Menschenrechtsbericht: Uno prangert Verbrechen libyscher Rebellen an

REUTERSWillkürliche Festnahmen, Folter, Plünderungen: Die Uno erhebt schwere Vorwürfe gegen die siegreichen libyschen Rebellen - zu bemängeln sei zudem, dass die Verbrechen nicht verfolgt würden. Die Umstände des Todes von Ex-Machthaber Gaddafi bleiben vorerst im Dunkeln.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...819008,00.html
  1. #30

    Zitat von ceilks Beitrag anzeigen
    Interessant finde ich auch die Aussagen zu den Söldnern die Gadaffi angebelich einsetzte. Dies war ja ein großes Thema im Februar/März und auch Teil der Resolution des Sicherheitsrats.
    Die Kommision hat jedoch keine glaubwürdigen Beweise hierfür gefunden. Die einzige Gruppe von möglichen Söldnern für die es Indizien gibt, ist eine Gruppe von mehreren Hundert Sudanesen die ab Juni nach Libyen kamen. Allerdings gibt es keine Indizien dafür, dass diese besser bezahlt wurden als libysche Soldaten und sie sind möglicherweise auch von einer Oppositionsgruppe im Darfur geschickt worden. Also auch fraglich ob es sich hierbei um Söldner nach internationaler Definition handelt.


    dann könnte es sich um freiwillige handeln, und ich meine, irgendwo den namen einer rebellenbewegung aus darfur gelesen zu haben. (name such ich bei gelegenheit)bleibt nur die frage warum sie sich ev den truppen der damaligen regierung angeschlossen haben?
  2. #31

    Zitat von lifeguard Beitrag anzeigen
    dann könnte es sich um freiwillige handeln, und ich meine, irgendwo den namen einer rebellenbewegung aus darfur gelesen zu haben. (name such ich bei gelegenheit)bleibt nur die frage warum sie sich ev den truppen der damaligen regierung angeschlossen haben?
    Das steht auch im Bericht:
    "684. The fighters were supplied through a Sudanese opposition group, the Justice and Equality Movement, headed by late Ibrahim Khalil"
    eine Oppositonsgruppe naus Darfur.

    Zum Motiv/Bezahlung steht dort:
    "685. The Commission is not in a position to confirm the terms under which fighters from Sudan may have been engaged. One interviewee indicated that the Sudanese fighters were paid the same salaries as Libyan soldiers due to concerns that to pay foreign fighters higher salaries would damage the morale of Libyan soldiers. The Sudanese fighters were also said to have been offered Libyan citizenship. The same interviewee indicated, however, that the supply of the fighters was linked to a wider agreement that the Qadhafi Government would, if it had remained in power, support the Justice and Equality Movement in any future campaigns against the Sudanese government in Khartoum."
  3. #32

    Richtig eine Staatsgewalt gibt es in Libyen nicht mehr ...

    Zitat von Heinz-und-Kunz Beitrag anzeigen
    Eine Kontrolle im Sinne einer zentralen staatlichen Autorität gibt es nicht mehr. Gegner muß man verstehen als viele, viele unterschiedliche Gruppen und Grüppchen, die ausser der Gegnerschaft zu Gaddafi nichts einte. Nun ist Gaddafi tot und jeder kocht sein eigenes Süppchen.

    Das lässt für die Zukunft des Landes nichts gutes erwarten.

    Und bevor jetzt ein VT'ler mit dem Westen und dem Öl kommt: Die gegenwärten Umstände in Libyen sind das letzte, was man braucht, wenn man in der Ölbranche ist. Da ist Stabilität gefragt.
    Die Ölverlade-Terminals funktionieren, sind hermetisch abgeriegelt, z.B. nach RasLanuf und Brega kommt niemand hinein, der kein spezielles "pass-par-tout" hat. Die Zufahrten nach RasLanuf sind tief gestaffelt mit gepanzerten Fahrzeugen abgeriegelt. Werden von angeheuerten Milizen und "Spezialkräften" gesichert. Vor einigen Wochen hatte das Misrata-Syndikat versucht RasLanuf unter ihre Kontrolle zu bringen und wurde blutig zurückgeworfen.

    Wer genau die Kontrolle über die Ölverlade-Terminals hat ist Staatsgeheimnis, vor Wochen versuchten einige aufgebrachte Ex-Rebellen in Benghazi Djibril zu Rede zu stellen, indem sie ihn bei einem öffentlichen Auftritt umringten und von seinen Bewachern isolierten, bekamen aber keine Auskunft. Seitdem tritt Djibril nicht mehr öffentlich auf.
  4. #33

    ...

    Zitat von e_d_f Beitrag anzeigen
    Die Übergangsperiode in Libyen ist kein Zuckerschlecken. Das war zu erwarten. Dennoch gelingt es der Regierung (NTC), in kleinen Schritten die Kontrolle zu gewinnen. Ihr Ziel muss es weiter sein, die (z. Z. noch kleine) neue Armee weiter aufzubauen und die seriösen Kräfte unter den Milizionären für sich zu gewinnen. Damit werden die Milizen mit der Zeit ausgedünnt und verlieren an Einfluss. Wenn die Armee dann irgendwann stark genug ist, kann sie die Rest-Milizen entwaffnen. Erst dann kann der staatliche Neuaufbau richtig beginnen. Das Anwerben für die Armee geht beispielsweise über anständige Gehälter und gute Berufsaussichten; täglich melden sich neue Bewerber. Es könnten sicher mehr sein, aber es geht langsam voran; so haben Regierungstruppen kürzlich den Grenzübergang nach Tunesien übernommen und die Milizen ersetzt. Dieser Transfer muss behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl erfolgen, denn die Milizen sind ja noch schwer bewaffnet und haben ihre Verdienste. Da die Regierung aber am Geldhahn sitzt, und nicht die Milizen, wird die Strategie auf Dauer aufgehen; die Milizen müssen sich letztendlich arrangieren. Im Irak hat es unter weitaus schwierigeren Bedingungen auch geklappt, die Milizen schrittweise unter Kontrolle zu bringen. Das dauert allerdings seine Zeit und erfordert behutsames Vorgehen und Geduld. Ich bin überzeugt davon, dass es am Ende auch in Libyen gelingen wird. Bis das Land wieder stabil ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Und diese Übergangsperiode ist für die Bevölkerung zweifelsohne eine harte Zeit. Das war zu erwarten. Das totale Chaos, das hier einige prophezeit haben, ist allerdings nicht eingetreten. Es gibt noch negative Begleiterscheinungen in der Übergangsphase, aber das ist m. E. absolut kein Grund, dem irren Diktator Gaddafi nachzutrauern. Ich bin optimistisch, dass es in ein paar Jahren ein besseres Libyen geben wird als unter Gaddafi.
    Am 07.01. schrieben Sie.....

    "Auch wenn es die Schwarzmaler, NATO-Kritiker und Gaddafi-Fans, die hier so zahlreich vertreten sind und alten Zeiten nachtrauern, nicht gerne hören, aber es gibt ein weiteres hoffnungsvolles Zeichen, dass es in Libyen schrittweise aufwärts geht (kein Wunder, dass das hier durch die Gaddafi-Apologeten noch keine Erwähnung fand, denn es widerspricht ja dem stur gepflegten Negativ-Bild vom Nachkriegs-Libyen)"

    Ihr Beitrag endete mit "weiter so, Libyen".

    Wissen Sie, ich bin so ein Schwarzmaler.....und meine schlimmsten Befürchtungen wurden bei weitem übertroffen.
  5. #34

    Zitat von ceilks Beitrag anzeigen
    Meine aussagen bezogen sich nicht auf den von Ihnen zitierten Artikel, sondern auf das Original des Menschenrechtsrats. IN diesem Fall ist man zum Glück nicht auf die Exegese einander zum Teilwiedersprechender Medienberichte angewiesen.
    Sorry, danke für die klärende Antwort. Haben Sie zufälligerweise einen Link auf den Report? Ich habe ihn auf die schnelle nicht gefunden.
  6. #35

    Na und?

    Zitat von carahyba Beitrag anzeigen
    Die Ölverlade-Terminals funktionieren, sind hermetisch abgeriegelt, ...

    Werden von angeheuerten Milizen und "Spezialkräften" gesichert.

    Wer genau die Kontrolle über die Ölverlade-Terminals hat ist Staatsgeheimnis, ...
    Und was bitte nutzen die Häfen ohne die Quellen und Pipelines? Garnix. Und wie man sehen kann, müßte man schon eine gewaltige Fläche unter Kontrolle haben, um die Ölförderung und den Export sicherzustellen:

    File:Libya location map-oil & gas 2011-en.svg - Wikipedia, the free encyclopedia
  7. #36

    Menschenbericht

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Sorry, danke für die klärende Antwort. Haben Sie zufälligerweise einen Link auf den Report? Ich habe ihn auf die schnelle nicht gefunden.
    Es ist report A/HRC/19/68. Durch suchen auf der Seite des OHCHR kommt man auf die Seite mit dem Link.
  8. #37

    Der Erfolg...

    Zitat von e_d_f Beitrag anzeigen

    Der Erfolg wird sich langsam einstellen.

    Der NTC macht es richtig.
    Der Erfolg wird sich einstellen?
    So wie in Afghanistan?
    Wo schnell mal die Waffen umgedreht werden und auf USA Soldaten und deren Verbündete geschossen wird?
  9. #38

    Vietnam

    Zitat von intenso1 Beitrag anzeigen
    Der Erfolg wird sich einstellen?
    So wie in Afghanistan?
    Wo schnell mal die Waffen umgedreht werden und auf USA Soldaten und deren Verbündete geschossen wird?
    Wenn man den Vergleich mit Vietnam zieht, kann man sagen, dass sich das Land erst dadurch von der Verwüstung und der inneren Spaltung erholt hat, dass sich das westliche Militär vollständig von dort zurückgezogen hat.
  10. #39

    nichts ist gut dort..

    Zitat von justine37 Beitrag anzeigen
    ***Der Nato bescheinigt der Bericht der UNO hingegen
    ein umsichtiges Vorgehen bei ihren Luftschlägen in Libyen***

    Ein Witz?
    Das Machtvaccum was jetzt besteht,ist das Ergebnis der Luftschläge,
    die es ermöglichten,dass die Misrata Banden freie Hand bekammen
    Tausende Unschuldige in Gefängnisse zu sperren.

    Gadaffi hat mehrmals Friedensverhandlungen angeboten,unter der Voraussetzung einer Pausierung der Bombardierungen,
    leider hat die NATO nicht reagiert.
    Sie sprechen mir aus dem Herzen...noch im März letzen Jahres gab es eine Stammes-Versammlung und Vertreter aus Misurata und Benghazi waren auch dort,es wurde entschieden es zwischen sich zu klären..Gaddafi hat für die ersten Toten jeder Familie 140000 Euro angeboten,als Blutgeld...aber NATO war der Meinung,dass diese Al Qaida Zelle der Salafisten unbedingt an die Macht müssen,dabei wusste man was für ein Chaos nach dem Sturz geben wird aber trotzdem war das andere wichtiger und das ist zynisch zu behaupten die Libyer sind jetzt frei...jetzt kämpfen die Stämme unter einander,denn es gibt keinen Gaddafi mehr und kein Geld...jeder will den grössten Stück vom Kuchen und mit so vielen Waffen im Land wird es noch jahre lang dauern,bis Libyen in Frieden leben wird..