EU-Statistik: Deutschland hat höchste Brustkrebs-Todesrate

DPAIn Deutschland werden in diesem Jahr mehr Frauen an Brustkrebs sterben als in anderen europäischen Ländern - auch pro hundert Einwohner gerechnet liegt die Bundesrepublik vorn. Der Trend ist aber positiv: Es fallen der Krankheit weniger Menschen zum Opfer als früher.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...818229,00.html
  1. #20

    Zitat von superbiti Beitrag anzeigen
    ...wenn man mal die vernunft und nicht den profit die führung überlassen würde. oder weshalb sonst, werden neue möglichkeiten zur früherkennung nicht allen verfügbar gemacht?
    Leider einer der Gründe, warum in Deutschland die Todesrate bei Brustkrebs weit über dem Durchschnitt liegt.

    Meine Frau ist letztes Jahr an den Folgen von Brustkrebs verstorben.
    Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, dann würde ich nie glauben, dass Krankenkassen in Deutschland die von den Experten vorgeschlagenen Medikamente und Behandlungen aus Kostengründen verweigern bzw. die Zusagen so lange hinauszögern bis es zu spät ist.
    Ich konnte mir auch nicht vorstellen, das Krankenkassen erst einmal prüfen müssen, ob die Kosten für die Fahrten zu einem Brustkrebszentrum das Erfahrungen mit der Brustkrebsbehandlung bei Schwangerschaft hat übernommen werden können, nur weil dieses 70 km weiter weg ist vom Wohnort und Frau sich gegen eine Abtreibung im sechten Monat entscheidet.

    Ich rede mir jeden Tag ein, dass der Tod meiner Frau unvermeidbar war. Denoch ist da auch immer der Gedanke, dass sie wohmöglich noch leben könnte, wenn sich die Krankenkasse nicht so quer gestellt hätte bzw. die Verwaltungswege nicht so langwierig wären.

    Noch ein Wort zur Vorsorge. Da wir das Kind geplant hatten, war meine Frau im September bei den Vorsorgeuntersuchungen. Im Dezember waren die ersten Anzeichen des Krebses für das Auge sichtbar. Der Krebs war auch später nur bei Sonographie nicht aber bei der Mammographie zu erkennen
  2. #21

    Nicht über Fast-Food, aber.....

    Zitat von muellerthomas Beitrag anzeigen
    Dann zeigen Sie doch mal die Studien, die einen Zusammenhang zwischen "gesunder" Ernährung und Reduzierung des Krebsrisikos sowie zwischen Fast Food und Steigerung des Krebsrisikos belegen.
    da gibt es ein Buch von Béliveau und Gingras, das mit Statistiken den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten bestimmter Nationen und die Art der dort vorkommenden Krebserkrankungen belegt. So hat z.B. Japan/ Asien eine niedere Rate an hormonabhängigen Krebsarten wie Brust-und Prostatakrebs und einen geringen Konsum von Milchprodukten. Bei Prostatakrebs sind zehnmal weniger Japaner oder hundertmal weniger Thailänder als Bewohner der westlichen (sprich milchproduktekonsumierenden ) Hemisphäre davon betroffen. Dass dies nicht genetisch bedingt ist, weisen die Autoren durch Statistiken an Asiaten nach, die in die westliche Hemishäre ausgewandert sind und sich den dortigen Ernährungsgewohnheiten angepasst haben und siehe da, die Prostatakrebsrate ist auf das Niveau des jeweiligen Landes gestiegen. Es gibt auch Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum eines Landes und der Darmkrebsrate usw usf. Lesen lohnt sich!
  3. #22

    Grenzentscheidung

    Meine Frau ist letztes Jahr an den Folgen von Brustkrebs verstorben.
    Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, dann würde ich nie glauben, dass Krankenkassen in Deutschland die von den Experten vorgeschlagenen Medikamente und Behandlungen aus Kostengründen verweigern bzw. die Zusagen so lange hinauszögern bis es zu spät ist.
    Ich konnte mir auch nicht vorstellen, das Krankenkassen erst einmal prüfen müssen, ob die Kosten für die Fahrten zu einem Brustkrebszentrum das Erfahrungen mit der Brustkrebsbehandlung bei Schwangerschaft hat übernommen werden können, nur weil dieses 70 km weiter weg ist vom Wohnort und Frau sich gegen eine Abtreibung im sechten Monat entscheidet.

    Ich rede mir jeden Tag ein, dass der Tod meiner Frau unvermeidbar war. Denoch ist da auch immer der Gedanke, dass sie wohmöglich noch leben könnte, wenn sich die Krankenkasse nicht so quer gestellt hätte bzw. die Verwaltungswege nicht so langwierig wären.

    Noch ein Wort zur Vorsorge. Da wir das Kind geplant hatten, war meine Frau im September bei den Vorsorgeuntersuchungen. Im Dezember waren die ersten Anzeichen des Krebses für das Auge sichtbar. Der Krebs war auch später nur bei Sonographie nicht aber bei der Mammographie zu erkennen[/QUOTE]
  4. #23

    Grenzentscheidungen / Statistik

    Ich konnte mir auch nicht vorstellen, das Krankenkassen erst einmal prüfen müssen, ob die Kosten für die Fahrten zu einem Brustkrebszentrum das Erfahrungen mit der Brustkrebsbehandlung bei Schwangerschaft hat übernommen werden können, nur weil dieses 70 km weiter weg ist vom Wohnort und Frau sich gegen eine Abtreibung im sechten Monat entscheidet.

    Ich rede mir jeden Tag ein, dass der Tod meiner Frau unvermeidbar war. Denoch ist da auch immer der Gedanke, dass sie wohmöglich noch leben könnte, wenn sich die Krankenkasse nicht so quer gestellt hätte bzw. die Verwaltungswege nicht so langwierig wären.

    Noch ein Wort zur Vorsorge. Da wir das Kind geplant hatten, war meine Frau im September bei den Vorsorgeuntersuchungen. Im Dezember waren die ersten Anzeichen des Krebses für das Auge sichtbar. Der Krebs war auch später nur bei Sonographie nicht aber bei der Mammographie zu erkennen[/QUOTE]

    Ist bestimmt nicht üblich in einem solchen "FORUM"... Aber ich möchte Ihnen trotzdem mein Mitgefühl aussprechen!
    Trotz der recht knappen Mitteilung Ihrerseits - Sie (und damit meine ich Sie ZWEI) haben sich in einem Grenzgebiet der Medizin, der Ethik als Menschen sicherlich richtig entschieden. (Wir hätten uns ähnlich entschieden!) An den gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gegebenheiten eines "Gesundheitssystems" kommt der "Normalbürger" nirgends vorbei. Unter diesen Gegebenheiten - und mal ehrlich - die sind sooo schlecht im Vergleich schon zum näheren Ausland nicht hat die "Verwaltung" eine ganz eigene Verantwortung - Zeitverzögerung / Sterben auf der Warteliste als Schlagwort. Und diese Verantwortung sollte immer wieder eingefordert werden!
    Aber in Ihrem "Einzelfall" ist Statistik "natürlich" nicht anwendbar...
  5. #24

    inci2

    Zitat von vierbein Beitrag anzeigen
    Leider einer der Gründe, warum in Deutschland die Todesrate bei Brustkrebs weit über dem Durchschnitt liegt.

    Meine Frau ist letztes Jahr an den Folgen von Brustkrebs verstorben.
    Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, dann würde ich nie glauben, dass Krankenkassen in Deutschland die von den Experten vorgeschlagenen Medikamente ....
    mein aufrichtiges beileid.

    an alle
  6. #25

    ./.

    Zitat von thknöfel Beitrag anzeigen
    Der Krebs war auch später nur bei Sonographie nicht aber bei der Mammographie zu erkennen
    [/QUOTE]
    Es tut mir sehr Leid, dass Sie Ihre Frau verloren haben.
    In dieser Situation wird es Ihnen vielleicht als Spitzfindigkeit vorkommen - aber es ist erklärlich, dass der Tumor in der Mammographie nicht erkennbar war. Da Ihre Frau schwanger war, war sie wahrscheinlich deutlich unter 50. In diesem frühen Alter ist das Brustgewebe dichter und es kommt öfter vor, dass Tumore auf dem Röntgenbild nicht gesehen werden.

    Aus diesem Grund beginnt auch das Mammographie-Screening erst mit 50. Nicht, dass man in früherem Alter nicht auch Tumore in der Mammographie sehen könnte, aber es ist eben nicht die Verlässlichkeit da. Verlässlichkeit wäre mit Ultraschall da, aber der ist logistisch nicht für Screening geeignet, weil keine Daten über das gesamte Gewebe archiviert werden können.
  7. #26

    Zitat von superbiti Beitrag anzeigen
    ...wenn man mal die vernunft und nicht den profit die führung überlassen würde. oder weshalb sonst, werden neue möglichkeiten zur früherkennung nicht allen verfügbar gemacht?
    s. Deborah Rhodes: A tool that finds 3x more breast tumors, and why it's not available to you | Video on TED.com
    sehr anschaulich und gleichzeitig sehr erschreckend, wie unser "gesundheitssystem" funktioniert.
    Molecular Imaging ist in Deutschland noch in der Testphase. Sie finden mit MI tatsächlich manchmal Tumore, die Sie mit der Mammographie nicht finden, aber Sie finden mit der Mammographie auch Tumore, die Sie mit MI nicht finden. In vielen Fällen hätte auch ein MRI zusätzlich es getan. Problem ist, dass MI für Screening kaum in Frage käme. Wir können die Risiken mit der digitalen Mammographie gut abschätzen, die Risiken und der Aufwand einer Fluor-18-Gabe an alle Frauen mag vertretbar sein, aber welche Frau wird das machen, wenn sie keinen Hinweis auf Tumor hat. Übrigens gibt es fast das gleiche wie MI heute als Breast-PET an einigen deutschen Zentren.
  8. #27

    was ist healthy?

    Zitat von Jay's Beitrag anzeigen
    was die Datenbank fuer wissenschaftliche Literatur ist.
    Home - PubMed - NCBI

    Geben sie diese Stichwoerter ein:

    healthy food cancer
    Pubmed ist eine wissenschaftliche Datenbank. Da haben Wörter wie "healthy" gar nichts zu suchen. Die Dosis macht das Gift, und die Dosis macht auch healthy. Und was die richtige Dosis ist, wurde seltenst festgelegt.

    Ich habe genug von solchen Papers gesehen. Entweder werden die Menschen befragt "Wie oft essen Sie Blumenkohl? oft - manchmal - selten -nie - weiß nicht" und das Ergebnis dann irgendwie in Zahlenwerten verwurschtelt. Oder sie halten 10.000 Ratten unter Laborbdingungen und geben der einen Hälfte Blumenkohl, der anderen nicht. Problem wird sein, dass der Stoffwechsel der Ratte etws ganz anderes us dem Blumenkohl machenwird, als der unsere. Wieviel blumenkohl ist healthy?

    Vor 15 Jahren waren die Oxidantien ganz groß im Schwang, man musste gro0ße Mengen an Vitamin E und friends zu sich nehmen und war geschützt gegen Arteriosklerose, Krebs, Faltenbildung und Kinderlosigkeit. Inzwischen weiß man, dass das Humbung ist. Wir alle haben genug Vitamin E. Mehr ist meist harmlos, tendenziell eher schädlich.

    Davor hatte man es mit der Margarine. Wurde sogar zum Abnehmen empfohlen, weil "weniger fett" (was Blödsinn ist, Margarine IST fett). Heute weiß man vor allem, dass Margarine Dreck ist, Sie könnten genausogut Schmieröl essen.

    Es kommt immer darauf an, was man vergleicht. Wenn Sie im Bioladen einkaufen, haben Sie hoffentlich weniger Pestizidrückstände. Wenn Sie Gefrierkost kaufen, haben Sie wahrscheinlich die "frischere" Ware (je nachdem, um was es sich handelt). Wenn Sie Kartoffeln kiloweise kaufen, können Sie davon ausgehen, dass die Bauern nicht allzu großzügig mit den Spritzmitteln waren, sonst würde sich der Anbau nicht rentieren, bei Spinat mag das wieder anders aussehen. Bei Fertiggerichten können Sie davon ausgehen, dass viele Zusatzstoffe enthalten sind, die gezielt den Organismus beeinflussen.

    Und was ist mit Fleisch? Gift oder nicht? Jeder kann sich denken, dass 400 g/Tag zu viel ist. Aber wieviel ist healthy?
  9. #28

    Naja...

    Zitat von superbiti Beitrag anzeigen
    sehr anschaulich und gleichzeitig sehr erschreckend, wie unser "gesundheitssystem" funktioniert.
    der grundlegende Unterschied zwischen Deutschland und Ländern, wo es wesentlich weniger Tote gibt ist, dass hierzulande die niedergelassenen Gynäkologen davon leben, dass es keine ausreichende Vorsorge gibt. Soll heissen: deren alte Geräte müssen sich amortisieren, und viele von denen sind "nur" in der Lage, schon riesige Brustkrebstumore überhaupt zu erkennen, als mit Monaten Verspätung. Wenn es spezielle Brustkrebsscreeningzentren gibt, wo fachlich geschultes Personal den ganzen Tag nichts anderes macht und dazu noch die modernsten Diagnosemittel zur Hand hat, sterben auch viel weniger Frauen an Brustkrebs. Vor einiger Zeit war im Spiegel mal ein Artikel mit einem Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden, sehr interessant!

    P.S. Es sterben auch immer mehr Männer an Brustkrebs, und der wird noch viel später diagnostiziert!
  10. #29

    Der Absatz von Brustkrebsmitteln

    ist in Deutschland besonders hoch. Unser Wohlstand gibt das her. Machen wir uns nichts vor, die Hersteller von Chemotherapeutika, von Bestrahlungsapparatur und von Hormontherapie sind profitorientierte Unternehmen. Sie sitzen als Anbieter nicht nur im Gemeinsamen Bundesausschuss mit am Tisch. sondern sorgen auch dafür, dass das, was möglich ist, Bestandteil des "Goldstandard" wird. D.h. die betroffenen Patientinnen werden mehreren hochwirksamen Therapiemodulen ausgesetzt. Was man sich in anderen Ländern schlicht nicht leisten kann.

    Was bei dem Wort "hochwirksam" – nicht: besonders nützlich oder heilsam für die Patientinnen- oft nicht bedacht wird: es ist eine Gratwanderung. Hält der Stoffwechsel der Frau die Waffen, die gegen den Tumor eingesetzt werden, aus? Oder ist die Patientin gesundheitlich so vorgeschädigt, dass sie die Therapieschritte, von denen jeder einzelne tödlich sein kann, nicht überlebt? Der Blickwinkel der modernen Medizin ist auf das Zerstören des Tumors gerichtet. Dabei wird vergessen, dass an dem Tumor der Stoffwechsel eines Menschen hängt. Wenn der Tumor bekämpft wird, wird damit gleichzeitig auch der ganze Mensch beeinträchtigt.

    Während des Kampfes gegen den Tumor, der nur ein Symptom einer Schieflage ist, wird die eigentliche Krebskrankheit fast immer aus den Augen verloren. Welche Therapieschritte bauen den entgleisten Stoffwechsel wieder auf? Von wem erhalten die betroffenen Frauen die Informationen darüber, welche Krebs-erzeugenden Stoffe zu der Krankheit beigetragen haben? Wer sagt ihnen wie sie in Zukunft ihren Lebensstil Risiko-ärmer gestalten können? Es gibt tief vergraben auf der Webseite der Weltgesundheitsorganisation eine Liste mit Krebs-erzeugenden Stoffen. Viele Frauen wenden diese Stoffe täglich an oder verzehren sie täglich. Warum dürfen diese Stoffe überhaupt vermarktet werden als Haarfärbemittel, "die Pille", als Pflanzenschutzmittel?

    Und dann kommt die Onkologie und _bekämpft_ mit Chemotherapeutika, mit Strahlen und mit Hormontherapie den Tumor. Oft mit mehreren dieser Therapieschritte, die selbst Krebs verursachen können bei einer Frau. Müssen wir uns dann wirklich wundern, wenn in Deutschland besonders viele Frauen sterben?