Karriere-Spielregeln: "Immer schön weiterlächeln"

CorbisNörgeln ist unsexy. Wer Karriere machen will, muss lächeln - und sich verhalten wie ein Baby, sagen zwei Beraterinnen von Top-Managern. Im Interview sprechen sie über Spielregeln für den Aufstieg und verraten, was man von Michelangelo und Lady Gaga lernen kann. Oder von Peter Maffay.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...821718,00.html
  1. #1

    So, so

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nörgeln ist unsexy. Wer Karriere machen will, muss lächeln - und sich verhalten wie ein Baby, sagen zwei Beraterinnen von Top-Managern. Im Interview sprechen sie über Spielregeln für den Aufstieg und verraten, was man von Michelangelo und Lady Gaga lernen kann. Oder von Peter Maffay.

    Karriere-Spielregeln: "Immer*schön weiterlächeln" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Interessant. Das erklärt auch, warum sich in vielen grossen Konzernen nichts mehr bewegt: nur nicht kritisieren, immer lächeln, nur nicht anecken, dann kommt man nach oben ... und kostet mit diesem Verhalten die Firma ein Vermögen.

    Wenn das wirklich die Kriterien sind, kommen in erster Linie echte Versager voran, Leute, die der Firma mehr schaden als sie nutzen.

    Ich kenne da einen Konzern, der jedes Jahr zig Millionen versanden lässt, weil Kritik nicht angesagt ist, sondern Abnicken, damit irgendwer kurzfristig glücklich ist, wider besseren Wissens. Das führt dazu, dass junge motivierte Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit resignieren und nur noch Dienst nach Vorschrift machen.

    Unternehmen, die wirklich voran kommen wollen, brauchen Leute, die Kritik üben können, nicht lächeln, wenn es nicht angebracht ist, und die auch mal Dinge tun, mit denen sie anecken.

    Davon abgesehen: Topmanager wird man nur mit den richtigen Netzwerken, egal, was man kann oder wie man ist.
  2. #2

    Zitat von jagenauundso Beitrag anzeigen
    Interessant. Das erklärt auch, warum sich in vielen grossen Konzernen nichts mehr bewegt: nur nicht kritisieren, immer lächeln, nur nicht anecken, dann kommt man nach oben ... und kostet mit diesem Verhalten die Firma ein Vermögen.

    Wenn das wirklich die Kriterien sind, kommen in erster Linie echte Versager voran, Leute, die der Firma .....
    Da braucht man sich als Hochschulabsolvent nicht wundern, wenn alle konkurrenten beim Interview Tag gleich aussehen, sich gleich benehmen, die gleichen Witze erzählen und im Endeffekt alle unzufrieden sind mit dem was sie machen. All Glatte typen die genau das sagen was der anddere hören will um den größtmöglichen eigenen Erfolg zu erreichen. Prima Topmanager ... Natürlich will niemand kritik hören, weil die meisten menschen unfähig sind kritik richtig zu verwerten. Das ist aber eine Schwäche das kritisierten und nicht eine Schwäche das kritisierenden.
  3. #3

    Präsentation des Gefälligen

    Als hätte man vergessen, dass es der kritische Geist war, der Europa seit der Antike motorisierte. Der Abstieg Europas wird beschleunigt durch den Aufstieg des Mediokren. Und das ist: die Präsentation des Gefälligen.
  4. #4

    Vorbild DDR?

    Manchmal sollte man meinen, dass die Top-Manager und ihre Berater ihre Methoden beim Sozialismus abgeschaut haben.
    Haben diese in ihrem Studium gar nichts von Schumpeters Theorie der Innovation gelernt bzw. zumindest mal davon gehört? Mit Lächeln kommt man da nicht weit.
    Aber Bürokratien ähneln sich nun einmal, mögen sie sich Konzern oder VBE nennen.
  5. #5

    .

    die Aussagen in dem Interview sind vollkommen weltfremd und sollen wohl suggerieren, daß 'Top'leute mit Recht dort oben gelandet sind, weil sie 'so nett gelächelt' und anderen 'geholfen' haben. Das Gegenteil ist der Fall.

    Es gibt drei Faktoren für Karriere: der erste ist Glück. Der zweite gutes Aussehen. Und der Dritte Leistungsmimicry auf Kosten Dritter.

    Ausnahmen bestätigen die Regel.
  6. #6

    korrekte Analyse

    Die Analyse der Damen ist schon korrekt, auch wenn man es nicht mag.
    Ich erlebe seit Jahren tagtäglich und mit steigender Tendenz immer mehr Ja-Sager-Lächeltypen. Firmenwechsel haben da nicht geholfen. Das ist ein allgemeiner Trend der Ende der 80iger einsetzte.

    ABER einen Fehler haben sie dennoch gemacht. Der Artikel sugeriert, dass die Topleute Leistung bringen ("wird als gegeben vorausgesetzt")
    und Ahnung haben, also fachlich wirklich gut sind.
    Leistung ist lediglich spät kommen und bis nachts im Büro bleiben und Ahnung reduziert sich auf präsentieren von Hochglanzfolien die andere erstellt haben und Allgemeinplätze schwafeln.

    Von daher ist Managerkritik a la Wiedeking oder Wolfgang Grupp (Trigema) ihren Kollegen gegenüber, die sie nicht sehr gut dastehen lassen, für mich sehr stimmig und nachvollziehbar.
    Aber dennoch haben die Damen recht, so funktioniert es heutzutage nun mal mit dem Karrieremachen.
  7. #7

    Effeminiert

    Dieser Hang zur bella figura, zum gefällig Gewinnenden entspricht eigentlich dem Verhalten einer jungen unsicheren Frau, die nirgendwo anecken möchte. Denn die ist ja so süß, immer total gut drauf und super attraktiv. Merkwürdig. Mir erscheint eine Quote überflüssig angesichts derart effeminierter Parameter.

    Recruiting und Coaching aber erstellen diese Parameter. Und dort sitzen sehr oft - Damen. Und die sitzen vor allem da, wo selektiert wird.
  8. #8

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nörgeln ist unsexy. Wer Karriere machen will, muss lächeln - und sich verhalten wie ein Baby, sagen zwei Beraterinnen von Top-Managern. Im Interview sprechen sie über Spielregeln für den Aufstieg und verraten, was man von Michelangelo und Lady Gaga lernen kann. Oder von Peter Maffay.

    Karriere-Spielregeln: "Immer*schön weiterlächeln" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Wenn die Ambition - die die beiden Interview-Partnerinnen als quasi angeboren voraussetzen - nicht vorhanden ist - ist dann die ganze Speichelleckerei nicht fruchtlos?
    Dann ist es zwar schön zu verstehen, warum manche Leute aufsteigen - aber es sollte nicht einfach dazu verleiten, es ebenso zu versuchen.
    Tip: Um festzustellen, ob man den Willen hat, es bis ganz oben zu schaffen, ist es zielführend, das Verhältnis zum eigenen Vater zu betrachten. Ist es einem wichtig, seine Anerkennung zu ernten oder kann er einen mit "Du Versager"-Sprüchen auf die Palme bringen, sind die Vorzeichen günstig.

    Aber meist agieren die derlei Geprägten von sich heraus bereits wie im Artikel beschrieben. Die anderen sollten sich nicht verbiegen - ihnen fehlt die wichtigste Voraussetzung und sie riskieren langfristig psychische Defekte, wenn sie langfristig entgegen ihrer Neigungen leben.

    Btw: Der beschriebene Typ des Karrieremachers zeichnet sich durch hohe Scheidungs- und Herzinfarkt-Raten aus. Da mag die Position noch so glanzvoll sein - das Leben als Ganzes ist eher als Desaster zu bezeichnen.
  9. #9

    Immer schön weiterlächeln im Konzern, weil Verluste zahlt der Steuerzahler!

    Zitat von jagenauundso Beitrag anzeigen
    Topmanager wird man nur mit den richtigen Netzwerken,
    egal, was man kann oder wie man ist.
    Kalt, cool, brothercool: Das Selbstbewusstsein der Sklaven

    Wer verbergen kann, wie sehr ihn das alles schmerzt,
    behält zumindest etwas Würde in der Unterwerfung.

    Stets einen kühlen Kopf zu bewahren ist ein guter Rat.
    Das Leben ist ein Theater, bei dem wir uns Ausstattung
    und Verhaltensweisen aneignen, die unsere Mitmenschen
    wie ein Publikum beurteilen.

    Mehr als subalterner Zweck Rationalisierer kann man sowieso
    alleine ohne Seilschaft bzw. Netzwerk kaum werden.

    "Im besten Sinne waren alle diese Dinge nur Refugien,
    im schlimmsten Sinne einfach eine Falle" (Obama)

    siehe
    Obamas Gelassenheit: Kalt, cool, brothercool - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur