Hundert Tage Monti-Regierung: Warum in Rom klappt, woran Athen scheitert

APWie schnell kann eine Regierung ein Land verändern? Nach drei Monaten hat Premier Monti Italien vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger gewandelt. Von seinem Technokraten-Kabinett könnten sich die Griechen einiges abschauen. Doch die schwersten Prüfungen stehen Monti noch bevor.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...816727,00.html
  1. #60

    Ähem...

    Zitat von Methados Beitrag anzeigen
    fakt ist dioch, egal in welchem land: wir lebten auf pump um einen extrem hohen sozialstandard all denen zu ermöglichen, die keinen bock auf arbeiten haben oder ihr land verlassen haben, um in europa eben diese sozialleistungen zu bekommen.
    Sie meinen nicht zufällig diejenigen, die keinen Bock auf Arbeit haben und ihr Land zusammen mit den am Finanzamt vorbeigeschmuggelten Millionen verlassen haben?
  2. #61

    Zitat von Christ 32 Beitrag anzeigen
    Monti drückt in 100 Tagen ein paar Sparbeschlüsse am Parlament vorbei durch, bekommt noch ein paar billige Kredite dazu und Ítalien ist gerettet ?

    Monti hat Vorschußlorbeeren bekommen weil er kein Berlusconi ist, was er dagegen tatsächlich liefern kann ist mehr als ungewiss. Wenn ich mich recht erinneren konnten etliche Sparbeschlüsse zb. bei gutverdienenden Fußballprofis überhaupt nicht durchgesetzt werden.

    Am schönsten find ich die Bemerkung Italien hätte nach der Liberalisierung des Taxi- Markts und der Erhöhung der MWST nun genug gespart. Monti weis genau das er viele Reformen überhaupt nicht durchsetzen kann und hofft auf günstige Eurobons um Zeit zu schinden.
    Bitte setzen Sie sich doch mal besser mit der Lage in Italien auseinander und lesen Sie den Artikel ein bisschen genauer. Das Sparpaket ist abgesegnet, die Liberalisierung wurden per Dekret beschlossen und werden bis Ende Februar vom Parlament bestätigt. Was jetzt folgt sind Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die Förderung (bzw Erleichterung) von privat finanzierten Infrastrukturprojekten und der Verschlankung des Staatsapparats samt Bürokratieabbau (inklusive einer Verfassungsreform). Was die Kürzung von Fußballergehälter mit Sparwillen zu tun hat verstehe ich überhaupt nicht (seit wann zahlt der Staat Fußballer bzw seit wann werden diese am Fiskus vorbei bezahlt?).
  3. #62

    Berlusconi

    Monti's Vorteil ist auch, dass er mit Silvio Berlusconi eine politische Niete als Vorgänger hatte. Dennoch halte ich den Lobgesand des SPON auf Monti für zu früh. Italien ist nach wie vor de facto überschuldet. Ohne einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung wird Italien seine Schuldenkrise nicht meistern können. Sparen alleine reicht nicht, das beweist das Beispiel Griechenland. Was mir Sorge bereitet ist die Tatsache, dass sowohl in Griechenland als auch in Italien so genannte Wirtschaftstechnokraten das Sagen haben. Wie war das in Deutschland mit den VW-Manager Peter Hartz? Unter den Folgen leiden zig Millionen Menschen noch heute!
  4. #63

    suuuuuper Monti

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie schnell kann eine Regierung ein Land verändern? Nach drei Monaten hat Premier Monti Italien vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger gewandelt. Von seinem Technokraten-Kabinett könnten sich die Griechen einiges abschauen. Doch die schwersten Prüfungen stehen Monti noch bevor.

    Hundert Tage Monti-Regierung: Warum in Rom klappt, was in Athen scheitert - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    immerhin hat er offenbar erkannt, dass Sparen in eine Sackgasse führt und die Verschuldung erhöht...alle Achtung. Da hat er wohl Bilder aus GR gesehen und mal echten Wirtschaftsexperten zugehört statt unserer schwäbischen Hausfrau.

    Er will nun also die Wirtschaft in Schwung bringen. Auch kein falscher Ansatz. Aber er macht das halt wie die Klein-Rösler Partei. Privilegien abschaffen heisst wohl in erster Linie die Privilegien derjenigen abschaffen, die ohnehin schon am weigste haben. Wenn ich das schon wieder lese... statt diejenigen zu beteiligen, die die letzten Jahre profitiert haben geht er an die Taxifahrer... das wird sicherlich suuuuper.
    Immerhin gefällt es unserer liberalen Elite. Von Rösler über Gauck bis Steinbrück.
  5. #64

    das ist der Punkt

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Soweit ich das verstanden habe, sind die 3 Branchen nur der Anfang.
    Die Reformen schaden immer den Besitzenden (zB einer Taxilizenz) und helfen den arbeitswilligen Armen.
    Komisch dass die Linke da was dagegen hat. Aber die Linke weiss eben: Ohne Elend, ohne Arbeitslosigkeit hat sie keine Daseinsberechtigung........
    Bevor jedermann ins Berufsleben einsteigt, muss er eine Ausbildung/Studium absolviert haben, sonst funktioniert das nicht. Wenn ich heute nicht mehr den Beruf des Bäckermeisters ausüben kann/möchte, darf ich mich morgen nicht Kaminkehrermeister nennen. Dafür muss ich wieder eine Ausbildung nachweisen. Aber in der Politik geht das ohne; Politik kann jeder. Heute Soziales und Bildung dann mal Finanzen etc. Wir werden vor Beamten, Rechtsanwälten und Oberlehrern regiert. Warum auch hier nicht mal eine "Reform" einführen? Wirkliche "Experten" und keine "Gesundheits/Wehrexperten" die sichj auf Berater und Lobby stützen müssen. Menschen mit gesundendem Verstand, die nicht nur Grabenkriege zum eigenen Machterhalt führen.
  6. #65

    Zitat von der_provokateur_troll Beitrag anzeigen
    An dem Beispiel von Italien sieht man gut, welche Schwächen aktuelle Demokratien haben. Es kann jeder daher kommen, vollmundige Versprechungen machen und das blau vom Himel lügen, wenn es den Leuten gefällt, wählen sie entsprechend. Dann werden Dinge umgesetzt, die man sich gar nicht leisten kann, Verschwendung und Korruption überall. Da man ja auch schließlich an der Macht bleiben möchte, trifft man keine unpopulären Entscheidungen, auch wenn sich die Welt ausserhalb der Landesgrenzen weiterentwickelt.

    Deshalb sollten wir unsere Regierungsformen überdenken. ....
    Ob mit oder ohne Experten - in einem Wirtschaftsystem was auf Gewinn - sprich Geld aus ist, das Geld aber nur parallel mit Verschuldung erschafft werden Sie die Verschuldung nicht los!
    Und irgendwohin müssen ja dann die Schulden - man will ja Zinsen haben , und so müssen weitere Verschuldungen her!
    Das ist ein kreislauf den sie einfach nicht loswerden - und deshalb halten sich "Experten" auch aus diesem Unsinn einfach vollkommen raus!

    Staat, das ist doch nicht mehr als eine zwar Sinnvolle - aber letztlich reine Umlaufpumpe. Seine Ausgaben entsprechen immer seinen Einnahmen, und umgekehrt - er ist aber selber kein "wirtschaftsobjekt" - und so sind die Staatschulden nichts anderes als auch das "Volksvermögen" - deshalb werden sie im BIP auch als Einnahmen gerechnet ...

    Italien

    Gesamtverschuldung: 377 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, darunter:
    Staat: 121 Prozent
    Unternehmen: 110 Prozent
    Banken: 96 Prozent
    private Haushalte: 50 Prozent


    Deutschland

    Gesamtverschuldung: 321 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, darunter:
    Banken: 98 Prozent
    Staat: 83 Prozent
    Unternehmen: 80 Prozent
    private Haushalte: 60 Prozent
    Schuldenkrise: Die Schuldenmeister der Welt - manager-magazin.de - Politik

    Da die Banken + Unternehmen alle Pleite sind - bleiben für das "Umbuchen" der Staatsdefizite nur die privaten Haushalte - und da man ja die "reichen" nicht antasten will oder wird - werden es eben die kleinen Leute und der Mittelstand sein auf die die Kosten "umgebucht" werden!

    Man sollte sich von der idiotischen Auffassung mal trennen das "Staat" irgendein eigenes Wirtschaftsobjekt ist , das irgendwas "erzeugt oder verbraucht" - alle einnahmen gehen immer in alle Ausgaben - und damit auch wieder in den Konsum, und die Finanzwelt - es sind immer die Bürger und die Finanzwelt die alles bekommen, geld wie auch die Schulden!
    Wobei - die Finanzwelt bekommt das Geld, die Bürger die Schulden .. also sollten sich alle mal überlegen was sie da letztlich fordern!

    Wenn Monti die Kaufkraft senkt - gibts zwar weniger Staatsausgaben, aber dafür auch weniger Einnahmen der Bürger und damit der Wirtschaft, also auch weniger Einnahmen.. letztlich doch ein geschlossener Kreislauf den man mit "Illusionen" des "bösen Staates" auch nicht los wird!

    Wenn also Monti die Staatsverschuldung von 121 % abbaut auf 80, dann haben eben die Bürger statt 50 danach 91% .. weg sind die nicht .. wie "Geld" nur anderswo , und weil "Umschulden" auf andere immer nur mit neuen Schuldenmachen geht , haben die danach 80% oder mehr an Schulden...

    Und das gerne die "Rechten" wieder einen Führer haben wollen - sollte uns nicht darüber hinwegtäuschen das genau diese sich dieses Kaputte wirtschaftsystem überhaupt erst ausgedacht haben!
  7. #66

    Lerne gerne dazu

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Ob mit oder ohne Experten - in einem Wirtschaftsystem was auf Gewinn - sprich Geld aus ist, das Geld aber nur parallel mit Verschuldung erschafft werden Sie die Verschuldung nicht los!
    Und irgendwohin müssen ja dann die Schulden - man will ja Zinsen haben , und so müssen weitere Verschuldungen her!
    Das ist ein kreislauf den sie einfach nicht loswerden - und deshalb halten sich "Experten" auch aus diesem Unsinn einfach vollkommen raus!

    Staat, das ist doch nicht mehr als eine zwar Sinnvolle - aber letztlich reine Umlaufpumpe. Seine Ausgaben entsprechen immer seinen Einnahmen, und umgekehrt - er ist aber selber kein "wirtschaftsobjekt" - und so sind die Staatschulden nichts anderes als auch das "Volksvermögen" - deshalb werden sie im BIP auch als Einnahmen gerechnet ...



    Schuldenkrise: Die Schuldenmeister der Welt - manager-magazin.de - Politik

    Da die Banken + Unternehmen alle Pleite sind - bleiben für das "Umbuchen" der Staatsdefizite nur die privaten Haushalte - und da man ja die "reichen" nicht antasten will oder wird - werden es eben die kleinen Leute und der Mittelstand sein auf die die Kosten "umgebucht" werden!

    Man sollte sich von der idiotischen Auffassung mal trennen das "Staat" irgendein eigenes Wirtschaftsobjekt ist , das irgendwas "erzeugt oder verbraucht" - alle einnahmen gehen immer in alle Ausgaben - und damit auch wieder in den Konsum, und die Finanzwelt - es sind immer die Bürger und die Finanzwelt die alles bekommen, geld wie auch die Schulden!
    Wobei - die Finanzwelt bekommt das Geld, die Bürger die Schulden .. also sollten sich alle mal überlegen was sie da letztlich fordern!

    Wenn Monti die Kaufkraft senkt - gibts zwar weniger Staatsausgaben, aber dafür auch weniger Einnahmen der Bürger und damit der Wirtschaft, also auch weniger Einnahmen.. letztlich doch ein geschlossener Kreislauf den man mit "Illusionen" des "bösen Staates" auch nicht los wird!

    Wenn also Monti die Staatsverschuldung von 121 % abbaut auf 80, dann haben eben die Bürger statt 50 danach 91% .. weg sind die nicht .. wie "Geld" nur anderswo , und weil "Umschulden" auf andere immer nur mit neuen Schuldenmachen geht , haben die danach 80% oder mehr an Schulden...

    Und das gerne die "Rechten" wieder einen Führer haben wollen - sollte uns nicht darüber hinwegtäuschen das genau diese sich dieses Kaputte wirtschaftsystem überhaupt erst ausgedacht haben!
    Danke für den Artikel.
  8. #67

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Man sollte sich von der idiotischen Auffassung mal trennen das "Staat" irgendein eigenes Wirtschaftsobjekt ist , das irgendwas "erzeugt oder verbraucht" - alle einnahmen gehen immer in alle Ausgaben - und damit auch wieder in den Konsum, und die Finanzwelt - es sind immer die Bürger und die Finanzwelt die alles bekommen, geld wie auch die Schulden!
    Wobei - die Finanzwelt bekommt das Geld, die Bürger die Schulden .. also sollten sich alle mal überlegen was sie da letztlich fordern!
    Noch deutlicher - für manche vielleicht auch etwas zu "hart " - hier formuliert:
    "Während private Kredite meist in produktive Investitionen gesteckt werden, deren Erträge die Verzinsung und Tilgung der Schulden gewährleisten, fließen Staatschulden-Gelder weit überwiegend in den staatlichen oder privaten Konsum und sind somit als Ertragsgrundlage für Verzinsung....."
    Staatsbankrott und Konkursverschleppung | Aktienforum | Aktien Forum | Diskussionsboard | Community von finanzen.net
  9. #68

    ach die armen Taxifahrer

    Zitat von ProDe Beitrag anzeigen
    immerhin hat er offenbar erkannt, dass Sparen in eine Sackgasse führt und die Verschuldung erhöht...alle Achtung. Da hat er wohl Bilder aus GR gesehen und mal echten Wirtschaftsexperten zugehört statt unserer schwäbischen Hausfrau.

    Er will nun also die Wirtschaft in Schwung bringen. Auch kein falscher Ansatz. Aber er macht das halt wie die Klein-Rösler Partei. Privilegien abschaffen heisst wohl in erster Linie die Privilegien derjenigen abschaffen, die ohnehin schon am weigste haben. Wenn ich das schon wieder lese... statt diejenigen zu beteiligen, die die letzten Jahre profitiert haben geht er an die Taxifahrer... das wird sicherlich suuuuper.
    Immerhin gefällt es unserer liberalen Elite. Von Rösler über Gauck bis Steinbrück.
    Die Taxifahrer sind eine mafiös organisierte Berufssparte in Italien; Lizenzen werden (da kontingentiert) zu horrenden Summen gehandelt; dies will Monti ändern;
    kurzum: erst wenn Monti seine Ankündigungen wahrmacht (Verringerung des Steuersatzes der untersten Einkommensklasse von 23 auf 20 % = Anpassung an die Kapitalertragssteuer; usw.) und auf Grund von Erfolgen im Kampf gegen Steuerhinterziehung diese neu erworbene "Luft" zur Wirtschaftssteigerung (siehe oben = Ankurbelung der Binnennachfrage) nützt, wird im Erfolg beschieden sein. Ansonsten wird er sehr schnell in der Versenkung verschwinden.
    Es ist zu hoffen, dass Monti sich dieses Spagats bewusst ist. Äußerungen der Unternehmerchefin Marcegaglia, die im Zuge der Arbeitsmarktliberalisierung die Arbeiter als Blaumacher, Faulpelze, Diebe usw. bezeichnet lassen allerdings nichts Gutes erwarten. Sie wird in D allerdings als Powerfrau und Macherin des neuen Italien dar-
    gestellt; aber nun ja, es ist eben Zeitgeist die Frau als die Zukunft der einzig lebenswerten Welt zu sehen; Merkel lässt grüßen
  10. #69

    wirtschaftskonforme demokratie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie schnell kann eine Regierung ein Land verändern? Nach drei Monaten hat Premier Monti Italien vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger gewandelt. Von seinem Technokraten-Kabinett könnten sich die Griechen einiges abschauen. Doch die schwersten Prüfungen stehen Monti noch bevor.
    Hundert Tage Monti-Regierung: Warum in Rom klappt, was in Athen scheitert - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Tjo, in Griechenland scheint man ja schon entschlossen zu sein Wahlen zu "verschieben", weil das Ergebnis nicht einer wirtschaftskonformen Demokratie entsprechen könnte:
    Euro-Krise: Griechische Regierung deutet Verschiebung der Wahl an | Politik | ZEIT ONLINE

    Sicherlich ganz im Sinne der Zwangsverwaltung durch die Goldman-Sachs-Boys a la Monti. Mitinitiiert durch unserem Finanzminister Schäuble, wird hier die Demokratie eben einfach mal ausser Kraft gesetzt. Ich bin mal gespannt, was unser kommender Bundespräsident, der sich ja groß das Thema Freiheit & Bürgerrechte auf die Fahnen geschrieben hat, zu dieser europäischen Entwicklung zu sagen hat. Ich erwarte allerdings, dass seine Freiheitspredigten sich eher an die sozial Schwachen richten wird, doch endlich mal mehr "Eigenverantwortung" zu zeigen.