Forscher-Aufstand gegen Großverlag: Wir zahlen nicht für unsere Gedanken

michaeleisen.orgVeröffentliche oder verschwinde! Der Publikationsdruck auf Wissenschaftler ist enorm; sie müssen in angesehenen Zeitschriften erscheinen, um Karriere zu machen. Fachverlage nutzen das aus und kassieren horrende Abo-Gebühren, finden Tausende Forscher. Sie rufen zum Boykott eines Großverlages auf.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...820819,00.html
  1. #1

    Beispiel Uni Stuttgart

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Veröffentliche oder verschwinde! Der Publikationsdruck auf Wissenschaftler ist enorm; sie müssen in angesehenen Zeitschriften erscheinen, um Karriere zu machen. Fachverlage nutzen das aus und kassieren horrende Abo-Gebühren, finden Tausende Forscher. Sie rufen zum Boykott eines Großverlages auf.

    Forscher-Aufstand gegen Großverlag: Wir zahlen nicht für unsere Gedanken - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    die Uni Stuttgart hatte 2004, oder war es 2005? alle Elsevier Titel gekündigt, als der Verlag seine Gebühren um 60% erhöhen wollte. Und DAS hat den Verlag nach ca. 3 Monaten zum Einlenken gebracht.

    Relativ zeitnah hatten es auch diverse Freaks geschafft, die Elsevier Co-Autoren und Prüfer in die Irre zu führen, mit einigen vollkommen generischen Artikeln. Damit war bewiesen, daß die Kontrolle oft nicht stattfindet.
  2. #2

    boykott ist marktmacht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Veröffentliche oder verschwinde! Der Publikationsdruck auf Wissenschaftler ist enorm; sie müssen in angesehenen Zeitschriften erscheinen, um Karriere zu machen. Fachverlage nutzen das aus und kassieren horrende Abo-Gebühren, finden Tausende Forscher. Sie rufen zum Boykott eines Großverlages auf.

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    ich hab nie verstanden, wie sich forscher überhaupt in solche kartelle begeben können, die von deren arbeit leben. normale biblioteken in städten oder privatmenschen können sich solche abonements eh nie leisten. 10000 euro für eine zeitschrift, die 4 mal im jahr erscheint und in der forscher ohne honorar schreiben, gutachter ohne honorar gutachten und herausgeber ohne honorar herausgeben. das klingt nach dem idialen geschäftsmodell wie man aus nix einen haufen geld macht.
  3. #3

    Mitmachen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Veröffentliche oder verschwinde! Der Publikationsdruck auf Wissenschaftler ist enorm; sie müssen in angesehenen Zeitschriften erscheinen, um Karriere zu machen. Fachverlage nutzen das aus und kassieren horrende Abo-Gebühren, finden Tausende Forscher. Sie rufen zum Boykott eines Großverlages auf.
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    Eiegntlich gibt es ohnenhin keinen Grund mehr, nicht in OpenAccess-Zeitschriften zu veröffentlichen. Durch die bessere Zugänglichkeit der Zeitschriften werden die Artikel auch viel leichter gelesen - im Zweifelsfall findet man sie mit einer einzigen Eingabe in einer Suchmaschine. Gedruckte Artikel für Themen jenseits des Mainstreams findet man nicht wieder, und wenn doch, sind sie manchmal noch nicht einmal per Fernleihe vernünftig zu bekommen (abgesehen davon, dass man bei diesem Verfahren dreimal überlegt, weil jeder Fehlversuch Geld kostet).
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Veröffentliche oder verschwinde! Der Publikationsdruck auf Wissenschaftler ist enorm; sie müssen in angesehenen Zeitschriften erscheinen, um Karriere zu machen. Fachverlage nutzen das aus und kassieren horrende Abo-Gebühren, finden Tausende Forscher. Sie rufen zum Boykott eines Großverlages auf.

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    Dieses Problem zu lösen, liegt in der Macht der Unis.

    Solange für die Zulassung zur Habilitation Publikationen in bestimmten Zeitschriften gefordert werden, wird sich nichts ändern.

    Ich könnte mir darüber hinaus vorstellen, dass man die Publikationen dort auch kaufen kann, d.h. z.B.dass eine drittklassige Arbeit gegen Cash auch im "New England Journal" erscheint.
  5. #5

    Doppelt und dreifach gezahlt

    Zu den Abogebühren der Zeitschriften muss man auch noch hinzurechnen, dass viel von der Redaktionsarbeit für wissenschaftliche Zeitschriften von Unimitarbeitern gemacht werden - die dann teils kaum noch Zeit für ihre eigentlichen Verpflichtungen haben. Das bedeutet, dass die Verlage die vom Steuerzahler finanzierten Forschungsergebnisse und die Publikationsarbeit zum größten Teil geschenkt bekommen, zu ihrem Eigentum erklären und danach noch einmal fürs Anschauen abkassieren. Wer nicht an einer Uni arbeitet, die die Zeitschrift auch abonniert hat oder den Autor kennt muss für manche einzelnen Artikel 30 Euro Gebühr bezahlen!
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Veröffentliche oder verschwinde! Der Publikationsdruck auf Wissenschaftler ist enorm; sie müssen in angesehenen Zeitschriften erscheinen, um Karriere zu machen. Fachverlage nutzen das aus und kassieren horrende Abo-Gebühren, finden Tausende Forscher. Sie rufen zum Boykott eines Großverlages auf.

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    Eigentlich sollte man meinen, dass solche Probleme im Internet-Zeitalter nicht mehr vorkommen. Jeder kann doch heutzutage Alles veröffentlichen, hier sind die Wissenschaftler gefordert eine eigene Publikations-Platform zu schaffen, dann brauchen sie sich auch nicht mehr über, berechtigterweise, gewinnorientierte Verlage zu beklagen.
  7. #7

    Zitat von Gebetsmühle Beitrag anzeigen
    ich hab nie verstanden, wie sich forscher überhaupt in solche kartelle begeben können, die von deren arbeit leben. ...
    Nun, vielen Forschern bleibt da gar keine Wahl. Das Gros hangelt sich nach der Universitaetsausbildung von Temporaerstelle zu Temporaerstelle, die Guten&Gluecklichen schaffen es nach 15 bis 20 Jahren auf eine Dauerstelle, der Rest geht dann als Taxifahrer arbeiten. Unterdessen muss man alle ein bis drei Jahre die Stelle wechseln und sich mehr oder minder permanent neu bewerben. Ein wesentliches Stellenkriterium (auch fuer den akademischen Aufstieg: Tenure Track-Stelle, Habilitation, Hochschuldozent,...) ist dabei die Publikationstaetigkeit der jeweiligen Kandidaten. Und solange dort paper aus dem Kartell mehr zaehlen als open access-Schriften, solange wird sich an diesem Zustand auch nichts aendern.

    Die Universitaeten, die sich da jetzt ueber die Abo-Preise beschweren, hatten und haben es selbst in der Hand diese Kartelle zu zerschlagen. Sie tun es nur nicht.
  8. #8

    Grünge

    Zitat von strixaluco Beitrag anzeigen
    Eiegntlich gibt es ohnenhin keinen Grund mehr, nicht in OpenAccess-Zeitschriften zu veröffentlichen. Durch die bessere Zugänglichkeit der Zeitschriften werden die Artikel auch viel leichter gelesen
    Es gibt sogar sehr starke (das Wort "gute" vermeide ich absichtlich) Gründe: die Zugänglichkeit an sich bringt dem Wissenschaftler nichts. Was für die Karriere zählt ist einzig und allein die Veröffentlichung möglichst vieler Artikel in möglichst angesehenen Zeitschriften und dass diese Artikel dann in möglichst vielen anderen Artikeln in angesehenen Zeitschriften zitiert werden. Daran misst sich sein Ansehen, der Wert seiner Forschung und seine Chancen auf eine Professorenstelle.

    Und ganz sinnfrei ist diese Praxis auch nicht: die angesehenen Zeitschriften sind angesehen weil sie durch Peer Review eine gute Qualität der Artikel garantieren. Kein Wissenschaftler kann alles lesen was in seinem Gebiet veröffentlicht wird, jeder muss sich auf die Qualitätssicherung durch die Journale verlassen, und deswegen werden Artikel, die diese durchlaufen haben viel mehr gelesen und zitiert.

    Damit ein Open Access Journal eine echte Alternative sein kann muss es also erstens eine strikte Qualitätskontrolle durch Peer Review bieten (manche "drucken" alles solange der Autor bezahlt) und sich zweitens auf dieser Basis eine grosse Leserschaft und entsprechendes Ansehen bei den Wissenschaftlern und deren Vorgesetzen erwerben.

    Und das funktioniert nicht von heute auf Morgen. Umso wichtiger ist es, dass man darauf hinarbeitet.
  9. #9

    Internet-Zeitalter

    Zitat von Mani2 Beitrag anzeigen
    Eigentlich sollte man meinen, dass solche Probleme im Internet-Zeitalter nicht mehr vorkommen. Jeder kann doch heutzutage Alles veröffentlichen,
    Es hat aber gerade deswegen niemand die Zeit, alles zu lesen. Genau das ist das Problem und der Grund warum die Wissenschaftsverlage ihre bequeme Quasi-Monopolstellung haben.