Alternative Krebstherapien - eher Fluch als Segen?

Der Kampf gegen den Krebs macht Fortschritte, ist aber längst nicht gewonnen. Für Betroffene reichen oft die Möglichkeiten der Schulmedizin nicht aus, sie hoffen dann auf neue, oft ungewöhnliche und wenig erprobte neue Therapien. Auch ganz andere Wege wecken Hoffnungen auf Heilung. Sind solch alternativen Krebstherapien eher ein Fluch oder ein Segen für Patienten?
  1. #1

    Dschungel der Wunderheiler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Kampf gegen den Krebs macht Fortschritte, ist aber längst nicht gewonnen. Für Betroffene reichen oft die Möglichkeiten der Schulmedizin nicht aus, sie hoffen dann auf neue, oft ungewöhnliche und wenig erprobte neue Therapien. Auch ganz andere Wege wecken Hoffnungen auf Heilung. Sind solch alternativen Krebstherapien eher ein Fluch oder ein Segen für Patienten?
    Ihr Artikel verdeutlicht die Unsicherheit von Patienten im Umgang mit Therapimöglichkeiten bei malignen Tumoren. Als Anhänger und Verfechter der Schulmedizin, die sich in der Regel auf wissenschaftliche Untersuchungen stützen kann, ist es mir völlig unverständlich wie Alternativmedzin sich in den Köpfen der Bevölkerung etablieren konnte. Am Beispiel der Patientin mit maligner Brusttumorerkrankung wird die Problematik augenscheinlich. Unkenntnis gepaart mit falscher Beratung im Freundeskreis oder auch durch sogenannte Aerzte der Alternativmedizin lenkten die Patientin auf eine Fährte des Verderbens. Ein mir bekannter Kollege namens Prof. Joachim Chrubasik mit einer bereits seit langem äusserst zweifelhaften und besonders gefährlichen Einstellung zur Medizin tat das Seine, um letzlich dieser Patientin schlechte Perspektiven zu eröffnen. Allerdings bleibt es eine Illusion zu glauben, dass sich unsere Gesellschaft solcher Scharlatane irgendwie entledigen könnte, ihnen sogar die Approbation entziehen könnte, um letzlich der Medizin wieder zu der Reputation zu verhelfen, die sie verdient.
  2. #2

    Schulmedizin

    Zitat von pgayale Beitrag anzeigen
    Als Anhänger und Verfechter der Schulmedizin, die sich in der Regel auf wissenschaftliche Untersuchungen stützen kann, ist es mir völlig unverständlich wie Alternativmedzin sich in den Köpfen der Bevölkerung etablieren konnte.
    Mmmh, das liegt evtl. daran, dass es für den Patienten "die Schulmedizin" eben gar nicht gibt, 3 Ärzte 4 Meinungen ist auch nicht immer vertrauenswürdig. Und bis Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung in der Praxis ankommen, dauert naturgemäß; man muss schon blind vertrauen, dass der behandelnde Arzt sich auch fortbildet.

    Konkretes Beispiel aus meinem Umfeld:
    Ärzte, die unterschiedlichste Aussagen zur Behandlung machen (1)hat gestreut-> Chemo 2) Lungenentzündung -> Antibiotika; Lösung: war Lungenentzündung, Chemo hätte das sicher "nicht verbessert")
    oder am Beginn der Krankheit zwischen 1) "Sie haben noch 6 Monate, kann man nix mehr machen" und 2)"da gäbe es noch etwas, was gerade in den USA zugelassen wurde, dauert bei uns noch" und 3) "probieren wir Präparat x" .
    (Die Aussage mit dem "wir tun nix mehr, noch 6 Monate" war vor über 10 Jahren. Patient lebt immer noch, aber sicher nicht wegen dieses Arztes.)

    Wenn dann noch nach alternativen Praktiken (parallel zum schulmedizinischen) sich das gefühlte Befinden verbessert hat (ja, auch das ist was wert, Stichwort Lebensqualität), was sollte da einen noch wundern?
  3. #3

    Polemik pur!

    Zitat von pgayale Beitrag anzeigen
    Ihr Artikel verdeutlicht die Unsicherheit von Patienten im Umgang mit Therapimöglichkeiten bei malignen Tumoren. Als Anhänger und Verfechter der Schulmedizin, die sich in der Regel auf wissenschaftliche Untersuchungen stützen kann, ist es mir völlig unverständlich wie Alternativmedzin sich in den .....
    Um Sie in Ihrer auf Wisenschaftlichkeit und Studien gestützte Monocausaltheorie zu unterstützen, empfehle ich die Verwendung des Begriffes der Komplementärmedizin, da Ihre Begrifflichkeit der Alternativmedizin Sachlichkeit vermissen lässt! Analog zum Thema Sterbehilfe, bei dem sich orthodoxe Mediziner ebenfalls schwer tun in der Philosophie des Helfens, lassen Sie die Betroffenen noch zusätzlich allein: keine wirksame Medikation bei der Hand, zetern Sie auch noch über Themenkreise, von denen Sie gar nichts verstehen, da es keine Studien zum Lesen gibt- und berauben so die Betroffenen des letzten Fünkchens Hoffnung, und Ihrer Selbstüberzeugung. Denn der sich orientierende Krebspatient kann sich mit seiner Hofnung, bei anderen Methoden und Wirkstoffen Heilung zu finden, mehr helfen als in seiner Abhängigkeit von Chemie und Pharmazie! Das zu verunglimpfen belegt, wie weit die heutige Westmedizin entfernt ist vom Patienten!
  4. #4

    Rosstäuscher Medizin

    Die herrschende Schulmedizin vermittelt den Eindruck, als ob sie die einzige wahre Alternative in Sachen Tumortherapie sei. In dieser Arroganz geht unter, dass sich die Wissenschaft - auch die Medizin -stets auf dem letzten Stand ihrer Irrtümer befindet. Jahr für Jahr nazu 250.000 Krebstote in Deutschland, trotz ständiger "Fortschritte" - da ist alles gesprochen. Würden die schulmedizinischen Behandlungsmethoden auch nur annähernd halten, was sie versprechen, gäbe es gar keine alternative Krebstherapien.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Kampf gegen den Krebs macht Fortschritte, ist aber längst nicht gewonnen. Für Betroffene reichen oft die Möglichkeiten der Schulmedizin nicht aus, sie hoffen dann auf neue, oft ungewöhnliche und wenig erprobte neue Therapien. Auch ganz andere Wege wecken Hoffnungen auf Heilung. Sind solch alternativen Krebstherapien eher ein Fluch oder ein Segen für Patienten?
    Wenn die Schulmediin austherapiert hat, wenden sich Kranke noch an Alternativmediner, um überhaupt noch etwas machen u können.

    Ob es dann nicht sogar auch zu Spontanheilungen kommen kann?
    Wieso sollen diese Möglichkeiten verflucht werden?

    Nach belastenden Chemotherapien und Bestrahlungen und Operationen sind derartige Angebote eher als Palliativmediin anzusehen, der das Leben noch erträglich macht und hilft, zu sterben, wenn es keine Aussichten mehr gibt, eine Heilung hervorzurufen.

    Manche Patienten versuchen es auch auf dem anderen Weg, lassen sich unächst alternativ behandeln und wechseln erst dann zur Schulmediin, wenn keine Besserung erzielt werden kann.
    Dann wird die herkömmliche Behandlung zur einzigen weiteren Lebenschance.
  6. #6

    Empfehlung

    Zitat von GinaBe Beitrag anzeigen
    Wenn die Schulmediin austherapiert hat, wenden sich Kranke noch an Alternativmediner, um überhaupt noch etwas machen u können.

    Ob es dann nicht sogar auch zu Spontanheilungen kommen kann?
    Wieso sollen diese Möglichkeiten verflucht werden?

    Nach belastenden Chemotherapien und Bestrahlungen und Operationen sind derartige Angebote eher als Palliativmediin anzusehen, der das Leben noch erträglich macht und hilft, zu sterben, wenn es keine Aussichten mehr gibt, eine Heilung hervorzurufen.

    Manche Patienten versuchen es auch auf dem anderen Weg, lassen sich unächst alternativ behandeln und wechseln erst dann zur Schulmediin, wenn keine Besserung erzielt werden kann.
    Dann wird die herkömmliche Behandlung zur einzigen weiteren Lebenschance.
    Die Gäste der Sendung (Seite 6)| NDR.de - Fernsehen - Sendungen A - Z - DAS! - Gäste
  7. #7

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Doch leider habe ich die Sendung nicht sehen können.
    Das Buch "Bittere Pillen" habe ich jedoch vor vielen Jahren schon gelesen. Schulmedizinische Behandlungen führen nicht nur nicht immer zum Erfolg, sondern führen auch reichliche Nebenwirkungen mit sich.

    Aus diesem grund werden viele Patienten dendelben Weg wie ich gehen und sich zunächst mit alternativen heilmethoden beschäftigen und DANN erst den schweren Schritt unternehmen, sich der Schulmedizin zu unterwerfen.
    Alternative Methoden als Fluch oder Segen zu bezeichnen, halte ich für verfehlt, weil sie so stark werten.
  8. #8

    Hauptsache Hoffnung

    Wenn jemand es möchte hilft es in jedem Fall, zusätzlich und nicht stattdessen. Eine Bekannte (Hirntumor) hatte noch 6 Monate zum Leben, mit alternativen Mehoden dazu lebt sie mittlerweile schon fünf Jahre Symptomfrei.
  9. #9

    Zitat von GinaBe Beitrag anzeigen
    Aus diesem grund werden viele Patienten dendelben Weg wie ich gehen und sich zunächst mit alternativen heilmethoden beschäftigen und DANN erst den schweren Schritt unternehmen, sich der Schulmedizin zu unterwerfen.
    Leider landen dadurch viel zu häufig Patienten im Krankenhaus, wenn die Hütte schon längst lichterloh brennt.

    Ich begrüße es sehr, wenn Betroffene jedes Angebot nutzen. Wenn es ihnen dadurch besser geht, kanns nicht so schlecht sein.

    Aber bitte nicht 2 Jahre Heilkräuter, Lichtgeben und Engel. Und dann als multimorbides Wrack für palliatives Siechen ins Krankenhaus.