Umfrage: Deutsche gegen Senkung der Krankenkassenbeiträge

DPADie Mehrheit der Bundesbürger ist trotz der Milliardenüberschüsse im Gesundheitssystem offenbar gegen eine Entlastung der Versicherten. Einer Umfrage zufolge wollen 53 Prozent der Befragten die Rekordreserven von fast zwanzig Milliarden Euro bei den Krankenkassen belassen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...821246,00.html
  1. #20

    Zitat Artikel:
    ----------------------------------
    "Allerdings sprach sich in der Forsa-Umfrage auch eine Mehrheit gegen die Abschaffung der Praxisgebühr aus, wie es FDP und die Opposition im Bundestag fordern. Unter den Anhängern von Union und SPD waren es je 57 Prozent, bei den Grünen-Wählern sogar 60 Prozent. Am höchsten fiel die Ablehnung dieses Vorschlags mit 68 Prozent bei den Anhängern der Piraten aus. Aber auch 52 Prozent der Linken-Wähler sind gegen den Vorschlag."
    ----------------------------------

    Anscheinend hat die Mehrheit der Bevölkerung keine Ahnung von den Lebensverhältnissen der kleinen Rentner, Arbeitslosen und Geringverdienenden.

    Denn wer nach Abzug aller Fixkosten nur noch Euro 50,-/Woche zum Leben hat, den trifft ein krankheitsbedingter Arztbesuch finanziell hammerhart.
  2. #21

    an die Rentenkasse

    habe erfahren, dass diese Studie im Auftrag von 3 großen Krankenkassen durchgeführt werden sollte. Forsa wurde dafür mit einer 6 stelligen Summe "entschädigt".

    Bitte überweisst doch 15 Mio davon an die Rentenkasse für Arbeiter und Angestellte. Hier wurden über Jahrzehnte schon mehr als 100 Mrd Euro gezogen
  3. #22

    Hätten die mal gewußt, was mit dem Geld passiert!

    Jetzt eben keine Rückerstattung oder Reduzierung der Beiträge. Dafür schichtet unser Finazminister mal wieder um. Da wird zwar immer von Steuersenkung gesprochen, die Realität kennt aber nur Steuererhöhung.

    Dabei ist das gesamte System in Deutschland ungerecht. Nur mal ein Vergeich mit Frankreich: Dort müssen alle in die Versicherung zahlen. Und zwar ohne Bemessungsgrenze. Selbstverständlich verringert sich der Beitragssatz bei höheren Einkommmen. Ähnlich unserem Steuersatz. Eben nur anders herum.

    Wie sieht dagegen die Realität in Deutschland aus? Da gibt es zwei Systeme. Einmal die Privaten Krankenversicherungen (PKV) und die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). In der GKV sind alle Beschäftigten, die ihren Lebensunterhalt aus nichtselbständiger Arbeit bestreiten und deren Einkommen nicht über der Bemessungsgrundlage liegt. Gleichzeitig werden darübe aber auch die Hartz-Vier-Empfäger, Asylbewerber oder sonstige Sozialschwache mit kleinen Schultern versichert. Die mit den großen Schultern sind in der PKV. Also Selbstständige wie z. B. die ganzen Beruftsstände, die nach Gebührenordnung abrechnen (Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare). Wo wird aber die PKV zur Finanzierung der Schwachen in der Bevölkerung heran gezogen?

    Nun hat man auch noch das System der 'Selbstverwaltung' erfunden. Nur die vertritt die Interessen der Krankenkassen und nicht der Versicherten.

    Warum gehen wir Versicherten eigentlich nicht auf die Straße?

    Grüße von Rainer0312
  4. #23

    Gibt es weitere Verschlimmbesserungen unseres Gesundheitssystems, oder haben weiterhin die Lobbyisten in der SPD das sagen? Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) spricht klare Worte, was die Reformen der letzten Jahre gebracht haben: ["...Der ASG-Vorsitzende und saarländische Landtagsabgeordnete Armin Lang sagte dem Abendblatt: "Wir werden unseren Vorstoß in die Beratungen des Wahl- und Regierungsprogramms einbringen. Es wäre ein mutiger Schritt, die Gesundheit als Staatsziel zu verankern. Jedes Gesetz müsste daran gemessen werden. Außerdem müsste man mit dem Thema medizinische Versorgung und Zweiklassenmedizin anders umgehen. Es kann nicht sein, dass das obere Drittel der Gesellschaft im Schnitt 14 Jahre länger lebt als das untere Drittel."] Quelle: Sozialdemokraten: Streit um ein brisantes Papier - Unmut in der SPD über Ulla Schmidt: "Chaos im Gesundheitswesen" - Deutschland - Politik - Hamburger Abendblatt
    Das es eine Tatsache ist, das Gesundheit(svorsorge) abhängig vom Einkommen und sozialem Status ist ist belegt. Am 12.12.2012 schrieb die Sütdeitsche Zeitung in einem Artikel ["Außerdem haben die Gesundheitsreformen der letzten Jahre die medizinische Versorgung stärker an das Einkommen der Patienten gekoppelt. Ehemals gesetzliche Leistungen werden nur noch durch private Zusatzversicherungen abgedeckt, die Zuzahlung zu Medikamenten steigt, die Praxisgebühr wirkt als Abschreckung."]. "Völlig dramatisch": Geringverdiener sterben früher - Leben - sueddeutsche.de.
    Es gibt also bereits reichlich Warnungen wohin die Entwicklung geht, bereits 2008 machte eine Studie auf das Problemfeld "Die fernere Lebenserwartung von Rentnern und Pensionären im Vergleich" aufmerksam. http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_20...melreicher.pdf

    Parteien wie die SPD könnten wenn sie wollten die nötigen Konsequensen ziehen; Die ASG gibt dort eine Steilvorlage - die Parteispitze nutzt sie nicht, zu groß wäre die Blamage das man sich nicht am Wohle des Wahlvolkes orientiert, sondern an den Interessen der Lobbyverbände und Industrie, schließlich sind das ihre nächsten Arbeitgeber. Vorausgesetzt das Wahlvolk und die Parteimitglieder glauben nicht erneut den Sachzwängen und ökonomischen Diktaten. Gegen eine entsprechende Erweiterung des Grundgesetzes spricht vor allem im moment die Tendenz das derzeit massiv die Grund- und Menschenrechte eingeschränkt bzw abgebaut werden.