Dramatische Bildungsstudie: Deutschland gehen die Akademiker aus

DPADer Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...817938,00.html
  1. #270

    Keiner

    Zitat von Epimetheu$ Beitrag anzeigen
    Also diese Beschreibung geht an der Realität der 3 Unis und der einen FH an der ich bisher Vorlesungen gehört habe vorbei. Die Zeit in der Fragen beantwortet werden in der Vorlesung beläuft sich auf vielleicht 2% der Vorlesungszeit. Außerdem stellen meistens nur die Leute Fragen, die schon was verstanden haben vom Stoff. Die meisten sitzen doch in der Vorlesung und verstehen so wenig, dass sie nicht mal eine Frage stellen könnten.

    Die Vorlesung leidet evtl. durch Seniorstudenten die sich auf Augenhöhe mit dem Prof. sehen und diesen ständig in Frage stellen, aber nicht durch Studenten ohne Abi.

    Außerdem ist der (gefühlte) Prozentsatz an Leuten die den Weg ohne Abi gehen ziemlich gering im Vergleich zum Standardbildungsweg. Die paar Leute ziehen nie im Leben das Niveau der Vorlesung und Klausuren runter, vor allem weil die Profs die Studenten eh nicht kennen und die Klausuren so stellen wie sie die schon immer gestellt haben.

    Ich finde es gut das es auch ungewöhnliche Wege an die Uni gibt. So ein Quereinsteiger hat normalerweise einen ganz anderen Hintergrund als der Standardabsolvent und stellt für manche Jobs evtl. die bessere Alternative für einen Personaler dar. Solange die Leute das Studium schaffen sollen sie doch.

    Über das Niveau wird doch schon seit Jahrhunderten gejammert. Wenn der Verfall wirklich so dramatisch wäre wie immer behauptet wird läge das Niveau schon unter normal Null.

    Gruß
    Teilweise haben Sie recht. Aber nicht wegen der wenigen Fragen, sondern weil erfahrungsgemäß nur diejenigen Fragen, die der Vorlesung im Normalfall noch ganz gut folgen können. Die abgehängten fragen seltener oder erst dann kurz vor der Klausur wenn sie Panik bekommen.
    Aber auch als Dozent ist man dann verunsichert, wenn dann in der vorletzten Vorlesung Fragen kommen die viel früher gestellt werden müssten. Schliesslich hat man dann monatelang an einigen Stundenten vorbeigeredet. Das ist heute so und damit kann ich leben, weil zwei Drittel der Leute dem Stoff einigermassen folgen können.

    Wenn man nicht den Fehler macht das Niveau abzusenken erledigt sich das problem in den unteren Semestern. Da werden dann die Automechaniker und Schlosser aussortiert, die glauben, dass man mit Mittelstufenmathematik und Fachrechnen auch ein Maschinenbaustudium angehen kann.
  2. #271

    Keiner

    Zitat von zudummzumzum Beitrag anzeigen

    Studienzugang für jedermann? Ja gerne! Aber nur gegen kostendeckende Studiengebühren für alle! Woher nehmen und nicht stehlen? Mit einem "negativen Freibetrag" bei der Einkommensteuer - für jedes Semester gibt es einen Zuschlag von 0,5% auf die persönliche Einkommensteuer - lebenslang. Dafür gibt es sogar noch 500 Euro monatlich BaFÖG dazu (bei Streichung des Kindergeldes)!

    Und wer dann in 5 Jahren seinen Master gemacht hat, zahlt eben bei 50.000 Jahreseinkommen jedes Jahr 500 Euro mehr als jemand, der das gleiche Einkommen ohne Studium generiert. Und wer es bis zur Gehaltselite geschafft hat, eben noch mehr ...
    Da finde ich die Darlehens Lösung noch besser. Nach ihrem Vorschlag zahlen wir deutsche das Studium und die Besten bekommen noch ein Argument mehr das Land zu verlassen um sich den Steuern zu entziehen.
  3. #272

    Zitat von zudummzumzum Beitrag anzeigen
    Dazu kann man nur sagen, dass das einfach zu teuer ist, um derartige try-and-error-Methoden zu befürworten. Wie hoch sind die gesamtgesellschaftlichen Kosten von 1 oder 2 "rumstudierten Semestern"?
    Mir sind ein oder zwei 'rumstudierte' Semester lieber - jeder kann sich irren, was Begabung und Neigung zum gewählten Studium angeht - als Studenten, die Durchhaltevermögen als Tugend überschätzen und dann im 8, 9., 10. Semester endgültig durchfallen.
  4. #273

    Beruf: Akademiker....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.

    Dramatische Akademiker-Studie: Merkels Bildungsweise schlagen Alarm - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    das ist entweder ein insuffizientes Gutachten, oder - wahrscheinlicher - ein höchst insuffizienter Artikel dazu.
    In dem Artikel wird von den Forderungen der "Weisen" berichtet, die Hochschulen für Auszubildende und für die Weiterbildung von "älteren Arbeitnehmern" ( wie sind die denn definiert???) zu öffnen.
    Tolle Forderung, die die dafür notwendigen Voraussetzungen einfach links liegen lässt :
    - erhebliche Aufstockung des Lehrpersonals,
    - Entwicklung eines Prüfverfahrens für die Eignung der potentiellen Studiosi,
    - Entwicklung eines dem Bafög ähnlichem Unterstützungssystems,
    - Regelung der Rückkehrmöglichkeit in die alte Arbeitsstelle, falls der Kandidat aufgeben muss/aufgibt.,
    - Entwicklung eines - zwangsläufig völlig - neuen Lehrsystems.

    Und für alle, die es gern ironisch mögen: Definition des Studienganges: "Akademiker"....
    Mein Topfavorit ist allerdings dieser Satz:
    " Dass die Gutachter nicht ganz falsch liegen, zeigt sich daran, dass auch die Unternehmen beginnen, Arbeitnehmer über 40 gezielter fortzubilden."
    Den Zusammenhang muss man erst einmal herstellen... ganz grosses Kino!
    D
  5. #274

    No!

    Zitat von Epimetheu$ Beitrag anzeigen
    .... So ein Quereinsteiger hat normalerweise einen ganz anderen Hintergrund als der Standardabsolvent und stellt für manche Jobs evtl. die bessere Alternative für einen Personaler dar. Solange die Leute das Studium schaffen sollen sie doch.
    ....

    Gruß
    Aber um diesen hochmotivierten Quereinsteiger geht es doch offensichtlich gar nicht.
    Hier ist die Rede von 10.000en fehlenden "Akademikern" (was keine Berufsbezeichnung ist...) , die angeblich fehlen, wenn man so weitermacht wie bisher.
    Offensichtlich glauben diese "Experten" ( wenn sie das wirklich glauben, haben sie die Anführungszeichen verdient!), dass man diese fehlenden Studenten aus dem Pool der "Gesellen und ältere(n) Arbeitnehmer(n) ohne Abitur" rekrutieren kann.
    Wieviel hochmotivierte Quereinsteiger wohl darunter sind ? 10%?
    D
  6. #275

    Rechengenie

    Zitat von zudummzumzum Beitrag anzeigen
    Und wer dann in 5 Jahren seinen Master gemacht hat, zahlt eben bei 50.000 Jahreseinkommen jedes Jahr 500 Euro mehr als jemand, der das gleiche Einkommen ohne Studium generiert. Und wer es bis zur Gehaltselite geschafft hat, eben noch mehr ...
    € 500 p.a. um € 50.000 Schulden abzuarbeiten?

    Sind Sie ein Witzbold, oder gehen Sie von einer Lebenserwartung von 150 Jahren aus?

    Dr. Jennings
  7. #276

    Es gibt Lösungen

    Zitat von zudummzumzum Beitrag anzeigen
    Dazu kann man nur sagen, dass das einfach zu teuer ist, um derartige try-and-error-Methoden zu befürworten. Wie hoch sind die gesamtgesellschaftlichen Kosten von 1 oder 2 "rumstudierten Semestern"?
    1) Zunächst können wir noch gar nicht wissen, ob die Abbrecherquote von Nicht-Abiturienten höher ist, als jene von Abiturienten.

    2) Man kann Eignungstest zur Studienzulassung durchführen (dann aber für alle).

    3) Zu Beginn eines Semesters eine Matheklausur mit ultimativen Konsequenzen bei Underperformance kostet nichts und bewirkt Wunder (nicht nur in Köln).

    Try and Error Methoden würde ich im Übrigen Jahrhundertreformen, die dann im Zweifel gegen besseres Wissen bis zum bitteren Ende durchgezogen werden, vorziehen. Ausprobieren ist eine feine wissenschaftliche Methode.

    Dr. Jennings
  8. #277

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    Man kann Eignungstest zur Studienzulassung durchführen
    Dafür wäre ich sehr. Zwar hat man dafür bereits mit viel Aufwand schon ein System installiert, das das leisten soll (man nennt es 'Abitur'), aber offenkundig tut es das nicht.

    Das Problem ist nur, dass es niemandem, erst recht keinem einschlägigen Minister, zu verklickern sein wird, wieso man Eignungstests durchführt in einem Fach, in dem rechnerisch genügend Studienplätze für alle Interessenten vorhanden sind.
  9. #278

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    Try and Error Methoden würde ich im Übrigen Jahrhundertreformen, die dann im Zweifel gegen besseres Wissen bis zum bitteren Ende durchgezogen werden, vorziehen. Ausprobieren ist eine feine wissenschaftliche Methode.
    Da haben Sie verdammt recht.
  10. #279

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    Try and Error Methoden würde ich im Übrigen Jahrhundertreformen, die dann im Zweifel gegen besseres Wissen bis zum bitteren Ende durchgezogen werden, vorziehen. Ausprobieren ist eine feine wissenschaftliche Methode.
    In vielen Studienfächern war das einst üblich. Die „Aufnahmeprüfung“ war das erste Semester. Im Zuge moderner „Qualitätsentwicklungsprogramme“ wurde das aber eingestellt. Gründe:

    1. Die Methode ist zwar einfach und hat eine sehr hohe Trefferquote, weil exakt das „geprüft“ wird, was für das Studium tatsächlich erforderlich ist. Sie produziert aber formal sogenannte „Abbrecher“, und das ist schlecht für die „Qualität“ des angebotenen Studiengangs.
    2. Die „Zulassung“ zu einem Studiengang kann nicht von einer Kommission zentral gesteuert werden, weil jeder Student einfach irgendwann selber merkt, dass das Fach nichts für ihn ist. Die Methode entzieht sich daher einer vorschriftsmäßigen „Dokumentation“, was eine „Evaluation“ gänzlich unmöglich macht.
    3. Ein Studiengang, in dem vorgesehen ist, dass Studenten ihn nach dem oder gar im ersten Semester verlassen, wird wohl kaum mit einer „Akkreditierung“ durch eine entsprechende „Agentur“ rechnen können.
    4. Es müssen für die Veranstaltungen im ersten Semester zusätzliche Kapazitäten vorgehalten werden, die über die Zahl der zu erwartenden Abschlüsse in dem betreffenden Studiengang hinausgehen. Im Haushaltsplan des Fachbereichs, der die stundenweise Abrechnung von Hörsaalbelegungen (und bei gemeinsamer Nutzung Ausgleichszahlungen an andere Fachbereiche) vorsieht, sind dafür keine Mittel zu rechtfertigen.
    5. Überhaupt kann's ja nicht der Sinn eines Studiums sein, dass der Student selber rausfindet, welcher Studiengang für ihn der richtige ist.