Bildungsunrecht: Notfallplan für Problemschulen

DPADeutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...820739,00.html
  1. #1

    Bildungsferne produziert Bildungsferne

    Das ist kein Problem zwischen Arm und Reich, sondern eines der Elternhäuser als solcher. Niemand hindert arme Familien daran, statt RTL zu gucken, Bücher zu lesen, die man sich auch ausleihen, oder billig auf dem Flohmarkt erwerben kann. Das ist daher kein Problem des Geldmangels.

    Auch fehlt es an Aufstiegswillen, und der Orientierung an den oberen Schichten, wie es früher einmal der Fall war. Stattdessen sehen sich bildungsferne Problemfamilien ihresgleichen im TV an.

    Noch mehr Geld löst nicht das Problem der Schulen, stattdessen muss es endlich wieder klare Vorgaben geben die Einzuhalten sind, anstatt das Niveau immer weiter zu senken, und die Bildung zu verwässern. "Schreiben wie man spricht" und ähnliche Projekte zur Kultur- und Bildungsdekonstruktion sind abzuschaffen.
  2. #2

    Niemandem geschieht Unrecht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

    Bildungsunrecht: Notfallplan für Problemschulen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Jedes Kind hat zumindest theoretisch gleiche Chancen. Daß aus den Unterschichten prozentual weniger Kinder auf das Gymnasium kommen, dürfte einfach normal sein und muß wohl hingenommen werden. Daran kann keine Schulreform etwas ändern, da die Kinder aus bildungsnäheren Schichten bessere Vorraussetzungen mitbringen. Den Vorsprung kann ein noch so langes "gemeinsames" Lernen nicht ausgleichen. Das einzig problematische an unserem Bildungssystem sind die Empfehlungen der Grundschule, auf welche weiterführende Schule das jeweilige Kind gehen soll.
    Warum führt man nicht wieder die Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium ein. Die Gymnasiallehrer kennen die Kinder nicht und sind daher auch nicht voreingenommen. Ansonsten stimmt meiner Ansicht die oft gehörte Behauptung nicht, daß es in anderen Ländern gerechter zu gehen soll. Das oft zitierte Beispiel England widerlegt das ganze. Dort kommen nur Kinder von zahlungskräftigen Eltern auf die besseren Schulen. Im übrigen beweist die Wettbwerbsfähigkeit der deutschen Industrie, daß das hiesige Schulsystem so schlecht nicht sein kann.
    Ich glaube eher.daß die Bertelsmann-Stiftung mal wieder Aufsehen erregen will. Man sollte Bertelsmann nicht allzu ernst nehmen.
  3. #3

    Sorry

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

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    ...aber mir kommt es so vor, als würden diese ganzen Studien einschliesslich deren Kommentierung nie Klartext reden (wollen). Man hört immer wieder (vereinzelt) von Hauptschullehrern, dass es auf deren Schulen überhaupt nicht darum geht Wissen an die Kinder/Jugendlichen zu vermitteln, sondern viel mehr deren soziale Defizite (jedenfalls während der Unterrichtsstunden) nicht vollends aus dem Ruder laufen zu lassen. Ist dies generell so auf den (Haupt-)schulen? Wenn dem so sei, dann ist das ganze aber kein Bildungsproblem und somit auch kein Schulproblem!

    Würde mich aber gerne eines Besseren belehren lassen.
  4. #4

    Und wovon träumen Sie nachts ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

    Bildungsunrecht: Notfallplan für Problemschulen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Das will doch gar keiner. Die Priviligierten verlören doch ihr Privileg.
    Jetzt wird doch die Schuld den Eltern zugeschrieben und der Faulheit und dem Fernsehen, das reicht noch Jahrzehnte aus um genügend Gründe für die asozialen zu finden sich vor dem Zahlen von genügend Steuern für gute Schulen zu drücken.

    Die Bildungsreports sind schnell verdrängt und man setze das Geld doch viel sinnvoller dort ein wo es wirklich viel nötiger gebraucht wird: In den Ausbau von Verwaltung, in die Rettung von Investmentbanken und in die Rüstung!

    Bei genetisch minderwertigen lohnt sich der Kapitaleinsatz doch meist sowieso nicht, wieso das schöne Geld verschwenden ?
  5. #5

    Wenn man sich die seit Jahren immer gleichen, dilettantischen Statements von Bos anschaut, dann weiß man, dass dieser Mann genau null Ahnung von der Praxis hat - ein Mensch, der die meiste Zeit seines Lebens am Reißbrett verbringt, will Praktikern erklären, wie es zu funktionieren hat!

    Woher weiß diese Figur eigentlich, dass förderungswürdige Kinder überhaupt gefördert werden wollen? Eingekeilt zwischen Eipott, Fratzebook und Modelallüren - welche Rolle spielt da wohl noch Bildung?

    Selbst freiwillige Förderangebote von Lehrern ohne Entgelt werden i.d.R. kategorisch abgelehnt - gibt es Wichtigeres als den eigenen Elektronikpark?

    Wo lebt Bos?
  6. #6

    Kein Grund für Änderungen

    Die Klientel der Regierungsparteien brauchen keine Verbesserungen, nicht mehr Gerechtigkeit, dieser finanziellen Oberschicht gehört die Bildungswelt schon lange. Warum wollen sie mit allen Mitteln am Gymnasium festhalten? Es gehört ihnen, und sie verteidigen es mit Klauen und Zähnen. Mehr erfolgreiche Arme verringern nur die Chancen der eigenen Kinder. Wie viele Arbeiterkinder kamen wohl in die Vorstände, wurden Manager? Man bleibt lieber unter sich, und hätte man nur die Qualifikation eines Herrn Middelhoff.
    Daß sich in der Bildungslandschaft nicht wirklich viel tut, ist nur dem Desinteresse und dem Einfluß der Lobbyisten zuzuschreiben, die über Bertelsmann die Interessen des Kapitals und der Industrie vertreten. Man will keine selbständig denkenden Leute, verhindert sie möglichst über Magister/Master-Verschulung und die Normierung der Bildungsinhalte.
    Ein Anfang zur Verbesserung der Situation wäre die Abschaffung der Kultusministerien, sie haben ihre völlige Unfähigkeit hinreichend oft bewiesen.
  7. #7

    Falscher Ansatz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

    Bildungsunrecht: Notfallplan für Problemschulen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Die Kinder sind die Leidtragenden, gewiss. Aber schuld sind weder die Lehrer, noch die Schulen, noch das Kultusministerium. Schuld sind die, die das Privatfernsehen mit seinem 24h Programm erlaubt haben und es fördern! Schuld sind die, die den Eltern immer neue Computerspiele, Plastikpüppchen und anderen Schund andrehen. Schuld sind die, die das Zusammenbrechen der Familienstrukturen beklatscht haben.

    Mein Vorschlag: jede(r), der beim Schultest oder in der 1. Klasse auffällt, landet automatisch in der Ganztagesschule, im Extremfall mit Wochenendbetreuung. Jede(r) der die Tests problemlos besteht und nicht auffällt, kann weiter von seinen Eltern betreut werden, wie diese das für richtig halten. Kein Geld und keine Mühe bringen den Rambos und Zicken der 4. Klasse noch etwas bei, wenn sie bis dahin keine ordentliche Erziehung erhalten haben (Stillsitzen und Zuhören geht nämlich gar nicht mehr). Es fehlt an elementarer Erziehung, nicht an Bildung (die kommt dann relativ einfach dazu).
  8. #8

    Zitat von Endlager Beitrag anzeigen
    Das ist kein Problem zwischen Arm und Reich, sondern eines der Elternhäuser als solcher. Niemand hindert arme Familien daran, statt RTL zu gucken, Bücher zu lesen, die man sich auch ausleihen, oder billig auf dem Flohmarkt erwerben kann. Das ist daher kein Problem des Geldmangels.
    Auch fehlt es an Aufstiegswillen, und der.....
    Nein, nicht ganz das Problem. Meine Nichte - bzw. deren Eltern - bekamen bei dem Übergang ins Gymnasium von einem Heidelberger Schulleiter gesagt, dass die Schule darauf angelegt sei, dass die Eltern Mittags intensiv mit den Kindern üben würden.

    Sowas geht natürlich nur, wenn die Eltern das auch verstehen, oder genug Geld haben um sich hierfür jemanden zu engagieren. Das ist eben das "Erfolgsrezept" in BaWü, gute Bildung für die die es sich leisten können.

    Und natürlich ist das Geld das A&O der Bildungspolitik. Ganztagesschulen, Schulsozialarbeit ist gerade für die Kinder aus bildungsfernen Erlternhäuser wichtig.
  9. #9

    Wer

    Zitat von vantast Beitrag anzeigen
    Warum wollen sie mit allen Mitteln am Gymnasium festhalten? Es gehört ihnen, und sie verteidigen es mit Klauen und Zähnen. Mehr erfolgreiche Arme verringern nur die Chancen der eigenen Kinder. Wie viele Arbeiterkinder kamen wohl in die Vorstände, wurden Manager? Man bleibt lieber unter sich, und hätte man nur die Qualifikation eines Herrn Middelhoff.
    hindert denn die Arbeiter- und sonstigen "benachteligten" Kinder daran, das Gymnasium zu besuchen? Hauptsächlich doch die eigenen Eltern. Man sollte mal eruieren, wie die Chance, aufs Gymnasium zu gehen. mit der Häufigkeit des Fernsehkonsums korreliert ist.
    Im übrigen würde die Abschaffung des Gymnasiums den unteren Schichten jede Bildungschance nehmen. Gesamt- und ähnliche Schularten können keinen Ersatz bieten. Die bildungsnahen Schichten würdensich auch unter solchen Umständen zu helfen wissen.