"Guggenheim Lab" abgesagt: BMW fährt in Berlin-Kreuzberg gegen die Wand

Getty ImagesWie sieht die ideale Stadt der Zukunft aus? Weil sich die Bewohner von Berlin-Kreuzberg diese Frage nicht von BMW beantworten lassen wollten, liefen sie Sturm gegen ein Denklabor des Autobauers in ihrem Stadtteil. Der zog sich jetzt zurück - weil er um "die Sicherheit der Mitarbeiter" fürchtete.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...822478,00.html
  1. #1

    Hinterwäldler im Aufstand

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie sieht die ideale Stadt der Zukunft aus? Weil sich die Bewohner von Berlin-Kreuzberg diese Frage nicht von BMW beantworten lassen wollten, liefen sie Sturm gegen ein Denklabor des Autobauers in ihrem Stadtteil. Der zog sich jetzt zurück - weil er um "die Sicherheit der Mitarbeiter" fürchtete.

    "Guggenheim Lab" abgesagt: BMW fährt*in Berlin-Kreuzberg gegen die Wand - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Typisch Berlin: Ein Haufen voller Spinner! SPOM sollten diesen Faulenzern und Wichtigteuer, die einen "hohem moralischen Standard" vorspiegeln und doch nur Staatsknete und billige Mieten meinen, nicht auch noch einen Beitrag widmen. Nicht BMW/Guggenheim ist gegen die Wand gefahren, es ist Berlin mit seiner linken Bagage. Das sind Hinterwäldler der übelsten Sorte, die gegen alles und jedes sind.
    Man sollte das Projekt in Berlin aufgeben, so wichtig ist die Stadt nicht.
  2. #2

    Das verwundert mich etwas. Kreuzberg soll doch mittlerweile angeblich von diesen ganze Kreativlingen und Jungdynamikern bevölkert sein, von denen wird sich doch kaum jemand gegen das BMW-Dingens wehren oder ?
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie sieht die ideale Stadt der Zukunft aus? Weil sich die Bewohner von Berlin-Kreuzberg diese Frage nicht von BMW beantworten lassen wollten, liefen sie Sturm gegen ein Denklabor des Autobauers in ihrem Stadtteil. Der zog sich jetzt zurück - weil er um "die Sicherheit der Mitarbeiter" fürchtete.

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    Ich wette diese empörten "Berliner" würden zu Hause in Stuttgart niemals gegen Mercedes demonstrieren. Bei uns im Prenzlauer Berg ist BMW jedenfalls willkommen.
  4. #4

    Böses "Guggenheim Lab"!

    So etwas Gemeines aber auch, da machen die denen einfach ihre schöne Protestbewegung kaputt, indem sie nachgeben und nicht kommen...
  5. #5

    Zitat von Sleeper_in_Metropolis Beitrag anzeigen
    Das verwundert mich etwas. Kreuzberg soll doch mittlerweile angeblich von diesen ganze Kreativlingen und Jungdynamikern bevölkert sein, von denen wird sich doch kaum jemand gegen das BMW-Dingens wehren oder ?
    Wahrscheinlich ist das auch so aber es sind ja immer die Kritiker die sich organisieren. Durch Bürgerinitiativen und Demos kann dann eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufzwingen. Das kann man nur durch ein Referendum mit hohem Quorum (wie bei Stuttgart 21) verhindern aber das geht ja nicht bei jedem kleinen Projekt.
  6. #6

    Berlin erlebt momentan eine enorme Mietensteigerung, was nicht ohne soziale Folgen bleibt: günstiger Wohnraum wird knapp, gleichzeitig ist die Kaufkraft in Berlin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, insbesondere in den Innenstadtbezirken, zu denen auch Kreuzberg gehört. Das ist ein Problem.
    Doch wer den Aufruf der Gegner liest, der merkt bald: Hier geht es nicht um Gentrifizierung, hier geht es auch nicht um das (wohlgemerkt temporäre) Projekt, es geht auch nicht um das Guggenheim, sondern es geht um die ganz große antikapitalistische Keule, um BMW: "BMW ist nicht irgend eine Marke, sondern ein besonders konservativer Konzern mit einer besonders üblen Vergangenheit. Ein großer Teil des Grundkapitals stammt aus Arisierungen und der Ausbeutung von Zwangsarbeiter_innen während der Herrschaft der Nationalsozialisten...."
    Entsprechend schreiben die Gegner in ihrem Aufruf auch: "Wir unterstützen alle Versuche, das geplante „Lab“ im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner zu verhindern." In Kreuzberg ist das ein Freibrief - nicht (physisch) gegen Menschen, sehr wohl aber gegen Sachen.
    Wie diskursfähig, wie demokratisch und wie sachlich angemessen ist ein solcher Aufruf? Diese Frage stellen sich die Gegner nicht. In der Eigenwahrnehmung kämpft man/frau für das Gute, und zwar gegen das Böse. Da bedarf es keiner intellektuellen Anstrengungen mehr, ob das eigene Verhalten legitim ist, ob es überhaupt zweckdienlich ist, und ob man selbst überhaupt debattenfähig ist. Hier geht es um ganz spießige, im Kern konservative Besitzstandswahrung: alles soll so bleiben, wie es ist. Mer lasset uns unseren Kiez net kaputtmache...
    Wie gesagt: steigende Mieten bei unterdurchschnittlichen Einkommen sind ein Problem. Aber wäre ein nicht ähnlich dringendes Thema wie die Mietsteigerungen auch die Frage, wie wir die wirtschaftliche Kraft eines jeden einzelnen, gerade in den unteren Einkommensschichten, erhöhen? Arm ist nicht sexy. Arm ist arm. (Reich ist auch nicht sexy, aber zumindest bundesdurchschnittliches Einkommen erhöht nachweislich auch die Chance zur gesellschaftlichen Teilhabe.) Mit dieser Debatte hat das Lab aber allenfalls am Rande was zu tun.
  7. #7

    Das Projekt soll BMW schaden?

    Wie denn?

    Ich verstehe die Anwohner nicht.
    Gerade so ein Projekt wäre eine gute Gelegenheit, die eigenen Vorstellungen über das Leben in ihrem Stadtteil einem großen Publikum vorzustellen. Und so nebenher auch noch BMW die Meinung geigen können, ist doch eine tolle Gelegenheit.

    Aber nur "mit euch reden wir nicht - ihr seid bäähhh"
    das hat etwas von Kindergarten.

    Es gibt Städte, deren Einwohner aufgeschlossener sind.
  8. #8

    Och

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie sieht die ideale Stadt der Zukunft aus? Weil sich die Bewohner von Berlin-Kreuzberg diese Frage nicht von BMW beantworten lassen wollten, liefen sie Sturm gegen ein Denklabor des Autobauers in ihrem Stadtteil. Der zog sich jetzt zurück - weil er um "die Sicherheit der Mitarbeiter" fürchtete.

    "Guggenheim Lab" abgesagt: BMW fährt*in Berlin-Kreuzberg gegen die Wand - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    wie schade, jetzt kann "Trendyandy" gar nicht wichtig mit seinem iPhone in Kreuzberg rumrennen, und mit Anderen, zu chilligen Klängen davon träumen, dass die Stadt von Morgen eine Konzern Retorte sein sollte.

    Das ist so traurig,(schnief, schnief) denn natürlich wäre in dieser Zukunftsstadt alles viel Besser( zumindest wenn man gut verdient) und dank vieler Privatisierungen, würde alles auch ganz, ganz Effektiv funktionieren. ;)
    Nur Autofrei wäre diese super Stadt vermutlich nicht.
    Es sei denn, BMW steigt demnächst auf Schuhe um.
  9. #9

    Zitat von hamburgerjung1111 Beitrag anzeigen
    ...ich als hamburger kenne das problem aus der schanze. die ist jetzt immer noch dreckig aber teuer. da will ohnehin keiner mehr wohnen. und eimsbüttel ist saugeil geworden. da ist natürlich teuer... ach??? dann muss ich halt woanders hinziehen wenn ich mir in den angesagtesten ecken der stadt nichts leisten kann. und ihr vollpfosten, das war auch schon vor 50 jahren so.. gentrifizierung... tolles wort. wer die musik zahlt betimmt was gespielt wird. und das war auch schon immer und in jedem system so. mit 1200 brutto wohnt man eben nicht an der alster oder der elbchausse. und wenn der moderne stadtmensch nun einmal nicht mehr gern im grunewald sondern lieber in kreuzberg, friedrichshain oder prentzelberg wohnt dann heisst ihn willkommen und freut euch über neue nachbarn und schmeisst sie nicht raus mit so faschistoiden ansätzen wie "schwaben raus".
    Danke mein Hamburgerjung - besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können!