Referendum in Syrien: Assad lässt im Bürgerkrieg über Verfassung abstimmen

APIn Syrien sterben täglich Menschen, Soldaten des Regimes halten die Rebellenhochburg Homs unter Dauerbeschuss. Doch Präsident Assad fordert inmitten der Gewalt sein Volk auf, am Sonntag über eine neue Verfassung abzustimmen. Die Opposition spricht von einer "Farce".

http://www.spiegel.de/politik/auslan...817619,00.html
  1. #150

    Zitat von adal_
    "Friedlicher Übergang" mit Panzern, Mörsern und Folterknechten. Ja ne is klar. Das klingt ähnlich sinnvoll, wie die Empfehlung, ein Feuer mit Benzin zu löschen.
    Immerhin ist der eg des friedlichen Übergangs mit Verhandlungen auch dass, was 120 Staaten in der UNO-Hauptversammlung gefordert haben. Ihr Weg - "Assad verdünnisiert sich" - nicht. Es ist sogar im klaren Gegensatz dazu, denn dort wird jeder Eingriff in die Souveränität syriens abgelehnt. Damit heiße sie willkommen in den Reihen der Resolutionsablehner wie Weissrussland, Nordkorea und Iran.
  2. #151
  3. #152

    ...

    Und dass hier die beiden Kriegstreiber und Folterstaaten Saudi-Arabien und Katar federführend waren, macht Sie nicht nachdenklich?

    Zynisch könnte man auch sagen, in Syrien gibt es bereits eine nationale Einheitsregierung und dies soll nach dem Wunsch der Regime in Riad und Doha auch nocht lange zu bleiben.
  4. #153

    Zitat von affenkopp Beitrag anzeigen
    Und dass hier die beiden Kriegstreiber und Folterstaaten Saudi-Arabien und Katar federführend waren, macht Sie nicht nachdenklich?
    Es ist doch vollkommen egal wer hier federführend war. Entscheidend ist doch das die Resolution mit breiter Mehrheit angenommen wurde. Allerdings sollte man mal lesen was dort angenommen worden ist.
  5. #154

    Referendum in Syrien: Assad lässt im Bürgerkrieg über Verfassung abstimmen

    Mir tun die armen Leute Leid. Hier geht es nur um Macht wie immer.
  6. #155

    Zitat von randolfder3te Beitrag anzeigen
    Mir tun die armen Leute Leid. Hier geht es nur um Macht wie immer.
    Natürlich ist ein Angriff der "Freundesgruppe" das beste was Syrien passieren kann. ZUmindest wird das darauf hinauslaufen, denn auch die "Opposition" weiss das keiner (Ob Despot oder Diktator oder die Bundesangie) freiwillig abdankt.

    Was folgt draus? Angriff natürlich!!!
    Es funktioniert doch wunderbar?? Lybien haben wir gerettet, Ägypten auch...Irak sowieso und Afghanistan glänzt auch.
    Also wozu diese Eskapaden. So eine Intervention von aussen hat sich doch bewährt? Es wird alles gut :)

    Und gleichzeitig helfen wir den Saudis und Katar das Sie noch mehr Einfluss bekommen. Immerhin kaufen die unsere Waffen und unsere Technik. Nicht wie die Syrer und Iraner von den Russen, Das geht gar nicht!!!

    Ich wäre dankbar wenn diese Schmierenkomödie aufhören würde und die Interessenten endlich tacheles sprechen würden. Obs der "grosse" Putin ist oder edlen "Retter" aus dem Westen.
  7. #156

    Referendum im Bürgerkrieg

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Syrien sterben täglich Menschen, Soldaten des Regimes halten die Rebellenhochburg Homs unter Dauerbeschuss. Doch Präsident Assad fordert inmitten der Gewalt sein Volk auf, am Sonntag über eine neue Verfassung abzustimmen. Die Opposition spricht von einer "Farce".

    Referendum in Syrien: Assad lässt im Bürgerkrieg über neue Verfassung abstimmen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Die von unseren Parteien und Medien publizistisch unterstützte "Opposition" - von der Kenner wissen, dass es sich um ein untereinander verfeindetes Zweckbündnis von bis zu 300 Clans und anderen Pressure Groups handelt, das im Augenblick des Sturzes des von SPON als Despoten bezeichneten Assad in einen Kampf um die Macht einsteigen wird, der alle bis dahin erlebten Schrecknisse in den Schatten stellen wird (Beispiele in Afghanistan, Irak, Libyen) - diese also von interessierter Seite so genannte Opposition will den Bürgerkrieg. Wie Syrien ums Überleben kämpft - Politik - sueddeutsche.de

    Das jedenfalls ist für jeden, der wirklich denken kann, eine klare Ansage - und ich denke, dass sich die hiesigen Unterstützer in Politik und Massenmedien auch zu dieser Wahrheit durchringen sollten, dass sie sich mit ihrer einseitigen Parteinahme für zukünftige Despoten aus egoistischen Gründen (Einhegung von Iran zwecks Vorbereitung eines grundgesetzlich geächteten Angriffskriegs) zu Kriegshetzern perfektioniert haben, nachdem sie in diesem schmutzigen Geschäft auf zehn Jahre Verblödungsarbeit zurückblicken können: "Friedenssicherung", "humanitäre Militärintervention", "Schutz der Zivilbevölkerung": alles Lug und Trug.

    Heute also wird zugegeben, dass Peter Struck - "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" - gelogen hat, weil die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskriegs nach Art. 26 GG sogar strafbewehrt ist - ein Dokument der Bedeutung, die die Verfassungseltern dem Pazifismus als Staatsdoktrin des neuen Deutschlands diesem in die Wiege gelegt hatten.


    Wann erleben wir die Trendwende im deutschen Journalismus, die vom Blender Guttenberg mit der Lüge eingeleitet worden ist, dass es seine Tochter gewesen sei, die ihn gefragt habe, ob die Schweinerei in Afghanistan nicht doch richtiger mit "Krieg" benannt werden müsse und er daraufhin gesagt hätte, dass man die militärische Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates auch so benennen könne? Wann also erleben wir den Tag, dass die Plappernde Kaste zugibt, sich wieder einmal mit den Kriegstreibern gemein gemacht zu haben?!
  8. #157

    Farce

    Die einzige Farce, die ich in Hinsicht auf die Abstimmung in Syrien erkennen kann, ist die Berichterstattung der deutschen Medien, allen voran SPON. Wie schon so oft beschreibt der Spiegel die Welt wie sie ihm gefällt: Voreingenommen und nur das wahrnehmend, was ins eigene Bild passt. Mit seriösem, unabhängigem Journalismus hat das nichts mehr zu tun. Höchstens mit Leserverdummung.

    Was soll den an den Zahlen verkehrt sein? Da ruft die Opposition die Bevölkerung auf, Assads Referendum zu boykottieren und die syrischen Staatmedien beschönigen nichts, sondern bestätigen, dass der Aufruf durchaus Erfolg hatte - nur etwas weniger als 60 Prozent sind an die Urnen gegangen. Eine solch geringe Wahlbeteiligung hat es unter der Herrschaft der Baath-Partei offiziell noch nie gegeben. Das zuzugeben ist ein erheblicher Fortschritt für ein autokratisches Regime und zeigt, dass Assad durchaus die Zeichen der Zeit erkannt hat und es ernst meint mit mehr Transparenz und Demokratie.

    Warum fast die Hälfte der Syrer nicht abgestimmt hat, weiß niemand. Viele werden sicher dem Aufruf der Opposition gefolgt sein, andere haben vielleicht Angst vor Bombenanschlägen der al-Qaida gehabt und sind zu Hause geblieben. Assad unter diesen Voraussetzungen vorzuwerfen, dass er bei dem Referendum 90 Prozent Zustimmung erhalten hat, ist journalistisch unredlich, denn wer zum Boykott aufruft, darf sich hinterher nicht beschweren, wenn nur noch Befürworter ihre Stimme abgeben und das Ergebnis dann so ist wie es ist.

    Die Zahlen bestätigen eigentlich nur, was wirklich unabhängige Beobachter (welche die nicht nur durch die Brille der Opposition schauen wie Spiegel Online) schon seit Monaten aus dem Land berichten: Viele, viele Syrer wollen keinen bewaffneten Aufstand gegen das Regime, sondern setzen auf friedliche Reformen mit Assad. Vorerst zumindest. Was sie ganz bestimmt nicht wollen, ist ein Machtwechsel hin zu fundamentalistischen Muslimbrüdern und Salafisten. Wohin die arabische Revolution führt, können die Syrer ja gut an Tunesien, Ägypten und Libyen sehen.

    Vor allen in den beiden modernen Metropolen Damaskus und Aleppo hat der Präsident noch viele Anhänger. Deshalb bekommen die Rebellen dort auch kaum ein Bein auf den Boden und versuchen es mit Terror. Es ist noch lange nicht erwiesen, ob diese Opposition, die immer mehr ihr eigentliches islamistisches Gesicht zeigt, überhaupt die Mehrheit der Syrer hinter sich hat. Sonst wäre das Assad schon längst Geschichte.

    Es ist außerdem lachhaft ausgerechnet Homs und Hama zu Heldenstädten für die Freiheit zu erklären. Nirgendwo in Syrien leben zum Beispiel Frauen unfreier als dort. Wenn den Rebellen von Baba Amr so viel an der Freiheit liegt, dann können sie ja gleich damit bei sich in der Nachbarschaft anfangen oder besser noch in ihren eigenen Familien. Bei ihren Frauen, Schwestern und Töchtern.
  9. #158

    Zitat von affenkopp Beitrag anzeigen
    Und dass hier die beiden Kriegstreiber und Folterstaaten Saudi-Arabien und Katar federführend waren, macht Sie nicht nachdenklich?
    Mich macht vor allem nachdenklich, dass die von der UN-Vollversammlung verabschiedete Resolution von den speziellen Menschenrechtsfreunden ignoriert wird - mit dem "Argument", der Antrag zu dieser Resolution sei u.a. von Saudi-Arabien gestellt worden. Das ist so, als lehnten Sie den Wetterbericht ab, weil er von einem unsympathischen Sprecher vorgetragen wird.
  10. #159

    Zitat von affenkopp Beitrag anzeigen
    Und dass hier die beiden Kriegstreiber und Folterstaaten Saudi-Arabien und Katar federführend waren, macht Sie nicht nachdenklich?
    Mich macht vor allem nachdenklich, dass die von der UN-Vollversammlung verabschiedete Resolution von den speziellen Menschenrechtsfreunden ignoriert wird - mit dem "Argument", der Antrag zu dieser Resolution sei u.a. von Saudi-Arabien gestellt worden. Das ist so, als lehnten Sie den Wetterbericht ab, weil Ihnen Jörg Kachelmann unsympathisch ist.