Interrail-Jubiläum: 40 Jahre grenzenloses Bahnfahren

36.000 Kilometer in vier Wochen: Seit 25 Jahren hält ein Karlsruher den Rekord im Europa-Reisen. Mit einem Interrail-Ticket vermaß er den Kontinent auf Schienen - so wie das auch heute noch Hundertausende jedes Jahr tun. Nun feiert das Bahnticket seinen 40. Geburtstag.

http://www.spiegel.de/reise/europa/0...818306,00.html
  1. #1

    Ich könnte Romane darüber schreiben....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    36.000 Kilometer in vier Wochen: Seit 25 Jahren hält ein Karlsruher den Rekord im Europa-Reisen. Mit einem Interrail-Ticket vermaß er den Kontinent auf Schienen - so wie das auch heute noch Hundertausende jedes Jahr tun. Nun feiert das Bahnticket seinen 40. Geburtstag.

    Interrail-Jubiläum: 40 Jahre grenzenloses Bahnfahren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise
    ... was ich alles erlebt habe. Ungewaschen, übermüdet, beklaut, verkatert, hungrig, pleite. Ich hab meine Interrail-Tour gemacht und träume immer noch davon. Wer das nicht gemacht hat, ist nie wirklich erwachsen geworden. Apropos Roman: einen hocherotischen Roman habe ich bei Amazon entdeckt, als eBook. Von Théo alias Hugluhuglu (An der Grenze).

    Spritztour (An der Grenze) eBook: Théo alias Hugluhuglu: Amazon.de: Bücher

    Deckt sich in vielen Momenten mit meinen Erfahrungen, auch wenn das Buch (offensichtlich) viel zu viel Sex enthält. Allein schon aus nostalgischen Gründen lesenswert, damals, als es noch D-Mark, Pesetas und Gulden gab. Ist Interrail durch den Euro eigentlich nur noch halb so aufregend?
  2. #2

    Es war einfach nur geil.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    36.000 Kilometer in vier Wochen: Seit 25 Jahren hält ein Karlsruher den Rekord im Europa-Reisen. Mit einem Interrail-Ticket vermaß er den Kontinent auf Schienen - so wie das auch heute noch Hundertausende jedes Jahr tun. Nun feiert das Bahnticket seinen 40. Geburtstag.

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    235 DM und in dem Land, wo das Ticket gekauft wurde, zahlte man den halben Preis... also habe ich es in Basel auf der schweizer Seite gekauft (wer fuhr damals schon in die Schweiz...) und bin zu Fuß zurück nach DE... und konnte so auch in Deutschland kostenlos fahren.
    Es war einfach nur geil.
    Dass sein Rekord noch Bestand hat, wundert ihn. "Heute fahren die Züge doch schneller."
    Heute fahren die nicht viel schneller, nur auf Teilstrecken, das machen aber die üblichen Verspätungen wieder Wett...
  3. #3

    Zitat von earl grey Beitrag anzeigen
    235 DM und in dem Land, wo das Ticket gekauft wurde, zahlte man den halben Preis... also habe ich es in Basel auf der schweizer Seite gekauft (wer fuhr damals schon in die Schweiz...)
    Ich zum Beispiel. Das Bahn-Paradies schlechthin.

    Zitat von earl grey Beitrag anzeigen
    und bin zu Fuß zurück nach DE... und konnte so auch in Deutschland kostenlos fahren.
    Wozu soll ich in Deutschland umsonst fahren? Ich habe meine Interrail-Tour gemacht, um Europa kennenzulernen.
    Zitat von earl grey Beitrag anzeigen
    Heute fahren die nicht viel schneller, nur auf Teilstrecken, das machen aber die üblichen Verspätungen wieder Wett...
    Nur auf Teilstrecken. Zum Beispiel der Teilstrecke Marseilles-Paris-London/Brüssel. Oder der Teilstrecke Barcelona-Madrid.
    Und natürlich, damals gab es keine Verpätungen...

    Ich habe zum 20. Jahrestag meiner legendären Interrail-Tour letztes Jahr nochmal eine kürzere Fahrt mit Interrail gemacht, in einige Ecken, wo ich damals nicht war. So schön es auch war, ich war ziemlich entsetzt, wie sehr im Vergleich zu damals die Freiheit des Reisens eingeschränkt ist. In Frankreich und Spanien kann man auf längeren Strecken kaum noch einen Zug ohne Reservierung nutzen, die natürlich extra kostet und teilweise auch noch stark kontingentiert ist.
  4. #4

    Die Schweiz...

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Ich zum Beispiel. Das Bahn-Paradies schlechthin.
    Die Schweiz war 1974 (da war ich per Interrail unterwegs) nicht so das Traumziel der damaligen Jugend...

    Wozu soll ich in Deutschland umsonst fahren? Ich habe meine Interrail-Tour gemacht, um Europa kennenzulernen.
    Um aus Deutschland erstmal raus zu kommen, musste man notgedrungen eine mehr oder minder große Strecke durch Deutschland fahren - und das kostete... wer eh in der Nähe von Basel wohnte, konnte durch diesen Trick viel Geld sparen; denn Spartickets wie heute gab es da noch nicht. Eine Fahrt von Freiburg nach Flensburg (wer nach Skandinavien wollte) war hin-zurück fast halb so teuer wie die gesamte Interrrail-Karte...
  5. #5

    Viel sehen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    36.000 Kilometer in vier Wochen: Seit 25 Jahren hält ein Karlsruher den Rekord im Europa-Reisen. Mit einem Interrail-Ticket vermaß er den Kontinent auf Schienen - so wie das auch heute noch Hundertausende jedes Jahr tun. Nun feiert das Bahnticket seinen 40. Geburtstag.

    Interrail-Jubiläum: 40 Jahre grenzenloses Bahnfahren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise
    Für junge Leute halte ich das Interrailticket für eine gute Möglichkeit, für wenig Geld viel bereisen zu können. Zwar sieht man i.d.R. meist sowieso nur Bahnhöfe und Landschaft aus dem Fenster, aber trotzdem.

    Habe es Mitte der 80er Jahre auch zweimal genutzt um Europa zu erkunden: einmal Westeuropa mit I, F, S und P und dann AU, Jugoslawien und Griechenland. Um Sucherei und Geld für die Übernachtung zu sparen, nahm ich meist Nachtzüge.

    Hatte damals für Spanien wohl einen etwas antiquierten Reiseführer aus den 70ern, der von Benidorm als einem malerisch am Strand gelegenen Dorf schrieb. Als ich mit dem Bus dort ankam, mußte ich unters Sauerstoffzelt.

    Unvergessen allerdings, als ich das erste Mal das Azurblau der Cote D'Azur sah: dieses Bild habe ich heute noch im Kopf. In Nizza gleich erst einmal Rucksack abgeschnallt und schwimmen gegangen.
  6. #6

    Ja, das war so,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    36.000 Kilometer in vier Wochen: Seit 25 Jahren hält ein Karlsruher den Rekord im Europa-Reisen. Mit einem Interrail-Ticket vermaß er den Kontinent auf Schienen - so wie das auch heute noch Hundertausende jedes Jahr tun. Nun feiert das Bahnticket seinen 40. Geburtstag.

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    die gute alte Zeit: Züge mit Abteilen und Fenstern, die man aufmachen konnte. Es rappelte ein wenig und roch manchmal komisch, es gab keine Klimaanlage - aber die Bahn funktionierte auch fast immer.

    Meine Interrail-Episode begann so: etwas unsicher spätabends am Bahnsteig gestanden, Rucksack mit Außengestell, Nachtzug von Osnabrück nach Paris-Gare du Nord, morgens Kaffee und Croissant zusammengeradebrecht, später weiter Richtung Lyon und in die Welt - ok, erst mal Europa, aber es war ein Anfang. Mit kiffenden Kalifornierinnen in Lyon die Nacht durchgeplaudert - komisch, man wurde nicht ausgeraubt, es bimmelten keine Handys, weil die gabs noch nicht. Man ließ sich einfach treiben durch Europa - verabredete sich lose hier oder dort, traf sich durch Zufall in London oder im Nachtzug nach Lissabon ;-) wieder. Keine Verabredungen über Facebook oder SMS! Das war Völkerverständigung mit nem Bündel Travelerchecks und 15 Sorten Bargeld im Pottjuchee. Das ist mit der Billigfliegerei (schnell mal für 19 Euro egal wohin, hauptsache billich, zum abfeiern...) überhaupt nicht vergleichbar!
  7. #7

    Wie hat der das gemacht?

    Der Rekord wurde ja wohl Mitte der 80er Jahre aufgestellt, als das Interrailticket noch nicht so viele Länder umfaßte. Wie ist er da auf 36.000 km gekommen? Ich habe im Jahr 1996 ALLE Interrailländer "erledigt" und bin in 28 Tagen auf nur 22.000 km gekommen, als ich im Alter von 26 Jahren meine "Abschiedsvorstellung" gegeben habe.
    Vielleicht bin ich nur strategischer vorgegangen und habe Umwege vermieden: Zu Anfang habe ich die grobe Route abgesteckt. Polen, Skandinavien, Britannien, Westeuropa mit Marokko, Italien, Griechenland, Osteuropa. Unterwegs hatte ich allerdings die Generalroute geändert, indem ich von West- nach Osteuropa und von Griechenland über Italien wieder zurückgefahren bin, da ich lieber in einem westlichen Land stranden wollte als in einem Ostblockstaat (war damals noch nicht lange her).
    Die Technik im Kleinen: Auslandskursbuch der DB gekauft, dann jeden Tag eine detaillierte Vorausplanung für drei Tage in ein Notizheft gekritzelt. So behielt man den Überblick, konnte aber flexibel auf Änderungen reagieren.
    Ich habe nur fünfmal unter einem festen Dach genächtigt, wenn man das Fährterminal von Dun Laoghaire mitzählt. Besonders eindrucksvoll fand ich den Kerl mit Kalishnikov auf dem Rücken, der in der Lobby eines billigen Hotels in Bukarest Wache schob.
    In Zürich war absehen, daß das mit dem Ticket mitgelieferte Heftchen nicht ausreichen würde, und so habe ich mir ein zweites geholt. Beide Heftchen habe ich heute noch, ebenso einen genauen Reiseplan mit Abfahrts- und Ankunftszeiten.
    DAS war eine Reise - erholsam war sie nicht, aber ich denke gerne daran zurück.
  8. #8

    So hat der das gemacht!

    Zitat von lithiumdeuterid Beitrag anzeigen
    Der Rekord wurde ja wohl Mitte der 80er Jahre aufgestellt, als das Interrailticket noch nicht so viele Länder umfaßte. Wie ist er da auf 36.000 km gekommen?
    Details sind unter Manfred Weis | Szenen einer Reise nachzulesen. Für Interrail-Fans und solche, die es werden wollen, gibt es die ganze Story sogar als Buch.