstellern und Intendanten Spitzengehälter zu zahlen, die sich dann mit Stücken bedanken in denen mit rohen Fleisch geworfen oder in die Ecke uriniert wird....da würde ich mal sagen 100% Kürzung ist angebracht.
  7. #7

    Jedes Jahr....

    ....fliessen 170 MRD EUR in Kinder- und Jugendförderung, Zuwendungen zu Eltern, etc.

    Ich schlage vor , hier mal mit 50% zu beginnen. Vorteil : es käme etwas zusammen. Der Staat wäre ruckzuck saniert.
  8. #8

    Dummschwatz

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ..wobei ich 50% für zu wenig halte. Schauspiel und Opern in denen vor halb-leeren Rängen gespielt wird um abgehalfterteten Darstellern und Intendanten Spitzengehälter zu zahlen, die sich dann mit Stücken bedanken in denen mit rohen Fleisch geworfen oder in die Ecke uriniert wird....da würde ich mal sagen 100% Kürzung ist angebracht.
    Mal abgesehen davon,
    daß Sie offensichtlich null Ahnung von Theaterarbeit, Ensemblen und dort gezahlten Gehältern haben,
    wette ich, Sie waren auch sehr lange nicht mehr als Zuschauer dort.
    Wenn überhaupt jemals.

    Ich denke, ich müßte nicht lange suchen, um etwas zu finden,
    daß MICH nicht interessiert, Ihnen aber lieb und der Öffentlichkeit teuer ist, um dann polemisch und bar jeder Ahnung vom Besagten, dessen hundertprozentige Abschaffung zu fordern.

    Mit solch dümmlichem Stammtischgelaber kommt man selten weiter,
    in Diskussionen, die wenigstens ein bißchen Sachkenntnis und einen Hauch von Objektivität erfordern, schon gar nicht.
    Das ist genau die Denk-und Debattierweise, nach der man wirklich gerne mit rohem Fleisch werfen würde!
  9. #9

    _

    Zitat von whis42per Beitrag anzeigen
    Eine Gesellschaft braucht Kunst und Kultur, gerade um nicht nur auf Kohle und Konsum fixiert zu sein.
    Wenn die Gesellschaft sich diese zu 98% nicht ansieht, dann ist sie quasi nicht-existent, außer das sie trotzdem kostet.
    Zitat von Klaraussage Beitrag anzeigen
    Bedauerlich, aber wahr: ökonomische Messzahlen dominieren auch jene Bereiche menschlicher Existenz, die jenseits von Verwertungshybris und fiskalischem Kalkül Lebensqualität (mit-) bestimmen, zum Träumen und Experimentieren anregen und im schönen Regelfall nachdenklich stimmen.
    [...]In Sachsen greift aktuell das Ökonomisierungsdiktat um sich. Kulturbürokratische Spitzfindigkeiten pflügen eine gewachsene Kulturlandschaft um, ohne auch nur eine halbwegs seriöse Folgenabschätzung vorzunehmen. Siehe oben: Bedauerlich!
    Klingt mir mehr nach einigen Fröschen die traurig sind das ihr exklusiver Teich der von der Allgemeinheit zwar finanziert aber unter sich unter ausschluß eben jener Allgemeinheit stattfand (klar, komplett freiwilliger Ausschluß indem die Allgemeinheit eben freiwillig kein Interesse hatte teilzunehmen) jetzt ausgetrocknet wird.