Schwere Dürre: In der Sahelzone droht eine Hungerkatastrophe

CARE/ Melanie BrooksViehherden finden kein Futter, Bauern müssen Ernteausfälle verkraften: Eine schwere Dürre stürzt Teile der Sahelzone in eine Hungerkrise. Schnelle Hilfe ist dringend nötig. Für Millionen Menschen reichen die Lebensmittelvorräte nur wenige Wochen - bis zur nächsten Ernte dauert es noch Monate.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,815485,00.html
  1. #20

    Auch wenn's abgedroschen klingt ...

    ... aber gegen die Not hilft eigentlich nur Bildung.

    Es ist leider so, wie viele Foristen schreiben. Heute retten wir 10.000 und bald schreien 100.000 Hunger. Nur Durchfüttern ändert gar nichts in den Köpfen der Menschen. Man schöpft nur neue Kraft, um genauso weiterzumachen wie bisher und verschlimmert beim nächsten Zyklus nur alles. Es ist ein Teufelskreis aus dem nur gesellschaftliche und strukturelle Änderungen herausführen können und das schafft nur Bildung.

    In fast allen aufgeklärten und gebildeten Gesellschaften gehen die Geburtenraten zurück. In den westlichen Industriestaaten haben wir sogar eine Negativbilanz.

    Also Essen gegen Bildungsbereitschaft (z.B.)?
  2. #21

    Tja, wir brauchen die Anbaufläche für Biosprit und Freiflächen Solarstromanlagen.
  3. #22

    Thema

    Zitat von kuddel37 Beitrag anzeigen
    Na, dann sollte die EU wohl besser die 130 Milliarden für Hungerhilfe verwenden, statt Griechenland zu "retten". Die sind wenigstens noch dankbar und beleidigen nicht die Helfer. Griechenland steht uns kaum näher als die Sahelzone.
    Wenn dann irgendwann in Griechenland Hungersnöte herrschen kann man ja die Hilfe teilen.
    Wenn man nicht hilft, wird eine Hungersnot in Griechenland viel schneller kommen als sie denken! Wollen Sie hungernde Menschen in Griechenland sehen?
  4. #23

    Warum?

    [Zitat][QUOTE=sysop;9681084]Viehherden finden kein Futter, Bauern müssen Ernteausfälle verkraften: Eine schwere Dürre stürzt Teile der Sahelzone in eine Hungerkrise. Schnelle Hilfe ist dringend nötig. Für Millionen Menschen reichen die Lebensmittelvorräte nur wenige Wochen - bis zur nächsten Ernte dauert es noch Monate.[Zitat]
    Mir fehlt die nötige Emphatie für diese Menschen. Ein anderer Forist hat angemerkt, dass Bildung das beste Mittel ist die Bevölkerungszahlen zu drücken. Mag sein, aber an Afrikanischen Ländern haben sich schon ganze Staaten die Zähne augebissen etwas zu ändern.
    Die DDR z.B. in Angola und Mosambique, wir haben Traktoren nach Angola geliefert damit eine funktionierende Landwirtschaft aufgebaut werden konnte. Die Stories die sich da abgespielt haben lassen sie sich mal erzählen von denen die dabei waren.
    Nach Mosambique schickte die DDR Fischkutter um die Nahrungsknappheit zu kompensieren. Wurde nichts draus, der gefangene Fisch wurde auf dem Schwarzmarkt verhökert. Fragen sie die die dabei waren.

    Es mag Zynisch klingen aber für diese Menschen sind Kinder nicht das was sie für uns sind. Mehr Kinder mehr Hilfe mehr Essen, wenn dann von den zehn Kindern nicht wie früher acht sterben sondern acht überleben ist eine Bevölkerungsexplosion unausweichlich.

    Das große Hilfsprogramm in Bangladesh hat es vorgeführt, dort hat es nach diesen Hilfsprogramm eine Bevölkerungsexplosion gegeben mit dem Ergebnis, dass der Siedlungsraum immer mehr an Flüssen orientiert wurde was widerum sehr große Opfer bei Überschwemmungen gab. Jedes Jahr wieder!

    All die Milliarden gespendeten Dollars raus geschmissenes Geld. All die Gutmenschen die auf die Spendenwilligen Tränendrüsen drücken arme Irre.

    Nur wenige private Objekte haben eine Chance, Brunnenbau, der Bau von kostenlosen Schulen, den Menschen aufzuzeigen ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

    Leider scheitert das an Korruption, Machtgier und mangelnder Emphatie der Herrschenden.

    Die Menschen in der Sahelzone werden weiter hungern, ein Akt der natürlichen Auslese? Ich habe keine Antwort nur von einem bin ich überzeugt: Je mehr wir dort Hilfe schicken um so mehr vergrößern wir das Problem.
    HP
  5. #24

    Leider haben Sie nur allzu recht ...

    Zitat von unemployed50 Beitrag anzeigen
    ...

    Die DDR z.B. in Angola und Mosambique, wir haben Traktoren nach Angola geliefert damit eine funktionierende Landwirtschaft aufgebaut werden konnte. Die Stories die sich da abgespielt haben lassen sie sich mal erzählen von denen die dabei waren.
    Nach Mosambique schickte die DDR Fischkutter um die Nahrungsknappheit zu kompensieren. Wurde nichts draus, der gefangene Fisch wurde auf dem Schwarzmarkt verhökert. Fragen sie die die dabei waren.
    ... alle Ihre Beispiele sind, wenn man sich ein wenig Einblick in afrikanische Staaten und Gesellschaften verschafft hat, realistisch - leider.
    Mein Erstaunen darüber, wie wenig in Afrika ein individueller Mensch gelten kann, war groß, als ich das erste mal damit konfrontiert wurde. Ich empfand es fast als Kulturschock - kein generelles "ubuntu".
    Noch überraschender war, dass ich Schwarze traf, die es "geschafft" hatten und die abfällig auf die vielen Mittellosen herabsahen und klar zum Ausdruck brachten, die Armen seien für ihre Armut selber verantwortlich und es bestünde kein Anlass zu Solidarität.
    Wenn wir aus EU helfen wollen, müssen wir auch am Wert und an der Würde des Menschen ansetzen, der in vielen afrikanischen Ländern nicht dem unseren vergleichbar ist - und das wird schwer und es wird lange dauern - sehr lange.

    Aber aus Menschlichkeit sollte man es trotzdem versuchen.
  6. #25

    Zitat von eine-Meinung-unter-Vielen Beitrag anzeigen
    ...
    Wenn wir aus EU helfen wollen, müssen wir auch am Wert und an der Würde des Menschen ansetzen, der in vielen afrikanischen Ländern nicht dem unseren vergleichbar ist - und das wird schwer und es wird lange dauern - sehr lange.

    Aber aus Menschlichkeit sollte man es trotzdem versuchen.
    Was Sie sagen wollen, ist, dass wir den Menschen dort in wenigen Jahren das beibringen sollen, was in Europa mehrere hundert Jahre gedauert hat. Aufklärung und Bildung für die Massen.

    Wenn man auf Europa guckt, muss man sagen, dass wir es auch nur auf eine Art gelernt haben. Auf die ganz harte Tour. Zu glauben, dass es anders geht ist eine Ilusion.
  7. #26

    Zitat von Sherlock70 Beitrag anzeigen
    Boah, wie seid Ihr denn drauf? Was würdet Ihr sagen, wenn Ihr Euren Beitrag zur "Weltbevölkerungsreduktion" leisten müsstet?

    Das Problem ist doch ein ganz anderes: Die Eliten der Länder verschleppen Hilfsmaßnahmen bzw. leiten die in die eigene Tasche um. Hilfsmaßnahmen, die im Übrigen nötig sind, weil wir Europäer den Menschen dort einen anderen Lebensstil aufgezwungen haben.
    in Europa findet Geburtenkontrolle statt würden wir uns wie die Menschen in Afrika und Teilen von Asien vermehren hätten wir ein viel größeres Hungerproblem. der Forist hat also völlig Recht
  8. #27

    Entweder Akropolis fuer Touristen oder Hungerhilfe

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viehherden finden kein Futter, Bauern müssen Ernteausfälle verkraften: Eine schwere Dürre stürzt Teile der Sahelzone in eine Hungerkrise. Schnelle Hilfe ist dringend nötig. Für Millionen Menschen reichen die Lebensmittelvorräte nur wenige Wochen - bis zur nächsten Ernte dauert es noch Monate.

    Schwere Dürre: In der Sahelzone droht eine Hungerkatastrophe - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    Wir koennen ja nicht alles bezahlen, nun koennen die Griechen wieder ein paar Jahre ihre Misswirtschaft weiter betreiben, kein Geld fuer die wirklich Armen!
  9. #28

    ?

    [Zitat][QUOTE=eine-Meinung-unter-Vielen;9683119]...

    ....Aber aus Menschlichkeit sollte man es trotzdem versuchen.[Zitat]
    Sie haben wohl recht, aus reiner Menschlichkeit sollte man helfen. Nur wo fängt man an, Alimentierung ganzer Staaten mit dem Wissen, dass es unnütz ist?
    Menschlicheit, ein großes Wort. Es wird noch Generationen brauchen um so etwas wie gleiches Recht auf Leben für alle Menschen dieses Planeten gelten wird.
    Leider aber so ist Evolution auch zu verstehen.
  10. #29

    Am Klimawandel sind wir alle schuld....

    ... und auch daran, dass die Hilfsleistungen nicht die gewünschten Resultate bringen - wir sollten kontinuierlich genauer hinschauen, was Hilfsorganisationen/Kirchen und Regierungen in der Sahelzone treiben. Und ihnen ggf. "auf die Finger hauen". Das kann doch nicht ewig so weitergehen - im Sinne aller Beteiligten.

    Zitat:

    "Je länger die Geber abwarteten, desto mehr Menschenleben setzten sie aufs Spiel und desto teurer werde es zu helfen, glaubt José Luis Fernandez, der regionale Nothilfekoordinator der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). »Das ist die Lektion, die wir in Somalia gelernt haben. Wir müssen sofort agieren«, sagt Fernandez.

    Es koste zehn bis zwanzig Mal mehr, Nahrungsmittel über eine Luftbrücke einzufliegen, als sie auf dem Landweg zu transportieren. Außerdem fallen für die Behandlung eines akut mangelernährten Kindes täglich 80 Dollar an. Dabei bedarf es nur eines Dollars pro Tag, um Mangelernährung zu verhindern. Doch langfristige Entwicklungsprogramme seien im Sahel bisher kaum umgesetzt worden. Die Region leidet unter zyklischen Dürren, die mit den Jahren die Widerstandskraft in der Bevölkerung haben schwinden lassen. Sogar in einem »normalen« Jahr sind die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren chronisch mangelernährt. Damit ist es bis zum Hungertod nur ein kleiner Schritt.

    Einer der Gründe für die wiederkehrenden Dürren ist der Klimawandel, sagen Experten. Laut einer im Dezember 2011 veröffentlichten Studie der Universität Berkeley haben sich die Regenfälle seit 1954 halbiert, während die Temperatur durchschnittlich um 0,8 Grad Celsius gestiegen ist. Wüstenbildung und Umweltzerstörung sind die Folge. Verbunden mit Bevölkerungswachstum, akuter Armut, mangelndem Zugang zu Dienstleistungen und schwachen Regierungen hat sich der Wettbewerb um knappe Ressourcen intensiviert - in einer Region, in der die Mehrheit von Ackerbau und Viehhaltung abhängig ist. "

    Im Sahel droht die nächste Hungerkrise, 18.02.2012 (Friedensratschlag)