Altstadt von Toledo: Exodus aus dem Welterbe

TMNEine der größten Kathedralen der Welt, zahlreiche Klöster und ein lebhafte Waffenproduktion: Toledos Altstadt trägt durchaus noch mittelalterliche Züge. Ruhesuchende Touristen sind in dem Unesco-Weltkulturerbe genau richtig - während viele Bewohner aus der Idylle flüchten.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...820399,00.html
  1. #1

    das Wichtigste

    Im Alcazar von Toledo hielten 1936 eine Handvoll nationalspanischer Soldaten und Kadetten der örtlichen Militärschule wochenlang einer hundertfachen Übermacht stand.
    Oberst Moscador erhielt dafür in den 50ér Jahren das Bundesverdienstkreuz!
  2. #2

    Zitat von rheinboden Beitrag anzeigen
    Im Alcazar von Toledo hielten 1936 eine Handvoll nationalspanischer Soldaten und Kadetten der örtlichen Militärschule wochenlang einer hundertfachen Übermacht stand.
    Oberst Moscador erhielt dafür in den 50ér Jahren das Bundesverdienstkreuz!
    Und was wollten Sie mit Ihrem Beitrag eigentlich genau mitteilen?
    Außer das sowohl Sie, als auch damalige Bundesregierung eine etwas sehr fragwürdige Sichtweise der spanischen Geschichte haben.
  3. #3

    Zitat von rheinboden Beitrag anzeigen
    Im Alcazar von Toledo hielten 1936 eine Handvoll nationalspanischer Soldaten und Kadetten der örtlichen Militärschule wochenlang einer hundertfachen Übermacht stand.
    Oberst Moscador erhielt dafür in den 50ér Jahren das Bundesverdienstkreuz!
    Im Alcázar von Toledo nahmen eine Handvoll Faschisten zahlreiche Zivilisten als Geiseln. Darüber freute sich das Land, das die Legion Condor entsandte und Guernica in Schutt und Asche legte, ebenso wie der Nachfolgestaat.
  4. #4

    "Toleranz" der Eroberer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Berühmt für seine Toleranz ist Toledo, weil in der Stadt Menschen verschiedener Kulturen und Religionen lange vergleichsweise friedlich zusammenlebten. 711 wurde die Stadt von den Mauren eingenommen, 1085 von den Spaniern zurückerobert. "Die Muslime wurden damals nicht vertrieben", erzählt Moraleda.

    Altstadt von Toledo: Exodus aus dem Welterbe - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise
    Ich möchte über "Toleranz" der Eroberer gerne mehr diskutieren. Also wenn ich (und 10-20.000 oder mehr Eroberern) mit einer fremden Sprache, Kultur und Religion ein Land mit mehreren Millionen Menschen erobere, niederwerfe und die Oberschicht gegen meine Eroberer austausche, dann kann ich nicht sofort die autochthone Religion und Kultur verbieten. Das würde unendliches Gemetzel und Aufstände bedeuten. Ein Bundes-Humanistenkreuz hätte ich sicher nicht verdient, ich will nur in Ruhe ausbeuten und von den Eroberten leben. Wenn ich nun, um die Dominanz der autochthonen Mehrheit mit ihrer Religion zu brechen jede andere Gruppe mit deren noch anderer Religion einlade ebenfalls mit den Eroberern in das Land zu kommen und ich diese natürlich in Ruhe lasse, da sie sonst wieder gehen oder nicht kommen, dann ist das Teil der Herrschaftspraktik und kein Humanismus.

    Wenn ich mir und meinen Eroberern nun prächtige Paläste baue und das ganze irgendwie einen kulturellen/ architektonischen Höhepunkt darstellt, da die Eingeborenen soweit (nach irgendwelchen subjetiven Kunsthistorikern beurteilt) nie kamen, dann stellen diese Hinterlassenschaften ebenfalls keine Relikte von Humanismus und friedlicher, künstlerischer Koexistenz, sondern eventuell eher von Unterdrückung, Ausbeutung und Prasserei dar.

    Ich weiß, dass ihr das auch wisst und ich weiß, dass ihr es wegen Politischer Opportunität bzw. Korrektheit nie zugeben würdet. Deshalb stelle ich alle Aussagen Politisch-Korrekter in Frage und warne vor Suggestionen. Selber mitdenken und auf den gesunden Menschenverstand achten, ist die einzige Lösung
  5. #5

    Sehr richtig.

    Zitat von Eckhard Beitrag anzeigen
    (...) Selber mitdenken und auf den gesunden Menschenverstand achten, ist die einzige Lösung (...)
    Als ich vor bald 30 Jahren als Student mit meiner damaligen Freundin in der Kathedrale von Toledo stand und ihr gegenüber bemerkte, wieviel Aberhunderte Menschenleben aus dem Kreise der Benachteiligten in der Region der Bau wohl gekostet haben dürfte, bekam ich zur Antwort, ich sei immer so extrem.
    Das Selberdenken tut halt manchmal weh, und von den "schönen, beeindruckenden" historischen Denkmälern bleibt dabei halt oft nur das Beeindruckende übrig und nichts von der Schönheit. Das hält nicht jeder aus. Manchmal führt es ja auch dazu, dass man sich auf eine Seite stellen muss, und zwar nicht unbedingt auf die althergebrachte.
  6. #6

    wohl kaum

    Zitat von own_brain_user Beitrag anzeigen
    Als ich vor bald 30 Jahren als Student mit meiner damaligen Freundin in der Kathedrale von Toledo stand und ihr gegenüber bemerkte, wieviel Aberhunderte Menschenleben aus dem Kreise der Benachteiligten in der Region der Bau wohl gekostet haben dürfte, bekam ich zur Antwort, ich sei immer so extrem.
    Da hat wohl jemand das Bild von Zwangsarbeitern in römischen Steinbrüchen vorm Auge, die sich da totschuften? Stimmt nur leider nicht. Baumeister, Steinmetze usw. waren damals gefragte Spezialisten. Die hat man zu nichts zwingen müssen, sondern gut bezahlt.