Erste Hilfe Karriere: Mit 40 hat man noch Träume

CorbisAb 40 Jahren nimmt einen kein neuer Arbeitgeber mehr - der Glaube an diese Karriereschallmauer sitzt tief, bei manchem aus bitterer Erfahrung. Aber ein Berufswechsel für Fourty-Somethings ist keine Mission Impossible. Beraterin Uta Glaubitz zeigt an vier Beispielen, wie es gehen kann.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...820220,00.html
  1. #1

    Auweia

    Wenn DAS die Beispiele für gelungene Berufswechsel jenseits der 40 ist, dann ist das Problem ja noch schlimmer als gedacht. Fotografen, Drückerkolonnenführer und Berufsbettler, prekärer kann ich mir eine zweite Karriere nicht vorstellen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab 40 Jahren nimmt einen kein neuer Arbeitgeber mehr - der Glaube an diese Karriereschallmauer sitzt tief, bei manchem aus bitterer Erfahrung. Aber ein Berufswechsel für Fourty-Somethings ist keine Mission Impossible. Beraterin Uta Glaubitz zeigt an vier Beispielen, wie es gehen kann.

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  2. #2

    Positive Beispiele?

    Ich denke, dass die genannten Beispiele schon positiv sind weil diese Personen ihr Leben in die Hand genommen haben und sich beruflich (und wenn es ihr eigenes subjektives empfinden ist) positiv verändert haben - trotz aller Hemmnisse, die wir hier in Deutschland haben.

    Ein wesentliches Problem finde ich in dem Artikel nicht ausreichend herausgearbeitet: Die Tatsache, dass Gesellschaft und Berufsstände einem genau diese Veränderung im Berufsleben extrem erschweren.

    In vielen Personalabteilungen wird jemand, der sein Themengebiet zwei oder dreimal radikal geändert hat oft als "unzuverlässig", "sprunghaft" und "inkonsequent" - vielleicht sogar als weniger kompetent angesehen, als jemand mit einem komplett geraden Lebenslauf. Und das, obwohl der Wechsler vielleicht aufgrund unterschiedlicher Erfahrungsbereiche später im Beruf eher einmal über den Tellerrand hinauszuschauen vermag.

    Was noch schwerer wiegt ist die Tatsache, dass es weltweit kaum ein anderes Land gibt in dem Berufsstände sich derart gegen Quereinsteiger und Wechsler abschotten wie in Deutschland. Nehmen wir das Beispiel der Fotografin: Da Interessensgruppen vehement darum kämpfen, dass "Fotografie" als "Handwerk" anerkannt bleibt, musste die ehemalige Buchhalterin einem Betrieb zweieinhalb Jahre Jahre als billiger Azubi dienen - wo sie aufgrund ihrer Vorbildung und Lebenserfahrung bestimmt mehr leistete als ein 16 -jähriger Schulabgänger - und das um Kenntnisse zu erwerben, die viele begabte Menschen sich im Selbststudium aneignen.
    Ein einfaches Wechseln in einen ausreichend bezahlten Job eines anderen Berufseldes ist definitiv nicht möglich. Ohne Sponsor zuhause geht das nicht.
    Dabei wäre es so einfach, wenn man die sicherlich sinnvolle Berufsausbildung berufsbegleitend an Wochenenden oder nach Feierabend machen könnte - egal ob im Voraus oder nach Antritt des neuen Berufs.
  3. #3

    Zitat von cd1001 Beitrag anzeigen
    Wenn DAS die Beispiele für gelungene Berufswechsel jenseits der 40 ist, dann ist das Problem ja noch schlimmer als gedacht. Fotografen, Drückerkolonnenführer und Berufsbettler, prekärer kann ich mir eine zweite Karriere nicht vorstellen.
    Volle Zustimmung. Ok, zwei Frauen kommen nach jahrzehntelanger Babypause irgendwo - vermutlich für'n Appel und 'n Ei - unter, um auch wieder mal was anderes als Kinder zu machen, während ihr Mann das Einkommen sicherstellt und der AG sicher sein kann, dass keine weitere Schwangerschaften zu befürchten sind. Die dritte Frau macht ihr Hobby zum Beruf, was sie sich vermutlich auch nur deshalb herausnehmen kann, weil ihr Mann das Familieneinkommen garantiert. Und einer, der vorher Geschäftsführer war, schafft es nach einer Pleite, über Personalberater doch gerade noch einmal eine Stelle als Verkäufer zu finden, bevor er in den monatelangen Sumpf aus Bewerbungen, Absagen und "Bewerbungsunterlagenoptimierung" durch inkompetente, aber höchst herablassende Berater gerät, der das letzte Stückchen Selbstachtung systematisch zerstört und unweigerlich in H4 enden würde... (Was nicht erwähnt wird: Ist seine neue Stelle unbefristet? Zu vergleichbarem Gehalt wie vorher? Oder vielleicht auch erstmal eine Zeitstelle des Personalberaters "mit Aussicht auf Verlängerung/ Übernahme"? Zum "Schauen-wir-mal-wie-du-dich-so-machst" Ein/-Umsteigergehalt, das beim Übernahmeangebot, sollte es denn jemals erfolgen, dann flink nochmal um 50% gekürzt wird, denn schließlich kann er sich bei alles, was über H4 liegt, glücklich schätzen, diesem gerade nochmal von der Schippe gesprungen zu sein?)
  4. #4

    nicht mit mir....

    mit 39 hatte ich ca. 15 Jahre Berufserfahrung, 8 verschiedene Jobs mit "irgendwas mit IT", und brauchte eine Luftveränderung. Genaugenommen machte ich "alles in der IT", Programmierer, Produktmanager, Netzwerkadmin, DB-Admin, IP / Domainverwaltung, etwas CRM und eine Telefonfirma säumten meinen Lebenslauf, und meist war es "Umstrukturierung" oder Konkurs der mich weitergetrieben hat.
    Nach ca. 20 erfolglosen eigenen Bewerbungen auf Programmierer- oder Produktmanagerposten (an die man ohne Diplom kaum rankommt) hatte ich dann Kontakt mit einem Headhunter aus der Schweiz (eher mau) und einer aus NRW, und das saß gleich nach dem 2. Vorstellungsgespräch.
    Shaking hands, etwas mehr Geld und ein fester Vertrag bei ner kleinen Firma in Bonn (die zwischenzeitlich von Siemens geschlucht wurde). Im 4. Jahr hab ich ca. 44% mehr Gehalt rausschlagen können und Aussicht auf einen neuen und viel interessanteren Posten in der Firma.... und in 12 Monateh werd ich die höchte Tarifstufe erklommen haben :-)

    Fazit: je nach Werdegang und auch Präsentation im Vorstellungsgespräch ist man noch lange nicht Alteisen. Es sind eher technikfremde Berufe, in denen es mit der Vermittelbarkeit nicht mehr ganz so gut steht, aber meiner Erfahrung nach sind bei der Generation 40+

    25% Abschlüsse+Qualifikationen
    25% Werdegang
    50% Persönlichkeit

    gefragt, wenn der Job zu den ersten 25% oder zu den 2. 25% paßt.

    Das kann man ja durchaus entsprechend präsentieren. Dafür wiederum sollte man sich etwas Coaching besorgen, wenn man das nicht selbst auf die Reihe bringt. Erfahrungsgemäß helfen einem aber die Headhunter weiter wenn's nur an der Präsentation bzw. an einem schlecht gelaufenen Interview gelegen hat. Die kriegen ja Provision und legen sich schon etwas ins Zeug um die "Ware" hübscher aussehen zu lassen.
  5. #5

    Englisch ist eine schwere Sprache.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab 40 Jahren nimmt einen kein neuer Arbeitgeber mehr - der Glaube an diese Karriereschallmauer sitzt tief, bei manchem aus bitterer Erfahrung. Aber ein Berufswechsel für Fourty-Somethings ist keine Mission Impossible. Beraterin Uta Glaubitz zeigt an vier Beispielen, wie es gehen kann.

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    Ja, ja, Englisch ist schwer; besonders, wenn man über "fourty" ist.
  6. #6

    Ich habe Abi auf dem zweiten Bildungsweg gemacht, Geogafie und Stadtplanung studiert, ohne Abschluss. Zum Geld verdienen Taxi gefahren. Das ist es nicht, dachte ich. Mit 49 habe ich mich mit den Kenntnissen aus meinem Studium bei Architekten als Sekretärin beworben. Vom Job hatte ich keine Ahnung, konnte eigentlich nur Kurzmitteilungen schreiben. Learning by doing. Die Architekten verkrachten sich, also mit 50 neuen Job bei Architekten gesucht und gefunden. Dann mit 53 die Chance auf einen Job als Sekretärin (das konnte ich inzwischen) in einem großen Betrieb. Und nun mit 65 in Rente und zur Aushilfe immer wieder im alten Beruf tätig.
    Wie das alles ging? Man muss sich in dem Metier bewerben, in dem man Kenntnisse hat (bei einer Versicherung o.ä wäre mir der Einstieg wahrscheinlich nicht gelungen). Man muss souverän auftreten und sich nicht unterkriegen lassen. Mein Job war nicht mein Lebensziel, aber im Laufe der Zeit hat es mir viel Spaß gemacht. Ich weiß nicht, was die Anderen falsch machen, aber es geht, wenn man will.
  7. #7

    Englisch. Dampfplauderer.

    "Aber ein Berufswechsel für Fourty-Somethings ist keine Mission Impossible."

    Englisch mag ja manchmal chic klingen. Man kann auch gut Unkenntnis verschleiern. Ist meist recht peinlich. Aber wichtig dabei ist dann doch die Beachtung der Rechtschreibung. SO sollte man jedenfalls nicht bei potentiellen Arbeitgebern auftreten.
  8. #8

    Englisch? Wird mit zunehmendem Alter noch schwieriger.

    Zitat von bernd1dalwitz Beitrag anzeigen
    Ja, ja, Englisch ist schwer; besonders, wenn man über "fourty" ist.
    Welche Schwierigkeiten ergeben sich wohl für die Fivety-Somethings? Warten wir mal den nächsten Artikel ab...
  9. #9

    Uta Glaubitz macht's möglich!

    Schaut man sich bereits den ersten Artikel dieser Art von Frau Glaubitz auf SPON an und lässt noch dazu die Unterlagen zu ihren Seminaren zusenden, scheint in jedem Alter jeder Berufswechsel möglich. Die Unterlagen zu ihren Seminaren lassen vermuten, dass man problemlos von der Friseurin zum CEO mutieren kann - vorausgesetzt man will es. Is ja dann schön, wenn's so einfach ist. Das lässt hoffen... ;-)