Wer ist für die Kluft zwischen Arm und Reich verantwortlich?

Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
  1. #270

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    ich bin intellektuell beweglich. Korrektur als falsch erkannter Ansichten ist mir Lebensprinzip. Falsch erkannter Ansichten. Das hat was mit Beweisen zu tun.

    Sie wollen aber nicht sagen, Sie glaubten selbst, dies hätte etwas mit der unter uns dikutierten Problematik zu tun?
    Hilflosigkeit, du hast einen Namen!
  2. #271

    Zitat von eigentlicher_Schwan Beitrag anzeigen
    Es stellt sich aber die Frage nach dem Ziel. Ist die Wirtschaft für die Menschen da, oder ist es umgekehrt? In wessen Interesse muss die Politik letztendlich handeln? Doch dem der Wähler?
    Vermutlich trägt fast jeder Wähler und Gewählte mehr Verantwortung, als er sich zunächst eingestehen will.
    Das trifft einen wichtigen Punkt. Ich arbeite um zu leben und lebe nicht, um zu arbeiten. Genauso Parasitiert die Wirtschaft zunehmend verschiedenste Bereiche des Lebens und macht sie dadurch unerträglich, weil nicht mehr auf unser Glück sondern den Wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet.
    War auch mal so mit der Religion, warum ersetzen wir jetzt Gott durch Geld?
  3. #272

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Das wäre richtig, wenn wir einen idealen Markt hätten. Doch die Marktteilnehmer greifen ein. Z.B. wird künstlich das Angebot knapp gehalten, damit der Preis nicht fällt (siehe Rohöl, siehe seltene Erden in China usw.).
    Richtig. Am Arbeitsmarkt nennt man die Mittel zur Angebotsverknappung und Preiserhöhung Gewerkschaften und Tarifverträge.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Jetzt sagen sie, ja so ist es eben, genau, nur ist das nicht ein idealer Markt, so wie sie ihn beschrieben haben.
    Ein Modell kann sich immer nur annähern. Den idealen Markt nach Lehrbuch gibt es nicht.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Nur gibt es niemanden, der mich dazu zwingt, die Milch zu einem gewissen Preis zu kaufen. Am Arbeitsmarkt kann mich aber der Staat zwingen, eine Stelle annehmen zu müssen ...
    Nein, kann er nicht. Wehr- und Zivildienst sind ausgesetzt.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Als gibt es nur die Möglichkeit, entweder verdient jemand das 400-fache von jemand anderem oder er verdient gleich. Wie wäre es mit einem gesunden Mittelmaß?
    Gesundheit ist ein Begriff aus der Medizin, den Sie auf ein Wirtschaftssystem nicht objektiv anwenden können. Was Sie unter "gesund" verstehen, wird von anderen mit gleicher Berechtigung als "nicht gesund" angesehen.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Die Glauben, eine Bank kann nur das Geld, was sie als Einlagen hat, verleihen. Sie kann aber einen Kredit aus dem nichts schöpfen.
    Die Bank kann nur ein Vielfaches ihrer Einlagen verleihen. Ohne Einlagen keine Kredite, womit sich auch Ihr Hugo-Dagmar-Beispiel in Luft auflöst. Könnten Geschäftsbanken nach Belieben Geld generieren (was sie nicht können), wäre unsere Währung nicht mehr gedeckt und wir hätten eine unendlich hohe Inflation. Haben wir die?

    Reguliert wird die Geldmenge vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Zentralbanken.
  4. #273

    Chapeau!

    Zitat von bewohner Beitrag anzeigen
    Das trifft einen wichtigen Punkt. Ich arbeite um zu leben und lebe nicht, um zu arbeiten. Genauso Parasitiert die Wirtschaft zunehmend verschiedenste Bereiche des Lebens und macht sie dadurch unerträglich, weil nicht mehr auf unser Glück sondern den Wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet.
    War auch mal so mit der Religion, warum ersetzen wir jetzt Gott durch Geld?
    Bin genau Ihrer Meinung, wir haben eine Durchökonomisierung unserer Gesellschaft. Der Mensch wird als „Homo oeconomicus“ gesehen, als seelenloser Kalkulationsapparat, der nur auf seinen Vorteil aus ist und sich demütig den obwaltenden „Marktgesetzen“ unterwirft.

    Wehe den Nutzlosen, Aussortierten, Unbrauchbaren – bei der von Wilhelm Heitmeyer festgestellten „sozialen Vereisung“ und „verrohten Bürgerlichkeit“ könnte ich mir eine Kasernierung in Armenhäusern wie im 18. Jht. durchaus vorstellen.
  5. #274

    Ich nehme zur Kenntnis

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Hilflosigkeit, du hast einen Namen!
    dass Sie mit dieser - überraschenden - Selbsteinschätzung zum Ausdruck bringen wollen, dass Sie einen Beweis nicht liefern können. Ich akzeptiere das.
  6. #275

    Darum geht's auch nicht.

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Ja, und das andere Tausenjährige Reich endete katastrophal nach 12 Jahren. Wollen wir jetzt die Reiche definieren, um Arm-Reich zu erklären? Das bringt gar nichts.
    Es soll nur festgehalten werden: die Tatsache, dass ein gesellschaftlicher Systemversuch gerade mal gut zwei Generationen überlebt, besagt nicht, dass das dahinterstehende Konzept durchführbar wäre. Das ist viel zu kurz. So gesehen spricht viel mehr für das (Alte) Kaiserreich.
  7. #276

    Arm und Reich ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?
    hat es schon immer gegeben.Wenn meine Oma mir als Kind Märchen vorgelesen hatte:es war einmal eine sehr arme Familie ,sie wohnte in einem armseligen Haus und die Kinder waren armselig gekleidet,da kam der reiche Prinz angeritten...!
    Nur sind die Armen heute nicht mehr so arm und die Reichen sind reicher wie je zuvor.Tja,jeder ist ebend seines Glückes Schmied.Nicht zu vergessen:die geistige Armut..!
  8. #277

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Richtig. Am Arbeitsmarkt nennt man die Mittel zur Angebotsverknappung und Preiserhöhung Gewerkschaften und Tarifverträge.
    Genau und damit die Arbeitnehmer weniger "Macht" erhalten, wird dort kräftig gesägt. Es wird probiert immer mehr Gewerkschaften zurück zu drängen und Leute ohne Tarifvertrag anzustellen.
    Ein Modell kann sich immer nur annähern. Den idealen Markt nach Lehrbuch gibt es nicht.
    Aber genau das wollen uns Neoliberale weiss machen. Ich weiss gar nicht ob sie sich dazuzählen.

    Nein, kann er nicht. Wehr- und Zivildienst sind ausgesetzt.
    Doch kann er, er tut es übrigens auch.
    Gesundheit ist ein Begriff aus der Medizin, den Sie auf ein Wirtschaftssystem nicht objektiv anwenden können. Was Sie unter "gesund" verstehen, wird von anderen mit gleicher Berechtigung als "nicht gesund" angesehen.
    Also sind sie der Meinung es ist gesund, dass es ein paar Superreiche gibt und der Rest der Menschen soll gefälligst für diese Superreichen arbeiten, denn nur diese Superreichen (Banken gehören dazu) können ja Geld anbieten, denn die anderen müssen für die Zinserträge durch die Kredite, die sie aufgenommen haben, arbeiten. Ein schönes System der Ausbeutung, in welchem Kapitalbesitzer immer besser dastehen, wie Menschen, die arbeiten.

    Die Bank kann nur ein Vielfaches ihrer Einlagen verleihen.
    Haben sie mal nachgeschaut, wie hoch das ist? Sie wären erstaunt wie wenig Einlagen die Banken haben, im Gegensatz zu der Geldmenge, die sie "ausleihen".

    Ohne Einlagen keine Kredite, womit sich auch Ihr Hugo-Dagmar-Beispiel in Luft auflöst. Könnten Geschäftsbanken nach Belieben Geld generieren (was sie nicht können), wäre unsere Währung nicht mehr gedeckt und wir hätten eine unendlich hohe Inflation. Haben wir die?
    Genau, deswegen stürzt der Dollar ab und deswegen stürzt der Euro ab. Oder woher glauben sie kommen diese Einbrüche?

    Reguliert wird die Geldmenge vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Zentralbanken.
    In den USA z.B. durch das FED, doch das FED besteht im Hintergrund aus Privatbanken. Das ist keine Verschwörung sondern eine Tatsache, weil die FED keine Behörde ist, sondern ein Konsortium aus privaten Banken. D.h. die Privatbanken regulieren sich selbst. Lustig, oder?
  9. #278

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie mit dieser - überraschenden - Selbsteinschätzung zum Ausdruck bringen wollen, dass Sie einen Beweis nicht liefern können. Ich akzeptiere das.
    Welch intellektuelle Tristesse! Sie haben die Behauptung aufgestellt, aber Sie liefern nicht die Spur eines Beweises.

    Sie sollten sich wieder dem Autothema zuwenden, und der These, dass die Kluft größer geworden ist, weil viele Zeitgenossen zu dicke Autos fahren. Das ist Ihr Niveau!
  10. #279

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Genau und damit die Arbeitnehmer weniger "Macht" erhalten, wird dort kräftig gesägt. Es wird probiert immer mehr Gewerkschaften zurück zu drängen und Leute ohne Tarifvertrag anzustellen.
    Die Gewerkschaften sind wohl selbst nicht ganz unschuldig daran, dass sich immer Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisieren.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Aber genau das wollen uns Neoliberale weiss machen. Ich weiss gar nicht ob sie sich dazuzählen.
    Und ich weiß nicht, ob ich Sie zu den nordkoreanischen Radikalkommunisten zählen darf.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Doch kann er, er tut es übrigens auch.
    Bitte mal ein Beispiel. Mir ist so etwas nicht bekannt. Wie geschieht das denn? Holt der Staat die Menschen zu Hause ab und bringt sie an den Arbeitsplatz?

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Also sind sie der Meinung es ist gesund, dass es ein paar Superreiche gibt und der Rest der Menschen soll gefälligst für diese Superreichen arbeiten, ...
    Da wir in einer solchen Gesellschaft nicht leben, ist Ihre Frage reichlich akademisch.

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Haben sie mal nachgeschaut, wie hoch das ist?
    Ja, deswegen ein "Nein" als Antwort auf Ihren nächsten Satz:
    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Sie wären erstaunt wie wenig Einlagen die Banken haben, im Gegensatz zu der Geldmenge, die sie "ausleihen".
    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Genau, deswegen stürzt der Dollar ab und deswegen stürzt der Euro ab. Oder woher glauben sie kommen diese Einbrüche?
    Euro und Dollar stehen seit Jahren in einem recht gleichmäßigen Verhältnis zueinander. Von einem Absturz sehe ich da nichts. Und eine Inflationsrate von unter 3 Prozent ist meilenweit von unendlich entfernt, meinen Sie nicht?

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    In den USA z.B. durch das FED, doch das FED besteht im Hintergrund aus Privatbanken.
    Die FED ist ein Zusammenschluss aus staatlichen und privaten Institutionen. Ersteres unterschlagen Sie hier. Ab einer gewissen Größe müssen (!) Privatbanken dort Mitglied sein. Das eigentliche Risiko der FED liegt eher in Helikopter-Bernankes Geld-Politik.