Hoher Leiharbeiter-Anteil: IG Metall greift BMW wegen Personalpolitik an

DPADie Metallgewerkschaft legt sich mit BMW an: Der Münchner Autobauer setze in seinen Werken zu viele Leiharbeiter ein, moniert die IG Metall. Das Unternehmen weist die Kritik zurück - Zeitarbeit sei wichtig, um flexibel produzieren zu können.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...816302,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Metallgewerkschaft legt sich mit BMW an: Der Münchner Autobauer setze in seinen Werken zu viele Leiharbeiter ein, moniert die IG Metall. Das Unternehmen weist die Kritik zurück - Zeitarbeit sei wichtig, um flexibel produzieren zu können.

    Hoher Leiharbeiter-Anteil: IG Metall greift BMW wegen Personalpolitik an - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Es sind doch gerade die Gewerkschaften, die durch Kündigungsschutz-Vorschriften verhindert haben, dass Produktionsabläufe flexibel bedarfsgerecht gestaltet werden können - da sind Zeitarbeitskräfte nur die logische Konsequenz.

    Niemand hält teures Personal vor, dass aufgrund schwankender Absatzzahlen nicht rentabel eingesetzt werden kann.
    Aber Gewerkschaften hatten noch nie viel Sinn für marktwirtschaftliches Denken - hauptsache immer Maximalforderungen, selbst wenn es zu Lasten einiger Arbeitsplätze geht ?!
  2. #2

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    Es sind doch gerade die Gewerkschaften, die durch Kündigungsschutz-Vorschriften verhindert haben, dass Produktionsabläufe flexibel bedarfsgerecht gestaltet werden können - da sind Zeitarbeitskräfte nur die logische Konsequenz.

    Niemand hält teures Personal vor, dass aufgrund schwankender Absatzzahlen nicht rentabel eingesetzt werden kann.
    Aber Gewerkschaften hatten noch nie viel Sinn für marktwirtschaftliches Denken - hauptsache immer Maximalforderungen, selbst wenn es zu Lasten einiger Arbeitsplätze geht ?!

    Wahrscheinlich sitzen Sie im "managment" Was würden Sie sagen, wenn Ihre Firma auf Grund schwankendem Geschäft Sie mal für 3 Monate in (unbezahlten) Urlaub schickt? Wenn eine Firma solche Profite erwirtschaftet kann sie auch in der Lage sein solche Schwankungen abzufangen. Aber den Firmen geht es gar nicht um Flexibilität, es geht um Gewinnoptimierung, und das wird auch so bleiben, solange die Leiharbeit billliger ist.
  3. #3

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Metallgewerkschaft legt sich mit BMW an: Der Münchner Autobauer setze in seinen Werken zu viele Leiharbeiter ein, moniert die IG Metall. Das Unternehmen weist die Kritik zurück - Zeitarbeit sei wichtig, um flexibel produzieren zu können.

    Hoher Leiharbeiter-Anteil: IG Metall greift BMW wegen Personalpolitik an - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    11.000 von 70.000 geht doch noch. In meiner letzten Firma, ein Zulieferer der Autobranche, sind mindestens 50% der Mitarbeiter Leiharbeiter - schwankend je nach Auftragslage. Darauf ist man dort sehr stolz, wegen der Flexibilität und so. Firmenziel im Jahr 2011 laut Aushang am schwarzen Brett: Gewinnoptimierung durch Reduzierung der Personalkosten. Für 2012 stand das dann nicht mehr so direkt formuliert da. War wohl nicht so clever in Sachen Mitarbeitermotivation.
  4. #4

    Der wird eh bald sinken

    Aufgrund des schwachen PKW Markt in Europa fährt Skoda schon seine Kapazität herunter.

    Skoda, Toyota Take Different Paths to Tackle Overcapacity - Emerging Europe Real Time - WSJ

    Statt 6 Tage Woche, 4 Tage Woche. Statt 3 Schichten, 2 Schichten. Passend zu Tarifrunde dürften auch bei BMW die Kapazitäten, damit auch die Leiharbeit kräftig sinken. Dann verschwindet das Thema Leiharbeit schnell aus der Gewerkschafts Agenda. Das schützt ja die gut Organisierten Stammarbeitskräfte.
  5. #5

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    Es sind doch gerade die Gewerkschaften, die durch Kündigungsschutz-Vorschriften verhindert haben, dass Produktionsabläufe flexibel bedarfsgerecht gestaltet werden können - da sind Zeitarbeitskräfte nur die logische Konsequenz.

    Niemand hält teures Personal vor, dass aufgrund schwankender Absatzzahlen nicht rentabel eingesetzt werden kann.
    Aber Gewerkschaften hatten noch nie viel Sinn für marktwirtschaftliches Denken - hauptsache immer Maximalforderungen, selbst wenn es zu Lasten einiger Arbeitsplätze geht ?!
    Was hat marktwirtschaftliches Denken mit Gerechtigkeit zu tun?
    Es ist schlicht gesagt eine Sauererei wenn Leiharbeitnehmer, die schon erheblich schlechter als Firmen-, Angestellte / Arbeiter verdienen, im Einsatzbetrieb auch noch schlechter gestellt werden.
    Festangestellte erhalten Prämien, Sonderzahlungen, Vergünstigungen...
    und haben eine gewisse Arbeitsplatzsicherheit. Davon kann ein Leiharbeitnehmer nur träumen! Er leistet sicherlich mindestens einen genauso hohen Beitrag am Erfolg des Einsatzbetriebes wie ein Festangestellter, eine Prämie oder Bonuszahlungen wird er niemals erhalten. Diese Zahlungen sind ja schon im Sklavenentgeld mit abgegolten. Im Gegenteil muß er bei der kleinsten wirtschaftlichen Flaute bangen, ob er weiter beschäftigt wird. Falls nicht, kann er mit dem Wenigen was er verdient hat, auch noch die Zeit der möglichen Arbeitslosigkeit überbrücken und nach einem neuen Job Ausschau halten! Darüber sollten sich solch arogante Besserwisser mal Gedanken machen. Ich wünsche Ihnen gerne auch einmal die Erfahrung mit Existenzängsten leben zu müssen. Ich bin auch weiter der festen Meinung, wer als "Feuerwehrmann" arbeitet sollte auch für das Risiko belohnt werden! Manager von Großunternehmen haben leider dafür nur selten ein Gespür. Denn, wo Geldinteressen anfangen, hört bekanntlich jegliche Vernuft auf! "Es lebe die Menschlichkeit!"
  6. #6

    ...

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    Es sind doch gerade die Gewerkschaften, die durch Kündigungsschutz-Vorschriften verhindert haben, dass Produktionsabläufe flexibel bedarfsgerecht gestaltet werden können - da sind Zeitarbeitskräfte nur die logische Konsequenz.

    Niemand hält teures Personal vor, dass aufgrund schwankender Absatzzahlen nicht rentabel eingesetzt werden kann.
    Aber Gewerkschaften hatten noch nie viel Sinn für marktwirtschaftliches Denken - hauptsache immer Maximalforderungen, selbst wenn es zu Lasten einiger Arbeitsplätze geht ?!
    Dass es sich bei Ihrem "teuren Personal" um Menschen handelt, die ein Leben haben, planen können müssen, Gefühle haben und die es irgendwann schlicht fertig macht, dauernd herumgeschubbst und wie Material zu- und abbestellt zu werden, interessiert natürlich nicht. Aber dann wieder jammern über hohe Krankenstände, lustig machen über die steigende Zahl psychischer und psychosomatischer Krankheiten und bangen u die Rente, und aufregen darüber, daß die "Prekären" sich für nichts und niemanden mehr interessieren und kein Interesse mehr an ihren tollen Einsatzfirmen zeigen.
  7. #7

    unfassbar

    ...möchte man meinen, dabei ist dass doch Alltag geworden, wobei es gerade in der Automobilbranche, im prdozierenden Bereich nachvollziehbar ist, zumindest was den Anteil angeht.
    Ob wir nun wieder über miese Löhnen sprechen müssen, keine Ahnung, schadet bestimmt nicht, denn die sind nach wie vor ne Sauerei, in unserem Boom Boom Land.
    Deutschland strotzt der Krise, alle jammern in D boomts, ich kann die ganzen "uns gehts doch doll" Artikel gar nicht alle aufzählen.
    Allerdings die Menge der Artikel "unseren Leuten gehts ja dooferweise teilweise noch mieser als vor 10 Jahren" hat ähnlich hohes Niveau.
    Da stellt sich mir die Frage nach der Ernsthaftigkeit der Artikel, will man hier wirklich Statistiken und Trends abbilden oder ist das ganze Bürgerbrei um was zu verzapfen.

    Achja, ich sitze hier in einem nicht ganz so grossen Laden, andere Branche, nicht ganz Tkomm, selber Markt und alleine hier im "Service" Center sind so ca. 2/3 als Zeitarbeiter angestellt und zwar nicht weil man evtl. in 3 Monaten keine Motorhauben für den neuen 3er herstellen muss ....genaugenommen ist das hier, ich denke auch bei "unseren" Mitbewerbern gängige Praxis.
    Wir brauchen auch bald nicht mehr den ZA-Anteil messen, messen wir lieber mal wieviele "unbefristet" Festangestellte haben die Unternehmeen noch.
    Zeitarbeit, Kurzarbeit, Subunternehmen und nun machen sich Anwaltsfirmen auch noch unbeliebter als sie ohnehin schon sind und beraten Firmen aktiv mit Tips und Tricks um noch besser rumzugaunern.
    Da sind so viele Baustellen, wie sollen denn unsere Politker da Herr/Herrin der Lage werden. Selbst wenn besagte Damen und Herren ethisch und moralisch ihre Bürger vertreten wollten, wäre das ja kaum zu bewältigen.
  8. #8

    Das Management

    Zitat von pierrotb Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich sitzen Sie im "managment"
    kann man nicht in "Urlaub" schicken, weil es sonst niemanden gibt, der beim nächsten Boom wieder einstellt.
  9. #9

    Win - Win ?!?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Münchner Autobauer setze in seinen Werken zu viele Leiharbeiter ein, moniert die IG Metall.
    Für die OEM-Festangestellten (egal ob BMW, VW, ...) gilt: Hohe Absicherung, sehr hohes Einkommen (insbesondere im Vergleich zu Zulieferfirmen).
    Das Management versucht Gewinne zu optimieren, setzt also auf Leiharbeiter, Zeitverträge, etc.
    Die Leiharbeiter hoffen auf Übernahme bzw. Festanstellung.

    Einerseits sind die Leiharbeiter eine Gefahr für die Festangestellten da flexibler, schneller, wesentlich günstiger, oft keinesfalls schlechter qualifiziert (=Konkurrenz). Andererseits kann BMW nur deshalb so hohe Löhne an Festangestellte auszahlen, WEIL Heerscharen von günstigen Arbeitnehmern damit die von der IGM ausgehandelten Tarife bzw. Begünstigungen der Festangestellten finanzieren.

    Der weitere Weg ist vorprogrammiert: Mehr Zwang zur teuren Festanstellung und weniger Leiharbeiter = Produktion (noch schneller) ins Ausland.