Bochum: Empörung über Toleranz-Preis für Erdogan

AFPSein Land schikaniert die Medien und unterdrückt Minderheiten - doch der türkische Premier Erdogan soll in Bochum einen Preis für Toleranz und Menschlichkeit verliehen bekommen. Politiker der Grünen sind empört, Armenier, Kurden und Aleviten haben zu Massenprotesten aufgerufen.

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  1. #30

    Version?

    Zitat von Adele Beitrag anzeigen
    Ich habe mir die Kölner Rede durchgelesen, im Gegensatz zu dem, was deutsche Schreiberlinge in den Massenmedien uns vorlügen und deutsche rechtspopulistische Politiker sagen, sprach sich Erdogan sehr wohl eindeutig für Integration aus, zugleich aber gegen den Zwang zur Assimilation.
    Welche Übersetzung haben Sie denn gelesen? Selbst in der Welt unterscheiden sich die Übersetzungen von Artikel zu Artikel:

    „Wir haben mit Hass überhaupt nichts zu tun, wir haben mit Feindschaft, mit Streit und Gewalt überhaupt nichts zu tun.“ (Quelle: In der Kölnarena: Erdogan warnt Deutschtürken vor Assimilation - Nachrichten Politik - WELT ONLINE)

    "Die türkische Gemeinschaft und der türkische Mensch, wohin sie auch immer gehen mögen, bringen nur Liebe, Freundschaft, Ruhe und Geborgenheit mit sich. Hass und Feindschaft können niemals unsere Sache sein. Wir haben mit Streit und Auseinandersetzung nichts zu schaffen."(Quelle: Dokumentation: Das sagte Ministerpräsident Erdogan in Köln - Nachrichten Debatte - WELT ONLINE)

    Das kennt man zwar schon aus dem Fernsehn, wenn das Gesagte mit einer nervig-indoktrinierenden (meist gutmeinenden) Übersetzung überlegt wird, die mitunter Sachen beinhalten kann die gar nicht oder doch sehr anders gesagt wurden... aber bei den Printmedien ist mir das bisher so noch nicht aufgefallen.

    Mich würde mal eine orginalgetreue Übersetzung der Rede, ohne Indoktrination (in welcher Richtung auch immer) durch den Übersetzer interessieren. Gibt es die irgendwo?
  2. #31

    Was für ein Demokratieverständnis ?

    Gerhard Schröder soll also den Preis überreichen - ahja

    Der Ex-Bundeskanzler hat ja schon gezeigt, welches Demokratieverständnis er hat

    1. Er nennt Putin einen lupenreinen Demokraten
    2. Er mauschelte mit der Versicherungswirtschaft /Maschmeyer die Riester-Rente aus -
    viele der Beteiligten stehen jetzt im Dienst dieser Unternehmen - Rürup - Riester -
    3. Er mischt bei Berggruen mit Hedgefongs-Managern und z.T. zweifelhaften ehem. Staatsführern mit (siehe auch ZDF-zoom vom 14.3.2012). Dort wird unser demokratisches System als zu unflexibel tituliert und die asiatischen Politsysteme als Vorbild dargestellt
    4. Sein Wirken in der Maschsee-Connection
    5. Agenda 2010
    6. Er hat den Hedgefonds in Deutschland den Weg bereitet
    7. Hat als Regierungschef Verträge für Unternehmen den Weg bereitet, für die er jetzt arbeitet
  3. #32

    Zitat von biobanane Beitrag anzeigen
    Man darf das auch nicht überbewerten. Das ist so ein typischer Preis, der eigentlich nichts aussagt, sodern nur der Stiftung, dieihn vergibt, etwas Publizität verschafft. Sowas gibt es zu haufe, und wenn man sich die bisherigen Preisträger anschau, dann ist das recht peinlich.
    Ich habe selbts mal in dem Gremium gesessen, das die Ehrenpreise einer großen Universität vergab. Da war es nur wichtig, dass die Personen recht bekannt sind und auch zusagten, zur Verleihung zu kommen.
    Erdogan ist da nicht besonders wählerisch. Kurz bevor in Libyen die Revolte losging, hat er von seinem Freund Gaddafi den "Internationaler Gaddafi-Preis für Menschenrechte" (diesen Preis gab es wirklich) entgegengenommen.
  4. #33

    Wieso "Toleranz" und "Offenheit"?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sein Land schikaniert die Medien und unterdrückt Minderheiten - doch der türkische Premier Erdogan soll in Bochum einen Preis für Toleranz und Menschlichkeit verliehen bekommen. Politiker der Grünen sind empört, Armenier, Kurden und Aleviten haben zu Massenprotesten aufgerufen.

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    Moinsen,

    nur mal zur "Relativierung":

    Schaut man auf die Liste der Preisträger, so stellt man fest, dass Erdogan diese sog. "Auszeichnung" in der Kategorie "Europa" erhalten soll ... "Charity" geht an Königin Silvia von Schweden, "Toleranz" an den Alt-Bundespräsidenten Hotte Köhler ...

    Da "Künstlerisches Lebenswerk" schon mit Christiane Hörbiger besetzt ist, kommt dieser Preis wohl für den verkappten Hetzer vom Bosporus auch nicht in Frage.

    Naja, und Sascha Hellen: Hellen Medien Projekte GmbH

    Da erübrigt sich ja wohl jeder Gedankengang.

    Da aber im Ruhrgebiet Schicht im Schacht ist, kann es wohl auch mit dem Steiger nicht mehr so erhellend im Dunkel sein.
  5. #34

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sein Land schikaniert die Medien und unterdrückt Minderheiten - doch der türkische Premier Erdogan soll in Bochum einen Preis für Toleranz und Menschlichkeit verliehen bekommen. Politiker der Grünen sind empört, Armenier, Kurden und Aleviten haben zu Massenprotesten aufgerufen.

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    Wenn man den Preis schon unbedingt einem rechtskonservativen Nationalisten und Undemokraten verleihen will, hätte man Putin nehmen sollen - ist aiuch ein Freund von Schröder und hätte uns dafür vielleicht einen guten Deal für russische Bodenschätze gemacht.

    Oder ist dieser Preis gar nicht so zynisch gemeint?

    Hier noch mal eine gute Zusammenfassung des bisherigen Einsatzes von Herrn Erdogan für Menschenrechte, Toleranz und gutes Zusammenleben:

    peri e.V. - Verein für Menschenrechte und Integration
  6. #35

    Zitat von Taoist Beitrag anzeigen
    Deutsche kritisieren gern und viel, das sollte man nicht überbewerten :-)

    Man denkt hier nicht so sehr in Begriffen wie "beleidigen" und "Ehre". Es hat eher teilweise was von "Meckerkultur", das kollidiert natürlich mit orientalischen Befindlichkeiten. Da gibts auf jeder Seite was zu lernen.

    Des weiteren hoffe ich, dass die Wähler Erdoğans ihn differenziert genug sehen und verstehen, was an ihm hier eigentlich kritisiert wird, und das auch ernst nehmen.
    Ich persönlich finde diese "Meckerkultur" in Deutschland gut und produktiv. Mit diesem Meckerkultur wird über alles gemeckert und jeder Schritt ob berechtigt, oder unberechtigt kritisiert, aber gute und produktive sind dran, dass durch dieser Meckerkultur und dauer Kritik einige Dingen zur Richtigkeit korrigiert werden. Auch in der Türkei beobachte ich dieser "Meckerkultur" wenn nicht im Masse wie in Deutschland, dennoch auch produktiv für die Gesellschaft.
  7. #36

    Zitat von fuzuli Beitrag anzeigen
    Ich persönlich finde diese "Meckerkultur" in Deutschland gut und produktiv. Mit diesem Meckerkultur wird über alles gemeckert und jeder Schritt ob berechtigt, oder unberechtigt kritisiert, aber gute und produktive sind dran, dass durch dieser Meckerkultur und dauer Kritik einige Dingen zur Richtigkeit korrigiert werden. Auch in der Türkei beobachte ich dieser "Meckerkultur" wenn nicht im Masse wie in Deutschland, dennoch auch produktiv für die Gesellschaft.
    Die Kritik an der Verleihung eines Toleranz-Preise ausgerechnet an Erdogan, hat doch nichts mit Meckerei zu tun. Ist doch völlig normal, dass Viele ob dieser Geschmacklosigkeit sich Luft verschaffen.
  8. #37

    Diese Art von Preisverleihungen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sein Land schikaniert die Medien und unterdrückt Minderheiten - doch der türkische Premier Erdogan soll in Bochum einen Preis für Toleranz und Menschlichkeit verliehen bekommen. Politiker der Grünen sind empört, Armenier, Kurden und Aleviten haben zu Massenprotesten aufgerufen.

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    sollten endlich beendet werden weil sie immer wieder an Leute gehen die unter normalen Umstaenden nie fuer so etwas qualifiziert waeren.Aber wenn es um Deutschland und die Tuerkei geht dann gibt es keine normalen Umstaende.Da kommt es auch vor dass ein Erdogan so eine Ehrung bekommt die voellig absurd ist wenn man die Realitaeten mal ohne die alles verschoenende Brille ansieht.
  9. #38

    Kritik an wen?

    Zitat von dilinger Beitrag anzeigen
    Die Kritik an der Verleihung eines Toleranz-Preise ausgerechnet an Erdogan, hat doch nichts mit Meckerei zu tun. Ist doch völlig normal, dass Viele ob dieser Geschmacklosigkeit sich Luft verschaffen.
    Laut
    Berliner Morgenpost: Erdogan erhält den Preis in der Kategorie "Europa". Der türkische Regierungschef bekomme ihn als "demokratisch gewählter Vertreter stellvertretend für das türkische Volk" verliehen, hatte Initiator Sascha Hellen gesagt.
    wird der Preis an türkischen Volk verliehen. Wenn es zustimmt dann meckert und kritisiert man den türkischen Volk und das ist Grotesk und grob fahrlässig.

    Erdogan können/dürfen alle Deutsche kritisieren, es ist mir Wurst, ihm wahrscheinlich auch. Aber wenn Deutsche meinem Volk kritisieren, dann sage ich Halt, hier endet "eure" Zuständigkeit.
    Meine 10 jährige Erfahrungen über politischen Kritik an Erdogan gezeigt, dass jeder der an ihm politisches Kritik ausgeübt hat, hat seinen Fett von ihm auch persönlich gekriegt, egal wie sie alle heißen.
    Was würde man in Deutschland empfinden, wenn Erdogan den Preis annimmt und hinterher diesen Frau Merkel, stellvertretend für das deutsche Volk vor die Füße schmeißt?