Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt

DPASie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...818847,00.html
  1. #10

    Anpassung.

    Lange Zeit haben die PKVs sich die Rosinen herausgepickt. Die Belastungen hat man an den Staat (und somit die GKVs) abgeschoben.

    Jetzt, wo das nicht mehr geht, zeigt sich, das auch bei den PKVs nicht alles Gold ist, was glänzt - und das vermeindliche "Schnäppchen" PKV verdammt teuer werden kann.

    Arm dran sind diejenigen, die selbst dann nicht in die GKV dürften, wenn sie wollten - denen ziehen die PKVs das Geld mit dem Saugrüssel aus der Tasche.

    Ich selbst bin damals - auf der Höhe des PKV-Wahns und frisch über der Ermessensgrenze - aus Solidaritätsgefühl in der GKV geblieben. Heute kann ich nur sagen, "zum Glück".

    Hoffentlich wird der Irsinn der PKVs bald ganz abgestellt.
  2. #11

    Und die landen u.U. im Knast

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

    Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    und zwar wg. damit einhergehenden Betragsrückständen auch in der Pflegeversicherung.
    Nach §121 SGB muß die KK nach 6 Monaten Beitragsrückstand Meldung an die Behörde machen, die dann ein Bußgeldverfahren einleitet.
    Da die Betroffenen teilweise finanziell ruiniert sind können sie das natürlich auch nicht bezahlen und die Höhe des Bußgeldes wächst automatisch immer weiter.
    Die Behörde versucht das Bußgeld aber mit aller Härte einzutreiben, da hilft auch nicht die EV, Hartz4 oder schon vorhandene Pfändung auf alles mögliche. Das Ganze endet dann in einer Haftandrohung und anschliessender Erzwingungshaft von z.B. 21 Tagen.
    Da fragt man sich: was soll das bitteschön? Ironischerweise teilt die Behörde dem Delinquenten mit, das wäre nur zu seinem Besten, er bekäme damit Gelegenheit intensiv und ungestört über Geldbeschaffung nachzu denken - welch ein Hohn!
    Das ändert natürlich nichts an der Bußgeldforderung, die bleibt bestehen und wächst immer weiter...
    ABER ES KOMMT NOCH SCHLIMMER: für die abgesessene Haft werden dem Betroffenen zusätzlich pro Tag 10€ weitere Kosten auferlegt!!!
    Habe genau diesen Fall in der Nachbarschaft so miterlebt.
    WER MACH DENN SOLCHE GESETZE???
  3. #12

    Griechenland

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

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    Man könnte sich ausnahmsweise mal an Griechenland orientieren: Sozialversicherungspflicht für jedermann in der gesetzlichen (KV sowie Rente). Die Privaten sindnur zur Aufstockung da.
  4. #13

    Die Frau mit Anfang 50...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

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    war zu geldgierig - offensichtlich alleinstehend (Kinder selbstversichert) war der Tarif in der PKV derzeit billiger - der Solidarität in der GKV ein "Schnäppchen" geschlagen! Mein Mitleid hat sie nicht - denn als die Kinder bei ihr noch versichert waren, war sie natürlich in der GKV.
  5. #14

    Titel

    Die Frau stand kurz vor der Rente, hat immer ordentlich verdient. Doch mit Anfang 50 hat sie den entscheidenden Fehler gemacht: Sie wechselte in die private Krankenversicherung. Da sie wegen ihren Kindern aber länger im Job ausgesetzt hat, fällt ihre Rente mit rund 1000 Euro eher schmal aus. Ihr monatlicher Beitrag liegt bereits jetzt bei 600 Euro - und könnte noch deutlich steigen.
    Da hält sich mein Mitleid wirklich in Grenzen. Wer mit Anfang 50 die jahrelangen jährlichen Briefe mit dem voraussichtlichen Rentenumfang nicht auf dem Schirm hat, wenn er solche Verträge abschliesst, ist selbst Schuld. Aber Hauptsache im nächsten Monat etwas billiger dabei sein...

    Das gesamte System der privaten Krankenkassen für die Grundversorgung gehört abgeschafft. Eine öffentliche Kasse für Grundversorgung in die alle den gleichen Prozentsatz all ihrer Einkünfte - egal woher - einzahlen. Und wer Zusätze wie Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung will, der muss ne private ZUSATZversicherung abschliessen.
  6. #15

    Wer sind denn nun die Leidtragenden ?

    Leidtragende sind nicht die vermeintlichen 150 000 Nichtzahler, sondern die Noch-Immer-Zahler, die die Zahlungsausfälle der Nichtzahler aufkommen müssen, was sich naturgemäss in weiter steigenden Beiträgen wiederspiegelt.

    Die Nichtzahler erhalten die Leistungen unabhängig ob sie nun bezahlen oder nicht. Ich habe erhebliche Zweiffel ob tatsächlich alle 150 000 Nichtzahler aus der Not heraus nicht mehr zahlen oder weil auch ohne Zahlung die Versicherungsleistungen weiter gewährt werden müssen.
  7. #16

    Darf man fragen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

    Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    warum jene, die treu Praemie zahlen, alle diese Nichzahler durch uebergrosse Praemienerhoehungen mitfinanzieren sollen und muessen ? Wenn schon der Staat Solidaritaet mit wirtschaftlich Schwachen und Beduerftigen ueben moechte (und ich bin dafuer dass er das nach Untersuchung jedes Einzelfalles auch tut) dann soll er bitteschoen entweder den privaten Kassen die entgangene Praemie vergueten oder die Nichtzahler zu einem Minitarif ggf. mit Basisleistungen nur in die gesetzlichen Kassen uebernehmen.
  8. #17

    Private Krankenversicherung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

    Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    Und wo genau liegt nun die Schuld von Ulla Schmidt an dieser Misere? Schuld sind allenfalls die Politiker, die ein privates Krankenversicherungssystem in Deutschland erst möglich gemacht haben. Schuld sind auch die privaten Krankenversicherer, die mit Billigangeboten locken und nicht über die zu erwartenden Preissteigerungen im Alter informieren, denn nicht aus jedem Imbissbudenbesitzer wird automatisch ein Millionär.

    Die PKV gehört genauso abgeschafft wie die 300 gesetzlichen Krankenkassen. Eine für jedes Bundesland dürfte reichen.
  9. #18

    das darf doch nicht wahr sein

    was für ein dummer, polemischer Artikel. Ulla Schmidt hat versucht, Dinge richtig zu machen. Jeder sollte krankenversichert sein. Die private Krankenversicherung ist asozial und gehört abgeschafft. Der Versicherungsvertrieb verdienst bis zu einem Jahresbeitrag daran. Es hat nichts mit Solidarität zu tun, wenn junge, besser verdienende Menschen sich günstiger versichern können. Das ist das Übel. Das ganze System ist krank. Jeder sollte und Beiträge krankenversichert sein. Die Umlage sollte ähnlich, wie die Steuer gestaltet werden. Bei einer gerechten Steuererhebung wäre das alles kein Problem.

    Aber erst einmal retten wir Griechenland, ein Land, in dem sich die Reichen verabschiedet haben. Also ähnlich wie bei uns.
  10. #19

    .

    Endlich ein steuerfinanziertes Sozialsystem für alle einführen, dann hat sich das Problem erledigt.

    Ansonsten hält sich mein Mitleid in Grenzen. In die PKV setzen sich die Leute ab, die in jungen Jahren sparen wollen, aber wenn es dann später im Leben logischerweise teuer wird wieder zurück in die GKV. Nee, ist schon gut dass da viele Schlupflöcher gestopft wurden.