Jagd auf Rebellenchef : Aktivisten starten Kampagne gegen den Schlächter von Uganda

APSeit mehr als 20 Jahren leben die Menschen in Zentralafrika in Angst vor Joseph Kony. Der Rebell ließ Tausende Kinder für seine "Widerstandsarmee des Herrn" entführen, er ließ morden, verstümmeln, vergewaltigen - und entkam immer. Nun macht eine US-Aktivistengruppe mit einer Web-Kampagne mobil.

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  1. #60

    Religiöse Zugehörigkeit ???

    [QUOTE=sysop;9786709]Seit mehr als 20 Jahren leben die Menschen in Zentralafrika in Angst vor Joseph Kony. Der Rebell ließ Tausende Kinder für seine "Widerstandsarmee des Herrn" entführen, er ließ morden, verstümmeln, vergewaltigen - und entkam immer. Nun macht eine US-Aktivistengruppe mit einer Web-Kampagne mobil.

    Jagd auf Rebellenchef Kony: Aktivisten starten Kampagne gegen den Schlächter von Uganda - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik[/QUOTE
    Da hat der Autor sich ordentliche Mühe gegeben, die religiöse Zugehörigkeit nicht zu benennen.
    Nur mal zum Nachdenken:
    Wieso schreibt man den bei anderen "Rebellen" die religiöse Zugehörigkeit ???
  2. #61

    Zitat von julietta86 Beitrag anzeigen
    Es könnte endlich der Anfang sein mehr über die Probleme Afrikas zu sprechen!!! Und damit meine ich nicht nur die bösen Rebellenführer, die Bürgerkriege und andere Schreckensnachrichten sondern auch im generellen die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme die dieser Kontinent hat und für die in vielen Fällen der Westen und internationale Istitutionen wie die World Bank, IMF oder WTO verantwortlich sind.
    Jaaa, die Leute daran erinnern, was ihr Lebensstil anderswo an Fallout hinterlässt. Wir bestimmt sehr beliebt. Gleich nach dem "what your garbage kills"-Rechner, der einem aus Gewicht und Zusammensetzung des Hausmülls vorrechnet, dass man diese Woche 4,37 Baby-Robben umgebracht hat.

    Afrika muss lernen, seine Probleme selbst zu lösen. Das beste was wir tun können ist, aufzuhören ihnen noch mehr zu machen. Dann haben sie auch genug Zeit und Muße, sich um ihre hausgemachten Probleme zu kümmern.
  3. #62

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Die Entwicklungshilfe, die seit dem Ende des Kolonialismus nach Afrika geflossen ist, beträgt in summa ein Vielfaches dessen, was dort jemals ausgebeutet worden ist. Dass es Afrika trotzdem immer noch schlecht geht, liegt an den lokalen Diktatoren und Warlords wie Kony.
    Sie wissen aber schon, dass das aufrüsten dieser mit macht, geld und waffen teil der ausbeutung ist?

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Lustig. Ein Land, das die höchsten Devisenreserven der Welt angespart hat, wird also ausgebeutet? Zweifellos beutet die chinesische Regierung das Land und die Leute aus, aber "der Westen" tut das sicher nicht.
    und weshalb macht das die regierung? um die konsummärkte im westen zu bedienen? oder nur, weil sie grad nichts anderes zu tun haben?

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Sicherlich wird dann in Uganda immer noch nicht alles gut sein, aber wenn dieser Kerl weg ist, dann ist es zweifellos schon ein großes Stück besser als jetzt. Geradezu rührend, wie Sie sich für den Schlächter engagieren.
    natürlich, wenn man nicht sofort spendet ist man ganz böse.

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Wird diese naive, monokausale Begründung mit dem Öl nicht langsam langweilig? Zumal sie intellektuell ja nicht sonderlich anspruchsvoll ist, schließlich ist die Welt zu viel kompliziert, als das sie mit monokausale Begründungen erklärt werden könnte. Niemand trifft hochkomplexe Entscheidungen aus nur genau einem Grund.
    der film von invisiblechildren selbst widerlegt Ihre these, scheinbar haben Sie den nicht genau verfolgt.
  4. #63

    Afrika überwindet die Folgen des Kolonialismus

    Zitat von pane_et_circenses Beitrag anzeigen
    ...Afrika leided an den Nachwehen der Kolonialzeit und an der bis zum heutigen Tage andauernden ausbeutung des Kontinents durch die großen, mächtigen Nationen und die profit orientierten Konzerne unserer Welt...
    Im Gegenteil, - Afrika ist dabei, die „Nachwehen der Kolonialzeit“ zu überwinden:
    1) Grenzen: es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die afr. Grenzen von den Kolonialherren gezogen wurde! Man übersieht nur, dass diese Grenzen oft nur noch auf dem Papier bestehen: in kaum einen Land gibt es keine Rebellenorganisation, die nicht weite Teile des Landes beherrschen, kaum eine Hauptstadt kontrolliert das ganze Land. Alte Stammesgegensätze leben wieder auf, - viele Regionen leben in einem ständigen Kleinkriegszustand zw. Krieg und Frieden, - staatliche Verwaltungsstrukturen sind schwach und werden kaum geachtet, - Steuern nicht gezahlt! Man identifiziert sich eher mit dem Clan/Stamm, - achtet eher Stammesälteste als Beamte und Staatsorgane!

    2) Sklaverei: auch die von den Europäern bekämpfte Sklaverei lebt wieder auf: in Westafrika werden große Mengen von Kinderarbeitern gehandelt, - in Darfur finden von der Regierung geförderte Sklavenjagden statt: die Männer werden getötet, - Frauen und Kinder versklavt!

    3) Hexenglaube: mit der Unabhängigkeit erbte man ein an Europa orientiertes Justizwesen. Mittlerweile kann man aber mindestens in Kamerun, Togo & Malawi wieder vor staatlichen Gerichten Klage wegen Schad-Zauber erheben, - in fast allen afr. Staaten wird darüber debattiert. Die meisten Hexenverfolgungen finden aber außerhalb der Gerichte über Lynchmord statt: in Tansania wurden um 2000 jährlich mehrere Hundert der Hexerei beschuldigte Menschen ermordet, - eine hohe Dunkelziffer wird geschätzt, - in den meisten anderen Staaten des Kontinents sieht es ähnlich aus! Bei Krankheit und Unglück sucht man die Schuld eher in einem Schadzauber, - Hoffnung setzt man eher auf einen „Feticheur“ als auf moderne Medizin oder Impfprogramme!
    Und wie man am Beispiel Jakob Zuma sieht, wird auch die durch christliche Missionare verbreitete monogame Ehe überwunden, - das südafrikanische Staatsoberhaupt lebt die seit jeher in Afrika verbreitete Polygamie vor!

    4) Industrialisierung: seinen es während der Kolonisation oder später entwickelte Industrieanlagen, Verkehrswege oder Elektrifizierung: vieles liegt wegen Bürgerkrieg, Korruption, Misswirtschaft und Unfähigkeit brach und verfällt. In Afrika machen Unternehmen nicht nur große Gewinne, - was man nicht so oft sieht sind in den Sand gesetzte Millionen und Milliarden!

    Sie sehen also: Afrika ist durchaus dabei, die Folgen der Kolonisation zu überwinden, - es kehrt in den Zustand vorher zurück! Sie können sich ja darüber freuen!
  5. #64

    Wer steckt dahinter?

    In NGO-Kreisen ist es ein offenes Geheimnis, daß diese ach so idealistische und selbstlose Hilfsorganisation "Invisible Children" zum großen Teil von der CIA finanziert wird. Und jetzt mal bitte von da aus weiterdenken...
  6. #65

    Zitat von iskin Beitrag anzeigen
    mitgekriegt, bedurfte es erst einer privaten Initiative, um auf diese Verbrechen aufmerksam zu machen. Wo sind denn unsere Poliker, die die Demokratie verbreiten wollen?
    Ach so, da gibt es keine Bodenschätze!
    Doch, da gibt es Bodenschätze - Gerüchte sagen, sogar Öl!
    Das wird von den üblichen ganz gewieften Durchblickern vermutlich umgehend als Grund vermutet für eine amerikanische Unterstützungsinitiative, um diesen Schlächter endlich zu fassen.
    Suche nach LRA-Anführer: US-Truppen jagen Afrikas Terrorchef - taz.de
    Fest zu stellen bleibt, daß da anscheinend doch irgendwer was gemerkt hat.

    Wird nichts unternommen, wird unterstellt, daß es dort keine Bodenschätze gibt, wird etwas unternommen, wird unterstellt, es wäre nur und ausschließlich wegen der Bodenschätze.

    Man kann das Ganze aber auch mal ganz pragmatisch sehen: So Leuten wie J. Kony muß man Einhalt gebieten. Ob das nun geschieht, weil man auf Bodenschätze spekuliert oder ausschließlich aus hehren humanitären Gründen ist dabei ziemlich nebensächlich solange der Typ zur Rechenschaft gezogen wird.

    Humanitäre Gründe in Reinkultur werden nach meiner Beobachtung nur von denen eingefordert, die schreiendes Unrecht nur dann bemerken, wenn sich die Möglichkeit bietet, anderen unlautere Motive zu unterstellen.
    Das ist aber weder Humanismus noch kritischer Geist, mangels Niveau noch nicht einmal Zynismus, sondern schlicht Ignoranz.
  7. #66

    Zitat von HolyGhost Beitrag anzeigen
    Wenn Sie dann mal so freundlich sein würden und mir differenziert erklären, worin sich ein mordender Rebell in Uganda von einem mordenden Rebellen in Libyen unterscheidet.
    Ich bin schon ganz neugierig.
    Tja... das ist für jemanden, der solche Fragen stellt, wahrscheinlich tatsächlich sehr schwer zu erklären.
    Ich versuchs trotzdem mal.

    Wenn ein Typ wie Gaddafi ankündigt, ganze Bevölkerungsgruppen "wie Ratten" zu vernichten, kann man davon ausgehen, daß er es ernst meint. Dafür gibt es genug Beispiele in der Geschichte. Zu sagen "och.. der meint das bestimmt nicht so..." mißachtet leider die Tatsache, daß solche Ankündigungen bisher immer genau "so gemeint" waren und die Wahrscheinlichkeit, daß es diesmal anders ist, gegen Null tendiert.
    Sich dagegen zu wehren ist also einigermaßen legitim, selbst dann, wenn nicht alle unter denen, die da sich wehren, nur die lautersten Motive haben dürften.
    Wenn ein Typ wie Kony sich aus reiner Machtgier zum gottgleichen Wesen erklärt und daher für gerechtfertigt hält, Kinder mit brutalsten Methoden zu willfährigen Killern auszubilden (Jungen) oder als Sexsklaven zu mißbrauchen (Mädchen) und über Jahrzehnte Angst und Schrecken zu verbreiten, liegen die Dinge ein wenig anders.
  8. #67

    Zitat von Crass Spektakel Beitrag anzeigen
    Wenn schwarzafrikanische Sicherheitskräfte unfähig sind das Problem zu lösen während "weisse Soldaten" vom "weissen Präsidenten Obama" das Problem binnen zwei Jahren einigermassen eindämmen dann ist das kein Zeichen von Kolonialismus sondern von grundsätzlichen Mängeln in Bildung, Willen und Vorstellung der afrikanischen Bürger die mitunter seit vier Generationen keine Kolonien mehr sind.(...)
    Nun ja, vielleicht könnte man sich gelegentlich daran erinnern, daß auch in Europa eine Phase 70-jährigen Friedens historisch gesehen eine ausgesprochene Novität darstellt, und das ganz ohne brutale Kolonisierung von außerhalb.
    Und das Ding mit dem Willen zur Vorstellung war da nicht gerade förderlich, auch wenn der gern aber meistens falsch zitierte Autor das vermutlich nicht so beabsichtigt hatte.
  9. #68

    Zitat von Yami_no_Yami Beitrag anzeigen
    Die LRA ist immer mal wieder Thema in der Presse. Für die zynischen Zweifler: Genau so, wie es im Video dargestellt ist, zieht sich der Faden durch die Berichte. Die, die das gerne mit Libyen vergleichen, haben sich in der Grausamkeit leider um Dimensionen vertan.
    Zu den Kommentaren der Auswahl afrikanischen Journalisten: Ihr habt nicht gemerkt, das die Gemeinde der Weltbürger sich nicht über irgend eine Hautfarbe definiert - viel schlimmer: Die Hautfarbe spielt keine Rolle.
    So ist es. Was immer in Afrika passiert - Kony in Uganda oder Sudan oder Kongo - Kongo mit inzwischen 6 Mio Kriegstoten - interessiert keinen.
    Interesse blitzt nur auf, wenn im Zuge des "Arabischen Frühlings" tatsächlich knapp 30.000 Flüchtlinge aus Afrika die Impertinenz besitzen, die Situation für sich auszunutzen und in Europa aufzukreuzen.
    Aber dafür gibt es ja FRONTEX. Der Name klingt wie ein Insektenvernichtungsmittel und das ist womöglich das einzig Ehrliche an dieser Organisation.

    Nur - das interessiert schon wieder keinen.
  10. #69

    Zitat von sir_popper Beitrag anzeigen
    Mich überzeugt die Kritik an dieser Aktion überhaupt nicht. Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Situation in dieser bedauernswerten Region. Wer wusste denn vorgestern schon, wer dieser Kony ist?(...)
    Wenn man sich die seit Jahrzehnten in D kaum noch vorhandene Berichterstattung aus Afrika ansieht muß man sich fragen, ob überhaupt noch jemand weiß, was diese komische südlich von Gibraltar vorhandene größere Landmasse überhaupt ist.

    Um aktuelle Nachrichten aus Afrika zu bekommen, ist man schon auf die BBC angewiesen (ausreichende Englischkenntnisse vorausgesetzt) oder auf die TAZ, die sich neben so manchen eher befremdlichen Schrullen immerhin auch einen sehr kompetenten Afrikakorrespondenten leistet.