Fahrbericht Triumph Tiger Explorer: Der Herausforderer im Schwergewicht

Triumph Mit der Tiger Explorer will Triumph den Markt der schweren Reiseenduros aufmischen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht, denn das britische Motorrad kann trotz kleinerer Macken überzeugen. Doch ob das reicht ist fraglich - zu mächtig ist die Konkurrenz aus Deutschland.

http://www.spiegel.de/auto/fahrberic...817831,00.html
  1. #30

    Ermüdend...

    Zitat von htg-12 Beitrag anzeigen
    Der Grundgedanke einer Enduro ist doch, dahin zu fahren, wo es keinen ADAC gibt. Also am besten primitive Technik - aber solide.
    Der Grundgedanke eines Geländewagens ist es, dort langzufahren, wo es keine Straßen gibt und dank seines Faltverdecks luftverlandefähig zu sein und nach Möglichkeit seine Passagiere überleben zu lassen, wenn er auf eine Mine fährt.

    Nur fahren die allermeisten Autos nicht querfeldein und militärische Tugenden sind komplett egal. Dafür wollen Leute Autos, mit denen sie auch mal einen Bordstein hoch fahren können, ohne dass Plastik auf der Straße zurückbleibt und aus denen sie ohne Schuhlöffel aussteigen können. Solche Autos heißen SUV, verkaufen sich wie geschnitten Brot und müssen mit der ermüdenden Kritik von Ewignörglern leben, sie seien keine echten Geländewagen (was auch niemand behauptet). Mit der Gattung der "Reiseenduro" ist es ähnlich. Eine "Reiseenduro" ist nun mal die Kreuzung aus einer Enduro (hohe Bodenfreiheit, lange Federwege, optional Speichenräder mit Stollenreifen) mit einem bequemen Reisemotorrad. Verkauft sich wie geschnitten Brot und ist den Ewignörglern ein Dorn im Auge. Na und, müssen sie ja weder mögen noch kaufen. Und das Thema "Primitiv-Technik" kann man jetzt auch endlich mal streichen: Kat ist Pflicht, Einspritzung ebenso, leistungsfähige Bremsanlagen und ordentliches Licht gehören dazu. ABS ist eigentlich heute schon Standard, wird ab 2017 Pflicht. Wer stattdessen einen primitiven Schweineeimer fahren will, der muss eben gebraucht kaufen - neu gibt es solche Vorkriegstechnik nicht mehr. Und das ist auch gut so.

    Übrigens: Wenn ich die Wahl habe, mit einer Reiseenduro, mit einem Supersport-Yoghurtbecher oder einem reise-Schlachtschiff wie der K1600 durch die Alpen zu fahren, dann weiß ich genau, warum es dafür die GS wird. Und wenn man in den Alpen mal die Motorräder zählt, dann weiß man auch, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht.

    Zur neuen Triumph: Wer die GS nicht trotz des Boxers, sondern wegen des Boxers gekauft hat, der wird die Triumph nicht mögen.
  2. #31

    @sampleman: Es war einmal ...

    Zitat von sampleman Beitrag anzeigen
    Der Grundgedanke eines Geländewagens ist es, dort langzufahren, wo es keine Straßen gibt und dank seines Faltverdecks luftverlandefähig zu sein und nach Möglichkeit seine Passagiere überleben zu lassen, wenn er auf eine Mine fährt.

    Übrigens: Wenn ich die Wahl habe, mit einer Reiseenduro, mit einem Supersport-Yoghurtbecher oder einem reise-Schlachtschiff wie der K1600 durch die Alpen zu fahren, dann weiß ich genau, warum es dafür die GS wird. Und wenn man in den Alpen mal die Motorräder zählt, dann weiß man auch, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht.
    .
    Aber erst einmal Bestaetigung. Die Reise-Enduro ist das SUV unter den 2-Raedern.
    Die GS ist in den Alpen wirklich verbreitet und ja es macht Spass mit diesem Ding ueber Paesse zu fahren.
    Aber die Formel zum Glueck ist 80PS X 180kg x Kardan + bequeme, versammelte Sitzposition.

    Dem kommen einige Motorraeder recht nahe, aber irgend etwas fehlt immer. BMW hat z- Bsp. bei seinen F800 einfach den Kardan vergessen.
    Als Jeep und Kuebelwagen entwickelt wurden, spielte "Luftverladbarkeit" und Minenschutz keine Rolle. Die waren offen wegen der "Uebersicht" und einfachen be- u. entladen. Oder Auf und Absitzen im damaligen Jargon.
  3. #32

    Reisen und Sprit

    Zitat von systemgast Beitrag anzeigen
    7-10 Liter sind normal und das ist eben das Problem.
    Genau, wenn schon das Attribut "Reise" benutzt wird, sollte der Spritverbrauch und Tankvolumen gut sein.
    Da hat aber nicht nur die Tiger offensichtlich ein Problem mit.

    Schade das kein Hersteller in der Lage scheint, eine Schotterpistentaugliche Maschine auf die Beine zu stellen, die sagen wir 2 bis 3 Liter NORMALbenzin maximal verbraucht. Super Sprit oder gar SuperPlus Sprit ist ja schön und gut, aber im Ausland leider nicht überall zu bekommen.
  4. #33

    ...

    Zitat von paix Beitrag anzeigen
    Genau, wenn schon das Attribut "Reise" benutzt wird, sollte der Spritverbrauch und Tankvolumen gut sein.
    Da hat aber nicht nur die Tiger offensichtlich ein Problem mit.

    Schade das kein Hersteller in der Lage scheint, eine Schotterpistentaugliche Maschine auf die Beine zu stellen, die sagen wir 2 bis 3 Liter NORMALbenzin maximal verbraucht. Super Sprit oder gar SuperPlus Sprit ist ja schön und gut, aber im Ausland leider nicht überall zu bekommen.
    Och, meine AT frisst mit ihrer "Vorkriegstechnik", wie ein Forist diese Art der Technik nannte, 5 - 6l Normalbenzin. Natürlich hängt es an der Gashand. Es können auch mal 10l werden...Aber bei Reisegeschwindigkeit und Ueberland liege ich zwischen den genannten 5 und 6 Litern. Mit einem auf 35l erweiterten Tank vorne und 15l im Heck sind das knapp 1000km Reichweite bei guter Gewichtsverteilung. Es ist ein Fernreise-Mopped. Einfache und sehr robuste und zuverlässige Technik. Der Motor hat mittlerweile gut 200k km runter und braucht ausser gelegentlichen Ventileinstellungen und Oelwechsel nichts...

    Aber sowie es aussieht werde ich einen Ersatz für meine AT auch nicht in der Triumph finden. Schade eigentlich, denn ich mag britisches Eisen normalerweise, aber dieses Mopped ist mir zu sehr SUV...
  5. #34

    falsch

    Zitat von systemgast Beitrag anzeigen
    Das ist auch so eine alte Mär.
    Wer mal schaut, was eben die hier beschrieben Triumph in der Praxis schluckt, wird schockiert sein.
    7-10 Liter sind normal und das ist eben das Problem.
    der Triumph-Triple ist sehr verbrauchsarm. Ich fahre seit fast 10 Jahren Triumph. Bei normaler Fahrweise schluckt das Triebwerk selten mehr als 5,5 Liter.
  6. #35

    Gewicht

    Zitat von systemgast Beitrag anzeigen
    Schön Gruß an den BMW GS-Fahrer, dem wir in Island im Hochland die Maschine wieder aufgerichtet haben. Alleine würde er dort immer noch sitzen...
    Jede 50-kg-Frau kann eine GS (oder jedes andere 250-kg-Motorrad) aufrichten, wenn sie nur weiß, wie es geht. Rückwärts auf den Sattel setzen, Lenker bis zum Anschlag einschlagen und am Griff festhalten, die andere Hand irgendwo am Rahmen und dann aus den Beinen heraus hochstemmen. Und aufpassen, daß man den Gleichgewichtspunkt nicht überschreitet, sonst kracht die Kiste auf die andere Seite. ;->

    Kann man bei einem guten Sicherheitstraining lernen, was ich an dieser Stelle jedem Motorradfahrer ans Herz (oder die Gashand) legen möchte. Macht Spaß und man lernt etwas dabei, auch wenn man schon Jahrzehnte auf 2 Rädern unterwegs ist.