Unterwegs mit dem Landarzt: Doktorenglück im Westerwald

Marie-Charlotte MaasSeine Patienten schenken ihm Eier, erzählen vom Krieg, bestellen Grüße an die Gattin: Michael Fink ist ein Landarzt wie aus dem Serien-Drehbuch. Spannend und abwechslungsreich findet er seinen Job - und ist überzeugt, das junge Mediziner das auch so sehen würden. Von denen kommt nur keiner.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...819400,00.html
  1. #10

    Ach, und nochwas:

    1. Bei mir war ein Praktikum beim Allgemeinmediziner Pflicht! Und es war schrecklich, denn die sog. "Lehrpraxen" waren bei mir alles hokuspokus-Esoterik-IgEL-Praxen, nach dem Motto "wir bessern unser mageres Kassenhonorar durch Unsinn auf, für den die Leute aber ihr sauer verdientes Geld hinblättern".

    2. Nichtsdestotrotz habe ich immensen Respekt vor (guten) Hausärzten. Das sind immer noch die tapferen Frontschweine und zumindest bei mir im Studium gab es niemanden, der despektierlich über Hausärzte im Allgemeinen sprach.

    3. Natürlich wird es immer so sein, dass man im Studium erstmal von anderen Dingen fasziniert ist. Das ist in jedem Beruf so. Welcher Bäckerazubi träumt konkret in der Berufsschule schon von eigener Bäckerei, welcher Ingenieur von eigenem Büro?
    Nur: bei Medizinern ist der Zug ganz schnell abgefahren, wenn man eben die "falsche" Facharztweiterbildung macht. Wenn man erstmal z.B. mit Dermatologie anfängt, kann man nicht mal schnell nach 3 Jahren Hausarzt werden! Man muss dann den Internisten/Allgemeinmediziner nachholen.
    Will sagen: wer ist schon bereits im Studium fest entschlossen, Hausarzt zu werden und richtet seine Weiterbildung darauf aus? Die wenigsten...und dann ist es oft zu spät. Selbst wenn man HA werden möchte.
    Zumindest kenne ich viele Ex-Kommilitonen dahingehend..
  2. #11

    Rechtschreibung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Patienten schenken ihm Eier, erzählen vom Krieg, bestellen Grüße an die Gattin: Michael Fink ist ein Landarzt wie aus dem Serien-Drehbuch. Spannend und abwechslungsreich findet er seinen Job - und ist überzeugt, das junge Mediziner das auch so sehen würden. Von denen kommt nur keiner.

    Unterwegs mit dem Landarzt: Doktorenglück im Westerwald - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    "ist überzeugt, das junge Mediziner das auch so sehen würden".
    Wenn schon in der Zusammenfassung eklatant falsches Deutsch verwendet wird, stimmt der Rest bestimmt auch nicht. Was macht eigentlich der Ersatz für Bastian Sick, gibt es den nicht ? Muss Spiegel Online so sehr sparen ?
    Wenn dieser Beitrag wieder nicht veröffentlicht wird, handelt es sich um feige Zensur.
  3. #12

    Es ist so pietätlos wie bezeichnend, ...

    ... dass im Lichte des Doppelmordes an zwei Landärzten vor drei Tagen hier ein Artikel über das idyllische Landarztleben erscheint wird. In einem Land, in dem seit zwei Jahrzehnten die Ärzteschaft durch fortlaufende Verunglimpfung durch Medien und Politik zum Sündenbock für ein völlig marodes und korruptes Gesundheitssystem stilisiert wird, damit das satte "Weiter-so-bis-zur-nächsten-Legislaturperiode" möglich bleibt, die Politik die grundsätzlichen Problemen nicht angehen, und die Gesundheitsindustrie die Übernahme der ambulanten Medizin nicht gefährdet sehen muss.

    Meine Gedanken sind bei den Familien der ermordeten Kollegen.

    Am Montag, dem Tag der Beisetzung, bleibt meine Praxis zu Gedenken und Mahnung geschlossen.
  4. #13

    Ist ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seine Patienten schenken ihm Eier, erzählen vom Krieg, bestellen Grüße an die Gattin: Michael Fink ist ein Landarzt wie aus dem Serien-Drehbuch. Spannend und abwechslungsreich findet er seinen Job - und ist überzeugt, das junge Mediziner das auch so sehen würden. Von denen kommt nur keiner.

    Unterwegs mit dem Landarzt: Doktorenglück im Westerwald - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    ... das nicht gruselig? In jungen Jahren in so ein Kuhkaff ziehen und den Rest seiner Tage Stories über Krieg, Eier und Nachbarschaftsblabla zu hören, da hör ich lieber 24 Stunden am Tag Heino :)) Nicht dass die Medizin hier in Deutschland eh völlig im Eimer ist und das Gesundheitssystem wie einer meiner Vorredner treffend gesagt hat, ein Haufen Korruption und Lobbyismus ist, nein, man soll sich auch noch das Leben versauen und zwischen Bauernhof und dort wo sich nicht mal mehr Fuchs und Hase gute Nacht sagen, niederlassen. Never ever ever ...
  5. #14

    Eier

    Liebe Frau Maas, da haben Sie eine wunderbare Beschreibung des Absurden im deutschen Medizinsystem geliefert. Es ist schön für das Ehepaar Schmidt, dass sie alle 4 Wochen bei prasselndem Kaminfeuer Besuch bekommen. Es ist aber Irrsinn, dass ein Facharzt alle 4 Wochen ohne erkennbaren Anlass 2 Menschen mit "kleineren Beschwerden" aufsucht um Blutdruck zu messen (der dann auch noch "wie bei einem jungen Mädchen" ist). Was soll das? Wie kann man von Ärztemangel reden wenn Zeit für so einen Quatsch bleibt? Sollte es einen, im Artikel nicht erkennbaren, Grund für regelmässige Blutdruckkontrollen geben, kann dies eine Pflegehelferin nach einem 4-Wochen Kurs machen, hierzu einen Facharzt kommen zu lassen ist grotesk. Aber dann würde man schnell feststellen, dass es fast überall nach wie vor eine Überversorgung mit Praxen gibt, und dies wäre sicher nicht im Sinne des Vizepräsidenten der Ärztekammer Rheinland-Pfalz, des Nebenjobs vom vorgestellten Landarzt. Es geht eben doch eigentlich um sehr viel mehr als ein paar Eier. Liebe Frau Maas, da haben Sie eine wunderbare Beschreibung des Absurden im deutschen Medizinsystem geliefert. Es ist schön für das Ehepaar Schmidt, dass sie alle 4 Wochen bei prasselndem Kaminfeuer Besuch bekommen. Es ist aber Irrsinn, dass ein Facharzt alle 4 Wochen ohne erkennbaren Anlass 2 Menschen mit "kleineren Beschwerden" aufsucht um Blutdruck zu messen (der dann auch noch "wie bei einem jungen Mädchen" ist). Was soll das? Wie kann man von Ärztemangel reden wenn Zeit für so einen Quatsch bleibt? Sollte es einen, im Artikel nicht erkennbaren, Grund für regelmässige Blutdruckkontrollen geben, kann dies eine Pflegehelferin nach einem 4-Wochen Kurs machen, hierzu einen Facharzt kommen zu lassen ist grotesk. Aber dann würde man schnell feststellen, dass es fast überall nach wie vor eine Überversorgung mit Praxen gibt, und dies wäre sicher nicht im Sinne des Vizepräsidenten der Ärztekammer Rheinland-Pfalz, des Nebenjobs vom vorgestellten Landarzt. Es geht eben doch eigentlich um sehr viel mehr als ein paar Eier. Liebe Frau Maas, da haben Sie eine wunderbare Beschreibung des Absurden im deutschen Medizinsystem geliefert. Es ist schön für das Ehepaar Schmidt, dass sie alle 4 Wochen bei prasselndem Kaminfeuer Besuch bekommen. Es ist aber Irrsinn, dass ein Facharzt alle 4 Wochen ohne erkennbaren Anlass 2 Menschen mit "kleineren Beschwerden" aufsucht um Blutdruck zu messen (der dann auch noch "wie bei einem jungen Mädchen" ist). Was soll das? Wie kann man von Ärztemangel reden wenn Zeit für so einen Quatsch bleibt? Sollte es einen, im Artikel nicht erkennbaren, Grund für regelmässige Blutdruckkontrollen geben, kann dies eine Pflegehelferin nach einem 4-Wochen Kurs machen, hierzu einen Facharzt kommen zu lassen ist grotesk. Aber dann würde man schnell feststellen, dass es fast überall nach wie vor eine Überversorgung mit Praxen gibt, und dies wäre sicher nicht im Sinne des Vizepräsidenten der Ärztekammer Rheinland-Pfalz, des Nebenjobs vom vorgestellten Landarzt. Es geht eben doch eigentlich um sehr viel mehr als ein paar Eier.

    Gruss aus Schweden