Kultur - leistet sich Deutschland zu viele Theater und Museen?

Oft wird Deutschland für die Vielfalt der Theaterlandschaft und die ebenso reiche Palette der Museen beneidet. Doch dieses kulturelle Angebot hat seinen Preis, über den die Städte und Gemeinden in jedem Jahr neu verhandeln müssen, denn die öffentlichen Mittel wachsen in der Regel nicht mir den Kostensteigerungen. Leistet sich Deutschland generell zu viele Theater und Museen?
  1. #1

    Nein

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oft wird Deutschland für die Vielfalt der Theaterlandschaft und die ebenso reiche Palette der Museen beneidet. Doch dieses kulturelle Angebot hat seinen Preis, über den die Städte und Gemeinden in jedem Jahr neu verhandeln müssen, denn die öffentlichen Mittel wachsen in der Regel nicht mir den Kostensteigerungen. Leistet sich Deutschland generell zu viele Theater und Museen?
    Natürlich nicht. Was soll außer Kultur von uns sinnvolles übrig bleiben??
  2. #2

    Nicht zu viele, doch oft zu schlechte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oft wird Deutschland für die Vielfalt der Theaterlandschaft und die ebenso reiche Palette der Museen beneidet. Doch dieses kulturelle Angebot hat seinen Preis, über den die Städte und Gemeinden in jedem Jahr neu verhandeln müssen, denn die öffentlichen Mittel wachsen in der Regel nicht mir den Kostensteigerungen. Leistet sich Deutschland generell zu viele Theater und Museen?
    Natürlich nicht! Sofern die Kommunen aber für die Finanzierung verantwortlich sind, kommt es aufgrund der knappen Finanzen häufig zu einer schleichenden Auszehrung, die sich negativ auf die Qualität auswirkt. Kultur muss Pflichtaufgabe werden, die Finanzierung der Kommunen soll neu geregelt werden.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oft wird Deutschland für die Vielfalt der Theaterlandschaft und die ebenso reiche Palette der Museen beneidet. Doch dieses kulturelle Angebot hat seinen Preis, über den die Städte und Gemeinden in jedem Jahr neu verhandeln müssen, denn die öffentlichen Mittel wachsen in der Regel nicht mir den Kostensteigerungen. Leistet sich Deutschland generell zu viele Theater und Museen?
    Schön wäre es ja!
    Leider sind für Wartung und Renovierungen wohl nicht doie nötigen Gelder zur Verfügung.
    Das Lehmbruch- Museum in Duisburg hat aus diesem Grund kurzfristig und auf unbestimmte Zeit seine Pforten erst einmal geschlossen!
    ......Und es ist DER Kulturtempel in der Stadt!
  4. #4

    Lehmbruch in Duisburg

    Zitat von GinaBe Beitrag anzeigen
    Schön wäre es ja!
    Leider sind für Wartung und Renovierungen wohl nicht doie nötigen Gelder zur Verfügung.
    Das Lehmbruch- Museum in Duisburg hat aus diesem Grund kurzfristig und auf unbestimmte Zeit seine Pforten erst einmal geschlossen!
    ......Und es ist DER Kulturtempel in der Stadt!
    oder Eröffnung eines Macke-Museums in Meschede,
    das bliebe bei öffentlicher Finanzierung Utopie.

    Aber eine Börse derartiger Projekte zur Übernahme
    durch potentielle Mäzene könnten die klammen
    Kommunen auf die Beine stellen.

    Reichen Gönnern würde ich auch eher zutrauen, etwas
    zu schaffen, was sich abhebt von dem üblichen Kulturmief.

    Nächste Woche besuche ich Nannens Museum in Emden,
    hoffe da keinen Mief zu empfinden.
  5. #5

    Wer leistet ??

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oft wird Deutschland für die Vielfalt der Theaterlandschaft und die ebenso reiche Palette der Museen beneidet. Doch dieses kulturelle Angebot hat seinen Preis, über den die Städte und Gemeinden in jedem Jahr neu verhandeln müssen, denn die öffentlichen Mittel wachsen in der Regel nicht mir den Kostensteigerungen. Leistet sich Deutschland generell zu viele Theater und Museen?
    wenn man in Berlin ins Theater geht-,manchmal schade um das Geld für die Theaterkarte.Die Regie geführt von Egomanen läßt Künstler auf der Bühne urinieren- im Rahmen der künstlerischen Freiheit.Hilfe!So manchem Klassiker erkennt man nicht mehr wieder.Der Besucher wendet sich ab mit Grausen.Die Zuschüsse sollten an der Besucherzahl gekoppelt werden.
  6. #6

    Kultur

    Zitat von gantern Beitrag anzeigen
    oder Eröffnung eines Macke-Museums in Meschede,
    das bliebe bei öffentlicher Finanzierung Utopie.

    Aber eine Börse derartiger Projekte zur Übernahme
    durch potentielle Mäzene könnten die klammen
    Kommunen auf die Beine stellen.

    Reichen Gönnern würde ich auch eher zutrauen, etwas
    zu schaffen, was sich abhebt von dem üblichen Kulturmief.

    Nächste Woche besuche ich Nannens Museum in Emden,
    hoffe da keinen Mief zu empfinden.
    Bravo ! Endlich mal Jemand, der kreativ denkt und nicht gleich nach dem Staat ruft. Private Geldgeber liefern sicherlich Neues und Interessantes und wuerden dieser Misere schnell ein Ende machen.
    Das Nannen Museum ist ein gutes Beispiel und ich bin sicher, dass es dort nicht "mieft."
  7. #7

    Lehmbruck statt Lehmbruch

    Zitat von GinaBe Beitrag anzeigen
    Schön wäre es ja!
    Leider sind für Wartung und Renovierungen wohl nicht doie nötigen Gelder zur Verfügung.
    Das Lehmbruch- Museum in Duisburg hat aus diesem Grund kurzfristig und auf unbestimmte Zeit seine Pforten erst einmal geschlossen!
    ......Und es ist DER Kulturtempel in der Stadt!
    Lehmbruch, das klingt gut angesichts eines desolaten Gebäudes. Tatsächlich ist das Museum nach dem Bildhauer und Grafiker Wilhelm Lehmbruck (1881–1991) benannt.
    Die Kateogrie des Marktes ist definitiv nicht die richtige, wenn es um die Bewertung von Kulturinstitutionen geht. Museen (auch private) wurden vor der Erfindung der Devise "Kultur für alle" nicht nach ihrem Event-Charkater oder nach ihrer Besucherzahl bewertet. Die Autoren des Spiegel-Beitrages wollen die Umverteilung der knappen öffentlichen Kulturausgaben. Die Kulturinstitutionen, um die es hier geht sind heute dem Markt zu recht weitgehend entzogen. Das gilt für Gebäude, Grundstücke und den wirtschaftlichen Wert ihrer Sammlungen. Dies alles in Frage zu stellen und zu Geld machen zu wollen, wäre tatsächlich Frevel.
    Die Zahl der Kulturinstitutionen aber munter weiter zu vermehren, obwohl nicht einmal die bestehenden in ihrem Bestand gesichtert sind, ist leichtfertig.
    Die jüngste Entwicklung der Hochschulen hat allerdings gezeigt, dass wahre Exzellenz nicht durch "Exzellenzinitiativen" zur Umverteilung der Mittel zustande kommt. Qualität lässt sich (übrigens nicht nur in der Kultur) nicht mit quantitativen Maßstäben bewerten.
  8. #8

    Zitat von Tom E. Beitrag anzeigen
    Lehmbruch, das klingt gut angesichts eines desolaten Gebäudes. Tatsächlich ist das Museum nach dem Bildhauer und Grafiker Wilhelm Lehmbruck (1881–1991) benannt.
    ....
    Die Zahl der Kulturinstitutionen aber munter weiter zu vermehren, obwohl nicht einmal die bestehenden in ihrem Bestand gesichtert sind, ist leichtfertig.
    Die jüngste Entwicklung der Hochschulen hat allerdings gezeigt, dass wahre Exzellenz nicht durch "Exzellenzinitiativen" zur Umverteilung der Mittel zustande kommt. Qualität lässt sich (übrigens nicht nur in der Kultur) nicht mit quantitativen Maßstäben bewerten.
    Sie haben selbstverständlich recht mit dem Schreibfehler. Es wrd doch kein Freud'scher Versprecher gewesen sein?

    Duisburg: Alle Deckenplatten müssen raus | RP ONLINE
  9. #9

    Ja und Nein.

    Ein Dank gilt zu allererst den vier Herrschaften, die diesen Artikel verfasst haben. Sich mit der Hoch-Kulturszene anzulegen ist leider nicht ganz ohne. Da gerät man schnell zum Buhmann der Nation.
    Da zu viel in diesem Land in Schubladen sortiert wird und Kritik an der Kultur quasi als Verbrechen an der Menschlichkeit angesehen wird, ist es sicher nicht einfach etwas an diesem System zu ändern.
    Was in Deutschland aufgebaut wurde sucht ja global seines Gleichen. Da sich - Gott sei dank - die Zeiten aber ändern, dürfen auch kritische Fragen gestellt werden. Ganz sicher ist, das es so nicht weiter gehen darf und wird. Fatal wäre nur, wenn wir die Entscheidungen was, wann und wo sinnvoll ist und wie viel wir uns davon leisten in die Fänge der Politik gerät.
    Gefragt sind jetzt die Macher der Hochkultur, die Intendanten, Kuratorien und Kulturschaffenden aller Sparten. Sie haben das Heft des Handelns noch in der Hand. Sie wären alle in der Lage einen Plan zu entwerfen, wie wir uns zukünftig was leisten und wo fördern. Überlassen wir dies der Politik, so werden wir unser blaues Wunder erleben.
    Gefragt sind Menschen, die pragmatische Lösungen bieten, Menschen, die ein wirkliches Interesse an der Kultur zeigen und nicht nach der puren Macht im Apparat streben, Menschen, die auch andere Sichtweisen zulassen und keine dogmatische Ansätze verfolgen.
    Neben den vier Autoren gibt es viele in der Republik, die sich gerne engagieren würden. Die Zeit wäre reif für eine große Diskussion - sachlich, pragmatisch und unvoreingenommen. Alles muss auf den Prüfstand. Auch die heilige Kuh.
    DER SPIEGEL könnte entscheidende Impulse liefern, einen runden Tisch bilden, einladen zu Gesprächen und Foren bilden. Dabei darf aber niemand fehlen. Die Verantwortlichen aus der Kultur ebenso wie deren Kritiker. Aber haben Sie dazu den Mut?