Journalismus im Internet: Koalition beschließt Leistungsschutzrecht für Verlage

Mehr Geld aus dem Netz? Der schwarz-gelbe Koalitionsausschuss hat am Sonntag beschlossen, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage einzuführen. Dadurch sollen Verlage von Aggregatoren und Suchmaschinen wie Google Geld für Textzitate bekommen können. Wie das genau funktionieren soll, ist unklar.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...819253,00.html
  1. #1

    Das erinnert mich doch stark an diese Geschichte hier: heise online | Google sperrt belgische Zeitungen aus.

    Google wird in keinster Weise Geld dafür zahlen, sondern eher die betroffenen Angebote aus dem Suchindex bzw. dem entsprechenden Dienst werfen. Und das vollkommen zurecht, wie ich finde. Aber das Geschrei der Verleger wird groß sein, falls es soweit kommen sollte (s.o.).
  2. #2

    Von hinten durch die Brust

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Geld aus dem Netz? Der schwarz-gelbe Koalitionsausschuss hat am Sonntag beschlossen, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage einzuführen. Dadurch sollen Verlage von Aggregatoren und Suchmaschinen wie Google Geld für Textzitate bekommen können. Wie das genau funktionieren soll, ist unklar.

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    ins Knie geschossen?
    Suchmaschinen im Netz sind die Multiplikatoren ohne die
    eine Webseite nicht annähernd die Klicks bekommt die zum Überleben
    nötig sind.
    Bei aller Gier und Angst um irgendwelche Vervielfältigungsrechte
    kann es nur im Sinne der Presse sein, weiterhin kostenlos durch
    Suchmaschinen und Aggregatoren gelistet zu werden.
    Über den Umfang des Teasertextes lässt sich sicherlich diskutieren.
    Wenn die Presse jetzt Forderungen in entgeltlicher Form stellt, sit die Frage, verdient der Aggregator durch beilaufende Werbung genug, oder stellt er seinen Dienst ein.
    Ich denke das letzteres der Fall sein wird.
    Zum Schaden der Presse.
  3. #3

    Knieschuss

    Was passiert nun? Google News kommt sicher gut ohne deutsche Zeitungen aus (siehe Belgien) und ich als Blogger werde vorsichtshalber auch erstmal keine Links mehr setzen. Und was heißt das für Twitter? Letztendlich kann man wohl auch dort vorsichtshalber auch keine Zitate und Links mehr absenden. Wer weiß, wann man "kommerziell" ist? Bei genügend Followern? Und was passiert in Facebook? Da sind die Verlage ja selbst unterwegs und verlinken ihre eigenen Artikel: Muss Facebook also zahlen, weil die Verlage ihre eigenen Inhalte dort reinstellen?

    Das LSR ist, wie ichs gestern abend in einem Tweet von @haekelschwein gut beschrieben las, als ob die Dinosaurier einen Meteoriten auf die Erde lenken, um die lästigen Säugetiere loszuwerden. Wir wissen wohl alle ganz gut, wer überlebensfähiger ist...
  4. #4

    Verkehrte Welt...

    Sorry, aber Suchmaschinen und News-Aggregatoren sorgen für Traffic, insofern müssten, wenn überhaupt, die Verlage für die eingehenden Clicks zahlen? Immerhin werden durch die Suchmaschinen und News-Aggregatoren erst Leser auf die Angebote der Verlage weitergeleitet.

    Auch Suchmaschinen und News-Aggregatoren bieten eine Dienstleistung an und wenn Verlage diese nutzen, dafür aber nicht zahlen wollen, dann müssen sie eben damit leben, dass diese Dienstleister ihre Dienste durch Werbung finanzieren. Weder Google, Yahoo & Co. sind Sozial- und Wohlfahrtsverbände, die ihre Dienste kostenlos der Allgemeinheit (und den Verlegern) zur Verfügung stellen.
  5. #5

    Einzig und allein die Verlage profitieren...

    Entlohnt werden sollen aber nicht nur die Verlage, sondern auch die Urheber, ihnen müsse eine "eine angemessene finanzielle Beteiligung an der Verwertung des Leistungsschutzrechtes" zufallen.
    In welcher Welt lebt eigentlich "die Politik" bzw. der Autor dieser Zeilen? Es ist allgemein bekannt, dass die Verlage, insbesondere freie Journalisten, dazu zwingen alle Rechte an den Verlag abzutreten /Stichwort: Globalabtretung der Rechte). Insofern werden "nur" die Verlage davon profitieren. Die Journalisten, egal ob fest angestellt oder frei, werden von dem Geld nichts sehen.

    Dieses "Leistungsschutzrecht" ist doch nur eine Gelddruckmaschine für die Verlage. Schön zu sehen, wie erfolgreicher Lobbyismus funktioniert!
  6. #6

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Geld aus dem Netz? Der schwarz-gelbe Koalitionsausschuss hat am Sonntag beschlossen, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage einzuführen. Dadurch sollen Verlage von Aggregatoren und Suchmaschinen wie Google Geld für Textzitate bekommen können. Wie das genau funktionieren soll, ist unklar.

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    Wer zu Dumm für ein eigenes Geschäftsmodel ist, macht Lobbyarbeit um vom Geld anderer zu Leben.
    Kennen wir ja...
  7. #7

    Da wird wieder was zusammengekleistert auf Basis vollkommener Plan- und Ahnungslosigkeit.

    Die Verlagslobby wird sich freuen.

    Es wird kostenlose Werbung durch Suchmaschinen und Aggregatoren gemacht, und dafür das kostenlose Werbung gemacht wird sollen die Betreiber dieser Dienste nun zahlen.

    Einfache Antwort (am Beispiel Google): Soll Google die Verleger dafür zahlen lassen bei Ihnen aufzutauchen. Dann hat sich die ganze Diskussion sofort wieder.
  8. #8

    Man sieht ja,

    worauf es hinausläuft. Neue Begehrlichkeiten, eine neue Behörde und damit neue Kohle für eine Lobby. Das ist nur der Anfang einer absehbaren Entwicklung, und sie wird neue Grenzen schaffen für die Kultur. Denn Kommunikation, Gedankenaustausch und damit letzten Endes die Kultur selbst beruhen maßgeblich auf zitieren und weiterdenken bestehender Gedankengüter.
    Der Kommerz ist nur in Maßen Antrieb, meist aber der Gegner ehrlicher, freier Kultur. Deshalb ist das freie, unkommerzielle Internet in seinen Anfängen so revolutionär und spannend gewesen, und deshalb wird es in Zukunft immer weniger spannend sein. Denn ACTA wird kommen, in der einen oder anderen Form, weil sich zu wenige dafür interessieren, und weil die Verwertungsindustrie sehr mächtig ist.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für die Nutzer sollen sich daraus aber keine Kosten ergeben: "Die private Nutzung von Presseerzeugnissen im Internet wird nicht vergütungspflichtig, normale User werden also nicht betroffen sein. In der gewerblichen Wirtschaft bleiben das Lesen am Bildschirm, das Speichern und der Ausdruck von Presseerzeugnissen kostenfrei."
    Naja, dann ist ja alles halb so wild. Die gewerblichen mag sowieso keiner und umlegen werden die das auch nicht. Genau so, wie die LKW-Maut nicht auf die Erzeugnisse umgelegt wurden, die transportiert werden.

    Also kein Problem, bei denen kann ruhig abkassiert werden. UNS trifft das nicht.