Gletschermumie: Forscher enthüllen Ötzis Krankenakte

EURAC/ Samadelli Marco 5300 Jahre nach seinem Tod stellen Forscher dem Gletschermann Ötzi seine Diagnose: Er vertrug keine Milch und hatte Herzprobleme - das ergab die Analyse seines Erbguts. Seine nächsten Verwandten lebten demnach auf Inseln im Mittelmeer.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...818062,00.html
  1. #40

    ...

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Und wie kam die Toleranz dann "wieder" nach Ostafrika (wo ja die Menschheit ihren Ursprung hat)?

    "Für die Massai spielen Rinder und Ziegen ...eine große Rolle. ....Die früheren Massai haben sich fast nur von Tierprodukten ernährt – meist von einer Mixtur aus Blut und Milch (saroi),..."
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    "Belege dafür haben Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena beim Hirtenvolk der Massai im ostafrikanischen Kenia gefunden. ....
    Demnach nehmen die Massai zum Frühstück stark gesüßten Milchtee zu sich. Einige Massai verzehren vormittags „Porridge“, einen flüssigen Brei aus Maismehl, Wasser, etwas Milch und Zucker. Zum Mittag gibt es meist Milch und „Ugali“, eine Art Polenta, die aus Maisgrieß und Wasser zubereitet wird. Das Abendessen gleicht dem Mittag. ..."

    - Gesund trotz Mangelernährung? | Mein Gesundheitszentrum
    Natürlich passieren solche Mutationen auch woanders auf der Welt. Aber wenn man sich die Laktosetoleranzkarte anschaut, sieht man, dass Völker aller Kontinente Laktoseintoleranz sind, prozentual gesehen am Besten verdauuen können es aber Türkvölker wie Mongolen_innen, Kasachen_innen, Türken_innen etc, Nord- und Mitteleuropäer_innen, die wegen diverser Völkerwanderungen ja immer eine Verbindung zu Zentralasien hatten, zumal ja vermutet wird, das die Protoindoeuropäer aus Zentralasien stammen, östlich und südlich der Wolga.

    Datei:Laktoseintoleranz-1.svg

    Man beachte, die grösste Toleranz gegenüber Milch findet man in Nord-, Mittel- und Osteuropa, Kleinasien ohne Vorderasien und den semitischen Völkern, in der GUS und Zentralasien, Nordamerika und Australien (wegen der eingewanderten Europiden).


    "Heute geht man davon aus, dass die heutigen Hausrinder (sog. taurine Hausrinder) ursprünglich aus Anatolien und dem Nahen Osten stammen, wo die eurasische Subspezies des Auerochsen, B. p. primigenius, ebenfalls vorkam. Die Domestizierung zum Hausrind erfolgte bereits vor dem 9. Jahrtausend v. Chr." (Wikipedia)

    Viele Artikel, wo es um die Jungsteinzeit und Bronzezeit geht, zeigen deutlich auf, das schon damals Verbindungen und Handel zu Südeuropa, Anatolien und Voderasien plus Levante stattgefunden haben und das Techniken aus den Bereichen Landwirtschaft, Viehzucht, Metall etc nach Mitteleuropa exportiert worden sind.

    "Das Ergebnis: Etwa 20 % der europäischen Y-Chromosomen stammen von neolithischen Einwanderern aus dem Nahen Osten. Der Populationsgenetiker Spencer Wells hält es für wahrscheinlich, dass diese den Ackerbau nach Europa und in die Mittelmeerregion brachten, es sich also nicht um eine unabhängige Entwicklung handelte. „In einem denkbaren Szenario hätte sich die Landwirtschaft demnach zunächst rund um das Mittelmeer ausgebreitet, weil die Pflanzen der neolithischen Einwanderer aus dem Nahen Osten das dortige Klima bevorzugten (...) Erst später übernahmen die paläolithischen Europäer im Landesinneren die Landwirtschaft und verbreiteten überall die Kultur (...) des Neolithikums.“[8]"(Wikipedia)

    Und der wunderbare Spiegelartikel:
    DER SPIEGEL*41/2010 - Im Reich der Milchbubis
  2. #41

    by the way

    [QUOTE=Igelnatz;9732472]
    Zitat von whitestboyalive Beitrag anzeigen

    doch Sie treiben es auf die Spitze. Ich finde es "als Mann allerdings" nicht diskriminierend, wenn man Völker herkömmlich ohne "innen" benennt - wie sollen Völker ohne Frauen denn existieren außer "Ali Baba und die 40 Räuber"? Zu den "Kühen" (weibl. - wo bleiben die Bullen - ich fühle mich als Mann diskriminiert), die "Vorfahren_innen" haben, fällt mir nichts mehr ein. Gut, dass ich mit Ihnen nichts zu tun haben muss und auch nicht mit Ihren Vorfahr_innen und Nahrfahr_innen und Freund_en/innen.
    Ich bin ein Mann. Ich gendere das halt alles, weil das meine Kritik an der Heteronormativen ist, oder wie man auch sagen kann: Die Herrschaft des weissen heterosexuellen Mannes. ich möchte auch nichts mit ihnen zu tun haben, weil ich Menschen, die das gesellschaftliche Konstrukt Geschlecht und die Bipolarität der Geschlechter nicht hinterfragen, irgendwie unspannend finde. Es ist immer eine Frage der Macht. Auch Sprache und Kultur...
  3. #42

    Zitat von anomie Beitrag anzeigen
    Wirklich ganz toll, dass si emal wieder etwas gefunden haben, was sie besser wissen.
    Oder auch nicht.
    Und was SIE "beeindruckend" finden interessiert gerade nicht.
    Lernen sie schreiben und bewerben sie sich bei einem magazin, wenn die es unbedingt loswerrden wollen.
    Ich fand den artikel interessant, und nun?
    Genau: setzen, sechs!
    Wenn Ihre Rechtschreibung mit Ihrer Intelligenz zusammenhängt, dann hoffe ich doch, daß Sie sich in dieses Forum verirrt haben und sonst bei Super-Illu zu finden sind.
  4. #43

    Zitat von whitestboyalive Beitrag anzeigen

    Leider falsch. Die Laktosetoleranz "entstand" so richtig wohl in den Steppen Zentralasiens, wurde "perfektoniert im alten Anatolien, als die ersten indogermanischen Völker Zentralasiens dort einwanderten wie die späteren Hethiter_innen, Luwier_innen, Thraker_innen und durch anatolische Viehzüchter_innen, die dank Klimaerwärmung und der damit verbundenen Versteppung, kam man in das fruchtbarere Südost- und Mitteleuropa, was man genetisch schon lange bewiesen hat, das nämlich "unsere" Kühe hier anatolische Vorfahren_innen haben. Sprich auch die Menschen damals aus der Region nach Europa einwanderten, sich dort mit den protokeltischen Stämmen mischten und so die Laktosetoleranz in Europa etablierten. Siehe Hallstadtkulturen, Kurganhypothesen, altanatolische Sprachen als erste verschriftlichte indogermanische Sprachen und die Geschichte der Viehzucht in Europa, angefangen ab ca 6000 v. Chr, über die Donau kommend...


    Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass sich die Laktosetoleranz unabhängig voneinander an mehreren Orten der Welt entwickelt hat. Wir wissen, dass es mindestens 4 verschiedene Mutationen gibt, die zur Laktosetoleranz führen. Diese Mutationen findet man an unterschiedlichen Stellen der DNA. Eine wichtige und typisch europäische Mutation entstand wahrscheinlich vor rund 7500 Jahren in einer kleinen Gruppe Viehzüchter. Sie wird mit der Linienbandkeramik Zentraleuropas in Verbindung gebracht.

    Wenn man Migranten außer Acht lässt, findet man Laktosetoleranz nur in vielen Teilen Europas, bei afrikanischen Viehbauern, und in einigen Teilen Asiens. Sämtliche Ureinwohner Amerikas und Australiens sind Laktoseintolerant. Der einzige Grund, warum man dort Milch im Supermarkt findet, liegt an europäischen und afrikanischen Einwanderern.


    In einer Einflussreichen Studie haben Itan und Kollegen (2010) festgestellt, dass es wahrscheinlich wesentlich mehr genetische Anpassungen an Laktose gibt, als wir kennen.
    Ötzi könnte natürlich eine Mutation in sich getragen haben, die wir einfach nicht kennen.

    Dass die typisch europäische Mutation nicht in ihm gefunden wurde, ist aber durchaus sehr interessant. Diese Tatsache gibt uns Hinweise zur Ausbreitung von Laktosetoleranz. Sie zeigt auch, wie “flüssig” genetische Unterschiede zwischen Menschen wirklich sind -- und dass Völkerwanderungen und die Ausbreitung von Genen schon immer eine wichtige Rolle spielten.

    Eine der vielen Ötzi-Theorien besagt, dass dass er ein Hirte war. Die frage ob er Milch vertrug, ist daher eine sehr interessante.

    Laktoseintoleranz ist vielleicht keine Krankheit, aber durchaus ein interessantes Thema, welches in solch einem Artikel Erwaehnung verdient.
  5. #44

    Hüstel

    Zitat von Hüsse Beitrag anzeigen
    Das kann noch kommen. In jungen Jahren (bis zu meinem ca. 23. +/- 1 Lebensjahr) konnte ich auch sehr viel Milch trinken. Irgendwann ging das nicht mehr, also aufpassen!
    Ähm, na ja: Das Alter von 23 Jahren habe ich vor 23 Jahren hinter mir gelassen ... ;-)