Ausreden fauler Studenten: Willkommen in Phrase zwei

CorbisMit Floskeln und Phrasen kommen Studenten in ihren Hausarbeiten ziemlich weit. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie unsere Leser in wissenschaftlichen Arbeiten Strecke machen - und gewieft verschleiern, dass sie keine Lust oder keine Ahnung haben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...819870,00.html
  1. #10

    Wissenschaftssprache

    Zitat von tampong Beitrag anzeigen
    ... eeehm, du sagts es: also IMMER. schon mal nen wissenschaftlichen text gelesen? ob hausarbeit, fach-buch oder nur zeitungsartikel; heutzutage will jeder intelligenter klingen als ers ist und am ende kommt nur anstrengendes gequassel dabei raus - is doch völlig normal und wird von den hochschulen auch so verlangt. in holland z.b. macht da wenigstens keiner son großen wirbel drum. mein prof dort meinte schon im ersten semester dass wir lernen müssen so viele adjektieve wie möglich zu benutzen da man sonst nie auf seine geforderten seitenzahlen kommt. am ende ersetzt man jedes adjektiv durch ein ausländisches (im optimalfall lateinisches) synonym und alle sind glücklich. so wenig information wie möglich so kompliziert wie möglich ausdrücken = intelligenz = positive zensur
    Nein, eben nicht immer. Natürlich gibt es solche schwarzen Schafe, und das ist ärgerlich, aber nicht jeder Fremdwortgebrauch ist inhaltsloses Phrasengedresche. Wissenschaft braucht nun mal eine präzise Sprache, und entsprechend hat ein lateinstämmiges "Synonym" häufig eine andere Konnotation als die deutsche Entsprechung. Diese feinen Unterschiede sind für Nicht-Fachleute nicht immer sichtbar, was ja auch verständlich ist. Schlimm ist es, wenn es Fachleute sind, die die Unterschiede nicht begreifen und trotzdem mit diesen Wörtern um sich schmeißen, weil sie irgendwie wichtig klingen. Dann kommt erwähntes Geschwurbel heraus.

    Ihr holländischer Professor muss ein ziemlicher Zyniker sein. Ich glaube nicht, dass er Ihnen den Blödsinn mit den Adjektiven erzählt, weil er Ihnen helfen möchte, sondern vielmehr weil er einfach frustriert ist und kein Bock auf Lehre hat. Wenn er selbst nach diesem System vorgeht, dann ist er schlichtweg ein schlechter Wissenschaftler.
  2. #11

    -

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Floskeln und Phrasen kommen Studenten in ihren Hausarbeiten ziemlich weit. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie unsere Leser in wissenschaftlichen Arbeiten Strecke machen - und gewieft verschleiern, dass sie keine Lust oder keine Ahnung haben.

    Ausreden fauler Studenten: Willkommen in Phrase zwei - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Der Text hat mich gar nicht interessiert, ich habe nur auf das Bild mit dem hübschen Mädchen geklickt. (So lässt sich auch Quote machen.)
  3. #12

    Bitte...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Floskeln und Phrasen kommen Studenten in ihren Hausarbeiten ziemlich weit. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie unsere Leser in wissenschaftlichen Arbeiten Strecke machen - und gewieft verschleiern, dass sie keine Lust oder keine Ahnung haben.

    Ausreden fauler Studenten: Willkommen in Phrase zwei - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    machen Sie aus diesem Unsinn jetzt keine Reihe. Die Fortsetzung ist schon nicht witziger als der erste Teil. Die nächsten Teile können wir uns gerne sparen.

    In wissenschaftlichen Arbeiten tauchen eben, besonders am Anfang, viele Floskeln auf, die auf den Sinn und Zweck der Arbeit, die Bearbeitungsart, den Forschungsstand und die Arbeit mit diesem in der Arbeit eingehen. Nun darf man selbst abwägen, wie breit ein Thema in einer Hausarbeit von zwölf bis zwanzig Seiten ausgearbeitet werden kann, mit dem man auch durchaus Bücher mit mehreren hundert Seiten füllen könnte.

    Natürlich gibt es auch das ein oder andere dreiste Schätzchen unter den Studenten, das wirklich durch Nichtwissen und Unverfrorenheit auftrumpft, aber daraus jeder Floskel gleich den Strick der Faulheit zu drehen halte ich für arg beknackt.
  4. #13

    der faule student

    Super, wegen solcher Leute ist der Student beim Rest der Gesellschaft als faul und antriebslos verschrien.
    Studenten, die lieber Party machen als sich rechtzeitig um ihre Hausarbeit zu kümmern, habens nicht anders verdient eine gebührende Note dafür zu bekommen.
    So siehts aus.

    Dieses Herausreden und Herumfloskeln geht vielleicht noch in der Schule gut, aber an der Uni kommt man damit nicht allzu lange durch.
    Zumindest hoffe ich das, Ausnahmen bestätigen ja immer die Regel.

    Eigenverantwortliches Arbeiten heißt nämlich auch, für seine eigenen Fehler gerade zu stehen. Und ich rede jetzt nicht von Gruppenarbeit, denn da steckt man oft wirklich nicht drin, das ist noch ein anderes Thema.
  5. #14

    Und wie das leider stimmt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Floskeln und Phrasen kommen Studenten in ihren Hausarbeiten ziemlich weit. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie unsere Leser in wissenschaftlichen Arbeiten Strecke machen - und gewieft verschleiern, dass sie keine Lust oder keine Ahnung haben.

    Ausreden fauler Studenten: Willkommen in Phrase zwei - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL

    Ich habe im letzten Semester was erlebt....

    Erstmal Duales Studium...

    halbes Semester Praxis, halbes Semester Theorie.

    Für die Praxis bekamen wir eine einfache C++-Programmieraufgabe.

    Eine Sachen von 2 Stunden plus etwas Doku. Nochmal 2 Stunden. Und das irgendwann mal in den 3 Monaten Praxis oder daheim.

    Es gab tatsächlich wirklich 10 von 29, die nicht in der Lage waren zu beginn der Theoriephase das abzugeben. Bis zu einer Woche, haben sich einige noch Zeit gelassen. Ich empfand das eine bodenlose Frechheit. Laut Prüfungsordnung hätten die alle sofort ge-ext werden müssen.
    Wenn die das nicht hinbekommen haben sie nichts in dieser Studienrichtung zu suchen.
    Ich empfand das sehr unfair, gegenüber denen die es pünklich abgegeben hatten.

    Die Säumer hatten noch Zeit das von anderen anzuschauen, und sogar noch besser zu machen. (Allerdings haben sie wie ich es hörte und an den ergebnissen sah, nicht wirklich gemacht) - ich fand es total Unfair gegenüber denen die sich an die Prüfungsordnung hielten.
  6. #15

    Zitat von dasmonokel Beitrag anzeigen
    Nein, eben nicht immer. Natürlich gibt es solche schwarzen Schafe, und das ist ärgerlich, aber nicht jeder Fremdwortgebrauch ist inhaltsloses Phrasengedresche. Wissenschaft braucht nun mal eine präzise Sprache, und entsprechend hat ein lateinstämmiges "Synonym" häufig eine andere .....

    ja ich hab mich vielleicht etwas zu drastisch ausgedrückt, wollte damit nur sagen dass sich viele leute das leben so einfacher machen und mir scheint dass dies gängige praxis geworden ist.. mit ihrer hypothese meinen prof betreffend liegen sie gar nich so falsch ;)
  7. #16

    Universität als System denken

    Vielleicht ist es auch spannend, die Universität als System zu betrachten. Menschen bewegen sich in Systemen und handeln entsprechend. Mir scheint es so, dass viele Missstände der Universitäten, der Studenten und Professoren SYSTEMBEDINGT sind. Was will eigentlich die Universität? TITEL verleihen? "Echte" Bildung hervorbringen? (Wohl eher nicht!) Oder Menschen produzieren, die gut ins Wirtschaftssystem passen. Das sind doch die interessanten Fragen und nicht nur die "Ausreden" "fauler" Studenten - Ausreden gibt es überall.

    In letzter Zeit erscheinen auch immer mehr kritische Bücher zu dem Thema.

    Die "Universitätslüge" von Rundtstedt ist so ein interessantes Buch, oder "Ware Bildung". Auch Guttenbergs Betruggskandal zeigte, dass etwas mit dem System nicht stimmen kann.

    Ich bin dankbar für konstruktive Beiträge :)
  8. #17

    Wie wäre es, wenn alle Forenteilnehmer, die an die Überlegenheit der MINT-Fächer glauben sowie daran, dass man für einen geisteswissenschaftlichen Abschluss nichts außer Saufen und Abschreiben können muss, ihre Meinung auf einem großen Plakat irgendwo im Berliner Stadtzentrum kundtun, anstatt sie in jeden Thread hineinzumogeln, der auch nur entfernt etwas mit der Uni zu tun hat?
  9. #18

    Zitat von glatzokalypse Beitrag anzeigen
    Wie wäre es, wenn alle Forenteilnehmer, die an die Überlegenheit der MINT-Fächer glauben sowie daran, dass man für einen geisteswissenschaftlichen Abschluss nichts außer Saufen und Abschreiben können muss, ihre Meinung auf einem großen Plakat irgendwo im Berliner Stadtzentrum kundtun, anstatt sie in jeden Thread hineinzumogeln, der auch nur entfernt etwas mit der Uni zu tun hat?
    Plakate sind doch altbacken. Die MINT-Absolventen sollen zeigen, was sie können und ihre Botschaft in einem mehrfarbigen, mindestens mannshohen Hologramm in der Luft vor dem Brandenburger Tor präsentieren. Wenn die Buchstaben dann noch kuschelweich sind und nach Erdbeere schmecken, bin ich bereit die Unterlegenheit der Geisteswissenschaften ehrlich einzugestehen. ;-)

    Ich denke, dass Herumquatscherei, egal ob in Textform oder Formelform kein fachliches Problem ist, sondern eines individueller Inkompetenz oder Faulheit. Wenn sich andere Leute davon beeindrucken lassen, haben diejenigen Glück gehabt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Schreiben in Phrasen ernsthaft Spaß macht.
  10. #19

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Plakate sind doch altbacken. Die MINT-Absolventen sollen zeigen, was sie können und ihre Botschaft in einem mehrfarbigen, mindestens mannshohen Hologramm in der Luft vor dem Brandenburger Tor präsentieren. Wenn die Buchstaben dann noch kuschelweich sind und nach Erdbeere schmecken, bin ich bereit die Unterlegenheit der Geisteswissenschaften ehrlich einzugestehen. ;-)
    Ja. Mich verwundert, wie wichtig es vielen Menschen ist, sich einzuordnen in eine Hierarchie der Bedeutsamkeit, in der das eigene Studienfach natürlich möglichst hoch steht.

    Nach welchen objektiven Kriterien man die Unter- oder Überlegenheit eines wissenschaftlichen Fachbereichs gegenüber einem anderen bewerten kann, ist mir aber ein Rätsel. Ist die Physik der Biologie überlegen und die Chemie den Literaturwissenschaften?

    So sehe ich mich zwar selbst als Naturwissenschaftler, frage mich aber gleichzeitig, was diese Welt wäre ohne die Kunst, die Literatur, die Architektur, die Sprachen und das Wissen um unsere Herkunft und unsere Geschichte. Wie möchte man da eine Hierarchie schaffen? Das ist die kleingeistige Denke von Fachidioten. Humboldt würde sich im Grab umdrehen.

    Andererseits habe aber auch ich keine hohe Meinung von bestimmten Fachbereichen. Dies sind jene, die versuchen, die Welt mit unwissenschaftlichen Methoden zu erklären, so z.B. Religions- und Wirtschafts-"Wissenschaften" - oder besser: alle "Wissenschaften", die sich aus sich selbst heraus zu rechtfertigen versuchen. Aber auch hier kann man fragen, ob meine Vorstellung von Wissenschaftlichkeit bspw. bei der Beurteilung der verschiedenen Wirtschaftswissenschaften wirklich objektiv ist.