Hilfe vom WG-Psychologen: Darf ich den Schmuddel-Typen rauswerfen?

Illustration: Silja GötzDie Hölle sind immer die anderen, vor allem in Wohngemeinschaften: Laura, 23, lebt mit einem psychisch kranken Arbeitslosen zusammen, den ihre Mitbewohnerin in die WG geschmuggelt hat. Was soll sie tun? Psychologe Ludger Büter erklärt, warum sie den unheimlichen Dritten loswerden darf.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...816087,00.html
  1. #10

    Zitat von Goimgar Beitrag anzeigen
    Der Mann Wohnt ohne Mitvertrag dort?
    Die Polizei anrufen und mitteilen dass du einen Obdachlosen in der Wohnung hast der trotz Verweis die Wohnung nicht verlässt.
    Da werden dann 2-4 nette Damen und Herren erscheinen und wenn der Herr in der Wohnung nicht gemeldet ist und keinen Mietvertrag vorweisen kann werden die Herren ihn einkassieren.
    Zur Zeit hat der Her den Status einen Gastes. Einen Gast kannst du jeder Zeit des Hauses Verweisen.
    Das werden die 2-4 Herren und Damen ganz sicher nicht tun. Die Sache ist zivilrechtlicher Natur und gerichtlicher Schutz jederzeit zu erlangen. Die Polizei wird im Zivilrecht jedoch nur dann tätig, wenn das zuständige Gericht eben nicht erreichbar ist. Und Hausfriedensbruch, falls das Ihr nächster Einwand wäre, liegt m.E. auch nicht vor. WG-Bewohner üben das Hausrecht gemeinsam aus und da der Mann von einer Bewohnerin eingeladen wurde und die Zumutbarkeit seines Verbleibs durchaus strittig sein kann, werden die Polizeibeamten wegen eines absoluten Antragsdeliktes keine Fakten schaffen, die ihnen möglicherweise Anzeigen wegen Nötigung oder Freiheitsberaubung einbringen. Also bleibt nur eins: Vor Gericht ziehen. Und zwar durch den Vermieter z.B. wegen unerlaubter Untervermietung. Merke: Auch WG-Bewohner können nicht mal so eben eine Zwangsräumung veranlassen.
  2. #11

    Recht

    Zitat von Goimgar Beitrag anzeigen
    Der Mann Wohnt ohne Mitvertrag dort?
    Die Polizei anrufen und mitteilen dass du einen Obdachlosen in der Wohnung hast der trotz Verweis die Wohnung nicht verlässt.
    Da werden dann 2-4 nette Damen und Herren erscheinen und wenn der Herr in der Wohnung nicht gemeldet ist und keinen Mietvertrag vorweisen kann werden die Herren ihn einkassieren.
    Zur Zeit hat der Her den Status einen Gastes. Einen Gast kannst du jeder Zeit des Hauses Verweisen.
    Wenn das mal so einfach ist... Wenn sich der saubere Herr auf eine Einladung durch die Mitbewohnerin berufen kann (im Zweifel durch einfachen Anruf verifizierbar), dann können die Herren in Blau da nun gar nix machen. Die Mitbewohnerin hat nun mal das Recht Gäste mitzubringen, selbst nimmt man das Recht für sich ja auch in Anspruch. Wäre auch noch schöner, wenn ich Übernachtungsgästinnen von den Mitbewohnern genehmigen lassen müsste.

    Das gleiche Dilemma wird sich auftun, wenn die Mitbewohnerin plötzlich den großen Hund anschleppt.
    Das einzige was einem u.U. noch hilft ist der Verweis auf den Mietvertrag und den Vermieter wonach in der Regel Gäste nicht länger als 6 Wochen einquartiert werden dürfen (so meine Kenntnis der Rechtslage).
    Ausnahme könnte tatsächlich nur sein, wenn der Gast unzumutbar ist, etwa wenn er jemanden aus der WG bedroht o.ä. Aber Zettel in der Küche und dann "Angst kriegen", oder tagelang nicht auftauchen reicht da wohl nicht ganz aus.

    Drastische Maßnahmen, wie Schloß auswechseln würden zwar helfen, können aber u.U. zu einem Zerwürfnis mit der Mitbewohnerin nach sich ziehen. Dann bleibt so oder so nur die Auflösung der WG und der Streit geht los, wer in der Wohnung bleiben darf und wer seine Sachen packen muss. Im Extremfall bleibt der Gast und die Frau zieht von dannen.

    Das ganze ist eine rechtliche und keine psychologische Frage. Hab selber schon solche WG-Streitigkeiten erlebt und kann von daher nur sagen: nie wieder WG!
  3. #12

    Der Psychologe ist glücklicherweise kein Chirurg

    Wäre der Herr Psychologe ein Chirurg, fände man gebrochene Knochen schief zusammengenagelt und nach einer Appendizitis den halben Darm entfernt.

    Schon der erste Satz ist schief:
    Ich kann keinen Blickwinkel erkennen, der deine Geduld und deinen Opfermut rechtfertigte.
    "Geduld" war noch richtig erfaßt, "Opfermut" sollte wohl eher "Opferbereitschaft" heißen, und "kein Blickwinkel, der Geduld und Opfermut rechtfertigt" impliziert, das Geduld und Opfermut etwas Unrechtes sei. Darum aber geht es schon mal gar nicht.

    Hätte sich nämlich die WG-Bewohnerin die Sorgen des Typen, den ihre Mitbewohnerin anschleppte, zu eigen gemacht, wäre doch alles in Butter. Sie hätte ihm unter "Opfern" und mit "Geduld" ihre Hilfe angedeihen lassen wollen und hätte sich dabei auch noch ganz zufrieden gefühlt.

    Ob Begriffe mit "Opfer" überhaupt des Pudels Kern treffen, müßte weiter hinterfragt werden. Aber fürs Nachdenken wird eigentlich der Autor bezahlt und sollte entsprechend liefern. Der erste Satz muß also bis jetzt richtiger heißen:
    Ich kann keinen Blickwinkel erkennen, der dich zwingen sollte, deine Geduld und deinen Opferbereitschaft weiter zu strapazieren.
    Philosophen wissen, daß Allsätze sehr gefährlich sind. "Alle X sind y" ist nur dann wahr, wenn auch wirklich alle X y sind. Eine Aussage wie
    Er ist ein Hilfsbedürftiger auf allen behördlichen und medizinischen Ebenen.
    kann man getrost als "leichte Übertreibung" bezeichnen. Etwas mehr spezifische Differenz hätte man einem Fachmann schon zugetraut.

    Und so mäandert der Text - psychologentypisch übrigens - um die Sache herum, ohne sie je richtig zu treffen. Der Verdacht liegt nahe, daß die Bewertungen des Falles ohnehin aus dem hohlen Bauch oder der Küche des Psychologen kommen und alle Argumente eh nur nachgeschoben, zudem schwammig und willkürlich zusammenkonstruiert, und darum bedeutungslos sind.

    Bedeutsam scheint dem Studentenwerk am ehesten zu sein, überhaupt jemanden zu haben, der Ruhe in die Buden bringt, egal, ob mit Psychologenkauderwelsch oder mit gesundem Menschenverstand. Die handfesten Ratschläge aber, die die Praktiker und Erfahrenen hier im Forum äußern, werden wohl, einmal quergelesen, hilfreicher sein.
  4. #13

    Da muss ich mich doch sehr wundern ...

    als quasi Pionier in Sachen WG.

    Meine WG Erfahrungen liegen lange zurück, 1971-1978. Sie stammen aus einer Zeit, in der wir selbst uns "WG" nannten, von den Nachbarn aber als "Kommune" bezeichnet wurden.

    So etwas war uns damals aber völlig fremd:
    Zitat von aloisius-franziskus Beitrag anzeigen
    a): Zwei arglose Deppen nehmen einen Kollegen als Dritten auf. Der Dritte war im gleichen Abiturjahrgang und galt als unauffälliger, ruhiger Zeitgenosse. Dann stellte sich aber heraus, dass er ein Messie ist ...
    b): ... die Erkenntnis, dass der "Gute Freund" von den beiden Untermietern doppelt soviel kassiert hat, wie er selbst an Miete abgeführt hat ...
    c): Meine Freundin wurde andauernd von einem WG-Kollegen belästigt - der hat sogar eine Kamera im Bad versteckt ...
    Gewiss, ähnliches habe ich sehr wohl auch erlebt, aber nicht in den WGs, sondern vorher beim Zivildienst!

    (Wir waren als Zivis damals noch kaserniert - nein, ich war nicht in Schwarmstedt, aber in Göttingen war es auch nicht viel besser. Unsere Gruppenleiter waren ausgediente W12er, also ehemalige Hauptfeldwebel, die sich danach dann an uns Kriegsdienstverweigerern austoben durften. Und deren Repression wog für uns weit schwerer als das gewiss auch nervige Chaotentum so manchen Mit-Zivis. Besuch war ab 22 Uhr verboten. Besuch in den Zimmern war ohnehin verboten, nur im Gemeinschaftsraum erlaubt. Ergo wurde jeder Besuch gedeckt, auch wenn's der letzte Penner war. Und wenn die Gruppenleitung dennoch etwas mitbekam, reagierte sie genau wie hier vorgeschlagen:
    Zitat von Goimgar Beitrag anzeigen
    Die Polizei anrufen und mitteilen ...
    )
    Eine WG war damals aber weniger ein Zweckbündnis als eine zeitbegrenzte Form des Ausprobierens. D.h. man kannte sich vorher und suchte sich die Wohnung aus dem Grunde, weil man genau mit diesen Menschen für die Zeit des Studiums zusammenleben wollte. Im Grunde ging bei uns alles nur gemeinsam - nein, nicht auf falsche Gedanken kommen: Zwei reine Intim- bzw. Privatbereiche, in denen niemand einem anderen hineinfuschte, gab es sehr wohl: Sex und politisches Engagement. Also nix mit Gruppensex sondern biedere Paarbeziehungen. Und auch keine APO-Konspiration, jeder war zwar aktiv, aber in unterschiedlichen Parteien, unterschiedlichen Gewerkschaften und unterschiedlichen Bürgerinitiativen.

    Der Haushalt war gemeinsam - Kochen, Putzen, etc. war streng durchorganisiert - dort habe ich nicht nur das gelernt, sondern auch an Hand der täglichen Einkaufzettel ein Haushaltsbuch zu führen, sodass man am Monatsende die Auslagen gegenseitig verrechnen konnte. Aber auch jeder Besuch war stets ein Besuch von allen, egal wer kam. Das galt selbst für die Eltern, Geschwister oder Schulfreunde der anderen Mitbewohner.

    Natürlich gab es auch ab und an Konflikte. Aber die machen das Leben doch gerade spannend. Mitmenschliche Konflikte auf einer gleichberechtigten Ebene austragen zu können, eine wichtige Erfahrung für später. Denn gehen die Emotionen hoch, ist man doch allzu leicht bereit, per Herrschaft oder Abhängigkeiten Druck auszuüben.

    Ein und aus gingen bei uns lediglich die Kinder aus der Nachbarschaft, die sich bei uns auch an der Limo bedienen durften (Ihre Eltern schimpften "unrealistische Lebensweise"). Auch wenn sie Schulprobleme hatten (was eher selten war), halfen wir ihnen. Einige Kinder aus zerrütteten Ehen flüchteten sich geradezu zu uns, in die quasi "heile Welt" der in der Öffentlichkeit doch so anrüchigen "Kommune".

    So ändern sich also die Zeiten.
  5. #14

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Hölle sind immer die anderen, vor allem in Wohngemeinschaften: Laura, 23, lebt mit einem psychisch kranken Arbeitslosen zusammen, den ihre Mitbewohnerin in die WG geschmuggelt hat. Was soll sie tun? Psychologe Ludger Büter erklärt, warum sie den unheimlichen Dritten loswerden darf.

    Hilfe vom WG-Psychologen: Darf ich den Schmuddel-Typen rauswerfen? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Beim Lesen des Textes sah ich den Autoren auf einer Wolke schweben und Mantras murmeln. Esoterische Hinweise wie "verschleiert den Status des Unbekannten" helfen hier kein Stück weiter, und daß die "juristischen Hürden" im letzten Absatz erwähnt, aber keinesfalls geklärt werden, ist wohl ein Scherz?

    Der Gast wird wohl keinen Mietvertrag haben, insofern sollte ein Rauswurf, Hausverbot (der Vermieter hat immer noch Hausrecht) oder notfalls ein Austausch des Türschlosses kein Problem sein.
    Hier muß, ganz klar, das gute alte Mietrecht ran.
    Also ab zum Anwalt. Oder zum Mieterverein.
    In der Zwischenzeit hilft auch Google:

    Zitat von http://www.das-rechtsportal.de/recht/mietrecht/alltag_wohnung/gaeste
    Bleibt Ihr Besuch trotzdem länger, könnte es sich schon um eine dauerhafte Gebrauchsüberlassung an Dritte (Untervermietung) handeln. Dafür brauchen Sie meist die Erlaubnis Ihres Vermieters.
  6. #15

    Zitat von CStonre Beitrag anzeigen
    Beim Lesen des Textes sah ich den Autoren auf einer Wolke schweben und Mantras murmeln. Esoterische Hinweise wie "verschleiert den Status des Unbekannten" helfen hier kein Stück weiter, und daß die "juristischen Hürden" im letzten Absatz erwähnt, aber keinesfalls geklärt werden, ist wohl ein Scherz?

    Der Gast wird wohl keinen Mietvertrag haben, insofern sollte ein Rauswurf, Hausverbot (der Vermieter hat immer noch Hausrecht) oder notfalls ein Austausch des Türschlosses kein Problem sein.
    Hier muß, ganz klar, das gute alte Mietrecht ran.
    Also ab zum Anwalt. Oder zum Mieterverein.
    In der Zwischenzeit hilft auch Google:
    Deshalb empfiehlt es sich, bei der Mitbewohner-Suche sicher zu gehen, dass man sich Gleichgesinnte in die WG holt. Eine Freundin von mir erwischte einmal ihren Mitbewohner, wie er sich an ihren Höschen am Wäscheständer zu schaffen machte...ekelhaft.
  7. #16

    Wer in einer WG lebt muss sich damit im Klaren sein dass da auch mal Typen sind die einem nicht gerade passen. Ist man der Hauptmieter der Wohnung kann man sich die Mieter zum Glück aussuchen, ist man dies nicht, und der Vermieter ist ein Idiot welcher alles und jeden rein lässt, kann man schon mal die ein oder andere Katastrophe erleben.

    Bei mir hat es bis jetzt ganz gut geklappt. Ein Mitbewohner ist zwar etwas chaotisch und keiner von den anderen (sind eine vierer WG) fühlt sich für die Sauberkeit der gemeinschaftlichen Räume (Küche, Bad, Wohnzimmer, Flur und Treppenhaus) verantwortlich. In der Regel bin ich dann derjenige der mal durchsaugen muss.
    Aber es funktioniert, irgendwie. Wirkliche Messies sind nicht dabei, die sind nur etwas unorganisert.

    Fälle wie der im Artikel beschriebene sind natürlich ein ganz anderes Kaliber.
    Wer ist denn der Hauptmieter der Wohnung? Einer der Mitbewohner oder ist es ein Außenstehender vermieter (Genossenschaft, Privatperson)? Ist es einer der Mitbewohner, dann wird es schwieriger. Ist eine außenstehende Person, dann empfiehlt es sich auf jeden Fall dieser das Problem zu melden.
  8. #17

    Quiz

    Habe mal das Quiz probiert! Solche Antworten wie da beschieben und vor allen die Kommantare dazu sind ja unter alle Würde. Also wenn mir jemand so Antwortet währe er nach der 2 Antwort schon vor der Tüpr gelandet.
    Also bitte Leute solche Dummschwätzer will keiner haben.